Suggestionen fallen auf ein bestelltes Feld.

Wer sich ausschließlich aus den gängigen Mainstream-Medien und Tageszeitungen informiert, dem ist sicher nicht aufgefallen, dass diese inzwischen zur reinen Suggestion einer bestimmten Realität übergegangen sind.

Suggestion (…) bezeichnet die manipulative Beeinflussung einer Vorstellung oder Empfindung mit der Folge, dass die Manipulation nicht wahrgenommen wird oder zumindest zeitweise für das Bewusstsein nicht abrufbereit ist. (hier)

Diese fällt nur deshalb auf fruchtbaren Boden, weil man uns vorher jahrelang ein bestimmtes Weltbild eingehämmert hat. Sogar bei so Banalitäten wie der Frankfurter Buchmesse macht man sich das zu Nutze. So kann der präsidiale Dampfplauderer und auch die größte Lokalzeitung am Ort im Ungefähren bleiben und Dinge auch weglassen, so dass die Zuhörer bzw. Leser das Gewünschte passend ergänzen.

Beginnen wir mit der PNP.

Die Verteidigung von Meinungsfreiheit und Menschenrechten, Islamkritik, Medienschelte, rechte Verlage und die beste Reaktion auf Hassbotschaften – der erste Tag auf der Frankfurter Buchmesse wurde von Politik dominiert.

Unbedarft würde man hier meinen, die Verteidiger der Meinungsfreiheit befänden sich unter den Islamkritikern, Medienscheltern und rechten Verlagen, doch dann wird noch die Reaktion auf Hassbotschaften hinterher geschoben, sodass man den Satz im Geiste auseinanderreißt, denn hassen tun nur die Rechten. Schlau gemacht. Es wird uns suggeriert, die Verteidiger der Meinungsfreiheit stünden auf der Gegenseite der angeblich Rechten.

„In den Medien werde derzeit der Eindruck erweckt, als sei Deutschland schon nahezu von denen beherrscht, die die Demokratie zu Fall bringen wollten, sagte Steinmeier. Es gebe „eine Normalität, über die wir eigentlich miteinander gar nicht reden“. Das gelte für Deutschland und ganz Europa. Er forderte, den verloren gegangenen Dialog in der Gesellschaft wiederaufzunehmen. „Wir müssen die Angst verlieren vor der Kontroverse.“ (sagt Steinmeier)

Das ist echt genial. Ja Steimi! Es besteht nicht nur der Eindruck, sondern es ist wirklich so, dass die Medien von denen beherrscht werden, die die Demokratie zu Fall bringen wollen. Ja, und das ist so normal für die meisten, dass man gar nicht mehr darüber redet. Nun habt ihr aber festgestellt, dass es bedrohlich viele gibt, denen das aufgefallen ist. Dialog? Wollt ihr die dann überzeugen in Euer prä-sozialistisches System integriert zu werden: He Alice! Du weißt, Politik ist ein schmutziges Geschäft und die ganze Diffamierung eurer Partei hat nicht geholfen, euch los zu  werden. Ich ´mach Dir mal ein Angebot. Mach mal ein bisschen auf Europa, dass man da nur ein paar Stellschrauben drehen müsse und dann alles gut würde. Ihr habt zwar recht, dass da jetzt lauter Dödel nach Deutschland kommen, die nicht wirklich verwertbar sind, aber mach mal auf seriös, dass wir auch ein paar von denen brauchen könnten. Fachkräfte und so. Kriegt auch ein paar Posten von uns.

Aber mit denen Nazis kann man natürlich nicht reden, wenn ich den PNP-Artikel richtig verstanden habe:

Deutschlands Schriftsteller machen sich große Sorgen über die Meinungsfreiheit im Land. Drei Viertel beklagen einer Befragung zufolge die Zunahme von Bedrohungen, Einschüchterungsversuchen und hasserfüllten Reaktionen. Gut jeder Zweite hat danach auch Angriffe auf seine eigene Person erlebt – vor allem im Internet. Dies geht aus einer Befragung unter 526 Schriftstellern hervor, die PEN Deutschland und die Universität Rostock am Mittwoch vorlegten.

Mal ehrlich! Nennen Sie mir drei zeitgenössische Schriftsteller. Die meisten dürften froh sein, wenn sie überhaupt eine Mail bekommen, denn wer liest schon ein Buch, das einem vom Titel nicht zusagt, und wer liest ein Buch von einem, der laut MM-Medien nur Hassbotschaften verbreitet? Die gibt es eben kaum und so fallen auch die Kritiken in den Bestsellerlisten bei den Sachbüchern aus. Betroffen sind doch nur die, die durch die Medien bekannt gemacht wurden, öffentliche Vorträge halten und Kolumnen schreiben. Was in einem Buch von Maas, Rönne oder Stokowski steht, wo ihre geistreichen Einwürfe nur in Buchform gepresst werden, dazu brauch ich es nicht zu lesen. So fallen die Kritiken meist zu 90% in völlige Zustimmung bzw. Ablehnung auseinander. Wenn das Buch von Margarete Stokowski „Das Verschwinden des Patriarchats“ nur 7 Kritiken hat mit 47% zu 47%, dann ist es bemerkenswert, dass Sarazins Buch „Feindliche Übernahme“ trotz seiner allgemein so umstrittenen Thesen, die jedem Interessierten durch Talkshows u.a. bekannt sein dürften, auf überwiegende Zustimmung treffen (80% zu 13% bei 394 Kritiken). Das ist kein Zufall, denn der Weg, das angebliche Patriarchat zu beenden, geht ja über Frauenquote und die ganze politkorrekte Sprachverhunzung mit Unterstrich, Sternchen und nicht sagbaren Begriffen. Nun sind es aber in den USA  80% , die die Political-Correctness als Problem sehen, sogar ein Großteil der vermeintlichen Minderheiten.

Dieser Absatz suggeriert, dass die Schriftsteller auf der vermeintlich „demokratischen“ Seite Hassmails bekämen und eingeschüchtert würden. Das mag sein, doch sie werden hofiert und stehen in einer finanziell sicheren Position, während alle, die querschießen, sofort als umstritten gelten oder versucht wird sie mundtot zu machen, indem man ihnen kein Forum mehr bietet. Der Schriftsteller Uwe Tellwag ist ein gutes Beispiel. Seinen Roman „Der Turm“ dürfte kaum einer gelesen haben. Seine „rechten“ Äußerungen zur Politik dürften ihm aber auf Dauer zusetzen. Bei den vermeintlich rechten Autoren wie Thilo Sarrazin, Dirk Müller und inzwischen Peter Hahne ist einfach der Zuspruch zu groß und die juckt das nicht mehr. Aber auch die versucht man zu diskreditieren, wenn man den Versuchden Versuch eines Journalisten sieht, der sich daran gestoßen hatte, dass Dirk Müller dem russischen Sender RT ein Interview gegeben hatte. Echt lesenswert, welche Aggressivität hier zu Tage tritt. Allerdings nicht bei Dirk Müller. Die Autoren befinden sich zur Zeit unter den besten 10 der Bestsellerliste. Ein David Precht, dem Philosophen für die gebildete Hausfrau, hat äußerst viele Kritiken, allerdings weitaus mehr negative. Seine Ideen zur Bildung sind einfach so diffus und wirklichkeitsfern, dass in einer Kritik in der FAZ am Ende stand:

Dass der Unterschied zwischen eigenen Gedanken und richtigen Gedanken nicht zu verachten ist, belegt sein Buch auf jeder Seite.

Steinmeier spricht ja ganz schwammig von Medien wie ihn die PNP zitiert. Kein links-affiner Schriftsteller dürfte ein Problem haben, einen Verlag zu finden, außer die Qualität stimmte nicht. Deshalb dürften die meisten betroffenen Autoren, die eine Einschränkung der Meinungsfreiheit befürchten, aus der konservativen Ecke kommen. Es sind nicht die Links-affinen wie uns die PNP und Steinmeier suggerieren wollen.

Damit aber die Leser der PNP glauben, die Aggressivität ging von rechten Verlage aus haben sie noch was nachgeschoben:

Nach den Tumulten im letzten Jahr hat die Messe die einzigen beiden rechte Verlage, die sich zur Buchmesse angemeldet haben, ins Abseits verbannt. Das mache bei Sicherheitsproblemen eine bessere Kontrolle möglich, argumentieren die Veranstalter. Es bestärkt aber die Verlage, die bisher in Frankfurt mit ihren Ständen weit besser platziert waren, in ihrer Opferhaltung. Der AfD-Bundesvorstand sprach in Berlin von einem „Akt der Zensur“.

Wer die Tumulte und Störungen verursachte wird natürlich nicht gesagt. Gäbe es nun ein Sicherheitsproblem, würde man die Stände der rechten Verlage nach allen Seiten mit Fluchtwegen offenhalten. Doch im Gegenteil werden sie in eine Sackgasse verbannt. Und dann moniert man die Opferrollen, was bedeuten muss, dass die Tumulte von den rechten Verlagen ausgegangen sein müssen. Sowas schreibt kein Praktikant, das ist miesester Journalismus, der weiß alle Register zu ziehen, um dem Leser genau das zu suggerieren. Das kann seine Wirkung auf den unbedarften Leser einfach nicht verfehlen, sodass an der richtigen Stelle auch ein umstrittener Sarrazin zu Wort kommen darf, nachdem ein Günther Wallraff die Leser vorher eingenordet hat. Da passt dann natürlich das Wort „umstritten“, die Vorstufe zu Nazi.

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff sprach sich dafür aus, rechter Hetze mit mehr Gelassenheit zu begegnen: „Wir sollten nicht überreagieren.“ Vor der AfD habe es die Republikaner und die NPD gegeben. „Das alles hat eine Demokratie überwunden“. Er sei zwar Berufsskeptiker, aber auch Zweckoptimist und daher überzeugt: „Wir werden die Hetze aus diesen Kreisen überwinden.“

Der umstrittene SPD-Politiker Thilo Sarrazin empfahl sich unterdessen seiner Partei als Ratgeber – obwohl diese ihn gern loswerden würde. Im Lesezelt präsentierte er sein neues Buch „Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“: „Hätte die SPD seit 2010 mehr auf mich gehört, dann gäbe es heute keine AfD im deutschen Bundestag.“

Spätestens da ist man so weichgeklopft, dass man annehmen muss, dass Merkel noch mehr gegen Rechts tun müsse, weil dabei der Hass auf Juden durch islamische Einwanderer nicht benannt wird. So bleibt Polaks Stoßrichtung völlig im Dunkeln. Egal. Alle denken wie beabsichtigt an den Judenhass von rechts.

Comedian Oliver Polak („Gegen Judenhass“) knöpfte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor: Wenn er Angela Merkel vor der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sehe „und dann sehe, was hier in Deutschland gerade so los ist, dann habe ich echt das Gefühl, dass die deutschen Politiker besser mit toten Juden umgehen können als mit lebendigen“.

Nach dem Geschurbel über die suggerierte Bedrohungen von Schriftstellern aus dem „demokratischen“ Lager ist man selbst schon ganz blöd in der Birne, dass man den Journalisten unterstellt, dass das Zitat, sie hätte sich zu Anfangs nicht getraut, Autorin zu werden, genau auf dieser Bedrohung beruhte.

Inger-Maria Mahlke (40), Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2018, bekannte, dass sie sich lange nicht getraut habe, Autorin zu werden. (…)

Jahrelang haben unsere Medien mit ständigen Wiederholungen, Schwarz-Weiß-Malerei und neu eingeführten Begriffen als „Trigger“ beim Bürger ein bestimmtes Weltbild implementiert. Nun fahren sie die Ernte ein. Allein die Suggestion durch Satzbau, Unschärfe und ausgewählte Inhalte genügt, dass sie auf fruchtbaren Boden fällt. Solchen Artikeln wie in der PNP ist weder Propaganda noch „Lügenpresse“ vorzuwerfen. Kleine Stellschrauben genügen, damit in unseren Köpfen das gewünschte Weltbild entsteht.

Man muss neidlos anerkennen: Das habt ihr gut gemacht. Allerdings ist das auch keine Kunst, wenn das Feld für 8 Milliarden Euro eingesackter GEZ-Zwangsabgabe von denen bestellt wurde.

 

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2 Gedanken zu “Suggestionen fallen auf ein bestelltes Feld.

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