Kein Plan B.

Ich bin ja gerade auf Reha und irgendwann hat man einen Überblick, wie man die Leute in einzelne Gruppen einteilen kann. Heute hatte ich dazu noch ein Gespräch mit ein paar Männern am Tisch, was auch sehr aufschlussreich war: Man kann sagen, dass alle Patienten, die einen mit Lungen-, die anderen mit orthopädischen Problemen, in zwei weitere Gruppen auseinanderfallen und so fast ein Spiegelbild der Gesellschaft abgeben und für mich auch bestimmte Wahlergebnisse erklären. Die Reha ist vor allem darauf ausgelegt, dass man zu Hause sein Leben so richten kann, dass man trotz Einschränkung gut leben kann. Dazu ist aber Eigeninitiative gefragt. Da sind Leute, die zum Beispiel schon mehr als 30 Jahre bei BMW gearbeitet haben und wissen, dass sie eben zu viel geraucht haben oder zu viel auf den Rippen haben. Die machen alles ohne murren mit, wissen dass sie hier nicht als Neugeborene abreisen und suchen sich einfach das so zusammen, dass sie noch ein paar Jahre ein einigermaßen gutes Leben haben. Die gehen davon aus, dass der Arzt sich auskennt, es aber im Grunde an ihnen selber liegt und machen niemanden für ihre Lage verantwortlich. Die reden gar nicht darüber, was ihnen genau fehlt, ist eben so. Die bilden die eine Gruppe.

Die andere Gruppe besteht zu größten Teil aus Frauen. Da findet man dauernd Ausreden, warum man diese oder jene Übung nicht machen kann und wenn es 20 Fahrradergometer gibt, dann brauchen sie das 21-igste, weil angeblich ein Fuß um 2 cm kürzer ist als der andere oder der Sattel am Hintern zwickt. Ich habe im Vorbeigehen gehört, wie sich eine beschwerte, warum eine Massage so kurz vor dem Mittagessen wäre. Da wird über diese und jene Ärzte diskutiert, wo man schon überall war, dabei würde es reichen, wenn man sie mal vor dem Spiegel stellt und sagt: Du schaust aus wie eine Sau, das kann auch kein Gelenk aus Gusseisen tragen. Stattdessen lassen sie sich hinten und vorne bemuttern und irgendwie sind immer die Umstände schuld. Da kommen knapp 50-jährige mit Kampfgewicht, Rollator und Sauerstoff an und dann muss alles passend verrückt werden, damit es ihnen passt, schaffen es aber in jeder längeren Pause in die Fußgängerzone zu watscheln, um sich eine zu rauchen.  Alles wird verdrängt, wo man selber dafür verantwortlich wäre, damit  es besser wird. Die machen den Eindruck als hätten sie jetzt einfach besondere Ansprüche darauf, dass man sie hier gefälligst ohne eigenes Zutun wieder passend hinmodelliert.

Und das passt genau zu dem, was man heute politisch sieht. Da freuen sich alle über Habecks tollen Vorschlag vom Einkommen ohne Gegenleistung oder darüber alle und jeden zu kontrollieren, welches Auto er fährt, was er isst oder was er im Fernsehen anschaut, damit es am Ende allen besser geht. Ich will ohne eigenes Zutun versorgt werden und alle andern, am besten die ganze Welt, haben auch ein Anrecht darauf, egal, ob das nun auf die Dauer negative Auswirkungen hat oder nicht.  Da die auch hier in der Klinik in der Überzahl sind, hat man es als „Aktiver“ etwas schwerer, so wie im richtigen Leben.

Nun hatte ich mit der ersten Gruppe ein interessantes Gespräch. Während die „Staatgläubigen“ noch freiwillig alle hinzuhängen, die die Vorgaben nicht befolgen, versucht der Rest natürlich bestimmte Gängeleine zu umgehen. Einer erzählte, dass man bei ihnen in der Umgebung Metzgereien und Wirtshäuser mit Auflagen, Nichtraucherregelungen und Schreibkram so gegängelt hat, dass die zugesperrt haben und rein äußerlich scheint alles verschwunden. Doch er ist dann mal mit einem Bekannten zu einem abgelegenen Vierseithof gefahren, die hatten im hintersten Winkel eine völlig verrauchte „private“ Wirtsstube, wo die hingehen, die sich normal im Wirtshaus getroffen haben. Die gibt es schon jahrelang und jeder kann sich darauf verlassen, dass da nix nach außen dringt. Die rechnen auch damit, dass es in ein paar Jahren in Deutschland ungemütlich werden könnte, jeder einen Plan B hat und alle sind „gut ausgestattet“, sollten dort mal Neubürger in einer Horde versuchen, einfach ein Haus zu kapern, wie man es aus Italien schon kennt. Die sind alle mindestens 40, die meisten aber mindestens 50.

An dem Tisch, an dem ich heute ganz zufällig mit fünf anderen Männern saß, waren alle gut informiert. Die sagten alle, dass der NSU ein riesen Witz sei, die wussten, wer alles früher bei der SED war und heute wieder einen guten Posten hat und einiges mehr. Das war sehr überraschend. Und bis auf einen sagten alle, dass sie entweder keinen Fernseher mehr hätten oder ihn alle heilige Zeiten einschalten. Und ich wurde darin bestätigt, dass ich glaube, dass nach uns eine Generation kommt, die völlig staatsgläubig ist und so naiv ist zu glauben, dass alles auf Jahre so locker ohne Veränderungen weiterginge wie jetzt. Da erzählte einer, dass Freunde, die um die 30 sind, sich riesige Häuser bauen, weil ja die Kredite so billig sind. Schaut man nach, dann kosten solche Häuser ohne Grund schon über 300000.-€, wo die dann 30 Jahre abzahlen. Die bauen aber wie mir auch schon aufgefallen ist so, als wäre das Haus was zum Vorzeigen und sich darin alles von selber erledigt, nachdem man in einem Elternhaus aufgewachsen ist, wo man meinte, dass Wärme, Strom oder Wasser einfach beim Bau schon in die Wand mit eingebaut worden wäre, mittags Essen auf dem Tisch steht oder es „komischerweise“ nie verdreckt. Die bauen sich Häuser mit Edelstahlgeländer an den Treppen und ganze Küchen aus Edelstahl, wo man jeden Fingerabdruck sieht. Da ist die Ehefrau wie der erzählte schon ziemlich sauer, weil sie dauernd am Putzen ist und man sich zusätzlich noch ein 5m hohes Fenster über zwei Stockwerke eingebildet hat. Ich selbst hab Häuser gesehen vom Architekten geplant. Wie kann man, wenn man im Grünen wohnt, in eine Küche oder in Kinderzimmer Fenster setzen wie in einer Garage, am oberen Rand, 40 cm hoch. Sieht nicht nur beschissen aus, sondern ich kann höchstens in den Himmel gaffen. Die haben eine „Esshalle“, wo dann ohne Türen alles offen ist in andere Räume bis in den ersten Stock. Da kann man sich ja nicht mal aus dem Weg gehen oder mal was längere Zeit liegen lassen. Dafür hat sich die ihr Büro im Keller eingerichtet, sie sagte, sie wäre noch nicht zum Auspacken gekommen. Als ich den Raum sah, wieder mit diesem Garagenfenster, da dachte ich, dass man da praktisch und ästhetisch ein ziemliches Defizit haben muss, wenn man glaubt, dass da irgendjemand arbeiten möchte.

Da sind also junge Leute, die sich bei der heutigen Lage 30 Jahre ein Haus ans Bein binden, wo man nur eins und eins zusammenzählen muss, um zu sehen, dass man da höchstens untergebracht ist aber einfach nicht leben kann. Die sind bis Oberkante mit Raten geknebelt und haben sich keinerlei Ausgang gelassen. Die hocken vor der Glotze, sehen was von Migrantengewalt und Problemvierteln und gehen dann beruhigt ins Bett, weil sie die GRÜNEN wählen, die das Problem für die ganze Welt lösen werden, und wenn nicht, dann bleibt das wenigstens in Neukölln oder Duisburg-Marxloh. Ich hab´s selbst gehört. Die glauben wirklich, dass das einfach dort bleibt. Die glauben wirklich, dass ein Staat noch Jahrzehnte einfach Geld verschenken kann und beliebig die Steuern erhöhen,  während halb Südeuropa unter Arbeitslosigkeit und Staatsschulden zerbröselt. Sogar eine Bankmitarbeiterin, die kurz vor der Rente steht, sagte mir, obwohl das ihr Geschäft ist, dass ihr immer ganz schlecht wird, wenn sich da junge Leute mal eben 300 000.-€ oder mehr als Kredit nehmen, egal wie gut die gerade verdienen.

Jeder, der alt genug ist, spürt, dass es schon bedenklich im Gebälk knarzt und man im Falle des Falles einen Plan B im Hinterkopf haben sollte. Doch es wächst eine junge, naive und staatsgläubige Generation heran, die möglicherweise ins Verderben rennt, wenn man politisch nicht deutlich umsteuert.

So fand auch folgender Ausspruch allgemeine Zustimmung am Tisch: Die Deutschen machen immer alles perfekt. Und, wenn sie Scheiße bauen, dann sogar das noch perfekt.

 

 

4 Gedanken zu “Kein Plan B.

  1. 300kEUR Kredit, das sind 800-1.000EUR monatliche Rate, weswegen man sich dann kein Kind leisten kann, weil beide Vollzeit dafuer arbeiten muessen. Fuer wen kaufen die eigentlich ein Haus? Und warum muessen die ein Haus kaufen, wenn sie meist selbst ein Einzelkind sind? Wenn die ihr Eigenkapital (20%) von 75kEUR zu z.B. 6,75%
    https://www.bloomberg.com/quote/ALZAH2E:LX in Dividendenpapiere und internationale Anleihen anlegen wuerden, haetten sie 420EUR im Monat an zusaetzlichem Einkommen. Damit kann man ein weiteres Kind durchfuettern. Sinnvoller waere es sich beizeiten einen guenstigen Schrebergarten zu suchen, in dem man das noetigste selbst anbauen kann.

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    1. Ich sage ja Datscha. Wobei sie bei uns vorhaben die Schrebergärten wegzureißen. Wobei 375k ist ja garnichts. Bei uns kosten schon Reihenhäuser mit Minigarten um die 550—600k. Und auch für ältere Reihenhäuser zahlst du ähnliche Preise, dann mit vernünftigem Garten.

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      1. Mein Vermieter hier hat sage und schreibe 14 Wohnungen a je ca. 100qm, nach europaeischem Standard, mit grossen Swimmingpool in der Mitte, alles zusammen fuer knapp 500kUSD gebaut. Knapp 500USD Miete, „warm“ (also warm ist es hier fast immer, fuer kalt braucht man eine eigene Aircon).

        Mein ehemaliges Elternhaus wird fuer 650kEUR angeboten (in einer Siedlung von ca. 100 fast gleichen Haeusern):
        https://www.immobilienscout24.de/expose/95915536#/

        Man muss jetzt nicht lange rechnen, um zu sehen, was die bessere Investition ist.

        So etwas hatte ich damals, und viel zu billig unter Zeitdruck verkauft.
        https://www.immowelt.de/expose/2MT2Q4N

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