Campino, der Systembarde.

Man konnte ja fast darauf wetten, dass unsere „Kulturschaffenden“ nach den Vorkommnissen in Chemnitz als Gelegenheit nutzen gefahrlos Gesicht zu zeigen. Nun könnte man hier gleich einen Hau-drauf machen, doch das wäre zu billig, denn die für Montag angekündigten Musiker sind ja nicht vom Himmel gefallen, sondern sie sind auch Teil der Veränderungen der letzten 20 Jahre. Lassen wir mal außen vor, dass hier auch das Management eine Möglichkeit sieht, ein paar eher unbekannte Musiker im Schlepptau von Campino ein wenig anzuschieben. Campino und seine Kollegen sehen sich als Musiker, der nicht nur unterhalten wollen, sondern auch eine politische Botschaft vermitteln wollen. In der Ankündigung wird da so dick aufgefahren, als würden sie an die Ostfront fahren, um die Soldaten zu unterstützen.

Seit einigen Tagen demonstrieren Neonazis, Rassisten, Faschisten und Rechtsnationale durch die sächsische Stadt Chemnitz, nehmen die Stadt für sich ein, jagen Menschen und scheuen auch vor Gewalt nicht zurück. Dagegen möchten mehrere befreundete Musiker unter dem Motto „Wir sind mehr“ gemeinsam mit möglichst vielen Menschen aus Chemnitz, Sachsen und Deutschland am Montag ein Zeichen setzen. Und zwar mit einem kostenlosen Open Air-Konzert in der Chemnitzer Innenstadt vor dem Karl-Marx-Denkmal.

Das Statement der teilnehmenden Künstler:

„Tausende Leute ziehen durch Chemnitz, instrumentalisieren einen erbärmlichen Mord und jagen wieder Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe. Es geht ihnen nicht darum zu trauern, sondern um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. Es waren jedoch auch tausende Leute auf der Straße, die diese Hetze nicht hinnehmen wollten. Jede einzelne Person von euch feiern wir. Diesem rassistischen Mob hat man nicht unwidersprochen die Straße zu überlassen. Wir freuen uns, wenn noch viel mehr Leute den Arsch hochbekommen und wenn die Menschen, die sich diesen Zuständen immer wieder in den Weg stellen, auch mal Kraft tanken können. All den Menschen, die von den Neonazis angegriffen wurden, wollen wir zeigen, dass sie nicht alleine sind. Alle nach Karl-Marx-Stadt! Zusammen!“

Politische Lieder waren fast immer Teil des Protestes gegen die herrschenden Strukturen und

ein politisches Lied ist ein Gesangsstück mit einer gesellschaftlich-politischen Tendenz. Es kann Menschen durch Zuhören und Mitsingen einerseits Zusammengehörigkeit vermitteln bzw. als Identifikationsfaktor wirken und andererseits zur Reflexion und Veränderung gesellschaftlicher Zustände anregen. Es kann aber auch Vorurteile verstärken, Gewalt verherrlichen, zur Gewaltanwendung aufrufen oder etwa zu Rassenhass anstacheln.

Das beste Beispiel dafür in moderner Zeit in Deutschland ist Rolf Biermann, der wegen seiner Lieder aus der DDR ausgewiesen wurde und sich dann trotzdem nicht vom Westen politisch einspannen lassen wollte, wie man an einer Äußerung anlässlich seines Besuches im Bundestag sieht.

Der elende Rest, der zum Glück überwunden ist

sagte er mit einem wirklichen Fingerzeig gegen die linken Abgeordneten, was in den Medien als Eklat bezeichnet wurde. Sein feines Gespür zeigte aber (auch uns), dass auch die Gewählten nicht unbedingt Demokraten sind. Da wäre interessant, auf welche Teile des Deutschen Bundestages er heute zeigen würde. Das gegen das Aufkeimen des Rechtsradikalismus in seinen unterschiedlich starken Wellen angesungen wurde, um auf diese Tendenz aufmerksam zu machen, halte ich für durchaus passend. Man denke an Konstantin Weckers „Gestern hams an Willi daschlagn“ oder von den Ärzten „Arschloch“. Dieses Lied beschäftigt sich mit dem Charakter und Auftreten eines jungen Rechtsradikalen, wie es sie eben zu aller Zeit in Deutschland gab und die nun wirklich keine Bereicherung sind. Die kommen immer in ziemlich gleicher Anzahl und die dann wohl fast in kompletter Besetzung zu den Rechtsrock-Konzerten.

Jemand wie Campino immer gegen diese Ecke ansingt, der ist natürlich ein gern gesehener Gast in den Mainstream-Medien und zu den Bildern einer Demonstration der FAD (zumindest meine ich das an den Fahnen zu erkennen) fiele mir auch nichts Anderes ein als die ebenfalls „Arschlöcher“ zu nennen. Die Sendung war aus dem Jahr 2011. Nun haben sich die Zeiten aber geändert und jeglicher Protest gegen alles, was nicht der links-grünen Konsensmeinung entspricht, wird in die Nazi-Ecke gestellt. Sogar christliche Abtreibungsgegner und Gegner der Frühsexualisierung. Seit dem Aufkeimen von PEGIDA gilt es als schick und fast als Notwendigkeit, sich als Angehöriger des Kulturbetriebes als Kämpfer gegen Rechts zu outen. Das Geschrei von denen war von Anfang an so laut, dass man sich mit den Sorgen und Argumenten der Gegner der Flüchtlingspolitik gar nicht auseinandergesetzt hat. Die völlige Ignoranz gegenüber den Auswirkungen der ungesteuerten Einwanderung rührt wohl daher, dass die Leute ja in Stadtteilen leben, wo sie das gar nicht mitbekommen und die Ausländer, die man als Kollegen oder Kabelträger um sich hat, natürlich alles nette Leute sind. Nun dürfte aber ein Campino inzwischen auch mitbekommen haben, dass die Neubürger recht messeraffin sind, Homosexuelle hassen und ihre Frau als persönliches Eigentum sehen. Da weiß man dann nicht, was man von seiner Kritik an Helene Fischer halten soll, weil sie sich nicht offen gegen rechts positioniert, sondern sich darauf verlegt, nur Lieder zu Unterhaltung zu singen und sich aus der Politik raushält. Es sieht so aus, als wolle er sie nötigen, auch zu denen zu stoßen, die Haltung zeigen und Zeichen setzen. Vielleicht ist ihm ja ein kleines Licht aufgegangen, denn, wenn man diesen Einspieler anlässlich eines Konzertes bei einer PEGIDA-Demonstration gab, hat man das Gefühl, dass das eben doch nicht die Nazi-Horden sind, gegen die er immer angesungen hat. Doch dann stellt er es wieder dar, als gehöre ein besonderer Mut dazu gegen rechts anzusingen, wenn er dafür verbal angefeindet wird. Gratismut sozusagen, wenn die Bühne schon steht, der Soundtrack gemacht ist, um dann im abgesperrten Bereich vor lauter Gleichgesinnten singt, wo ein paar hundert Meter entfernt Wochen zuvor eine junge Frau von einem MUFL umgebracht wurde. Keine Ahnung, ob er da beim ganzen Kampf-gegen-Rechts-Gedöns nicht ein paar warme Worte für die Hinterbliebenen vergessen hat.

Man wird zwar für nicht regierungstreue Protestlieder nicht mehr eingesperrt, doch bei uns kriegt man dafür keinen Fuß mehr auf den Boden. Solche Sänger, Schauspieler, Theaterleute oder Schriftsteller werden durch die Medien entweder verrissen, nicht mehr eingeladen oder können gleich ihr Karriereende erklären.In diesem Zusammenhang erinnert mich der geplante Auftritt von Campino eher an dieses Lied.

In Chemnitz stand Campinos Zielgruppe in der ersten Reihe und die Herrschenden wollten, dass alle die Blicke auf sie richten. Den ganzen Tag laufen die Berichte von Nazis in Chemnitz rauf und runter, dass ein Bürger bestialisch abgestochen und zwei weitere verletzt wurden ist längst vergessen. Chemnitz hat kein No-go-area, man hätte davon gehört, ganz Chemnitz ist gegen früher inzwischen ein No-go-area für seine Bewohner, wenn man die Zahlen der Kriminalstatistik von 2017 liest im Vergleich zum Jahr zuvor.

Straftaten gegen das Leben“ stiegen um 55,6 Prozent. Prima: Bei Mord und Totschlag führt die Statistik eine lupenreine Aufklärung der Taten von 100 Prozent.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen um 15,9 Prozent.

► „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ (u.a. Körperverletzung) wuchsen um 4,2 Prozent an (während sie sachsenweit zurückgingen).

Die 320 Wohnungseinbrüche sind gegenüber früherer Jahre enorm viel (drei Jahre zuvor z.B. waren es 76,8 Prozent weniger).

Campino hat sich so auf die erste Reihe konzentriert, dass ihm entgangen sein muss, dass inzwischen eine andere „gesellschaftliche Veränderung“ in Deutschland Fuß gefasst hat, „die er reflektieren“ könnte: Man diskreditiert die zu Recht besorgten und inzwischen wütenden Bürger und tritt sie mit den rechtsradikalen Schwachköpfen in eine Tonne, um die neoliberale Agenda von der Multikultiwelt in totalitärer Weise gegen den Widerstand der Bürger durchzusetzen. Campino hat sich so oft in die erste Reihe gestellt, um eine widerliche Randgruppe gefahrlos und von den Medien hofiert zu bekämpfen, um den Herrschenden nun als billige Hure für ihr Vorhaben zu dienen, wie jetzt viele andere aus dem Kulturbetrieb, denn

Bands wie „Die Toten Hosen“ profitieren bisweilen von der staatlichen Kulturförderung. Für zwei Gigs der Toten Hosen in Taschkent (Usbekistan) und Almaty (Kasachstan) wurden vor Jahren bereits insgesamt 68.793 Euro bewilligt.

Es sei Dir verziehen, wenn man für diesen Auftritt bei Dir angefragt hat und Du ja gesagt hast, schließlich musst Du ja noch ein paar Jahre von was leben. Nicht verziehen ist Dir, wenn Du Dich selbst angebiedert hast, um Dich mit Deiner angeblich makellosen moralischen Haltung zu profilieren. Dann sollst Du auf der Bühne stehen und Dir die Stimme versagen, weil Dir das Röcheln des sterbenden Daniel Hillig in den Ohren klingt.

 

 

 

30 Gedanken zu “Campino, der Systembarde.

  1. […dass die Neubürger recht messeraffin sind, Homosexuelle hassen und ihre Frau als persönliches Eigentum…]
    Das trifft ja auf dich wahrscheinlich auch zu, nur halt ohne Frau…

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      1. [Verleumdung ist strafbar und nun zurück zum Ziegerficker, Du Troll!]
        Das bring mich ja sofort zu folgender Frage:
        Hast du einen (unglücklichen) Ziegenbock, bzw. eine (unglückliche) Ziege?

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  2. …und dann noch eine „Kriminalstatistik der BILD – oh mein Gott  Und zum Schluss noch der Missbrauch des Opfers für deine Zwecke , der dir am Arsch vorbei geht!

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    1. Wenn Sie so intelligent sind, nehmen sie die PKS und rechnen die Zahlen selber aus. Das dürfte aber bei Ihnen an der Intelligenz scheitern. Ich vermute sie schaffen es noch nicht einmal die PKS auf Anhieb zu finden

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      1. [Wenn Sie so intelligent sind, nehmen sie die PKS und rechnen die Zahlen selber aus. Das dürfte aber bei Ihnen an der Intelligenz…]
        Zweimal Anspielung auf „Intelligenz“ ist nicht gerade intelligent. Herrlich!

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      2. Das sie nicht intelligent sein können, haben Sie doch hinreichend bewiesen. Andernfalls hätten sie sich schon längst die PKS heruntergeladen und die Verhältniszahlen ausgerechnet.

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      3. [Das sie nicht intelligent sein können, haben Sie doch hinreichend bewiesen….]
        …und schon wieder „Intelligenz“! Jetzt bin ich mir ganz sicher: das ist eine fixe Idee von dir. Hast Du da mal schlechte Erfahrungen gemacht.
        Jetzt bitte nichts mehr über Intelligenz – ich bekomme ja schon keine Luft mehr…

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      4. Nein. Es ist nur erschreckend, dass sich Personen in Dinge einmischen, mit denen sie offensichtlich nichts anfangen können. Niemand hält Sie davon ab, das erwähnte Buch zu lesen. niemand hält Sie davon ab die PKS zu studieren und die Verhältniszahlen selber auszurechnen. Warum tuen Sie es und Blöcken stattdessen wie eine Ziege hier herum?

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  3. Hurra WoE – bin dann mal weg!
    Für dich noch folgenden Aufgabe: Sarrazins „Feindliche Übernahme“ lesen und verstehen – ach ne, zu verstehen gibt’s da ja nix, ist ja nur Erbrochenes…

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    1. Buch noch nie gelesen und dann seine Meinung bilden. Für Sie trifft wirklich zu, was ich immer vermute: Linke sind deshalb links, weil das Linkssein kein Intelligenz benötigt wird. Weil keine (hinreichende) Intelligenz vorhanden ist, nennt man sich intellektuell.

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      1. Ach du meine Güte: Dreimal Anspielung auf „Intelligenz“! Das grenzt ja schon eine fixe Idee – wieso nur?

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      2. Wieder bewiesen, das sie nicht intelligent sein können und nur herumtrollen. Sie hatten doch nun Zeit die Hausaufgaben zu machen und das Buch zu lesen. Haben Sie nicht geschafft, zu viel gepennt? Und beim letzten Antifatreffen mal wieder richtig auf die Fresse bekommen?

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      3. [Wieder bewiesen, das sie nicht intelligent sein können und nur…]
        Bitte, ich kann nicht mehr, hahahah, ich bekomme keine Luft mehr – aufhöhren!!!

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  4. GEIL! Das ist mein neues Lieblingslied. Ich bin ja ein Hate-Konsument, so wie Ann Coulter („I don’t watch FOX. I watch MSNBC. I’m a hate-watcher.“) Ich find auch die ZEIT immer noch einen Tick besser als die WELT, auch wenn da wirklich nicht viel dazwischen liegt und es langsam schon sehr repetitiv wird.

    Das DDR-Lied hat auch eine bessere Melodie als das da:

    Hast du die Kommentare gesehen. Das ist auch bei Videos zur RAF immer so. Fast nur Zuspruch. Dummheit kennt keine Obergrenze.

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    1. Die Musikindustrie wird, soyiel ich weiß, von um die fünf Komponisten und einem Computer bestritten, woher die Stars dann ihre Lieder bekommen. Wenn man bedenkt, dass 99% der Pop-Musiker Clinton-Anhänger sind, dann muss man beim Qualitätsvergleich zwischen den FDJ-Lied und Holy-Shit sagen, dass die Planwirtschaft auch nicht mehr das ist, was sie mal war.

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  5. Aber mal ohne scheiß. Man kommt nur an die Öffentlichkeit, wenn man links ist oder Kontakte zu den Eliten hat. Also in den USA hat es z.B. Coulter nur geschafft, weil es ein konservatives Establishment in der Republikanischen Partei gab. Einfach so hätte kein Verleger ihr Zeug angefasst.

    Britney Spears ist ein Landei und kam nur unter der Bedingung nach oben, dass sie echt versteht, dass politische Statements „nicht karriereförderlich“ sind. Bei Madonna, Pink, Cher und Co. sind sie aber karriereförderlich.

    Und in Deutschland ist es noch schlimmer. Das gleiche gilt auch für Helene Fischer aus einer ukrainischen Familie. Da ist die Meinung nicht karriereförderlich.

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  6. Lies mal das unter dem Link: Die ganzen Stammbäume der wichtigsten Akteure der Flower-Power-Bewegung sind alles Kinder von Militärs bzw. einflussreichen Clans, die alle um Laural Canyon angesiedelt waren. Gibt es auch ein interessantes Video dazu auf Youtube.
    https://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/love-peace-und-cia-die-seltsame-und-groesstenteils-wahre-geschichte-des-laurel-canyon-und-der-geburt-der-hippie-generation-teil-1?context=category&category=17

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    1. Der Text ist ein bisschen lang und zu aufgeblasen mit weitgreifenden Spekulationen zum Vietnamkrieg. 1. Es gab Wehrpflicht. Sohn eines Militärs gewesen zu sein, ist kein Muster.
      2. Aber die McCarthy-Ära endete etwa 1956. Daraufhin ging die Sowjetinfiltration wieder los. Aus Moskau floss viel Geld in Gewerkschaften, Magazine (in Deutschland „konkret“), Terrorgruppen und natürlich auch die Kunst. Bis in die 80er gab es noch beides, das klassische Hollywood und die Sowjetpropaganda. Aber das war alles mal mühsam aufgepeppelt worden.

      Wichtig war auch, dass der neue Schrott als intellektuell bezeichnet wurde. Da gab es so Leute wie Susan Sontag. Am Anfang klingt das nach Befreiung. Berühmte Frage von Sontag war, „If I had to choose between the Doors and Dostoyevsky, then — of course — I’d choose Dostoyevsky, but do I have to choose?“ Später hat sie dann französische Subventionskunst beklatscht. Heute bestehen die Oskars nur noch aus „Kunstfilmen“ (art house).

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  7. Mir selbst ist nur aufgefallen, dass die „Flower-Power“-Sänger nur sehr wenige kritische Lieder gegen den Vietnamkrieg brachten und sich nur mit der persönlichen Selbstbefreiung beschäftigten. Da ist für mich die einzige Verbindung zu dem militärischen Anliegen, was ich aber nicht belegen kann. Den letzten Hollywoodfilm, den ich im Kino gesehen habe, war „Independence Day“. Käse hoch 3. Dürfte 20 Jahre her sein. Ich weiß nicht, ob es stimmt: Man kann keinen Militärflieger für einen Film bekommen, wenn der Plot nicht vom Pentagon abgesegnet ist, und so sind auch die Filme.

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