Und wieder die Jugend als williger Helfer.

Die Entwicklungen in der Gegenwart zeigen, dass unsere Erinnerungskultur zum 3. Reich rein darauf ausgerichtet ist einen Schuldkult zu zelebrieren aber ja nichts aus der Geschichte zu lernen. Immer heißt es „die Zeichen der Zeit erkennen“ und „wehret den Anfängen“, doch sobald man Parallelen zum Anfang der Dreißiger Jahre erkennt und darauf hinweist, kommen die Schuldkultler und warnen vor einer Relativierung der Nazizeit. Holzschnittartig wird den Schülern eingehämmert, dass die Deutschen zu 100% Nazis waren und die Bevölkerung ausschließlich aus Unterstützern Hitlers bestand. Schon zu meiner Schulzeit wurde nie thematisiert wie es einer Partei, die bei den letzten Reichstagswahlen vor der Machtergreifung nur 33,1%erhielt, den Rest des Volkes so auf Linie bringen konnte, die öffentliche Stigmatisierung der Juden hinzunehmen und am Ende in einen für Europa verheerenden Krieg zu ziehen. Sicher waren viele froh, dass Hitler es schaffte, dass die Wirtschaft durch staatliche Eingriffe wieder florierte; die Zeit bis zum Krieg war aber zu kurz, dass die Bürger das Scheitern dieses Modells noch erleben konnten. Auf dem Land war die Repression durch das Regime wesentlich geringer als in den Städten und so kann man dort wesentlich besser erkennen, wer die eigentlichen Stützen dieses Regimes waren und ob wirklich alle hinter ihm standen.

Am 7. Januar 1937 beschwerte sich der jüdische Besitzer des Kaufhauses Silber in Zwiesel beim Bezirksamt (Originalschreiben unten), dass sich vor seinem Laden mehrere Tage hintereinander einige Leute aufgebaut hätten und Kunden massiv beleidigten, am Betreten hinderten und sogar ohrfeigten. Schon an der Wortwahl und den Drohungen erkennt man, dass es sich um eher junge Leute handeln muss. Aus dem Schreiben geht hervor, dass viele Passanten ihren Unwillen über das Auftreten dieser Schergen zeigten und seine sechs arischen Mitarbeiter offensichtlich zu ihm standen.

Mein Schwiegervater erzählt, dass man während des Krieges SS-Leute in einem etwas abseitigen Gebäude einquartiert hatten. Das waren junge Burschen, die kaum der Schule entwachsen waren und sich dort aufführten wie kleine Despoten. Die gingen wildern, was streng verboten war, und ließen sich zusätzlich von der Bevölkerung aushalten. Wenn die in einer Gruppe auf den Ort zukamen, versteckte sich mein Schwiegervater, damals 10 Jahre alt, immer im Keller. Da muss Vieles vorgefallen sein, dass ein 10-jähriger sowas tut.

Mein Urgroßvater war ein honoriger Mann, er war während der Weimarer Zeit bayerischer Geheimrat. Als er sich während der Dreißiger kritisch über Hitler geäußert hatte, wurde er von einem Hitlerjungen verhaftet, dem Sohn seines Friseurs. Als er von ihm über die Regenbrücke abgeführt wurde, sagte er zu ihm: Wenn ich deinen Vater nicht so gut kennen würde, dann würde ich dich jetzt da hinunterwerfen. Das Ganze löste sich dann irgendwie so auf, dass der Vater der Hitlerjungen dazwischenging und sich bei meinem Urgroßvater für das Verhalten seines Sohnes entschuldigte.

Allein diese drei Beispiele zeigen mir, dass eine indoktrinierte Jugend die größte Gefahr ist, dass ein Regime genügend freiwillige Unterstützer rekrutieren kann: verblendet, risikobereit und ohne eigene Lebenserfahrung. Was damals die Hitlerjungend war und der Bund Deutscher Mädel, sind heute „Schule gegen Rassismus“ und „Aufstehen gegen rechts“. Dieser erhellende Versuch von Roger Beckamp mit Gegendemonstranten einer AfD-Veranstaltung ins Gespräch zu kommen zeigt mir, dass wir heute die völlig gleichen Verhältnisse haben. Damals trug man Kurzhaarschnitt und Braunhemden, heute bunte Fahnen, Juteröcke und selbstgefärbte Tücher. Und wie damals ist alles für eine gute Sache.

Und wer sind die? Jungspunde, die mit einem Bremenabitur meinen, sie wären damit zu höherem berufen, garniert mit den Ewigpubertierenden aus den Laberfächern, den ANTIFA-Schmarotzern und den Grünweibern mit der Endfünfziger-Sinnkrise, die die Welt für unsere Kinder retten wollen, weil sie selber keine haben. Anstelle der religiösen Stigmatisierung tritt nun die politische Stigmatisierung einer Bevölkerungsgruppe. Für die Durchsetzung, nicht mehr einer arischen Volksgemeinschaft wie damals, sondern einer bunten, toleranten, Multikultiwelt dürfen nun wieder Grundrechte aberkannt werden und wie damals übernehmen vorwiegend junge Leute die Arbeit, dass das auch praktisch umgesetzt wird. Wie damals übernimmt die Politik die Aufgabe, die Rahmenbedingungen zu liefern, damit die sich straflos austoben können. Da werden Gegendemonstrationen so nahe an eine Veranstaltung herangelassen, dass man diese massiv mit Pfeifen und Geplärre stören kann und die Teilnehmer auf dem Weg ein wahres Spießrutenlaufen hinnehmen müssen oder Bürger gleich gänzlich abgeschreckt werden. Da hält sich die Polizei bei der widerrechtlichen Blockade einer Demonstration auf Weisung von oben zurück, Beleidigungen aus den Reihen der Blockierer bleiben straffrei, man setzt Gastronomiebetreiber unter Druck, um Veranstaltungen oder Treffen von Regierungskritikern zu verhindern, man verweigert der AfD politische Ämter, die ihnen zustehen würde (Bundestagsvizepräsident). Die Medien hetzen was das Zeug hält gegen die Kritiker der Blockparteien, diskreditieren und kriminalisieren sie. Weil es die Leitwölfe aus Politik, Medien und sogar den Kirchen vormachen und gutheißen, muss jeder junge Mensch wie damals glauben, er kämpfe für eine gute Sache.

Man muss weder die AfD noch PEGIDA mögen, doch, wenn man jetzt Ansichten, die früher weitreichender Konsens waren, heute kriminalisiert, wenn damals auch krude Ansichten wie man sie teilweise bei den Republikanern antraf, aushielt und denen mit einem Umsteuern in der Politik das Wasser abgrub, dann haben wir jede Erkenntnis, die wir aus unserer Vergangenheit ziehen könnten, über Bord geworfen. Und wie damals stehen viele ältere Leute wie damals teilweise ignorant, teilweise wenigstens beschämt daneben, während sich die jungen Fanatiker unter staatlicher Obhut austoben können.

Es darf keine Parallelen zur Nazizeit geben, sonst würde die Allzweckwaffe der deutschen Schuld schnell stumpf werde. Deshalb muss jede Kritik an der Regierungspolitik direkt mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden, der dann direkt in einen neuen Holocaust führt. Wie erbärmlich! Der Verweis auf 6 Millionen ermordete Juden muss herhalten, um Kritik am eigenen Regierungskurs niederzubügeln. Mehr Instrumentalisierung geht eigentlich gar nicht.

Eigentlich müsste man Mitleid haben, mit allen Schülern, die durch politische Indoktrination wieder mal zu willigen Helfern geworden sind, indem sie mit leuchtenden Augen eine totalitäre Ideologie aktiv unterstützen. Aber wie damals wird dieser Irrweg genau ihnen ihre besten Jahre rauben und wieder braucht es schreckliche Verheerungen, damit sie zur Einsicht kommen. Ich bezweifle aber, dass es diesmal eine Stunde Null für einen Neuanfang geben wird.

Beschwerde eines jüdischen Geschäftsmanns aus Zwiesel an das Bezirksamt.

JudenZwiesel0003

 

 

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14 Gedanken zu “Und wieder die Jugend als williger Helfer.

  1. Sie sind Historiker! Sie wissen aus welcher Richtung der Zug heranbraust, der Sie/uns überrollen wird. Aber Sie starren wie hypnotisiert in die andere Richtung. Unfassbar!!!

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  2. Äh – welche Ausrichtung hatte die Partei noch gleich, die Seinerzeit dieses Land in der 1. WK geführt hat? Mit Abermillionen Toten. Und war das nicht dieselbe Partei, die viele Millionen Menschen in KZs verschleppt und getötet hat? Ach ja richtig, es war eine rechte, eine deutsch-nationale Partei! Ist aus Nationalismus je etwas Gutes entstanden? NEIN!

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    1. Äh – welche Ausrichtung hatte die Partei noch gleich, die Seinerzeit dieses Land in der 1. WK geführt hat?

      „Ich kenne keine Parteien, ich kenne nur noch Deutsche.“

      Und war das nicht dieselbe Partei, die viele Millionen Menschen in KZs verschleppt und getötet hat?

      Nein

      Ist aus Nationalismus je etwas Gutes entstanden? NEIN!

      Doch. Die Demokratie.

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      1. Die Demokratie? Goldstein, wirklich? Das zarte Demokratiepflänzchen Weimarer Republik wurde von den Nationalisten brutal zertreten und 12 Jahre Nationalismus hat Deutschland in Schutt und Asche gelegt. Nach dem 2. Weltkrieg hat uns ganz sicher nicht der Nationalimus die Demokratie gebracht, sondern die Amerikaner.
        Ich fürchte, der Goldstein leidet an einem Gehirntumor.

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  3. Ich denke, dass der 1. und der 2. Weiltkrieg nicht vergleichbar sind. Der 1. Weltkrieg war immer noch Krieg, in dem die Politik mit anderen Mitteln weitergeführt wurde und keine europäische Macht war dem Krieg abgeneigt, man brauchte nur jemanden, der ihn zündet. Er war vor allem wegen der neuen Waffen so verheerend. Nationalistische und expansive Politik gab es vor dem 2. Weltkrieg in allen Ländern Europas, sogar in Polen, die mindestens zwei Anfragen an Frankreich stellten ihnen bei einem Angriff auf Deutschland beizustehen. Das Besondere an Hitler, war nicht der Nationalismus, sondern die Art der sozialistischen Gleichschalung des ganzen Landes. Die Versuche einer Gleichschaltung mit ihren Auswüchsen sehen wir heute wieder. Die rechte Gegenbewegung ist ja nicht vom Himmel gefallen, sie begann mit dem Entzug staatlicher Souveränität mit der Eurorettung, sowohl der Geber- als auch der Nehmerländer. Das zentralistische Durchregieren einer nichtgewählten Kommission hebelt die Souveränität der einzelnen Länder aus, 80% der Gesetze sind durchgewunkene EU-Gesetze. Die Auflösung der Grenzen mit dem Verweis auf vermeintliche Humanität mag wirtschaftlich für Unternehmen positiv sein, die negativen Auswirkungen für die Bevölkerung wird nicht berücksichtigt. Diese zu beheben ist nichts anderes als ein Konjunkturprogramm, das zum einen wirkungslos bleiben wird, zum anderen am Ende mehr kosten wird als es bringt; man denke nur an die Rentenversicherungen. Leute wie Orban waren erst möglich, nachdem man gesehen hat, welche negative n Auswirkungen die unkontrollierte Einwanderung in Frankreich oder Schweden hat. Je größer die Probleme und die Kriminalität werden, desto stärker und radikaler wird die Gegenreaktion sein. Solange man nationale Interessen und den Souverän, das Staatsvolk, weiterhin völlig ignoriert, besteht durchaus die Gefahr, das der rechte Umschwung mit autoritären Mitteln erzwungen wird mit all seinen totalitären Auswüchsen.. Und das kann sich keiner wünschen, deshalb darf es auch kein „weiter so“ geben.

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  4. @Draxinger sagt:
    1. Oktober 2018 um 13:00
    Wo Sie falsch liegen? Das kann ich Ihnen sagen. Der Zug kommt nicht von link sondern von rechts!
    Der Rechtsstaat ist für alle da, auch für die, die nicht auf der Seite der vermeintlich Guten stehen. Eine Chancengleichheit der Parteien muss gewährleistet sein und das Demonstrationsrecht muss für alle gelten. Dass man Demonstrationen wie „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibung oder „Demo für alle“ gegen die Frühsexualisierung von Kindern, was durchaus legitime Ziele sind, als rechtsradikal diffamiert, teilweise blockiert und vom Diskurs völlig ausschließt ist, kann man nicht unter „wehret den Anfängen“ verbuchen. Es ist doch völlig unnatürlich, wenn es im Bundestag keine für die Medien akzeptable Kritik an Angela Merkel gibt und alle die dann ihren Unmut über ihre Politik auf die Straße tragen als rechtsradikal und Gefahr für die Demokratie gelten. Hätte man die Probleme, die durch die unkontrollierte Migration in Schulen, bei der Polizei, Rettungsdiensten, Krankenhäuser und in den Ballungsgebieten auf offener Straße ernst genommen und im Bundestag behandelt und hätte gegengesteuert, dann wären die wenigen rechtsextremen Knallköpfe dort geblieben, wo sie kaum einen stören. Nun sind sie aus ihren Löchern gekrochen und sind eine willkommene Staffage jeglichen legitimen Protest gegen Merkels Politik zu diskreditieren und zu kriminalisieren. Und das sind die Rahmenbedingungen, wo man auch auf die Grundrechte des einzelnen ungestraft zugreifen kann. (siehe Artikel oben) Wenn sich die Politik weiter weigert, die Folgen ihrer Politik offen zu diskutieren, kommt der Zug wirklich von rechts. Der von links steht nämlich längst im Bahnhof.

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    1. Wenn ich mal einen Tipp gegeben darf…Linke sind keine Leser, sonst wären sie keine Linke. Antworten sollten aus zwei oder drei Sätzen bestehen. Einen Punkt rausgreifen, reagieren, aber den Rest davonschwimmen lassen. Es ist ohnehin nicht klar, wie viele überhaupt auch nur mit einem Dreizeiler sich intellektuell auseinandersetzen können.

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