Zum Opfer erzogen.

Bei den Morden in den letzten Jahren, die von Männern aus dem arabisch-islamischen Raum verübt wurden, beschäftigte man sich meist mit den Motiven des Täters, bzw. wie er zum Mörder werden konnte. In den meisten Fällen schließt man als Grund eine besondere kulturelle oder religiöse Prägung aus und schiebt ein Trauma oder psychische Probleme vor. Jeder kennt die Morde an verschiedenen minderjährigen, jungen Frauen durch eben diese Personengruppe. Mia aus Kandel, Susanna aus Wiesbaden oder Mireille aus Flensburg (alle hier). Je jünger die Opfer, desto größer die Bestürzung und der Verweis auf eine verfehlte Asylpolitik als Ursache von der rechten Seite und die Warnung vor Pauschalisierungen von der linken Seite. Sind die Opfer älter, lässt das Mitleid deutlich nach, wenn es nicht gar hämische Kommentare gibt. Vielleicht sind Mia, Susanna und Mireille einfach nicht alt genug geworden, um dann mit positiven Erfahrungen doch noch Opfer zu werden wie die folgenden:

Die Aktionskünstlerin Pippa Bacca wollte im weißen Brautkleid per Anhalter in den Nahen Osten reisen, um auf diese Weise für den Weltfrieden zu werben. Sie wurde in der Türkei ermordet.

Ein amerikanisches Pärchen glaubte an das Gute im Menschen und war überzeugt, dass das Böse nur ein erdachtes Konstrukt sei. Beide begaben sich mit ihren Fahrrädern auf Weltreise und wurden in Tadschikistan von IS-Kämpfern ermordet.

Sophia aus Augsburg engagierte sich politisch und aktiv in der Flüchtlingshilfe. Sie stieg als Anhalterin zu einem marokkanischen Lastwagenfahrer und wurde von ihm ermordet. In einem Nachruf wurde sie von ihrer Verwandtschaft folgendermaßen charakterisiert:

Unerschütterlich im Glauben an das Gute in den Menschen und in ihrer aufrichtigen Überzeugung, für die richtige Sache einzutreten, bewegte sie mit ihrer herzlichen Ehrlichkeit und mit ihrer unermüdlichen Leidenschaft alle, die mit ihr zu tun hatten.

Wenn man so zum Opfer wird, stellt sich die Frage, was in Kindheit und Jugend passiert sein muss, dass sie nicht nur mit Naivität ins Verderben rennen, sondern mit zunehmenden Alter zusätzlich glauben, sie müssten sich ihr Gutsein mit völlig überzogenen Aktionen beweisen.

Um früher als Kind als anständig wahrgenommen zu werden, brachten Eltern ihren Kindern schon im Vorschulalter drei einfache Regeln bei: Höflich Bitte und Danke sagen, nicht vorlaut sein und die Nachbarn immer schön grüßen. Wer erinnert sich nicht, wenn man dann an der Hand der Mutter das beherzigte und einen der Nachbar mit der Hand über den Kopf strich und zur ihr meinte: Er grüßt ja auch allein immer so freundlich.

Gleichzeitig erzogen sie uns zu einem gesunden Misstrauen: Nicht mit fremden Leuten mitgehen, daheim sein, bevor es finster ist. Dazu statteten sie uns mit entsprechenden Vorurteilen gegenüber bestimmten Ortsteilen aus, weil sich dort auch zwielichtige Typen herumtrieben. Mit zunehmenden Alter wurde das Ganze noch um andere Tugenden wie Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft oder Pünktlichkeit erweitert und alles weiter ausdifferenziert.

Und seit gut 20 Jahren wird Eltern eingeredet, dass das den kleinen Prinzen und Prinzessinnen nicht mehr zuzumuten sei und sich zur freien Entfaltung aufführen könnten wie ein Gartenschlauch, solange nur die Noten passen und die Gesinnung stimmt. Um seine edle Gesinnung in Form von Weltoffenheit, Toleranz und Kampf gegen Rechts durchzusetzen, darf es dann auch gerne mal etwas vorlauter und unhöflicher zugehen. Denn die Rückmeldung, dass man anständig und bei den Guten ist, erhält man nicht mehr persönlich durch einen Nachbarn, sondern durch möglichst viele Likes für ein Statement oder weil man bei einer Aktion mitgelaufen ist, wo gesungen und bunte Fahnen gezeigt wurden.

Am Anfang der Pubertät hat man noch ein weitgehend naives Weltbild, das man sich damals selbst stimmig zusammenbastelte und dann langsam von einem realistischen abgelöst wurde.

Heute läuft das anders: Das naive Weltbild wird den Vorpubertären nun direkt durch Kika, Logo-Nachrichten und indoktrinierende Kinderserien ins Hirn gedrückt. Das mystische Weltbild, wie es die Kinder zum Beispiel aus Grimms Märchen kennen, findet hier seine Fortsetzung. Die Welt ist klar eingeteilt in Gut und Böse ohne Zwischentöne und der einzelne wird zum Held im Kampf gegen scheinbar übermächtige Bedrohungen. Was früher der Fluch von Zauberern war oder eine bösartige Hexe, sind heute der Klimawandel oder Alice Weidel. Und anstatt Zauberkräften, reicht es heute, wenn das Kind fair-gehandelte Buntstifte kauft und Plätzchen gegen rechts aus der Form drückt.

Danach erfolgt nahtlos der Übergang in die infantilisierte Erwachsenenwelt: Auch in den Nachrichten für Erwachsene ist die Welt sauber in Gut und Böse eingeteilt ohne Zwischentöne: Auf der einen Seite Windkraft, Energiewende, Veganismus, grün-links, Merkel, Islam, 60 Geschlechter, EU usw., auf der anderen Seite fossile Brennstoffe, Fleisch, weiße Männer, Atomkraft, Deutschland, Trump, Putin, AfD, usw.

Das mystische Weltbild, das wir aus Grimms Märchen kennen mit seiner göttlichen Weltordnung und die unserem Handeln im Leben einen umfassenden Sinn gibt, wird abgelöst durch ein ebenso mystisches Weltbild von einer humanistischen, liberalen, neuen, multikulturellen und vielfältigen Weltordnung ohne jegliche Ungleichheiten, sozusagen ein weltkommunistisches System. Und wir sind berufen!

Nun muss man die Ideologie für die Jünger natürlich unterfüttern, um sie bei der Stange zu halten. Für das, was Harald Lesch oder Joachim Schellnhuber mit den Reputationen durch ihre Titel abliefern, müsste man glatt neue Begriffe erfinden. Ein pseudowissenschaftliches Potpourie aus Alarmbegriffen wie Kipppunkte und schmelzende menschliche Eiweiße bei über 42° durch steigende Lufttemperaturen. Und in gemeinsamer Anstrengung werden sich flüchtenden Menschenmassen, die dann zusätzlich zu uns kommen werden, auch bewältigen lassen und sich am Ende die bunte Welt in den Armen liegen.

Man fühlt sich an Aragorns Rede an die zaudernden Gefährten bei Helms Klamm in Herr der Ringe erinnert oder an William Wallace in Braveheart, als beide sich auf die Leistungen und den Mut der Vorväter beriefen. Heute verweist man bei den jungen Leuten mit gleicher Inbrunst auf die untilgbare Schuld der Vorväter durch jahrhundertelange Kolonisierung anderer Länder und die Unterdrückung von Juden, Nicht-Weißen, Frauen und sämtlichen anderen Geschlechtern, sowie die Ausbeutung der Welt in die Selbstverbrennung führen wird.

Nicht verwunderlich, dass junge Erwachsene zum moralischen Größenwahn neigen, wenn ihnen im Grunde gefahrlose Aktionen gegen aufgeblasene Gegner als Zivilcourage verkauft werden und man mit Mülltrennung und Fahrradfahren die Welt retten kann, weil man noch im naiv-mystischen Weltbild eines Achtjährigen lebt. Da sieht jede 13-jährige natürlich einen arabischen MuFl mit grauem Haaransatz so wie Lukas der Lokomotivführer seinen Freund Jim Knopf in der wilden 13.

Und so schließt sich der Kreis. Von Kindern wird jedes Erlebnis, das nur im entferntesten traumatisieren kann und den eigenen Selbstwert schmälern könnte, ferngehalten. Jedes Bedürfnis wird zeitnah befriedigt, am Versagen sind immer andere oder die Umstände schuld.

Kein Wunder, dass viele der nach 1990 Geborenen in der Summe zu Selbstüberschätzung und Allmacht neigen, wo man Gefahren völlig ignoriert und die Weltenrettung das mindeste ist, was man sich für’s Gutsein vornimmt, und Opfer der eigenen verzerrten Wahrnehmung werden. Wer ist schuld? Wer als Eltern seine Kinder nicht nachdrücklich über die Realität aufklärt und sie von der Indoktrination der MS-Medien fernhält, trägt mindestens eine Mitschuld.

Wer erwachsen ist und mit dem Weltbild einer 10-jährigen andere Leute belehrt und diffamiert, weil sie die eigenen Ansichten nicht teilen, und ihr moralisches Bessersein mit völlig irrsinnigen Aktionen belegen will und dabei sein Leben lässt, der hat zwar keine Häme verdient, zumindest aber Mitleid.

 

 

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3 Gedanken zu “Zum Opfer erzogen.

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