Millennials: Möge ihnen ein Licht aufgehen.

Es ist offensichtlich, dass sich Medien und Wissenschaft vor den Karren der Politik spannen, um politische Entscheidungen entsprechend zu stützen. Vor allem, wenn Wissenschaftler oder Studien in den Medien präsentiert werden, dann kann man davon ausgehen, dass damit bestimmte Behauptungen von Politikern wissenschaftlich abgesichert werden sollen, vor allem, wenn der wissenschaftliche Wert oft gegen null geht und die vermeintlichen Erkenntnisse, die man präsentiert, in keiner Weise belegt sind. Oft werden einfache Behauptungen als wissenschaftliche Erkenntnis präsentiert oder Studien präsentiert, die auf hanebüchene Methoden gründen. Nun sind die derzeitigen Themen nicht gar zu speziell, dass man ihnen nicht selbst auf den Grund gehen könnte. Seien es nun Stickoxide, Feinstaub, Gender, Klimawandel, Demographie oder Ähnliches.

In Zeiten vor dem Internet war man oft darauf angewiesen, dass man auch mal Bücher liest oder Vorträge anhört, wenn man sich nicht allein aufs Fernsehen verlassen wollte. Und, wenn man Glück hatte, konnte man über Themen auch gewinnbringend diskutieren, weil man das gemeinsame Wissen zusammenführen und dann alles gemeinsam abwägen konnte. Obwohl wir heute zigfach mehr Möglichkeiten haben an Informationen zu kommen, gibt es heute kaum mehr solche Diskussionen, sondern Zeter und Mordio, wenn gegensätzliche Meinungen aufeinanderprallen. Da hat sich echt was geändert.

Ich denke es gibt mehrere Gründe dafür, warum dies heute nicht mehr funktioniert. Was früher einfach rational entschieden wurde, ist heute alles zur Wertefrage verkommen. Die größten technischen Errungenschaften, wirken eher indirekt. Zuverlässiger Strom an fast jedem Ort und die industrielle Landwirtschaft. Beides ist zur Bedrohung der Menschheit geworden, dabei sind dadurch mehr Menschenleben gerettet worden und haben das Leben auch für weniger Betuchte lebenswert gemacht, als je ein vermeintlich menschengemachter Klimawandel Opfer fordern könnte. Nun wäre sogar dann noch eine rationale Diskussion möglich, wenn man beides getrennt angeht. Dazu ist es aber nötig vorübergehend einen Standpunkt einnehmen zu können, der nicht der eigene ist. Früher war das in der gymnasialen Oberstufe eine Selbstverständlichkeit. Bei jeder schriftlichen Erörterung oder Diskussion eines Themas war es obligatorisch, dass man aus der Sicht eines anderen Standpunktes argumentieren musste oder absichtlich einen solchen Einwurf machte, um eine Diskussion anregender zu machen.

Heute ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur, dass das schulische und universitäre Niveau massiv abgenommen hat, es genügt allein eine Meinung, die „menschlich“ ist und politisch korrekt, auch wenn es um Fakten geht, die man rein rational beurteilen könnte. Mit dieser gewünschten Meinung hat jeder Respekt verdient und muss ihn sich nicht erst erarbeiten. Halbgarene Jungspünde mit Halbwissen und nur Ansätzen von Lebenserfahrung verhalten sich gegenüber wirklich gebildeten Erwachsenen, als hätten sie die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Man kultiviert in Medien und Politik eine völlige Diskussionsverweigerung gegenüber echter Opposition, mit der man vorgibt einen Feind eindämmen zu wollen, der zu einer Bedrohung für die Demokratie aufgeblasen wird. Wer will als junger Mensch nicht auch seine Tapferkeit beweisen wie die Eltern damals in Wackersdorf. Nur, dass man damals Polizei und Wasserwerfer gegen die Demonstranten aufgefahren hat, während man sie heute teilweise mit Tagegeld ausgestattet gegen die Opposition auf der Straße in eigener Sache auflaufen lässt. Dass die jungen Leute da so euphorisch mitmachen, liegt rein psychologisch gesehen auf der Hand, weil man einfach noch nichts vorzuweisen hat, was den Selbstwert steigern könnte:

Auf jeden Fall besteht bei uns Menschen der Hang, sich selbst in einem günstigen Licht zu sehen, sich selbst nach außen in ein günstiges Licht zu stellen und das eigene positive Bild von sich nach innen und außen – unabhängig von der Realität – aufrechtzuerhalten. Um dies zu erreichen, verzerren wir unsere Wahrnehmung und die Realität so, dass sie zur Aufrechterhaltung unseres Selbstwertes passt und unseren Selbstwert möglichst steigert.

Selten war mehr Realitätsverweigerung und Staatgläubigkeit als heute, denn wer möchte sich schon das Label Verschwörungstheoretiker, Klimaleugner oder Rechtsextremer anhängen lassen. Demonstrationen blockieren oder Veranstaltungen vermeintlich Rechter zu stören oder zu verhindern, Baumaschinen von Energiefirmen abzufackeln, wird dann noch mehr als revolutionärer Akt wahrgenommen, wenn man sich dafür auch traute Rechtsbruch zu begehen, den die Polizei nicht verhindern konnte. Kein Wunder, dass die sich dann fühlen wie kleine Stauffenbergs, dabei sind sie nur die nützlichen Idioten in einer Inszenierung von oben.

Die Selbstwirksamkeitserwartung führt dazu, dass sich die Erwartung erfüllt.
Allein die Annahme, man könne selbst Einfluss auf alles nehmen (internaler locus-of-control), anstatt äußere Umstände und Umwelteinflüsse (Gesellschaft, Staat, Entscheider, Mitmenschen, Bezugspersonen, Glück und Zufall) dafür verantwortlich zu machen, löst enorme Kräfte und Energien aus, die sich in einem bestimmten Verhalten zeigen, welches sich in Richtung des jeweiligen Zieles bewegt und sich dabei durchaus durchsetzungsstark zeigt. (hier wie oben)

Dabei sitzen sie nur der Illusion einer vermeintlichen Selbstwirksamkeit auf, denn sie kämpfen nur gegen einen Pappdrachen, den ihnen Medien und Politik gebastelt haben. Diese Allmachtsphantasie führt dazu, dass diese verblendeten jungen Leute in einer Diskussion völlig anders verhalten, wie man das von vor 30 Jahren kannte. Damals sah man es dem Gegenüber sogar an, wie es im Kopf arbeitet, die Dinge abzuwägen und dann richtig zu argumentieren. Heute werden einem entweder die fertigen Satzbausteine als Weisheit letzter Schluss um die Ohren geschlagen oder sie sind nicht in der Lage ein sinnvolles Gegenargument zu formulieren oder nur eine banale Frage zu beantworten. Die notwendige Verweigerung einer Diskussion, weil man einfach von nix eine Ahnung hat, nicht mal warum man auf die Straße geht, außer damit Haltung zu zeigen, wird dann noch als eigene Überlegenheit wahrgenommen: Wir haben den einfach ignoriert, als er Fragen gestellt. Man hat der blöd geguckt.

Der eigene Größenwahn ist so groß, dass man sogar ausgezeichnete Wissenschaftler aus der Uni drängen oder zumindest deren Vorträge verhindern will, weil sie angeblich rassistisch, intolerant und unbunt sind. Diese Wirklichkeitsverzerrung wird noch lange andauern, denn nichts wird schlimmer sein, als einzugestehen, dass man einfach die ganze Zeit falsch gelegen hat und sich zum Trottel gemacht hat. Wer heute mit den Parolen „grünem Strom“, „das Netz speichert den Strom“ oder „Strom aus Kohlekraftwerken verstopfen das Netz“ für die Energiewende auf die Straße geht, muss morgen vielleicht schon im Boden versinken, wenn die Realität erbarmungslos zuschlägt. Dabei hätten sie es schon mit ein bisschen Schulphysik selbst voraussagen können und die ist dann auch nicht mehr notwendig, damit sie nach ihrem Studium die Wissenschaft als politische Agitation betreiben können oder gleich in die Politik gehen.

Es ist nicht die Schuld dieser jungen Leute, schließlich kennen sie es nicht anders und sind in dieser Zeit groß geworden. Im Grunde begann es mit Fukuschima, ab dessen Zeitpunkt Claudia Roth unwidersprochen behaupten kann, die Atomkatastrophe hätte 20000 Menschenleben gefordert, obwohl es die Auswirkung des Zunamis war. Da eine Diskussion systematisch unterbunden wird bzw. sogar als richtige Haltung gilt, sie zu verweigern, können auch die Medien Meinungen als Tatsachen verkaufen. Dazu reicht es, bloße Bilder ohne Einordnung stehen zu lassen, weil die Meldungen ohnehin schon auf eine fertig indokrinierte Masse treffen. Eben in den Radionachrichten wieder geschehen. Es wird von einem Hurrikan berichtet und dessen Auswirkungen und die Gefahr, dass sich an Land daraus Tornados entwickeln könnten. Dann kommt ein Bericht über die Welthungerhilfe; der Klimawandel wär schuld am Hunger. Früher hätte man am Ende vermeldet, dass dieses Jahr bisher trotzdem das Jahr mit den wenigsten Tornados seit den Aufzeichnungen ist. Wie der Klimawandel am Hunger schuld sein soll, erschließt sich mir nicht, wo doch die Sahelzone im Moment ergrünt und so die Bedingungen zuvor wesentlich schlechter waren. Und wenn es um die Sahelzone geht, dann ist eher die Überweidung und der Bevölkerungszuwachs schuld. So bleibt im Kopf nur hängen: Hurrican = Klimawandel = Hunger. Kein Wunder, dass vor allem unter Studenten psychische Probleme zunehmen. Dauerndes Suggerieren einer Bedrohungslage, sei es nun durch Feinstaub, Klimawandel oder Rechtradikalismus kombiniert mit einem Studium, dem man nicht gewachsen ist oder das einfach keinerlei relevanten geistigen Mehrwert erzeugt, nagt natürlich trotz der vermeintlich richtigen Haltung am Selbstwert. Mit den zukünftigen Verwerfungen durch die unkontrollierte Migration und einem Finanzkollaps zur Bereinigung des Finanzsystems werden sie dann zusätzlich noch aus der Sorgloszone gerissen, besonders, weil man auch keine praktischen Fertigkeiten hat, die nachgefragt würden oder mit denen man sich selbst helfen könnte.

Die heute bis Dreißigjährigen können froh sein, wenn dann noch genügend am Leben sind, die in dieser Lage einen kühlen Kopf bewahren und das Notwendigste noch managen können, und nicht ihresgleichen schon komplett das Ruder übernommen haben.

Eigentlich muss man Mitleid mit dieser Generation haben, weil sie nie die Zeit geistiger Freiheit erlebt haben, wo man auch das vermeintlich Undenkbare denken und sogar sagen durfte ohne ein schlechtes Gefühl dabei zu haben. Mitleid, weil sie nie gelernt haben ergebnisoffen zu suchen und einer Sache rational auf den Grund zu gehen, ohne dass man mit seinen eigenen Werten kollidiert.

Ich hoffe, dass dieser Generation noch rechtzeitig ein Licht aufgeht.

8 Gedanken zu “Millennials: Möge ihnen ein Licht aufgehen.

  1. Ich habe täglich mit solchen Leuten zu tun. Faktenkenntnis geht häufig gegen Null, der Glaube für das Gute einzutreten, gegen Unendlich.

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  2. Ich habe erlebt, dass sogar Leute patzig werden, wenn man bestimmte Sachen nur in Zweifel zieht: Glaubst Du, die lügen alle? (zu den MM-Medien). Warum ich so ein Verhalten immer bei den vermeintlich Gebildeten erlebe, geht mir nicht in den Kopf. Mein über 80-jähriger Schwiegervater mit 6 Jahren Volksschule (Kriegskind) kann mit jedem „Gschudierten“ locker mithalten. Menschen mit Kriegs- oder DDR-Erfahrung lassen sich halt nicht so leicht hinters Licht führen.

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    1. Weil Bildung und IQ überschätzt wird. Selbstreflektion und vorsichtiges Hinterfragen wird unterschätzt. Je wichtiger sich die Leute nehmen, umso verblendeter sind sie, egal was sie sonst so draufhaben.

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    1. Irgendwann ermüdend, wenn Kritik an einem Artikel oder mir selbst geübt wird, es aber nie zu einer Begründung reicht, außer, dass ich natürlich frauenfeindlich, rassistisch und voll Nazi bin. Wenn es nur ihre unbegründete Meinung ist, dann nehme ich es wie Hadmut Danisch:
      Mein Blog, meine Meinung/ Dein Blog, Deine Meinung.

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  3. @waldler
    […außer, dass ich natürlich frauenfeindlich, rassistisch und voll Nazi bin…]

    …und genau da hast du deine Begründung! Wenn dir die Selbstreflektion als Asberger fehlt, kannst Du nicht die Gesellschaft verantwortlich machen! Im Übrigen werden ja alle Kommentare, wenn sie zwar Argumente, aber nicht in deinem Sinne haben, gelöscht!

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