Idlib: Leitmedien in der Zwickmühle.

Nachdem sich unsere Medien in den letzten Tagen als Schwanzhalter der Regierung erwiesen haben und auch jetzt noch von einen Toten (Autounfall?) in Chemnitz sprechen, (Tagesschau21.45) um die grausame Ermordung zu umschiffen, darf man gespannt sein, wie sie in den nächsten Tagen in Bezug auf Syrien reagieren werden. Diesmal kann man es wirklich von der Stunde null an beobachten. Nur sporadisch berichtete man, dass Russland sich anschickt Idlib zu befreien. Wie bei Ost-Goutha und bei Aleppo ging es nicht darum, dass sich hier Terroristen verschanzt hätten, die man beschönigend Rebellen nannte, sondern immer darum, dass Assad das eigene Volk bombardiert. Dass das „Volk“ froh war und sich nach der Befreiung freiwillig unter die Fittiche Assads zurückbegab, wurde wohlweislich nicht an die große Glocke gehängt oder gleich verschwiegen. Die Terroristen durften samt Anhang nach Idlib abziehen. Nun kommt die ÖR-Berichterstattung nicht mehr drumherum und verlegt sich neuerlich darauf, dass in Idlib neuerlich eine humanitäre Katastrophe bevorsteht. Schon am 5. September hat der amerikanische Außenminister Luftangriffe auf die al Nusra und deren Kollegen gutgeheißen. Da verwundert es nicht, dass Angela Merkel im RTL-Sommerinterview sagt:

Es muss jetzt versucht werden, dass man die radikalen Kräfte natürlich bekämpft, aber die Zivilbevölkerung schützt.

Wer nur die Überschrift des Artikels liest

Mit Putin „ernsthaft gesprochen“ Merkel: Katastrophe in Idlib verhindern

erfährt nichts über diese Wandlung, sondern es suggeriert, dass man das russische Eingreifen immer noch nicht gutheißt, was jedoch nicht der Fall ist, wenn man den ganzen Text liest. Obwohl es im Kampf um Aleppo die gleiche Konstellation gab wie jetzt in Idlib, hieß es damals in der ZEIT

Obama und Merkel verurteilen „barbarische Angriffe“ auf Aleppo

Die USA erhöhen den Druck auf Russland: Außenminister Kerry droht mit einem Ende der Verhandlungen, Präsident Obama kritisiert das militärische Vorgehen des Kremls.

Da fuhren die Amis schwere verbale Geschütze auf und Merkel kuschte und stimmte ein. Am Donnerstag 22.07 finden es weder ARD noch ZDF wert, auf diese deutliche Wende Merkels einzugehen, wenn man danach sucht. Allein die DWN und reuters vermelden es in der Überschrift. Hat nicht die UN gerade vor der schwersten humanitären Katastrophe des 21. Jahrhunderts gewarnt? Die Medien haben das sofort aufgegriffen und die tagesschau warnt noch zusätzlich vor dem obligatorischen Giftgaseinsatz, wo dann die Weißhelme wieder passend vor Ort sein werden. Schließlich darf der russische Sieg nicht unbefleckt von Statten gehen. Leider habe ich das Video nicht zurückgelegt, wo einige Bewohner von Idlib gefesselt von Al-Kaida-Angehörigen (so im Bericht) in einen Wagen verfrachtet werden und der Sprecher vermutet, dass man sie zu einer entsprechenden Aktion verwenden könnte.

Sollten die Leitmedien nicht auf die neue Linie einschwenken, dann werden wir wieder was vom Leiden der Zivilbevölkerung und „Rebellen“ hören, doch diesmal wird sich am Ende das Spiel nicht wiederholen, wie man es in Aleppo und Ost-Goutha gesehen hat. Wohin sollten die „Rebellen“, also alle die jetzt in diesem Ort konzentrierten Terroristen, abziehen? Um kein Gemetzel anzurichten, dürfte man auch dafür eine Lösung gefunden haben, bedenkt man, dass aus den Gebieten, die wieder unter Assads Kontrolle sind, kaum mehr zivile Flüchtlinge zu erwarten sind.

Deutschland hat der Türkei Hilfe mit syrischen Flüchtlingen in Aussicht gestellt. (hier)

Die Flüchtlinge aus Idlib werden über die türkische Grenze kommen und welche es sind, kommt darauf an, ob man die Terroristen ins Nachbarland Irak abziehen lässt. Die Russen werden einen organisierten Abzug nicht zustimmen, um keine Probleme mit der irakischen Regierung zu bekommen, sondern ihn durch Untätigkeit ermöglichen. Das ganze Gefolge der zivilen Anhänger, auch Frauen und Kinder, werden in die Türkei flüchten und da kommt dann die Zusage der deutschen Regierung ins Spiel. Um welche Personengruppe, sollte es sich sonst handeln, der man die Möglichkeit gibt nach Deutschland zu kommen? Diejenigen Terroristen, die ihre Haut retten wollen, werden sich sicher unter die zivilen Flüchtlinge mischen wie bisher auch. War es nicht Heiko, der behauptet hat, dass die den beschwerlichen Weg nicht auf sich nehmen, sondern mit dem Flugzeug kommen? Ob deren Anhang eine Bereicherung für uns sein wird, darf bezweifelt werden.

Das, was wir in den letzten Jahren gesehen haben, zeigt, dass Deutschland in dem Konflikt nur Staffage war, deren Regierung durch die US-Regierung und NGOs als Verfügungsmasse benutzt wurde, um die Flüchtlingsströme aufzunehmen. Merkel hat das hingenommen, obwohl man wesentlich günstiger davongekommen wäre, die Kürzungen der Flüchtlingshilfe an die Lager im Libanon und Jordanien durch deutsche Steuergelder bezahlt hätte. Diese Fehlentscheidung hat erst den Weg in die Flüchtlingskrise mit all ihren negativen Auswirkungen in Deutschland geebnet. Ich denke, dass die Neuordnung Syriens bereits beschlossen ist. Der Abzug der Terroristen nach Europa, und seien es nur einige hundert, dürfte alle beteiligten Akteure des Westens zufriedenstellen.

Die USA können ihren Proxikrieg beenden und das Heft von den Geheimdiensten wieder in Trumps Hand bringen. Russland behält mit Assad seinen wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten und hat noch Zugang zum Mittelmeer. Israel wird zufriedengestellt, wenn Russland den Einfluss an der israelisch-syrischen Grenze eindämmt. Assad hat seine Terroristen los. Die kunterbunten NGOs können weiterhin die billigen Huren der Helferindustrie (die die Kohle weiterscheffelt) bleiben und weiter an ihrem guten Gewissen arbeiten. Europa wird so destabilisiert, dass das EU-Politbüro als Ordnungsmacht auftreten kann, sobald die nationalen Sicherheitskräfte den kriminellen Einwanderern nicht mehr Herr werden und deshalb die Eurogendfor anfordern. Die ganzen wirtschafts-marxistischen NGOs bereiten für die Konzerne den leicht manöverierbare Multikulti-Einheitsbrei, damit man die Arbeiter besser ausbeuten kann. Es gibt also nur Gewinner. Außer den Deutschen. Das ist noch der willkommene Nebeneffekt.

Die MS-Medien haben sich so auf die Verteufelung Putins als das ultimativ Böse in Persona versteift, dass man gespannt sein darf, ob sie das in gleicher Weise weiterführen oder irgendeinen Weg finden wie man nun Merkels Unterstützung für Russland widerspruchslos integrieren kann. Man wird sich auf die normative Kraft des Faktischen berufen, aber damit nicht die Entwicklung in Syrien meinen, sondern, dass sich Putin ohne den Widerstand des Westens fürchten zu müssen über das Völkerrecht hinwegsetzt. Wird gern genommen, obwohl es falsch ist. Da kann man noch den beliebten Satz anfügen, „hat die westliche Wertegemeinschaft verlassen“. Dass hier die ursprüngliche Absicht, Syrien nach den Vorstellungen des Westens zu filetieren gemeint ist, wird hier immer unterschlagen. Sollte wie zu erwarten Idlib befreit und die Kampfhandlungen in ganz Syrien eingestellt werden und sich die „Flüchtlinge“ auf den Weg in die Türkei und dann nach Deutschland machen, wissen wir jetzt schon, was unsere Medien vermelden werden: Putin hat die Terroristen vorsätzlich nach Europa getrieben. Warum Syrien sie behalten soll, nachdem sie der Westen erst aufgebaut hat, diese Frage wird nicht gestellt. Deren Anhang sind dann die, die vor Assads Terror-Regime flüchten, während die wirklichen Bewohner Idlibs ihre Befreiung feiern.

Mit diesem Kunstgriff können unsere Staatsmedien das Feindbild Russland aufrechterhalten und sogar noch vergrößern, denn nun wären wir von den Folgen von Putins Politik unmittelbar betroffen. Das könnte der Hetze gegen Putin wider Erwarten sogar Auftrieb geben, wenn man das alte Narrativ über Syrien einfach fallen lässt und nun darüber schwadroniert, dass er es von vorneherein geplant hat, Europa mit Terroristen zu destabilisieren, weil er sie ja immer gen Norden getrieben hat. Dieser Schwenk dürfte für die Leitmedien kein Problem sein, haben sie doch ein zwangsfinanziertes und weitgehendes Monopol auf die Berichterstattung.

Seit gestern hat jeder die Möglichkeit live zu verfolgen, wie die Medien den Widerspruch zwischen der Verteufelung Putins und der geleichzeitigen Unterstützung von Merkels neuen Kurs auflösen werden.

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3 Gedanken zu “Idlib: Leitmedien in der Zwickmühle.

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