USA: Keine Extrawurst für Frauen.

Einen besonderen Knick in der Wahrnehmung scheint es vor allem unter den vermeintlich gebildeten Frauen zu geben und zwar länderübergreifend. Diese Gruppe lässt dann keine Gelegenheit aus sich lächerlich zu machen:

In Philadelphia haben sich Frauen am Montag als Mägde verkleidet, um gegen den US-amerikanischen Vize-Präsidenten Mike Pence zu protestieren. (…) Die Kostüme sind von der Fernsehserie „The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“ inspiriert, die auf einem Buch von Margaret Atwood basiert.

Die Serie zeigt die Vereinigten Staaten in einer dystopischen Zukunft. Atomare Katastrophen, Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten haben zu Unfruchtbarkeit geführt. Ein totalitäres, christlich-fundamentalistisches Patriarchat namens Gilead wird gegründet. Die wenigen Frauen, die noch fruchtbar sind, werden von privilegierten Familien versklavt, vergewaltigt und geschwängert, um so den Nachwuchs zu sichern. Sie dienen praktisch als Brutkästen.

Die Autorin Atwood hat Anfang des Jahres gesagt, die USA zeige immer mehr Symptome des fiktiven Staates Gilead. (alles hier)

Erzkonservative Politiker wollen also Frauenrechte abschaffen. Wenn man aber etwas recherchiert, dann stellt man fest, dass es in den USA keine expliziten Frauenquoten oder -rechte gibt, weil das der Verfassung widersprechen würde. Natürlich beschwert man sich auch in den USA darüber, dass es dort zu wenige Frauen in Führungspositionen gibt, doch es sind wesentlich mehr als in den ganzen Gleichstellungsländern wie Deutschland. Warum das so ist? Weil Frauen, die Führungspositionen innehaben, eben die nachgefragten „männlichen“ Eigenschaften aufweisen:

In den USA ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen Führungspositionen besetzen“, sagt Carolin de Lorenzi. Das liege an der höheren Flexibilität amerikanischer Arbeitnehmer, die für die Karriere eher bereit seien umzuziehen, aber auch an der grundsätzlichen Einstellung der Gesellschaft.

In allen gequoteten, „frauenfreundlichen“ Ländern des Westens kommt aber noch etwas dazu. Wenn Frauen die freie Wahl zu einem Studium haben, dann wählen sie trotz hoher mathematischer Fähigkeiten dennoch Fächer aus den Geisteswissenschaften. Da ist der Anteil zwischen 70 und 93%. Da machen ihnen hinterher nicht Männer die Jobs streitig, sondern andere Frauen. Wenn man nun auf dem freien Markt mit einem Fach konkurrieren will, wo es viele Absolventen gibt aber kaum eine Nachfrage besteht, dann sind diese Jobs selten gut bezahlt.

Für welche Rechte kämpfen dann eigentlich diese „Mägde“, damit diese Science-Fiction-Geschichte nicht Wirklichkeit wird, wenn sie doch alle Freiheiten haben? „Normale“ Frauen, die am Markt vorbei studiert haben, die können wenigstens noch bei einem gut situierten Mann einheiraten oder mit ihrer Schönheit gutes Geld machen. Doch die unförmigen, feministischen Schreihälse können das nicht ertragen. Deshalb entziehen sie denen die Lebensgrundlage, weil sexy Frauen in der Werbung, Grid-girls oder „Boxenluder“ als sexistisch gelten sollen. Dazu wird von diesen Weibern jeder Flirt von Männern zur sexuellen Belästigung hochstilisiert, wodurch diese lieber Sport machen oder sich mit anderen Männern zum Football oder Grillen verabreden, anstatt mit Frauen.

Sogar das Schmierblatt der Huffington finden nur einen Punkt, wo Frauenrechte angeblich beschnitten werden. Trump und Pence sind gegen Abreibung. Na und? Es heißt ja nicht, dass Frauen nicht abtreiben dürfen, es werden nur keine Abtreibungskliniken von Planed Parenthood mehr mit Steuergeldern unterstützt. Welche Perverslinge sich hinter Planed Parenthood verstecken, habe ich hier schon mal ausführlich beschrieben.

Der ganze Quatsch mit Frauenstudien und Gender muss sich finanziell selber tragen, wenn er denn für die USA so wichtig sein sollte. Warum soll ein Republikaner und Abtreibungsgegner seine Steuergelder dafür hergeben? Eine ausgewogene Sexualberatung findet ja an den Schulen auch nicht mehr statt, deshalb sollte man, wenn schon, sämtliche „Marktteilnehmer“ an den Schulen vorsprechen lassen.

Diese Mägde, die hier demonstrieren, haben ohne Widerspruch bisher genauso vom Fortschritt profitiert, auch wenn sie jetzt lieber aussterben wollen. Auf Reisen, Kosmetik, gepflegte Umgebung und gutes Essen wollten die Frauen zu keiner Zeit verzichten, auch wenn die meisten bahnbrechenden Erfindungen von alten, weißen Männern gemacht wurden. Frauen sind an einer Katastrophe ebenso schuldig wie Männer, wenn ich an H. Clinton, M. Albright oder A. Merkel denke. So ein Weib kann froh sein, wenn sich im Falle einer Katastrophe noch privat ein „Patriarch“ findet (und nicht nur ein Soy-boy), der so nett ist, sie zu beschützen. Nicht, weil sie so nett ist, sondern allein deshalb, weil sie eine Frau ist.

 

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