Wann wird Harry Potter endlich geschlechtergerecht!

Eine Franziska Feigl hat ein Problem mit Harry Potter, projiziert es aber gleich auf ihn: Expecto Klischeeum: Warum „Harry Potter“ ein Problem mit Frauenfiguren hat. Und, dass sie ein Problem mit ihm hat, dazu musste sie erst erwachsen werden, denn

Ich liebe Harry Potter. Als Kind habe ich sehnsüchtig auf die Eule gewartet, die mir die Zulassung für Hogwarts bringt, als Jugendliche jeden Film etwa drei Mal gesehen und auch heute freue ich mich noch über die „Phantastische Tierwesen“

Na, dann ist ja alles gut, denn die Frau hat nämlich ihre Bücher für eine Zielgruppe geschrieben, wo sie nicht erst bei einem Genderlehrstuhl nachfragen musste, welche Geschlechterrollen dort vorherrschen. Ihr sind die stereotypen Repräsentationen von Frauen und Männern schon früher aufgefallen, nämlich, dass

 …fast alle relevanten Figuren, die die Handlung wirklich voranbringen, sind männlich.

Ja, Mädel, wenn man nur mehr Öffentlich-rechtliches schaut und selten vor die Tür geht, dann ist man bald davon überzeugt, dass es genau umgekehrt sein muss. Denn in jedem Tatort rennt die Kommissarin dem voll geschützten männlichen Sondereinsatzkommando in Stöckelschuhen voraus, während der psychopathische männliche Kollege noch planlos die irrelevanten Spuren abarbeitet. In jeder Werbung kommen Männer so rüber, als müssten diese Vollhonks zu Hause immer noch auf ihre super intelligente Ehefrau, die eben noch eine Bank gerettet hat, warten, damit sie sich beim Müllraustragen nicht verlaufen. Dabei würden diese Karrierefrauen ohne die Errungenschaften von Männern nicht mal in Nylonstrumpfhosen, sondern im Jutesack rumlaufen. Fast wirklich alle großen Erfindungen wurden von Männern gemacht, als Ausnahme fällt mir nur Lise Meitner ein; und die Frau, die das Filterpapier erfunden hat.

Mitschüler des Durmstrang-Instituts für Zauberei kommen als „echte“, starke Männer daher, die in militärischer Manier in die große Halle des Hogwarts Schlosses einmarschieren. Dagegen schweben die zarten Schülerinnen der Beauxbatons Akademie in fließenden Seidenkleidern und weichen Bewegungen in den Saal.

Ja, Franziska. Wie bei Dir damals, als die Hormone Deine ersten Begierden angeknippst haben, stehen Mädels auch heute noch auf den coolen, harten Jungen und nicht auf den bisexuellen Waschlappen mit Diddelmaus-Schlüsselanhänger. Und wenn Frauen erwachsen sind, dann wollen sie auch nicht in Filme gehen, wo sich ein wimmernder George Clooney von einem Superweib vorführen lässt. Solche Filme wie Du sie Dir vorstellst, gibt es nur dort, wo man Zwangsgebühren dafür verlangen oder Filmförderungen abgreifen kann. An der Zahl der weiblichen Kinobesucher kann man direkt ablesen, ob sie die vorgestellten rückständigen Rollenbilder noch akzeptieren. Auch muss man kleine Mädchen nicht mit Gewalt zum Kauf von rosa Einhörnern und Prinzessinnen-Krönchen nötigen, weil sie eigentlich lieber ein Plastik-Maschinengewehr haben möchten.

Du erregst Dich auch darüber, dass für echte Zauberei an dieser Zauberer-Uni nur Männer zuständig sind, während für Frauen nur die Disziplin „Wahrsagen“ bleibt. Ich weiß nicht, was Du hast. Die Rowling bringt hier die gegenwärtige Situation an den Unis genau auf den Punkt. Rechnet man die Frauenquoten-Staffage bei den wirklich wissenschaftlichen Fächern weg, sind es wieder überwiegend Männer, die dort die bahnbrechenden Ergebnisse liefern. Da bleiben, dann nur die weiblich dominierten Esoteriker-Lehrstühle wie Gender oder Kritisches-Weiß-Sein, die sogar daran scheitern die Gegenwart angemessen zu beschreiben. Da kann sich im Vergleich jeder Wahrsager noch seriös nennen.

Nur bei der Neubesetzung von Stellen ist die Rowling noch etwas rückständig, weil die Frauen immer erst zu einem Posten kommen, wenn ein männlicher Vorgänger verstorben ist. Da hat man es heute natürlich mit Frauenquote etwas leichter, weil da sogar Stellen lieber leer bleiben, bis sich überhaupt eine qualifizierte Frau findet, anstatt einen männlichen Bewerber einzustellen. Hätte sich die Rowling diese Gegenwart zum Vorbild genommen, würden sie in Hogwart höchstens lernen, wie man bunte Taschentücher aus dem Ärmel zieht oder den einen oder anderen Kartentrick. Wäre gegen Voldemort eher wenig hilfreich und das böse Ende käme nicht erst nach 90 Minuten.

Und dann lässt Du Dich über die Rolle der Hermine Granger, der Freundin von Harry Potter, aus, denn sie ist die richtige Streberin, muss sich ihr Können hart erarbeiten, während die Jungs draußen Quidlisch spielen und ihnen alles einfach so zufällt. Frag Dich mal, warum Lisa Simpson den gleichen Charakter verkörpert und nicht eine rotzfreche, nasenbohrende Göre ist neben einem wohlerzogenen Bart. Es ist wie im richtigen Leben: Die Überflieger und Volltrottel sind eben meistens männlich, während sich die Frauen eher um die Mitte verteilen. Komisch, dass sich Männer und auch Jungen bei Filmen nie darüber beschweren. Könnte damit zusammenhängen, dass sie das in der Realität eben auch so antreffen.

Zum Schluss schreibst Du:

Hermine ist nicht nur intelligent und belesen, sondern vor allem mutig und tapfer. Vor gefährlichen Situation weicht sie nicht zurück, sondern stellt sich diesen. Ganz sicher hätte es ohne Hermine Granger keine siebenteilige Buchreihe gegeben, da dieser andernfalls die Hauptfigur durch frühzeitigen Tod abhandengekommen wäre.

Natürlich sind die Unmengen männlichen Akteure nur dazu da, dass niemandem auffällt, dass alleine Hermine den ganzen Laden schmeißt und das Buch bzw. der Film nur deswegen Harry Potter und nicht Hermine Potter heißt. Wie immer haben es auch hier im Film wie im echten Leben die Frauen wesentlich schwerer. Das hast Du sicher schon in Deiner Kindheit in Grimms Märchen erfahren, wo Dornröschen einen bösen Zauber erleidet, während sie der Prinz nur noch retten muss. In den neueren Versionen hat man es ja rausgeschnitten, dass man die 99, die dabei versagt haben sie zu retten, enthauptet und deren Köpfe auf Pfähle aufgespießt hat. Für einen ungefragten Kuss auf Dornröschens Mund würde sich eh kein Mann mit Verstand mehr hergeben, weil man ihn gleich wegen sexueller Belästigung vor Gericht zerren würde.

Diese Franziska bringt das übliche Gejammer und kritisiert eine Frau, die mehrere tausend Seiten spannende Unterhaltung geschrieben hat, während genau ihr Typ Frau nichts zuwege bringt, was irgendeinen Mehrwert erzeugt und zwar nur, weil sie angeblich die Männer nie lassen und immer das Opfer sind. Das ist so Standard, dass eine Frau sogar ein Buch mit dem Titel geschrieben hat: Schuld sind immer die anderen.

Und dann kommt die weibliche Logik einer Franziska. Hier lässt sie die Rowling in der Ich-Form sprechen:

Ich stelle mir dann vor, ich säße vor einem leeren Blatt Papier und alles ist möglich. Ich könnte eine Gesellschaft ganz nach meinen Wünschen erschaffen, ganz anders als die, in der ich selbst lebe; ich habe die Möglichkeit, eine geschlechtergerechte Welt entstehen zu lassen. Aber ich tue es nicht. Warum nicht? (…)

Ich weiß es natürlich nicht. Aber ich sehe, welchen Einfluss die Bücher bis heute haben: (…)

Dann sieht Sie das Buch als vertane Chance, weil die Mädels nicht in der hohen Zauberwelt repräsentiert sind.

Wäre es nicht wunderbar, wenn Mädchen ihr eigenes Geschlecht auf allen Ebenen der Gesellschaft repräsentiert sehen könnten, nicht nur in der Muggelwelt, sondern auch in der Welt der Zauberei?

Nein, Franziska. Der Bücher wie Harry Potter indoktrinieren nicht die Kinder, damit sie diesem Rollenbild nachhängen, sondern sie repräsentieren genau das überwiegende Rollenbild, das biologisch in Mann und Frau steckt. Zum Glück dürfen beide Geschlechter heute die Rolle einnehmen, die sie wollen, doch wenn man ihnen die größte Freiheit lässt, dann wählen Frauen trotzdem wieder Frauenberufe und die Frauenrolle. Wenn man mit Frühsexualisierung und Indoktrination das zu ändern versucht, dann bekommt man nicht Erwachsene, die dann „gender-fluid“ locker zwischen den Geschlechtern hin und herwechseln, sondern welche, die einen vollen psychischen Dachschaden haben.

Solange es noch einen freien Markt gibt mit echtem Angebot und echter Nachfrage, dann werden die erfolgreichsten Filme immer welche sein, die die Rollenklischees bedienen. Erst wenn man Bücher und Drehbücher bei den weiblichen Gerechtigkeitsfimmlern wie Franziska Feigl im sozialistischen Kulturministerium vorlegen und absegnen muss, dann sieht Hermine Granger so aus und kämpft gegen der/die/das da.

 

 

 

6 Gedanken zu “Wann wird Harry Potter endlich geschlechtergerecht!

      1. Ich wette, dass wird uns jetzt ausgelegt als „Rassenschande“-Vorwurf. Ist es aber nicht. Ein beträchtlicher Teil von Frauen steht auf exotische Männer. Das ist ok. Problematisch wird es nur, wenn alle anderen Sachen dafür zerstört werden. Frau darf gerne einen Engel im Urlaub angeln, so sie denn dorthin zieht.

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  1. Ich darf alle HP-Fans auf das Fan Fiction Projekt „Die Unbestechlichen – ein Hogwarts-Thriller“ hinweisen, von Fermand alias M. Kleine-Hartlage. Da wäret mit politischer Korrektheit aufgeräumt!

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