Ist Merz von langer Hand vorbereitet?

Vera Lengsfeld hatte früher schon einmal zusammengefasst wie Angela Merkel nach der Wende nach oben gefallen ist. Nicht durch besondere Fähigkeiten, sondern, weil man alle hinderlichen Personen für sie aus dem Weg geräumt hat und durch inneres und praktisches Parteienhopping auf den richtigen Zug aufgesprungen ist, der nach oben führte. Sie hat sich nicht zu früh festgelegt und positioniert., wie eine graue Funktionärin ist sie durchgeflutscht. Nun tritt plötzlich ein Friedrich Merz auf den Plan und (fast) alle CDU-Wähler freuen sich, dass die CDU wieder ein konservativeres Bild bekommen könnte. Doch auch unter den Konservativen im Land kommt auf den Tisch, dass Merk Vorsitzender der Atlantikbrücke ist und im Aufsichtsrat des größten Finanzdienstleisters der Welt sitzt, BlackRock. Sicher noch kein wirklicher Makel, eher von Vorteil, denn er gilt auch in Europa als gut vernetzt und weiß sicher über die Abläufe in den Hinterzimmern Bescheid. Als es um die Lobbyarbeit ging, nach der Finanzkrise die Banken nicht allzu sehr zu knebeln, was auch nicht geschehen ist, dann dürfte er mit seinem Arbeitgeber und seinen guten Kontakten sicher nicht unbeteiligt danebengestanden sein. Jahrelang hat Merkel alle Konkurrenz beiseitegeschoben und etablierte das Merkel-System, das sie im Grunde am Parlament vorbei zur Alleinherrscherin machte. Gleichzeitig scharte sie willige Vasallen um sich, die auch mit entsprechenden Posten belohnt wurden, die SPD selbst war und ist der größte davon und läuft durch diese Umarmung inzwischen blau an. Hat man vielleicht vor Jahren schon weitergedacht, als man den damals geschassten Merz in so einflussreiche Positionen gehievt hat? Er war wohl die meiste Zeit besser im Bilde als jeder Abgeordnete. Kann es nicht sein, dass man wusste, dass es eine Zeit nach Merkel geben würde und Merz einfach schon die passenden Eigenschaften auf sich vereinigte: Macht- und selbstbewusst, überdurchschnittlich intelligent, sympathisch und ein guter Redner. Hat man damals schon erkannt, dass in Zeiten des schnelllebigen Internets auch Ausstrahlung und ein unverbrauchtes Äußeres nötig sind, um in dieser Zeit gewählt zu werden? Inhalte treten völlig in den Hintergrund, was man an einem Habeck sieht, der von den Medien zusätzlich zum „Philosophen“ in der Politik hochstilisiert wird. Frauen machen die Hälfte der Wähler aus, obwohl sie sich selbst wesentlich weniger für die Politik selbst interessieren, sodass Merz auch diese besonders ansprechen dürfte. Obwohl die CDU und die SPD zum großen Teil aus Gestalten zum Fremdschämen sind und durch die Anbiederung an Merkel schon verbraucht erscheinen, gibt es Zweifel, dass er am Parteitag genügend Unterstützer finden könnte. Man hat über die Jahre willfährige Parteisoldaten und Klatschhasen geschaffen und jeder Merkelkritiker konnte sich sicher sein, dass er sich mit Widerworten seine politische Zukunft verbaut. Das überträgt sich auch auf die jungen wie einen Philipp Amthor und Kevin Kühnert, die sich zwar mit jedem Windhauch in eine neue Richtung biegen, sich konkret aber nicht auf einer Seite festzunageln lassen. Man merkt, dass sie vom Rest ihrer Beute, ihren zerbröselnden Parteien, noch etwas abbekommen wollen. Jedem der Politik über die Jahre verfolgt hat, merkt auch bei Merz, dass ihm ohne eigenes Zutun wie damals bei Merkel freiwillig oder unfreiwillig der Weg freigeräumt wurde und er nun eher farblose Typen als Konkurrenz hat. Wenn man einen Laschet ins Rennen um den Parteivorsitz schicken kann, einen Speichellecker und ein Windspiel par exellance und sogar noch Chancen hat gewählt zu werden, dann ist man wohl zu weit gegangen, um den Weg für Merz freizubekommen. Die SPD ist schon seit mindestens zwei Jahrzehnten ein Club von machthungrigen Parteisoldaten, die auf Gedeih und Verderb der Partei ausgeliefert sind, weil sie nix können, was in der freien Wirtschaft nachgefragt würde. Nun hat sich aber auch die CDU in so einen realitätsfernen Verein verwandelt, wo der eigene sichere Posten mehr zählt, als die Inhalte der Partei oder gar der Bürger. Für die Delegierten werden immer noch genug Posten abfallen, wenn man einen entsprechenden Mentor hat. So dürften die Delegierten aus dem größten Landesverband, den in NRW, für Laschet stimmen. Wer verzichtet schon gerne auf den notwendigen Draht nach oben, wenn es um die eigene Karriere geht. Ein Jens Spahn hat einfach noch nichts in der Richtung zu bieten, sondern ist selbst noch darauf angewiesen. Dass Merkel eine Kramp-Karrenbauer als mögliche Nachfolgerin installiert hat, läuft dem Zeitgeist völlig zuwider. Wer wählt schon eine graue Allerweltsfrau mit der Ausstrahlung von zwei Quadratmetern Pressspan, auch wenn sie das Fachwissen hätte? Vielleicht hat man es bei der Gestaltung des passenden, ungefährlichen Umfeldes für Merz einfach zu weit getrieben, denn die Delegierten werden jetzt nicht mehr wählen, was vermeintlich gut für die Partei ist oder wieder mehr Stimmen bringt, sondern was gut für das eigene Fortkommen ist. Bei der Wahl zum Parteivorsitz kann man das bringen, wenn es um einen Gegenspieler zum zukünftigen Kanzlerkandidaten Habeck geht, dann wird man an Merz nicht vorbeikommen, um dem Zeitgeist von jung, dynamisch, fotogen nicht entgegenzustehen. Natürlich werden die links-grünen Medien versuchen ihn rechtzeitig zu demontieren, doch an den letzten Wahlergebnissen lässt sich ablesen, dass der linke Block eben nie mehr als ein Drittel der Wähler mobilisieren kann. Die Unterstützer von Merz aus der Atlantikbrücke und der Finanzindustrie, denen er dann sicher etwas schuldig ist, werden diesen langen Atem haben. Merkel hat fast zwanzig Jahre daran gearbeitet das Feld zu bestellen, um die Nationalstaaten zu schwächen und ihre Souveränität zu Gunsten der EUdSSR auszuhöhlen, was mit der Unterschrift unter den Migrationspakt seinen Höhepunkt finden wird. Da kommt es nun auf zwei, drei Jahre mehr auch nicht mehr an, um den Oberlobbyisten an die Spitze zu befördern.

Für die links-grünen Medien ist Merz das Mittel, um die AfD weiter herunterzuschreiben und ihr Ende vorherzusagen, weil nun jetzt wieder alle Protestwähler zur CDU überlaufen. Die Politik flankiert das noch mit der geforderten Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz, um sie möglichst unwählbar erscheinen zu lassen. Die linksgeleiteten Medien werden Merz schon noch rechtzeitig an den Karren fahren, damit die Wähler zu ihrem Liebling Habeck weiterwandern.

In einem Interview sagt Merz, dass man nicht damit gerechnet hat, dass das Sinken der Kreditzinsen bei der Einführung des Euro dazu führen könnte, dass sich die südlichen Länder dermaßen verschulden könnten, ohne die staatlichen Strukturen abzuspecken. Hier krankt die Planwirtschaft im Politikbetrieb. Man denkt nicht daran, dass sich Dinge über Jahre überhaupt verändern könnten, die leben immer in der Gegenwart ihrer Entscheidungen bei einem überschaubaren Horizont. Die Mietpreisbremse war so ein Fall. Jeder halbwegs intelligente Mensch hätte voraussehen können, wie Vermieter und Investoren darauf reagieren, wenn man gleichzeitig noch täglich einige hundert Leute zuwandern lässt, die sich erst recht keine Miete leisten können. Man baut hochpreisige Mietwohnungen und saniert nach oben und knebelt dann die Kommunen mit horrenden Mieten, weil sie die Migranten ja irgendwo unterbringen müssen. Die Wohnungen, wo eine Mietpreisbremse wirken würde, verschwinden einfach bzw. keiner beschwert sich über eine überhöhte Miete, weil man froh ist, überhaupt ein Dach über den Kopf zu haben. Das konnte sich natürlich keiner aus der politischen Wohlfühlzone vorstellen, dass das so läuft.

Man hat bei der Planwirtschaft im Politikbetrieb zumindest so viel gelernt, dass man einfach nur mehr unauffällig die Rahmenbedingungen schafft, dass es zumindest keine bösen Überraschungen für die Politeliten gibt. Inzwischen braucht man jedoch Zwangsmaßnahmen wie Zensur, Unterdrückung unliebsamer Meinungen, Zerstörung der Lebensgrundlage, Diffamierung und ANTIFA-Gewalt, damit das Pendel nicht über diesen Rahmen hinausschlägt. Merz wäre eine Person, mit der man zum einen das Pendel etwas bremsen und zum anderen eine Marionette installieren kann, um das Projekt der Globalisierung so weiterzutreiben, bis es endgültig kein Zurück mehr gibt.

Stellt man Vermutungen an wie ich hier, dann darf man nicht außer Acht lassen, dass man notwendigerweise immer Recht behält, egal was kommt, weil es ja wohlbegründet ist. Niemand kann aber im Nachhinein sagen, ob es sich dann um Kausalitäten oder nur um Korrelationen handelte, solange man nicht in die inneren Kreise schauen kann. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass die Transantlantiker einfach untätig zuschauen, wer in das Machtvakuum nach Merkel stößt?

 

6 Gedanken zu “Ist Merz von langer Hand vorbereitet?

  1. Du hast recht. Der ist zwar nicht mehr der jüngste, sieht aber jünger aus als er ist.

    Ich halte ihn auch nicht für einen Wirtschaftsliberalen. Du wirst mal sehen, der wird nichts Privatisieren, keine Regulierungen abbauen und auch keine Bierdeckelsteuererklärung ermöglichen. Stattdessen koaliert er mit den Grünen und fährt hauptsächlich sozialistische Politik, vielleicht kombiniert mit Sozialabbau, und nennt das dann konservativ. Gleichzeitig wird die Staatsquote sogar noch steigen und regierungsfreundliche Medienhäuser schamlos direkt subventioniert. Sozialistische Preissetzungspolitik wie bei den Mieten ist auch im Köcher, weil man, wie du richtig schreibst, bei BlackRock einfach in Luxusbuden investieren kann, die die Gemeinde dann für Einwanderer abkaufen.

    Relevant für die Atlantikbrücker, die in den USA noch mehr verhasst sind als hier, ist, dass er Merkels katastrophalen pro-iranischen Kurs stopt. Mit Juncker geht ein Architekt des antiamerikanischen EU-Kurses bald in Rente. Federica Mogherini steht auch nicht mehr als EU-Außenministerin zur Wiederwahl. Da wird das Schiff wieder etwas gedreht.

    Die SPD verliert aber in den nächsten Jahren. Und die Medien gehören der SPD, auch wenn die Herzen bei den Grünen sind. Der Sozialabbau wird zu einer punktuellen Kritik an Merz führen aber nicht in den Politikbereichen, die Konservative interessieren. Läuft es ganz schlecht für Merz, übernimmt der AKK-Apparatchik. Die ist sogar noch formbarer als Merz. Für die Atlantikbrücker ist es fast schon wurscht.

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  2. Ich halte Merz auch nicht für wirtschaftsliberal und er wird genau den gleichen EU-sozialistischen Kurs weiterfahren, denn nur so können Bankengewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.

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    1. derwaidler: „…EU-sozialistischen Kurs weiterfahren, denn nur so können Bankengewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.“

      Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren, nenne ich Kapitalismus in Reinstkultur, dass hat mit Sozialismus nun wirklich nichts zu tun. Wie man in F. Merz einen Sozialisten wittern kann, grenzt schon an Paranoia! Merz wird wirtschaftsfreundliche Politik hoch drei machen d.h. Steuern runter für große Unternehmen, Steuern rauf für Otto-Normal-Verbraucher und Kleinunternehmer.

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      1. Kapitalismus wäre, wenn es auch einen Kreditmarkt oder Energiemarkt gäbe, der nicht durch Niedrigzinsen bzw. Subventionen verzerrt würde. Dadurch gibt es in Europa Unmengen an „Zombieunternehmen“, die nie auf einem freien Markt bestehen könnten. Dazu kommen Regulierungen und Auflagen, die für alle gelten; vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Großunternehmen. Fragen sie sich mal, warum es keine kleinen Metzgereien mehr gibt. Der ganze Quoten- und Dokumentationsplunder und die hohen Lohnnebenkosten sorgen dafür, dass man es Leuten, die sich selbstständig machen wollen, möglichst schwer macht. Die Folgen sind lohnabhängige Arbeiten mit niedrigsten Löhnen und auf der Gegenseite Riesengewinne für wenige und ein Heer wirklich Unproduktiver, die von Steuergeldern leben und von der Kontrolle des Ladens. Das würde ich Sozialismus nennen.

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