Finde den Widerspruch, bevor es andere tun.

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen, dass man bestimmte Entwicklungen in die Zukunft projiziert und dann alle in einen großen Aktionismus verfallen, um mit Gesetzen gegen zu steuern? Selten stellt jemand in Frage, ob das, was da angeblich in 10, 20 oder 100 Jahren kommen mag, wirklich eintreten wird, weil es uns als Tatsache permanent eingehämmert wird. Da wird nur noch um den Wortlaut in Gesetzen gefeilscht, während allein die Beschäftigung mit der Frage Humbug wäre. Warum soll man Gesetze zum Diesel-Feinstaub und Fahrverbote machen, während der meiste Feinstaub vom Abrieb der Bremsen herrührt? Wird über solche Gesetzesinitiativen in den Medien berichtet, dann beginnt der Satz meist sinngemäß mit „Immer mehr“ und dann müssen es alle toll finden, wenn man etwas dagegen tut. Manche ändern ihr Leben ebenfalls, wenn sie bei einer Wahrsagerin waren.

Nun habe ich rein aus Interesse nach politischen Blogs gesucht und auch wirklich unzählige Vorschläge abgegrast. Leider ist bei den meisten der Zeitraum zwischen den Beiträgen so lang, dass in dem schon ganze Staaten untergegangen sind. Die kann man knicken. Einen habe ich aber gefunden, der bieten nach Eigenbeschreibung Gedankensplitter zur Politik. Er heißt www.wem.ch und weil die Artikel relativ kurz sind, sieht man nicht nur an dem Beispiel, das ich zeigen will, dass ein „immer mehr“ von irgendwas reicht, um darauf eine ganze Story aufzubauen.

Der Artikel „Neuzeitliche Kinderstube“ endet mit folgenden Zeilen:

Im Gegensatz zum Elternschaft Gesetz kann und soll sich das Partnerschafts-Gesetz auf wichtige Eckpunkte einer Partnerschaft beschränken. Es regelt das Zusammenleben von zwei oder mehreren erwachsenen Personen, die ihr Leben frei von staatlichen Einschränkungen selber bestimmen wollen. Diese Vereinigung von Menschen könnte ähnlich einer Vereinstätigkeit geregelt sein, in einer Art und Weise also, die sich Jahrzehnte bewährt hat.

Der Autor will spezielle Rechte für Kinder festschreiben lassen, weil durch immer mehr künstliche Befruchtungen, Partnerwechsel, andere Formen des Zusammenlebens oder „One-night-stands“ in einigen Jahren nicht mehr klar sein wird, wer die Vormundschaft ausüben soll oder darf, und die meisten Frauen dazu noch alleinerziehend sein sollen.

In dem Artikel heißt es :

Jedes fünfte Kind wird die Jugend nur mit einem Elternteil (zu 90 % bei einer Frau, zu 10 % bei einem Mann) zusätzlich aber zu einen großen zeitlichen Anteil in einer Kinderbetreuung verbringen. Prognosen gehen davon aus, dass es ab 2045 mehr Alleinerziehende als Kernfamilien geben wird.

In welchem Land wäre das? Das heißt nämlich auch, dass vier von fünf Kindern in traditionellen Familien aufwachsen. Und wenn man eine Statistik bemüht, gibt es seit Jahren zwar geringfügig mehr unverheiratete Paare mit Kindern (da dürften Homosexuelle im Promillebereich liegen), die Zahl der Alleinerziehenden stieg aber in den letzten Jahren ebenfalls nur sehr geringfügig, weil viele Paare unverheiratet zusammenleben, sodass es auch beim Fortschreiben dieser Entwicklung nie eine Notwendigkeit gäbe, hier besondere „Kindergesetze“ zu verabschieden.

Schon allein weil die Zunahme von Bevölkerungsgruppen, für die Familienehre und Kinder von besonderer Bedeutung sind, wäre so eine Regelung 2045 sicher überflüssig.

Ich bin mal wohlwollend, dass es dann noch genügend Deutschgeprägte gibt, die ihr Sexualleben kreuz und quer genießen wollen und sich bei Bedarf ein Kind aus dem Reagenzglas designen lassen.

Spätestens, wenn die Realität die Voraussagen bestätigt, wird etwas ganz anderes eintreten. In jedem Land, in dem der Islam einen bestimmten Prozentanteil einnimmt, kommt es zunehmend zu Gewalt und Verwerfungen, wie man sie heute schon in Berlin oder Paris beobachten kann. Zusätzlich befinden wir uns wirtschaftlich, global in einer Situation wie 2002, bzw. 2008, allerdings mit mehrfacher Fallhöhe, die einen großen Teil der Altersversorgung zunichtemachen und zu hoher Arbeitslosigkeit führen dürfte. Wie reagieren Menschen in Krisensituationen?

Die unmittelbare Nachkriegszeit ist so eine Krisensituation. Obwohl es einen hohen Frauenüberschuss im heiratsfähigen Alter gab, nahmen Eheschließungen zu. Die Frauen haben ältere Männer geheiratet. Nicht nur aus moralischen Gründen, weil viele Frauen Kinder durch Vergewaltigungen der Besatzer erwarteten, sondern, weil man in Krisenzeiten bei einem Mann eben sicherer ist. Diese Entwicklung endet etwa 1948. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass man von den Jahren 1946/47 so gut wie nix hört? Lesen sie das Buch „Kostspielige Rache“ von Freda Utley (1951), dann wissen Sie, was eine Krisenzeit ist und warum wir heute davon nichts mehr hören sollen.

Als man noch richtige Wissenschaft betrieb, da suchte man zu seiner eigenen Theorie mit größter Anstrengung Fälle, wo sie nicht gelten könnte, um sich eine spätere Blamage zu ersparen.

Wie kann man feststellen, ob ein Gesetz funktioniert? Indem man sich überlegt, wie man es (auch mit illegalen Mitteln) umgehen kann. Wie kann man überprüfen, ob eine Zukunftsprognose stimmen kann? Indem man im Kopf durchspielt, unter welchen Bedingungen sie nicht eintritt. Da wundert es mich dann schon, dass man sich überrascht zeigt, dass Asylanten mit mehreren Identitäten abkassieren oder die Mietpreisbremse nicht funktioniert. Wenn man darüber überrascht ist, dann können in Berlin nicht die hellsten Kerzen auf der Torte brennen.

Belege für die eigenen Vermutungen zu finden ist nicht schwer, wie käme man dann überhaupt zu einer Vermutung. Herauszufinden, was der eigenen Vermutung widersprechen könnte, macht wesentlich mehr Arbeit.

 

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3 Gedanken zu “Finde den Widerspruch, bevor es andere tun.

  1. Kleiner Lapsus,
    Das mit „während der meiste Feinstaub vom Abrieb der Bremsen herrührt“ ist nicht richtig, der meiste Feinstaub ist natürlichen Ursprungs.

    „So lassen sich bis zu 40 Mikrogramm Feinstaub, 50 Mikrogramm ist der Grenzwert, direkt auf die Sonneneinwirkung zurückführen.
    Wenn Sie da den kompletten Verkehr sperren, haben Sie vielleicht zehn Mikrogramm weniger.“
    http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Professor-fordert-ideologiefreie-Debatte-ueber-Schadstoffe-durch-Autoverkehr.

    Heute mal als Besserwisser….

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    1. „Warum soll man Gesetze zum Diesel-Feinstaub und Fahrverbote machen, während der meiste Feinstaub vom Abrieb der Bremsen herrührt.“
      Ist es missverständlich formuliert, wenn ich damit meine, dass man sich um den Diesel-Feinstaub Gedanken macht, aber nicht um den Feinstaub vom Abrieb der Bremsen beim gleichen Auto?
      Könnte man gegen den natürlichen Feinstaub etwas machen, hätten die Grünen schon längst ein Gesetz dagegen gemacht.

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