Schwuchtel, Hetero-Sau und Hackfresse. Es geht nicht um Beleidigung.

Zum Christopher-Street-Day verteilt die Arbeitsgemeinschaft SPDqueer Pankow provozierende Postkarten und nach deren Worten hat sie auch keiner missverstanden.

Die „Hetero Sau“ mit den vier Ausrufezeichen sorgt freilich für das größte Aufsehen. Dabei gehe es nicht darum, heterosexuelle Menschen zu beleidigen, erklärt Pantisano. Vielmehr soll darüber aufgeklärt werden, dass Beleidigungen wie „schwule Sau“ noch immer gang und gäbe sind. „Wir zeigen an diesem Beispiel ganz deutlich, wie unnötig und dumm dieser Satz ist.“

Die Postkarte soll provozieren. Es sei ein drastisches Mittel, gibt Pantisano zu, doch eines, das zu dieser Gesellschaft passe. Eine Gesellschaft, die zu vergessen scheine, dass es zur Lebensrealität vieler lesbischer, schwuler, bi-, trans- und intersexueller Menschen gehöre, beleidigt zu werden. (hier)

Die Karte ist sogar mit Anrede: DU Hetero-Sau. Ich finde das eine tolle Idee, weil da wird mir auch immer gleich bewusst, dass Schwule, Lesben usw. täglich beleidigt werden. Ich finde das wäre auch eine gute Idee für Brennpunktschulen in Neukölln, weil da werden nicht nur schwule Deutsche, sondern vor allem deutsche Mädchen, die noch kein Kopftuch tragen, als Schlampe betitelt und die Buben als Kartoffel. Da würden sich dann für die türkischen Landnehmer Postkarten eignen mit „Du blöde Hackfresse“. Und wenn man schnell genug ist, dann schafft man es vielleicht gerade noch Missverständnisse auszuräumen bevor die erste Zahnreihe fehlt.

Man muss sich schon wundern, wenn für die AA-Stiftung schon die Unterscheidung „wir“ und „die“ als rassistisch gilt, sofern sie von einem weißen Deutschen ausgesprochen wird. „Schlampe“, „Scheißdeutscher“, „alte, weiße Männer“ gelten dagegen als gelungene Integration, kulturelle Eigenart, die man akzeptieren muss bzw. Emanzipation.

In einem Bericht im Tagesspiegel klagt eine Lesbe ihr Leid in Berlin:

Trotz der verbalen Angriffe versteckt sie sich nicht. Sie trägt gern ein T-Shirt mit dem Wort „Berlin“ darauf: „Jeder Buchstabe ist dabei in einer Farbe des Regenbogens. Keine Frage, dass sie an der Demo vor ein paar Wochenteilnahm, um gegen homo- und transphobe Übergriffe in Neukölln zu protestieren.

Da laufen die ganzen Queer-Vereine immer bei den Refugee-Welcome-Demos mit, gemeinsam mit den ganzen ANTIFA-Typen und linken Weltenrettern und glauben, dass sich Menschen aus schwulen- und frauenfeindlichen Kulturen davon beeindrucken lassen. Sogar das linke Kulturzentrum Conne Island in Leipzig musste das feststellen. Da genügte es aber schon allein Frau zu sein. Dass die oben genannten Queer-Dödel den größten Feind ausgerechnet bei den „bösen, weißen Hetero-Männern“ ausmachen, ist für mich der größte Witz. Ich sag‘ Euch was. Denen ist Euer Schicksal meist scheißegal, weil die gerade für ihre Familie eine bezahlbare Wohnung suchen und einen KITA-Platz, weil man sich das nur noch leisten kann, wenn beide malochen. Denen reicht es vollkommen, wenn sie sich abends vor der Glotze im Arm halten können, wenn die Kinder im Bett sind und der Partner nicht gerade auf Schicht ist. Wenn sich zwei im Leder-Stringtanga mit der Hundeleine gegenseitig auf allen Vieren durch Berlin führen und dazu die ganze Welt nicht nur zu Besuch, sondern zum Bleiben einladen, dann tut ihr wirklich keinem einzigen leid, wenn es zu Übergriffen kommt.

Vor einigen Tagen wollte ich eine Bahnfahrt über Nacht buchen, um eine Übernachtung zu sparen. Da ist ein Aufenthalt von etwa zwei bis vier Uhr nachts am Frankfurter Hauptbahnhof zum Umsteigen eingeplant. Das schenk‘ ich mir. Ich fahr‘ da nicht noch extra hin, damit ich eine gebrochene Nase „provoziere“, um mich hinterher als Opfer zu profilieren. Die Mehrheit hat bei den Bundestagswahlen entschieden, dass diese Zustände in machen Großstädten einen „Mehrwert“ darstellen sollen. Das akzeptiere ich, das ist Demokratie. Ich halte mich aber von den Bereicherungsorten fern und spende ausdrücklich nicht für Caritas, pro-Asyl und andere asylindustrielle Organisationen.

Wer als Schwuler oder Lesbe bei jeder Vielfalt-Kunterbunt-Demo mitmarschiert und dann sich genau an die Orte händchenhaltend und gleichgeschlechtlich knutschend begibt, wo man dann genau das Ergebnis beobachten kann, da kann man echt nicht mehr helfen. Dabei glauben die organisierten Queers immer, sie hätten den Alleinvertretungsanspruch.

Was soll ich mir denken, wenn mir dann ein Queer-Fuzzi eine Postkarte mit „Du Hetero-Sau“ in die Hände drückt? Schade, dass du 50% deiner Zeit damit verschwendest, darüber nachzudenken, was du zwischen den Beinen hast und die anderen 50% darüber, was andere über dich denken könnten.

Ich war nie in einem Bordell, nie in einem Swingerclub oder Sado-Maso-Krimskrams, keine Ahnung, was es sonst noch für Heteros gibt. Was ist der Unterschied zu den Queeren? Die Heteros, deren Neigungen ich weder wissen will, noch nachvollziehen muss, haben dann nicht noch einen entsprechenden Aufkleber am Auto bzw. zelebrieren das nicht an öffentlichen Straßen und halten ihren nackten Hintern auf Augenhöhe von ABC-Schützen. Nicht, dass ich das persönlich verurteile, aber es muss der linken Schwulen-Lesben-Queerszene klar sein, dass man zwar von den bösen Weißen toleriert wird, weil es ihnen einfach egal ist, aber in einer aggressiven Weise Akzeptanz einzufordern mit irgendwelchen Unterstrich und Gendersternchen, das dürfte den gegenteiligen Effekt haben.

In zwanzig oder dreißig Jahren wird es bei der jetzigen demographischen Entwicklung keine Gay-Parade mehr geben und auch keine Gendersternchen, sondern einen Korso aus Baukränen, sofern sich die Community nicht rechtzeitig entscheidet, wieder in den Untergrund zu gehen.

Die Postkarten dieser Queerfraktion sind damit zu entschuldigen, dass sie gleichzeitig bei der SPD sind. Man kann für etwas sein, gegen etwas oder was mit SPD.

 

 

10 Gedanken zu “Schwuchtel, Hetero-Sau und Hackfresse. Es geht nicht um Beleidigung.

  1. Mit solchen Aktionen wird den Homosexuellen (m/w) ein Bärendienst erwiesen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß diese „Aktionisten“ das kapieren.
    Nebenbei: Es ist doch immer wieder erstaunlich mit welch ausgefallenen Mitteln die SPD versucht ihre abtrünnig gewordene Wählerschaft zurückzuholen.

    Liken

  2. Zunächst:Schöner Text. Das Thema ist ein bisschen schwierig. Zumindest für mich.

    Ich hasse es, so ein contrarian zu sein, aber ich glaube, hier bin ich bei der SPD. „Hetero-Sau“ ist eine milde Reaktion auf die doch weit verbreitete Beleigung „schwule Sau“. Und es wird ja auch sofort deutlich, dass es nicht verletzend gemeint ist. Die Frage, die ich für mich noch nicht beantworten kann, ist, wann es OK ist Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Manche Leute raffen nämlich nicht, wie aggressiv sie sind und brauchen eine Dosis der eigenen Medizin, um es zu checken. Die meisten Linken sind so hohl, dass sie die eigenen unbegründeten Nazivorwürfe nicht als Aggression wahrnehmen, aber bei „They let you grab them by the pussies“ wehleidige Protestmärsche organisieren.

    Von daher fand ich den Flyer in Reaktion auf die universelle Beleidigungsschwämme angemessen.

    Liken

    1. Ich finde, dass die Zielgruppe nicht passt. „Schwule Sau“ wird häufig -und zwar schon immer- in Schulen als Schimpfwort verwendet, obwohl sie selbst nie mit Schwulen oder Lesben in Verbindung kommen. Irgendwie legt sich das, denn unter Erwachsenen habe ich das in der Öffentlichkeit noch nie gehört. Vielleicht bin ich da eine Ausnahme. Aber im Beruf hat man dann meist mit allen Geschlechtern und allen Hautfarben zu tun und, wenn der Laden läuft, dann sind diese Merkmale eher zweitrangig.
      Erwachsene, die auf Stoppelhaare, Lederjacke und Springerstiefeln stehen, obwohl sie das einfach nur modisch finden, die hören sicher mal: Du kommst daher wie ein Nazi.
      Kommt ein Erwachsener mit Dutt, rosa T-Shirt und Leggins, dann hört er vielleicht: Kommst daher wie ein Schwuchtel. Ich bezweifle mal, dass auf dem Land, wo ich wohne, da bei irgendjemandem innerlich Hass oder Abneigung hochkochen. Das ist einfach nur blödes Gesülze. Muss jeder in anderen Zusammenhängen auch aushalten.
      Wenn ich Männer sehe, die sich öffentlich im Ledertanga an der Hundeleine führen, dann kann ich verstehen, wenn das viele abstoßend finden, sich aber einen Kommentar verkneifen: Leben und leben lassen.
      Ein bestimmtes Gebaren, seine sexuelle Identität öffentlich zu feiern bzw, wenn diese von den Medien noch als besondere Auszeichnung gehypt wird, ruft natürlich eine Gegenreaktion hervor. Die friedlichsten Zeiten haben die Schwulen und Lesben in Deutschland schon hinter sich und sie haben mit dem Befürworten der Multikulti-Gesellschaft viel dafür getan, dass das so ist.

      Übrigens schön, dass Du wieder kommentieren kannst.

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, danke. Was auch immer du gemacht hast, jetzt funktioniert es wieder.

        Verstehe das Schulhofargument. Ich hab das ehrlich gesagt aber auch auf meinem Schulhof nie gehört und ich versteh schon, dass es stört. Finde die Reaktion der Gruppe angemessen. We can agree to disagress.

        Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.