Vom Gernegroß zum politischen Leichtgewicht.

Irgendwie fühle ich mich an Bilder erinnert, auf denen Honecker die Staatsgäste aus den DDR-Bruderländern außerhalb des Warschauer Paktes empfing. Darunter waren so einflussreiche Staaten wie Äthiopien, Somalia oder Kuba. Wie weit wir im Vergleich zu Erich heute schon gesunken sind, zeigt sich, wenn wir den Türken Erdogan zum Staatsbankett mit dem Bundespräsidenten laden und uns vorher als „mit einem faschistischen Virus infiziertes Land“ beleidigen lassen dürfen.

Jahrelang haben sich Merkel und ihr Gefolge von Obama Honig ums Maul schmieren lassen, wie wichtig Deutschland doch sei und welches Gewicht seine Stimme hätte. Man hat sich der Illusion hingegeben, man wäre (wieder) eine politische Weltmacht. Trumps Außenpolitik zeigt den europäischen Ländern und ins besondere Deutschland, dass sie teilweise zum eigenen Schaden nur Vasallendienste für die USA geleistet haben. Trump mag herumpöbeln und den Mund manchmal etwas zu voll nehmen, doch im Gegensatz zu den Europäern steht hinter Trump ein entsprechendes militärisches und politisches Gewicht. Wenn Steinmeier das Wort „Hassprediger“ in den Mund nimmt, dann brauchte sich Trump nicht herablassen darauf zu reagieren. Seit Obamas Abgang zeigt sich, dass Europa in einer von den USA, China und Russland beherrschten Welt außerhalb Europas keinen Fuß auf den Boden bringt. Wenn der Steinmeier nach Russland fährt, um über eine Lösung im Ukrainekonflikt zu verhandeln, dann kann er sich das sparen, wenn er immer erst die Amerikaner fragen muss. Da verhandeln die Russen lieber gleich mit denen. Es glaubt doch keiner, dass Deutschland an den USA vorbei in ein Land wie Saudi-Arabien Waffen liefern könnte. Die Deutschen haben sich bisher auf die bestehenden Netzwerke von Clinton und Obama verlassen, die in Saudi-Arabien längst zerschlagen wurden.

Der neue saudische Machthaber Mohammed Bin Salman richtete sich strikt an den außenpolitischen Präferenzen der neuen US-Regierung unter Trump aus, die mittlerweile aus dem Atom-Abkommen ausgestiegen ist, und den Iran als größte regionale Bedrohung einstuft. Damit brachte Saudi-Arabien die EU und Kanada gegen sich auf, da sowohl die EU als auch Kanada das Atom-Abkommen mit dem Iran unterstützen und den Iran nicht als Bedrohung für den “Weltfrieden” ansehen.

Da bekommt das Nachtreten von Trudeau gegen Trump nach dem G8-Treffen und dessen Reaktion ganz anderes Gewicht.

Der Streit zwischen Saudi-Arabien und Kanada gewinnt an Schärfe. Die USA lehnten am Dienstag eine Vermittlung ab – was auf den ersten Blick überrascht. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt der Konflikt, dass die Karten in der Geopolitik neu gemischt werden. Die Kanadier unter ihrem liberalen Premier Justin Trudeau stehen stellvertretend für die noch aus der Obama- und Clinton-Zeit an die Finanztöpfe der Saudis gelangten Netzwerke. Die Ablösung ist die Folge des Wahlsiegs von US-Präsident Donald Trump und wird durch die angespannte Finanzlage der Saudis verschärft. Die Saudis müssen sparen – und wollen ihr Geld künftig offenbar bei loyalen neuen Verbündeten ausgeben und es nicht mehr in die alten Kanäle einspeisen. (hier)

In diesem Zusammenhang muss man sich glatt an den Kopf greifen, wenn die Europäer an dem Iran-Atomabkommen, das 2025 ausläuft, an den USA vorbei festhalten. Da ist es auch nicht so wichtig, dass die Verbindlichkeit dieses Abkommens rechtlich auch nicht eindeutig geklärt ist. Wenn ein Heiko Maas Unterstützung für europäische Firmen, die mit dem Iran Handel treiben wollen, zusagt, dann könnte er seine Möglichkeiten durchaus über- und den Einfluss der USA unterschätzen.

Dass die Europäer nur noch eine Ansammlung von lauter Gernegroß sind, zeigte sich schon beim Verhandlungsergebnis zwischen Suff-Juncker und Trump. Die Europäer lieferten echte Zugeständnisse und im Gegenzug machte Trump seine Drohungen nicht wahr. Jedes Opfer eines Raubüberfalls müsste es dann auch als gutes Verhandlungsergebnis sehen, wenn er sein Handy und seine Geldbörse abgibt und dafür die Zähne nicht eingeschlagen bekommt.

Ein Land wie Deutschland ist ein militärischer und politischer Wichtigtuer, wenn man nur 95 Kampfpanzer im Einsatz hat. Die passen alle auf einen einzigen Güterzug. Kein Wunder, dass uns auch Länder wie Ungarn oder Tschechien inzwischen den Stinkefinger zeigen, wenn ihnen Merkel eine europäische Lösung aufnötigen will. Könnte logischerweise auch ein Problem sein, damit eine entsprechende Drohkulisse gegen die USA aufzubauen, wie es Merkel bei Trumps Wahl zum US-Präsidenten getan hat, weil die Folge nicht nur eine Niederlage, sondern gleich noch eine Demütigung sein kann, wie sie Außenminister Heiko Maas als Nachfolger von Steinmeier bei seinem Besuch in den USA erfahren musste.

Seit gestern habe ich das Gefühl, dass nun auch die ganzen Clinton- und Obama-Arschkriecher, allen voran Angela Merkel, mit so einer Demütigung bedacht werden. Sie waren damals darüber hinweg gegangen, dass Obama Merkel und mit ihr die anderen Europäer zu Sanktionen gegenüber Russland gezwungen hat, obwohl diese besonders Deutschland wirtschaftlich massiv schaden. Weil Putin natürlich inzwischen das Böse schlechthin ist, haben Politiker und Medien trotzdem gejubelt. In jedem Nebensatz, wo es möglich ist, wird uns in den Nachrichten reingewürgt wie böse doch Russland sei.  Da reicht der Zusatz: Russland soll dafür verantwortlich sein. Die Sache wird ein paar Tage hochgekocht, Beweise werden grundsätzlich nicht geliefert und, wenn es nur ein Fake war, egal, irgendwas bleibt immer hängen.

Und jetzt kommt Trump und verschärft überraschend die Sanktionen gegen Russland wegen des Giftanschlages auf Skripal und das nur wenige Tage nach dem Treffen mit Putin. Was haben wir gelacht. Unter vier Augen werden Trump und Putin sicher darüber sinniert haben wie sie ihrer gemeinsamen Freundin Angela eine reinwürgen können.

Skripal wieder aus der Kiste zu holen, ist dazu die beste Möglichkeit. Unsere Medien und Politiker müssen wieder jubeln, schließlich haben die Europäer den Fall ja selbst gehypt und müssen sich nun den schärferen Sanktionen anschließen. Für die USA waren die Sanktionen schon 2014 kein Problem mehr, den Handel mit Russland trotzdem auszubauen. Für Russland waren diese eine Möglichkeit, Waren, die man vorher importiert hatte, nun selbst herzustellen oder anzubauen, wie z.B. Äpfel.

Trump nötigt die europäischen Wichtigtuer sich selbst zu schaden. Die Europäer haben sich doch vorgenommen mit einer Stimme zu sprechen, ins besondere gegen Trump. Wer nun wie Deutschland ein derartiges, militärisches Leichtgewicht ist, völlig von fremden Ressourcen und vom Export abhängig und nur in Teilen souverän, der sollte sich gegenüber den USA lieber aufs Betteln verlegen.

 

 

11 Gedanken zu “Vom Gernegroß zum politischen Leichtgewicht.

  1. Auf die Gefahr hin wie Morgenthau zu klingen, kann ich nur hoffen, dass Deutschland auch ein Leichtgewicht bleibt bis die Spinner nicht mehr an der Macht sind. Die Bevölkerung muss auch in der Breite ein paar Takte Selbstreflektion üben – wenn endlich Meinungsfreiheit herrscht.

    Der Iran ist der einzige Verbündete, den Deutschland noch hat. Während uns die Medien erzählen, dass sich angeblich Israel, Großbritannien und die USA isolieren, sind die bestens mit allen anderen im Geschäft. Die EU hat nur die EU. Und diese Leute grinsen und HASSEN einander.

    Der Iran hat übrigens seit Atomdeal immer drei Monate von Inspektionsanmeldung der Atomkontrolleure bis zum Betretungstermin gehabt. Wie man auf Google Earth bewundern konnte, sind da ganze Gebäude mal kurz verschwunden. Dann hatte der Mossad noch die Forschungsstätte geplündert und Netanyahu hat regaleweise Material den Europäern hingeknallt. Aber einem Juden kann man nicht glauben und entsprechend wurde stur behauptet, dass es Trump sei, der sich an die Abmachung nicht hielt.

    Und auch so was. Die Hexenjagd auf Maaßen ist totaler Stuss und kein Mensch kapiert, was die wollen. Zyniker denken, dass es um Werbung für das blöde Anti-Afd-Buch geht. Ich denke aber auch, dass Antisemitismus eine Rolle spielt. Der Maaßen hatte nämlich schon damals dem Guantanamo-Star Murat „ich war nur mal in Pakistan und wurde von mehreren Armeen falsch beschuldigt“ Kurnaz die Aufenthaltserlaubnis entziehen wollen. Spätestens da ist er wohl in seinem Laden aufgefallen. Der Verfassungsschutz ist dubios und auf politische Gegner aus. Dass der Mann tatsächlich AUCH NOCH Islamisten ins Visier nimmt, gefällt nicht jedem. Und ich denke, dass allein schon sein Gesicht als Sicherheitsrisiko bei den Eliten wahrgenommen wird.

    Natürlich kann ich nicht mal belegen, dass er Jude ist. Das ist auch so was. Könnte auch ein Spiel der Natur sein. Allein schon die Tatsache, dass in Deutschland so viel Kryptojuden rumrennen und jeder sich rumschämt, sollte denen zu denken geben, die ständig behaupten, alle Antisemitismusanschuldigungen wären falsch. Es gibt keine Kryptomuslime! Lieschen Müller ist nicht antisemitisch (auch wenn sie die ein oder andere Israellüge in den Nachrichten aufschnappt), aber bei den Eliten sieht die Sache schon noch anders aus. Also hält jeder die Schnauze und schämt sich rum.

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      1. Das Video ist die reinste Luftnummer. Erinnert an Colin Powell und seine Beweise um den Einmarsch im Irak zunrwchtfertigen. Den gleichen Schwachsinn hat übrigens auch Mueller als damaliger FBI—Chef behauptet.

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      2. Mal davon abgesehen, dass das Material, um das es geht und das uns hier ja auch gar nicht alles gezeigt werden kann, nicht dadurch irrelevant wird nur weil es Sie an irgendwas erinnert, sehe ich auch nicht, dass Colin Powell’s Präsentation eine Luftnummer war. Ich finde es auch nicht vergleichbar, weil Powell sehr viel weniger Material hatte.

        Ich hab auch eben noch einmal reingeschaut, was denn die „Lügen“ sein sollen, die ständig Bush vorgehalten wurden und es ist mir nicht klar, warum das so schwer ist für die Kriegsgegner, das einfach mal sauber aufzuschreiben. Es kommt mir wie Haarspalterei vor. Klar ist, dass zu früheren Zeiten das Regime Massenvernichtungswaffen hatte und auch benutzte. Hussein prahlte auch mit einem Atomprogramm. Das Atomprogramm war vermutlich ein Bluff von Hussein auf den die Amis und Briten halt reinfielen. Giftgas ist in Nullkommanix vernichtet, bevor die einrückenden Truppen was finden können.

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      3. Da fällt mir eine lustige Situation ein. Meine Mutter hatte sich mal mit einem Holocaustleugner gezofft. Der meinte, dass man doch die Gaskammern zur Untersuchung freigeben könne, wenn man sich so sicher sei, dass Menschen da vergast wurden. Meine Mutter: „Sie wissen aber schon, dass Gas irgendwie flüchtig ist.“

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  2. Benjamin Goldstein sagt:
    9. August 2018 um 21:47
    Danke für den Link auf das Video. Schon nach 1.30 min frage ich mich (eigentlich nicht), warum wir in ARDZDF nix davon gehört haben.

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