Der Vollpfosten der Woche.

Olaf Scholz will das Rentenniveau bis 2040 festschreiben! Hilfe! Da muss die Dürre nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern seinen Schaden hinterlassen haben. Und anscheinend nicht nur bei ihm, denn mit Volker Kauder gibt es sogar einen, der vor einer Debatte darüber warnt. Als er während der Sommerpause in der Bundestagskantine gesoffen hat und diese Eingebungen hatte, um seine sinkenden Zustimmungswerte zu bremsen, hat er sich im Hinterkopf wohl gerechterweise darauf verlassen, dass es einen „Experten“ gibt, der ihm dabei die Stange hält. Wenn es „Experten“ gibt, die für die ganze Erde für 100 Jahre die globale Temperatur voraussagen können, dann muss man sich wundern, dass er sich nicht gleich getraut hat, das Rentenniveau bis 2200 festzuschreiben.

Doch seine Aussage trifft auf ein Volk, wo man auch den größten Stuss ohne Schaden verbreiten kann, obwohl sich hier die Zukunft auch ohne Glaskugel mit zehn Minuten Recherche voraussagen lässt. Dabei ist vor allem der Blick auf die nachrückenden Alterskohorten in Stadt und Land interessant. Das Rentenniveau liegt im Moment bei gut 47% und wer heute noch einen Job hat, wo er an die 2500.-€ verdient, Kinder hat und die Frau noch ein paar Hunderter steuerfrei hinzuverdient, der gehört heute schon zur gesicherten Mittelschicht. Damit kann man bei den fast verschenkten Krediten schon ein Auto abzahlen, das was hermacht oder sogar ein Haus. Wer denkt bei diesem Status schon an die Rente, wenn durch die Kinder und den Ehestand das Ganze fast Netto vom Brutto ergibt und das Niveau bis 2030 noch auf 43% sinken kann?

Sie arbeitet 40 Wochenstunden und verdient 2741 Euro. Nach 40 Beitragsjahren erhält sie aktuell 985 Euro Rente im Monat. Bei einem Rentenniveau von 43 Prozent wären es nur noch 884 Euro – 101 Euro weniger.

Wenn heute schon 72% höchstens 1000.-€ Rente bekommen, dann fragt man sich, wer das in den nächsten 1000 Jahren noch mal erreichen soll, wenn der Nettolohnzuwachs in Deutschland seit 2000 fast gleich Null ist. Bis jede Stadt seine Genderklos hat und einen Fahrradschnellweg wird es kaum einen Zuwachs an bezahlbaren Wohnungen geben, sodass für Wohnen und Heizung schon 500.-€ weg sind. Bei Grundsicherung von 409.-€ und gut 100.-€ Wohngeld ist man bei 40 Arbeitsjahren dann fast ein Sozialfall. Da wäre ja jeder schön blöd, wenn er bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter weiterarbeiten würde. Dass die Lage noch nicht prekär ist, liegt ja daran, dass die meisten Rentner sich auf dem Land ein Haus gebaut und abbezahlt haben.

Die Struktur ist zum Beispiel bei uns noch so, dass alle was gelernt haben, was man auch brauchen kann, sodass diese Dienste auch ganz selbstverständlich getauscht werden. Das Auto richten, ein Fenster setzen, Probleme mit dem Strom oder Wasser beheben oder dass man zum Arzt kommt, dafür kann man immer jemanden organisieren. Spätestens in der Rente hat fast noch jeder einen Gemüsegarten oder bedient sich an den eigenen Obstbäumen.

Nun kommt eine Generation, die zur Hälfte an die Unis drängt und oft nutzlose Sachen studiert, wo man darauf hofft, später einen staatlich alimentierten Job zu bekommen. Wenn das nicht möglich ist, dann hangelt man sich (zurecht) unterbezahlt von einem Job zum anderen und darf sich Akademiker nennen. Ist aber im täglichen Leben so unfähig, dass man allein keinen Nagel in die Wand bekommt, nix zu tauschen hat, was jemand brauchen könnte und nicht mal beim Essen sparen kann, weil man zu blöd ist, sich ein Rührei in die Pfanne zu schlagen, da man Jahrzehnte lang nur vom Fertigschmeck gelebt hat. Schon im Studium war man sich zu fein, von zu Hause ein paar Äpfel vom Baum mitzunehmen oder ein paar Gläser selbstgemachte Marmelade, weil man ja nur zertifiziert vegan oder fair-trade gefressen hat. Und am Ende kennt man ausschließlich nur Leute, die genauso lebensunfähig sind wie man selbst. Sollte den Endzwanzigern auf dieser Schiene plötzlich ein Licht aufgehen, dass müsste der Vorschlag von Scholz eigentlich ein schlechter Witz sein. Da kann ich mit 60 schon einen auf behindert machen, weil ich auch mit sieben Jahren mehr Maloche trotzdem zu Sozialfall werde. Am besten frühzeitig bei der Tafel anmelden, egal ob Arbeiter oder Beamter, denn nur der größte Optimist kann glauben, dass die staatlichen Pensionen in 30 Jahren noch über Rentenniveau liegen werden.

Die ganze hippe Bagage kann dann zwar noch das Haus von den Eltern in der Vorstadt oder sogar auf dem Land erben und muss es am Ende doch verscherbeln, weil sie nie gelernt hat, überlebensfähig zu sein. Den meisten Studenten fehlt allein schon die jahrelange finanzielle Durststrecke zwischen Schulabschluss und erstem selbstverdienten Geld. Früher hat man in den Semesterferien oder sogar fortwährend nebenbei gearbeitet. Heute wird das den Kindern nicht mehr zugemutet, sondern man spendiert sogar die regelmäßige Auszeit mit Reisen ins Ausland.

Früher hatten die meisten ihre karge Zeit, auf die man sich gegebenenfalls zurückbesinnen kann oder haben von Eltern und Großeltern noch erfahren, wie man mit guter Planung, eigenen Fähigkeiten und Beziehungen auch mit wenig Geld ein gutes Leben führen kann. Heute winseln wir um 2%-Punkte beim Rentenniveau, weil wir glauben, wir könnten dann mit 100.-€ mehr im Monat gut auskommen anstatt wenigstens zu überleben. Kann man knicken. Die heute Vierzigjährigen, ins besondere die handwerklich begabten und durch ihre Biographie eher genügsamen mit der gewissen Lockerheit, könnten während der Rente nochmal richtig durchstarten, wenn sie von unmündigen und unfähigen Mitmenschen umgeben sind.

Aller spätestens in 30 Jahren, wenn nicht ein Finanzcrash oder gesellschaftliche Verwerfungen schon vorher dafür sorgen, wird die Trennlinie in Deutschland wietgehend nicht mehr zwischen arm und reich, sondern zwischen fähig und unfähig verlaufen. Denn was hilft das Geld, wenn der Markt nicht mehr hergibt, was nachgefragt wird? Da muss man für niedere handwerkliche Dienste von heute schon richtig blechen. Da sollte man schon wenigstens einen kennen, der das schwarz erledigt, wenn es pressiert.

Den ganzen Schlafschafen, die heute schon die Rentenpunkte zählen, wie viel sie in 20 Jahren mal bekommen, ist meiner Meinung nach nicht zu helfen. Jeder, der diese Zeit mit der festen Annahme verlebt, dass er ohnehin keine Rente zum Überleben bekommt, wird im Geiste oder sogar praktisch die Reißleine ziehen. Wer jetzt noch Geld hat, der sollte sich eine kleine Datscha oder ein Gartenhaus im Hinterland kaufen oder auswandern.

Wer nicht, der ist den anderen schon weit voraus, wenn er sich wenigstens mental auf diese Zeit einstellt. Wie das geht? Wenn Sie bei Starbucks den Cappuccino schlürfen, schauen Sie einfach mal, was ein 50kg-Sack Futterkartoffeln vom Bauern kostet (schmecken genauso, haben nur keine Einheitsgröße). Das wäre ein guter Anfang. Schätzen Sie! Hätten Sie es gewusst?

 

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Der Vollpfosten der Woche.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.