Wie ticken Nazijäger?

Wie tickt eigentlich jemand, der gegen Rechts kämpft? Da muss man eigentlich all die bunten, hirnlosen Mitläufer wegrechnen, die einfach nur etwas für ihr Ego tun wollen und in ihrer Menge der Regierung die Rechtfertigung gibt auf die Opposition einzuprügeln. Nun gibt es aber Leute, die seit Rostock-Lichtenhagen mit dem Kampf gegen Rechts solche neuerlichen Zustände verhindern wollen. Ist ja durchaus ehrenwert. Interessant finde ich jedoch, wie sie in einer Art Tunnelblick durch die letzten fast 30 Jahre gegangen sind. Hier gibt es einen, der damit seine Beweggründe in der Gegenwart rechtfertigt und er das für sich auch wirklich stimmig belegt. Doch diese Leute kranken daran, dass sie vollkommen ohne Zweifel und Misstrauen sind und nicht merken, dass man sie sogar noch instrumentalisiert.

Ich möchte erreichen, dass besonders die Menschen, die heute dem Rechtspopulismus verfallen, ihr Handeln und ihre Überzeugung kritisch beleuchten. Viele scheinen das Ausmaß und die Gefahr der nationalistischen Propaganda nicht erkannt zu haben.

Da wäre es angebracht, dass er mal auch kritisch die linke Propaganda beleuchtet. Der Mann (oder Frau) ist alt genug, dass er zwischen 1980 und heute einen Unterschied in der Berichterstattung in den Medien feststellen hätte müssen. Sind wir heute so geläutert und gut, dass es einen Allparteienkonsens gibt, weil allen klar ist, was das Richtige ist? Ist der Kern der rechtspopulistischen Ziele der Nationalismus? Mitnichten. Das Pochen auf staatliche Souveränität gibt es doch nur, weil die ganze europäische Zentralisierung und die Globalisierung in den entwickelten Ländern zeigen, dass sie bei allem Gutmeinen Probleme erzeugen, die diese Länder auf die Dauer zerstören. Man braucht sich gar nicht mehr über Rentenniveau, Sicherheit oder Bildungsziele unterhalten. Wenn man millionenfach Leute einwandern lässt, die dieses System nicht freiwillig akzeptieren und mittragen, dann verschwindet es einfach. Wenn man das größte Problem in ein paar grenzdebilen Neo-Nazis sieht, dann nimmt man das natürlich nicht wahr.

Ich möchte darstellen, dass jeder, der Widerstand und Vernunft zeigt, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten kann.

Würde ich jetzt auch unterschreiben. Allerdings läuft mein Widerstand in eine andere Richtung.

Rechtspopulisten behaupten heute, sie würden vom „Merkel Regime“ verfolgt wie im Dritten Reich, das grenzt schon an Verharmlosung des Holocaust. Man kann erkennen, wie den Propagandataktiken der NSDAP nachgeeifert wird und ähnliche Hassstrukturen aufgebaut werden sollen.Was damals noch „Verjudung“ hieß, heisst heut „Islamisierung“. Ich vermute diese Menschen haben sich nie wirklich mit der deutschen Geschichte im Detail befasst.

Ich möchte zeigen, dass selbst in der Tötungs- und Verfolgungsmaschinerie des „Dritten Reiches“ manche Menschen die Humanität nicht aufgaben, während sich die meisten Mitmenschen leichtsinnig der Manipulation hingaben

 Da hätte er vielleicht mal „Regime“ googeln sollen, denn es heißt eigentlich ganz neutral „Staatsform“. Die Bedeutungsverschiebung ins Negative kommt ja nur daher, dass man es immer bei Regierungen gebraucht, die dem Westen nicht genehm sind. Merkel dürfte in der Art der Staatsführung für demokratische Länder schon einzigartig sein. Keine wie Merkel betreibt eine so inhaltslose Partei, die beliebig die Ziele anderer Parteien adaptiert, wenn man damit andere Parteien schwächen kann, und hat alle potentiellen Gegner eliminiert. Ihre Partei, also ihr lästiges Anhängsel, umfasst eigentlich schon das ganze Parteienspektrum außer der AfD. Für die gibt es zur Beruhigung noch Scheinlösungen. „Merkel-Regime“ meint genau diese Art der Staatsform. Das ganze Holocaust-Geschwafel kann er sich eigentlich sparen. Wer ist das noch Mal, der sich heute einer leichtsinnigen Manipulation hingibt und glaubt, dass die ganzen bunten Bündnisse ohne Eigennutz mit selbstgebastelten Winkelelementen auf die Straße gehen? Damals werden sich die meisten auch nicht ihre eigene Hakenkreuzfahne gekauft haben, genauso wenig wie heute die EU-Fähnchen. Die tragen auf den Pro-EU-Demos schon so dick auf, dass ich manchmal an Realsatire denke.

   (Er) hat sich nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen intensiv mit der deutschen Geschichte beschäftigt, die Morde und die Gerichtsverhandlung des NSU verfolgt und war schockiert über die Bezeichnung „Dönermorde“. Er sieht starke Parallelen zwischen der Propaganda der NSDAP und der heutigen Rhetorik rechtsextremer Gruppierungen.

Intensiv beschäftigt mit deutscher Geschichte? Da hätte er lieber nicht nur Guido Knopp ansehen sollen oder sich auch die kriminellen Machenschaften auch in anderen Ländern, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Na, und wenn er die NSU-Gerichtsverhandlung so genau verfolgt hat, dann dürfte ihm aufgefallen sein, dass man blöderweise nirgends Zeugen oder eine DNA oder einen Fingerabdruck der Uwes an den Tatorten gefunden hat. Das hat man einfach mal vorausgesetzt, dass die das waren. Kein Wunder, dass Du schockiert bist, über den Ausdruck „Dönermord“, denn, wenn Du da mal nachgehakt hättest, dann wäre Dir aufgefallen, dass die Fälle schon ausermittelt waren, bevor man sie zu einem rechten Terror aufgeblasen hat. Merkel hat`s persönlich vermeldet, wer`s war. Leider stehen die NSU-Akten 120 Jahre unter Vrschluss, sodass Dein Kampf gegen REchts dann in einen Kampf gegen die UNgläubigen übergegangen sein dürfte. Die Opfer tauchen nicht mal in der Statistik über Morde durch Rechtsradikale auf. Ich kann verstehen, dass Du jetzt schlecht zugeben kannst, dass der Kreis der rechten Vollhonks seit 1990 eben nicht gewachsen ist, sondern Dir einen virtuellen Feind aufgeblasen hat und der Opposition das gleiche Label angeheftet hat, an dem Du Dich jetzt abarbeitest. Ich habe in meiner Jugend auch mal grüne Positionen vertreten und finde Neo-Nazis wie damals immer noch scheiße. Doch irgendwann waren die grünen Positionen so bevormundend, marxistisch und inzwischen utopisch und wurden von den anderen Parteien auch weitgehend übernommen, dass das auch Dir aufgefallen sein muss.

Ich bin Unternehmer und habe mehrere Angestellte, unter ihnen auch Geflüchtete. Mein Team ist sehr divers und leistet bewusst einen positiven Beitrag zur Integration der Migranten. Wir unterstützen sie beispielsweise bei Behördengängen oder bei Sprachbarrieren. Einige haben die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, andere haben Abitur gemacht und studieren inzwischen.

Da würde ich allzu gerne wissen, was das für ein Unternehmen ist. Ich tippe mal nicht auf einen Handwerksbetrieb, eher auf sowas wie Gebäudereinigung oder Catering. Man muss schon einen naiven Blick auf die Welt haben, wenn man glaubt, dass Regierungen und große Konzerne und Institutionen zum Wohle aller entscheiden und die Medien unabhängig berichten würden. Die buchstäbliche Knechtschaft hat man doch nur abgeschafft, weil es zu viel Aufwand war, alle unter Kontrolle zu haben. Nun hängen wir in der Zinsknechtschaft, mit der sie noch mehr verdienen und wir rödeln wie die blöden und haben Zweitjobs, um das Niveau vor 30 Jahren zu halten. Wegen sozialer Gerechtigkeit und Weltenrettung muss natürlich immer mehr abgepresst werden, was sich die eigentlichen Profiteure in die Tasche stecken. Und wir machen das noch freiwillig mit. Der Vatikan und die UN sind die gleichen kriminellen Vereinigungen. Dagegen Widerstand zu leisten sind eigentlich linke Ziele, doch um diese Knechtschaft am Laufen zu halten und den Widerstand zu zersplittern, hat man den Kampf gegen Rechts gehypt und Du machst freiwillig mit. Nur souveräne Staaten können gegen die Hochfinanz und deren Handlanger Widerstand leisten. Nix Nationalismus, sondern letzte Verteidigungslinie der Freiheit. Dreißig Jahre auf der gleichen Mission und nie über den Tellerrand geschaut? Normalerweise hätte ihm wenigstens beim NPD-Verbotsverfahren eine Funsel aufgehen müssen, als die Führungsriege von V-Leuten durchtränkt war. Doch vielleicht liegt der Grund für die freiwillige Selbstbeschränkung viel einfacher, wie man aus folgendem Tweet schließen kann:

Stefan Niggermeier driftet immer mehr nach rechts.
Das ist nicht das erste mal das er versucht durch differenzieren rechte Positionen aufzuwerten.

So einen Spruch hätte ich nicht mal erfinden können. Das würde ja bedeuten, dass man durch Pauschalisierung rechte Positionen abwerten soll. Und das geschieht ja in den Medien fortwährend. Womöglich befinden sich viele wie der obige Herr in der geistig-moralischen Zwickmühle, dass man nicht so genau hinschauen darf, weil sonst das ganze stimmige Weltbild wegschwimmen würde. Und so muss dieser Kämpfer gegen Rechts jegliche Opposition gegen die herrschende Meinung in Form der Rechtspopulisten mit den Neo-Nazis in die gleiche Tonne treten, die sich durch ihre Herkunft allein überlegen fühlen. Deshalb auch die Parallele zum Islam, wo es an Stelle der Herkunft die Religion ist.

Wie ehrenwert wäre die Arbeit dieses Mannes, wenn er nur diese Hohlköpfe bekämpfen würde und ihm das Licht aufginge, dass die rot-braune Soße schon wieder da ist und er sich für die zum willigen Helfer macht. Ich bin mir sicher, dass er es sogar ahnt, schließlich ist er Experte in Sachen Totalitarismus. Doch wer tauscht schon gerne die Erhöhung durch das soziale Umfeld und die Medien mit nachfolgender Ausgrenzung und Stigmatisierung.

Doch wie hat schon Kant gemeint: Nur wer frei ist, kann vernünftig handeln.

 

 

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9 Gedanken zu “Wie ticken Nazijäger?

  1. Eigentlich ist mir längst vollkommen klar, wie Linke ticken. Es gibt etliche Bücher darüber. Ich frage mich nur noch, wie man damit umgeht. Die Göttin hat ein Buch geschrieben, dass erklärt wie man „How to talk to a liberal – if you must“. Coulter hat da viel Erfahrung reingesteckt, die man hier nicht so hat, weil hier die Linke noch weniger mit sich reden lässt als in den USA. Tipps: „Always outrage the enemy.“, „Never apologize“… Das geht natürlich in den USA besser als im extremistischen Deutschland. Wer hier „provoziert“ kriegt die Wucht der Guten zu spüren.

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      1. Ja, gut. Hast mich erwischt. Eigentlich schade um die Buchstaben. Ich unterscheide nur zwischen denen, die vorsätzlich Blödsinn produzieren wie Maas oder Stokowsky, und denen, die es aus geistigem Unvermögen tun wie der im Artikel. Können vielleicht gar nix dafür. Wenn nicht, dann wär’s ja wie Behinderten-Bashing.

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      2. Ich unterscheide auch stark zwischen den Vordenkern und den Doofen. Mit den Doofen befass ich mich nur noch im Rahmen der Erreichbarkeit. Wie man die umstimmt. Das geht nicht diskursiv. Die meisten fallen, wenn man den Ton angibt. Bei den klügeren machen Diskussionen auch nur begrenzt Sinn, wenn sie wahnsinnig verlogen sind. Allerdings kommt es dabei immer auf die Zuhörerzahl an. Die Vordenker muss man bloßstellen.
        Diese Ebner z.B. ist strategisch schlau positioniert. Die kam da vermutlich selbst nicht drauf. Sie spielt den „Spektrum“-Mythos, d.h. alles, was von links zu sehr abweicht ist gefährlich. Um alle mit einem Hammer zu schlagen muss sie alle „Extreme“ formell verurteilen. Da hat sie etwas zu Islamisten gemacht und war bei den Identitären und der Rest der Karriere ist es, zu behaupten, dass die Identitären im Grunde Islamisten sind.

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    1. Ich habe festgestellt, dass man am besten ohne langes Gefasel die Fakten ganz wertfrei auf den Tisch knallt und dann mit den Schultern zuckt, als würde einen das nichts angehen. Das wirkt besonders gut, wenn man „giftige“ Wörter wie „Neger“ ganz selbstverständlich verwendet. Ich habe dann eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht, weil dann die, bei denen der allgemeine Konsens mit den eigenen Erfahrungen kollidiert, auch ganz offen reden, weil sie merken, dass sie sich nicht irgendwie moralisch positionieren müssen.

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