Nachhaltigkeit: Hauptsache ein gutes Gewissen.

Einer der im Moment am meisten strapazierten Begriffe ist der der „Nachhaltigkeit“. Schon wenn man sich die Begriffserklärung ansieht, dann ist die so schwammig, dass er zu Ende gedacht dazu führen müsste, wieder in Höhlen zu leben als Jäger und Sammler.

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht. (…)

(Nachhaltigkeit ist die die moderne, umfassende Bedeutung im Sinne eines „Prinzip[s], nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“ (hier)

 

Dieser Artikel ist nicht der einzige, der dazu Vorschläge macht, wie man „nachhaltig“ leben kann. Dort heißt es:

(…) im Laufe deines Tages unserem Planeten und seinen Bewohnern was Gutes tun kannst und wie dabei langfristig mehr Geld im Monat übrig bleibt,

Nun kommen dafür Beispiele wie Zahnbürsten aus Bambusviskose, Arganöl zur Körper-, Haar- und Gesichtspflege, Lebensmittelkunststoffe aus Bio-Kunststoffe, Biomüllbeute, Indiktionsherd, Schnellkochtopf, Bio-Allzweckreiniger, Biogemüse auf dem Balkon anbauen, abwaschbare Gesichtspads aus Baumwolle, Gesichtswasser aus Rosenblütendestilat usw.

Nun kann die beste Lösung natürlich nicht die sein, wieder in den Wäldern zu hausen, weshalb es ja eine Stufe geben muss, auf der wir unser Leben lebenswert finden. Und das drückt sich meist in dem Abstand aus, zwischen dem, was man selber als wichtig dafür erachtet, was andere haben und auch was überhaupt möglich ist. Man kann dann höchstens überprüfen, ob ein Wechsel auf ein anderes Produkt überhaupt global gesehen „nachhaltig“ ist, ohne dass dadurch andere Menschen an Lebensqualität verlieren. Im Grunde kann man alle Biokunststoffe ökologisch gesehen vergessen, den sie schneiden laut Umweltbundesamt nicht besser ab, als herkömmliche Kunststoffe. So scheiden einige der obigen Artikel schon aus. Ebenso ist es mit Baumwollpads gegen Pads aus Cellulose. Celluloseherstellung braucht zwar viel Wasser, Baumwolle muss aber erst zu uns transportiert werden. Das Holz dafür kommt aus Holzabfällen und der Durchforstung der Wälder (Schleifholz), um diese nachhaltig (!) zu bewirtschaften. Also lieber Urwald und Pads aus indischer Baumwolle? Dass die Pflegeprodukte allesamt dann in Kunststofffläschen mit Umverpackung vertrieben werden, dürfte sich auch  nicht günstig auf die Nachhaltigkeit auswirken.

Im Grunde spielt sich alles im Großen und im Kleinen auf der gleichen Ebene ab. Erst Mangel bewirkt Ressourcenschonung. Ich heize selbst noch mit Holz und nutze auch den Holzherd zum Kochen, zum Beispiel von Kartoffeln. Die meisten älteren Leute heizen damit auch die Wohnung, besser gesagt die Stube, denn den Schlafzimmern ist die Temperatur im Winter meist unter 10 Grad. Heute will man uns das mit Verweis auf Feinstaub austreiben. Eigentlich ist der Mangel an Energie, der Menschen zur Nachhaltigkeit zwingt, denn wenn Gemüse und Obst erst herangekarrt werden muss und dazu entsprechend Energie notwendig ist, die dann auf den Preis aufgeschlagen wird, dann lohnt es sich selbst anzubauen und auf bestimmte Dinge zu verzichten.

Wer überhaupt auf die Idee kommt, Rosenblütenextrakt zu verwenden, der stellt sich wegen der Nachhaltigkeit nicht zwei Zentner ungewaschen Kartoffeln in Keller. Die müssen dann so abgeschrubbt sein, dass man sie glatt mit Schale essen kann. Bei der diesjährigen guten Apfelernte fragt man sich, wo die ganzen jungen Grünen geblieben sind, um die selbst vom Baum zu pflücken. Die kaufen dann lieber Bioapfelsaft im Reformladen. Komischerweise pflücken nur die selbst und machen das Obst in Gläser ein, die schon älter sind.

Woran liegt das? Die jetzige grüne Generation, die so auf Nachhaltigkeit setzt, ist vor allem weiblich und gut gebildet. Diese kommen aber überwiegend aus einem Elternhaus, wo kein Mangel herrscht. Wirklichen Verzicht zu üben und sei es aus Nachhaltigkeit ist meist nur Kosmetik für das eigene Gewissen.

Wer einen Mangel hat, der hat andere Sorgen und schont so oder so seine Ressourcen. Macht immer das Licht aus und heizt nur den Teil der Wohnung, der unbedingt notwendig ist, und hat zwangsweise kein Auto. Hier setzen die Grünen an. Bei den Landtagswahlen in Bayern hatten die nur in den Städten ihre Hochburgen, da kann man leicht den Individualverkehr verbieten, wenn dadurch die eigene Lebensqualität nicht eingeschränkt wird.

Am Ende zwingt allein der Mangel an Energie zur Nachhaltigkeit. Die Energiewende ist aber an sich in keiner Weise nachhaltig. Der Flächenverbrauch pro KWh durch Windräder, Solar und Biokraftstoffe (alles gegenwärtige und zukünftige Energiequelle für Elektroautos) ist in keiner Weise nachhaltig. Da führt man gleich den Klimawandel als Ursprung für höhere Ziele ins Feld. Man muss nüchtern feststellen, dass ein Anstieg der Temperatur wie zu Zeiten der Römer keine Katastrophe wäre und auch die angeblichen Wetterextreme sind nicht nachweisbar, obwohl die Medien das Gegenteil behaupten. Wenn sich diese Tatsache endlich durchsetzt, dann braucht man keine Angst haben. Vielleicht werden die Nordpassagen ganzjährig schiffbar und die landwirtschaftlich nutzbare Zone wird sogar größer. Extremer Mangel führt zum Raubbau an den Ressourcen und der wird durch das unkontrollierte Bevölkerungswachstum bedingt. Wenn wir den Überschuss aufnehmen, dann wird es auch hier nicht anders laufen.

Gut gebildete Frauen aus gutem Haus, die vorwiegend grün wählen, sind meiner Meinung nach die, die am wenigsten nachhaltig leben. Das kann ich sogar aus eigener Erfahrung sagen. Die lassen sich die zwei Kilometer zum eigenen Pferd mit dem SUV kutschieren, tragen immer die neusten Klamotten (da sind Männer wesentlich ressourcenschonender) und machen zweimal im Jahr eine Flugreise. Das sind die vorzeigegrünen Mädels hier am Ort. Die habe ich noch auf keiner Leiter gesehen um Obst zu pflücken. Nur wer die eigenen Ressourcen schont, schont sie auch global und das sind weitgehend Menschen, die eigenen Mangel erfahren haben und sich hochgearbeitet haben. Die merken, dass diese auch erarbeitet werden müssen und sind so auch mit weniger zufrieden. Wer in einem rundumversorgten Haushalt aufgewachsen ist, der will diesen Standard meist nicht aufgeben. Der braucht aber ein bisschen vermeintlich nachhaltige Kosmetik für das gute Gewissen und der oben zitierte Artikel bringt ihnen die Vorschläge dazu.

8 Gedanken zu “Nachhaltigkeit: Hauptsache ein gutes Gewissen.

  1. Das ist so typisch fuer die heutige Zeit. Da wird von Nachhaltigkeit, Sozialismus, Anti-Kapitalismus, Chancengleichheit geschwafelt, ohne dass die Leute den Begriff auch nur ansatzweise verstanden haben, oder sich mit den Vor- UND Nachteilen beschaeftigen. Dazu kommt dann noch die innere Noetigung zum „virtue signaling“, weil der Rest der Schnullis um einen herum auch alles nachplappert. Der Grund warum man das Hochgelobte selbst nicht macht ist immer eine erfundene Unterdrueckung, anstatt zuzugeben dass sie den Arsch nicht hochkriegen, weil sie einfach zu stinkefaul sind.

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    1. @ Luis:undeutsch
      [Vor- UND Nachteilen beschaeftigen. Dazu kommt dann noch die innere Noetigung zum „virtue signaling“]

      Nicht dein ernst! Schon mal was von „Projektion“ gehört: Lukas dein Name ist: „Tugendsignalisierung ist die populäre moderne Angewohnheit, Moral und Anstand für sich zu beanspruchen, in dem man Abscheu oder Zustimmung für bestimmte politische Ideen oder kulturelle Ereignisse ausdrückt.“ – Hahahah!

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