Lieber gehasst als ignoriert.

Vielleicht hatte ich heute ein entscheidendes Aha-Erlebnis. Bisher gelang es mir nicht zwei Dinge zusammenzubringen, wie etwas im Großen funktioniert, aber dem im Kleinen nie begegnet bin. Unter einem anderen Blickwinkel behandelt Hadmud Danish genau dieses Thema. Im Chemnitz gab es den Aufruf „Wer nicht (mit)hüpft ist ein Nazi“ kombiniert mit dem Vorfall, dass sich ein Trainer weigerte, eine regenbogenfarbene Kapitänsbinde tragen zu lassen. Bei Danisch werden die Parallelen zum Nationalsozialismus gezogen, wo jeder ausgegrenzt wurde, der der Bewegung nicht folgte. Ich habe mir das Gehirn zerbrochen, wie solche Leute gestrickt sein müssen, auf die Idee zu kommen, jemanden etwas im Sinne seiner eigenen Haltung aufzunötigen. Bisher kannte ich das nur, wenn im Team gearbeitet wird, wo einfach manche mehr Ahnung haben und dieses Team auf Linie bringen. Meist durch gute Begründung und, wenn das nicht hilft, dass man jemanden einfach übergeht, mitzieht oder im Glauben lässt, seine Ansichten würden doch irgendwie umgesetzt. Dass jemand einzelner aber meint, er könne einem anderen einfach so seine Ansichten aufzwingen, war mir bisher unbekannt.

Heute hatte ich also mein Aha-Erlebnis. Ich kenne drei Leute, die mich einfach nicht zurückgrüßen, bzw. meine Meinung von vorneherein als minderwertig ansehen. Ich denke man kann sich über die Arbeit oder Politisches sachlich austauschen, weil der Laden sonst sofort zum Stillstand käme, wenn man aus persönlicher Abneigung einfach nicht mit jemanden redet. Alle drei haben etwas gemeinsam: Eine gewisse Arroganz und Aggressivität und den Glauben, dass alles, was sie denken und so wie sie leben, der Weisheit letzte Schluss wäre. Die größte Demütigung ist es für die, wenn man das, was sie haben, leisten und können nicht entsprechend würdigt oder neidet, weil man ja aus deren Sicht eigentlich unter ihnen steht. Die wollen Zuspruch und Lob dafür und denken sich hinterher, dass sich die anderen hoffentlich insgeheim furchtbar ärgern, weil sie nicht das gleiche haben oder können. Weil mir aber völlig egal ist, was andere haben oder können, verliere ich nicht mal ein Wort darüber, weil ich ja auch tue und mache und so lebe, wie es mir in dem Kram passt, und nicht von der Bestätigung anderer lebe.

Und da kommt die Kapitänsbinde wieder ins Spiel. Da ist einer der gerne Fußball spielt, weil er es vielleicht als guten Ausgleich sieht. Möchte gleichgesinnte Leute treffen, die man während der Woche nicht sieht, sich auspowern und einfach Spaß haben. Da wird keiner erst auf seine politische Einstellung abgecheckt, weil ich gehe ja auf dem Fußballplatz, weil da endlich mal für alle ausschließlich ein Fußball wichtig ist. Und dann kommt ein Dödel, der den ganzen Tag im Hinterkopf Nazis sucht und etwas für seine Haltung tun will und meint er müsste jetzt dem Kapitän der Mannschaft die tolle Idee einer bunten Armbinde antragen. Weil der Trainer das ablehnt, ist er natürlich politisch gleich als rechts verdächtig. Doch es geht diesem Bunt-Aktivisten in erster Linie nicht um dessen politische Haltung, sondern er ist sauer, dass er damit gedemütigt wird, dass dem Trainer der Mannschaft seine politische Einstellung nämlich völlig egal ist. Der Trainer hat wohl nie ein Wort darüber verloren, findet es aber als völlig deplatziert auf dem Fußballplatz hier irgendeinen politischen Aktivismus zu betreiben. Für den stellt sich nicht die Entscheidung ob oder ob nicht, sondern die Frage allein kommt beim Fußball überhaupt nicht vor.

Der Grant des Nachbarn, die Wut der Feministinnen oder das Gezeter der Linksgepolten ist nicht die Ursache von Meinungsverschiedenheiten, sodass sie am Ende nicht mal mehr grüßen. Es ist die Demütigung, dass man zu deren Meinung keine Gegenmeinung hat, weil man das, was die sagen, tun oder machen für einen selbst für völlig irrelevant hält und sie das auch merken. Wenn ich einen netten Job habe, ausreichend Kohle, keine Probleme mit Frau und Kindern und noch ein erfüllendes Hobby habe, was will dann ein solcher Kasper mit seiner bunten Armbinde? Ich muss nicht wie der mein Leben durch die richtige Haltung veredeln um glücklich zu sein. Für diese heiße Luft würde ich keinen zusätzlichen Finger rühren. Wie muss es für diesen Bunt-Aktivisten sein, wenn der Trainer nicht mal dagegen ist, sondern meint, dass das Gedöns hier nichts zu suchen hat und keinen interessiert, weil man hier ausschließlich Fußball spielt.

Für die ganzen Projekte gegen Rechts und den ganzen exotischen Integratoinskrimskrams wie Trommeln mit Lesben mit Migrationshintergrund ließen sich doch nie so viele Leute mobilisieren, wenn sie dafür nicht mit Preisen bedacht oder wenigstens in den Medien lobend erwähnt würden. Würden die Medien die rechte Gefahr, die möchtegerntapferen Gegendemonstranten oder die Integrationserfolge von Helferkreisen nicht so dermaßen aufblasen, dann wären all diese Leute die totale Lachnummer. Das wären für Außenstehende lauter Esoterikerzirkel, die einen an der Waffel haben.

Warum sind Linke so aggressiv und so schnell eingeschnappt? Sie könnten es ertragen als „Feind“ wahr- und ernstgenommen zu werden. Sie können es aber nicht ertragen, wenn sie spüren, dass sie für andere völlig überflüssig und irrelevant sind und es niemanden negativ auffiele, wenn ihre ganzen neomarxistischen Projekte wie Gender, Multikulti oder Political Correctness mit einem Schlag verschwinden würden.

Nicht politische Meinungsverschiedenheiten, sondern diese Art der eigentlich ungewollten Demütigung verursacht im Großen wie im Kleinen die gleichen aggressiven Reaktionen. Ignoriert zu werden ist nämlich schlimmer als gehasst zu werden.

 

 

8 Gedanken zu “Lieber gehasst als ignoriert.

    1. Nein, da muss schon eine grundlegende Charakterschwäche oder ein quälender Minderwertigkeitskomplex vorhanden sein, um solche Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

      Liken

  1. Sie „leben nicht von der Bestätigung anderer“? Sie leben ausschließlich von der Bestätigung anderer! Das ist ihre alleinige Motivation für diesen Blog! Sie leben dafür, dass luisman, Goldstein, diehassrede etc. sie in ihrer Meinung bestätigen. Und so drehen sie sich hier im Kreis…

    Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.