Irren-TV

Durch meine Reha habe ich zwar am Zimmer kein Internet, habe aber das Vergnügen mal Fernsehprogramme und Sendungen zu sehen, die ich nur vom Hörensagen kenne. Da gibt es Sendungen wie Köln 503-irgendwas und Berlin 123-blabla, Frauentausch und diverse Sendungen, wo der Inhalt darin besteht, dass Laiendarsteller sich pausenlos anbrüllen und Fäkalworte an den Kopf schmeißen. Wer sowas mehrere Stunden am Tag erträgt, der muss ein Stadium erreicht haben, wo man mit halb offenem Mund und leerem Blick auf die Glotze stiert, während der Sabber aus dem Mundwinkeln rinnt. ARD und ZDF kommen finanziert durch Zwangsgebühren zwar scheinbar seriöser daher, doch man verkauft dem Zuseher mit ernster Miene wirklich den größten Schwachsinn. Schon das Morgenmagazin bildet da ein Highlight, zum Beispiel heute wieder.

Da wird berichtet, dass jetzt der zweite Band eines „wahnsinnig“ erfolgreichen Buches erschienen sei. Bei dem Werbespot dazu räumt ein Mädchen nach und nach ein Bücherregal aus, bis nur mehr ein paar übrig bleiben. Das sind die, in denen Mädchen als Helden dargestellt werden. Und jetzt kommt endlich das Buch mit den Biographien der großen weiblichen Helden und als Beispiel werden genannt: Malala und Beyoncee. Hilfe! Als Kind hatte ich ein Buch, da waren Geschichten über Scott und Amundsen drin, über Neil Armstrong, Edmund Hillary oder die Gebrüder Wright. Und die Mädchen bekommen jetzt als Gegenstück die zwei obigen weiblichen Lichtgestalten.

An dem großen einsamen Kampf für Mädchenrechte von Malala darf durchaus gezweifelt werden. Mit Quellen belegt kann man das in einem Buch von Gerhardt Wischnewski nachlesen. Man hat damals aktiv nach so einer Person gesucht, doch den meisten war das zu gefährlich. Jetzt darf man davon ausgehen, dass die als Gegenleistung nicht verlangt haben sich in den Kopf schießen zu lassen und trotzdem war es den meisten in einem islamischen Land zu gefährlich. Ist doch seltsam, dass an dem Tag, an dem Malala angeschossen wurde, sofort Sanitäter vor Ort waren und sie in ein Armeekrankenhaus brachten. Eine einheimische Frau in einem islamischen Land? Und nach wenigen Wochen war sie vollkommen genesen oder jegliche Spätfolgen und Narben und nahm die PR-Arbeit für Mädchenrechte auf. Glaubt jeder. Was an Beyoncee heldenhaft sein soll verstehe wer will. Die beklagte sich darüber, dass US-Polizisten aktiv Jagd auf Schwarze machen und unterstützte aktiv „Black-Lives-Matter“, die gepuscht durch diese völlig überzogene und im ganzen auch wahrheitswidrige Behauptung durch die Medien, dann selbst aber einen Auftritt hatte mit einer Armada an martialischen Polizistendarstellern. (Hintergründe hier)

Just am Tag der Morde von Dallas (7. Juli 2016) erwies die Pop-Diva Beyoncé dem Kriminellen Alton Sterling Reverenz und kürte ihn zu einer Art Ikone des antirassistischen Protests. Der offene Brief enthielt eigentlich nur das übliche Wischiwaschi-Gewäsch.61 Zuvor hatte sie auch Michael Brown aus Ferguson geehrt, von dem es fälschlich hieß, er sei aus rassistischen Motiven von einem Polizisten getötet worden. Seitdem wurde sie von vielen als das Promi-Gesicht von Black Lives Matter gesehen und verehrt. Anlässlich des Super Bowl im Jahr 2016 trat „Queen B“ mit anderen schwarzen Frauen in Black-Panther-ähnlichen Uniformen auf.62Politisch korrekte Medien waren begeistert und lobten Beyoncé für die Verbreitung der Botschaft: Black Lives Matter.63  (hier)

In ihren Videos ballert sie rum und zerschlägt singend mit dem Baseball-Schläger die Scheiben parkender Autos. Da heuchelt sie einen Kampf für die Rechte der schwarzen und gegen deren Unterdrückung, lässt sich aber die eigene Haut bleichen, um sich von ihnen abzusetzen. Dazu hat sie ein Modellabel und lässt die Stücke in Sri Lanka mit Hilfe von Kinderarbeit fertigen. Tolles Vorbild und wie heldenhaft. Da könnte man Bücher für Jungen kreieren, in denen man Leute wie Berlusconi oder Justin Biber als Helden verkauft. Wäre sicher ein ebensolcher Verkaufsschlager. Meistens verkauft man uns Umwelt- oder Politaktivistinnen als weibliche Helden, der Unterschied zu den männlichen ist jedoch, dass die Frauen meist gefahrlos von NGOs flankiert PR-Arbeit machen, während Männer für ihre Ziele meist persönliche, finanzielle oder gesundheitliche Risiken eingehen. Im Morgenmagazin ist das aber kein Thema. Da steht Beyoncee auf der gleichen Stufe wie Neil Armstrong.

Die gleiche Sendung propagiert dann aber zugleich extensive Frauenförderung, um sie nach oben zu hieven. Und weil das noch nicht reicht, beschäftigen sich die gleichen letzte Woche mit Gendergerechtigkeit und 50 Geschlechtern, weil das Geschlecht nicht biologisch ist, sondern vom Patriarchat anerzogen ist und man die traditionellen Geschlechterrollen aufbrechen müsste. Der Witz in einem Beitrag darüber war, dass den Machern, zwei Frauen, die Selbstwidersprüchlichkeit gar nicht aufgefallen ist. Sie beschwerten sich darüber, dass auf allen Frauenzeitschriften ausschließlich Frauen dargestellt werden. Irgendwelche Promis oder Adlige. Liegt vielleicht daran, dass man es trotz eines medialen Sperrfeuers nicht geschafft hat, diese Frauen umzupolen. Das Goldene Blatt und Frau im Spiegel gab es schon zu meiner Kindheit und die Mädels von damals kaufen jetzt die gleichen Käseblätter, wenn sie alt genug sind. Die beiden Damen hätten sich mal einen Werbeblock ansehen sollen, bei dem Sender, der sie bezahlt. Ich habe es heute mal ausgiebig getan. Männer werden durchweg zu Trotteln gemacht, sobald zusätzlich eine Frau im Werbespot auftritt. Doch die Spots für Frauen sprechen ausschließlich die Kümmerermentalität der Frauen an, sogar noch mehr als vor einigen Jahren. Damals verband man das Produkt immer mit der gestressten Managerin, heute ist man auf das traditionelle Rollenbild zurückgekehrt. Was ich heute gesehen habe: Frauen wollen reine, weiße und duftende Wäsche, Zaubermittel aus der Drogerie, damit sie vom Kanapee hochkommen und hydroaktive Nachtcremes, damit sie dem Traummann faltenfrei unter die Augen treten können. Frauen sind eben nicht die Managerinnen aus dem Fernsehen, die gestresst alle Männer im Anzug nur bloß dumm rumstehen und linksliegen lassen, sondern Frauen wollen sich wie schon vor 1000 Jahren mit Hilfe ihrer weiblichen Reize eine gute Partie angeln. Da kann sie sich dann in seinem schicken Haus allein und nicht von Arbeit behelligt entspannt aufs Sofa werfen und in die Mon-Cherry-Praline beißen. Das ganze Gender- und Feministengesülze interessiert nur eine marginale Minderheit, die einfach zur Leitmeinung aufgeblasen wird. Die ist so gering, dass keine Firma es als lukrativ ansieht, für die überhaupt ein Nischenprodukt anzubieten. Aber täglich läuft die Propaganda rauf und runter, als wären wir morgen schon eine Gesellschaft von Androgynen. Gleichzeitig laufen auf allen Billigsendern die männlichen Laiendarsteller tätowiert im Muskelshirt rum, während die Frauen auch untertags mit dem Stringbikini in der Bude rumhängen, tratschen und meckern wie echte Frauen und sich ihrem Angebeteten am Ende doch an den Hals werfen.

Auch bei der Spielzeugwerbung ist nix mit „genderfluid“. Buben wollen die Eisenbahn, Mädchen das rosa Einhorn und Frauen, die das anderes sehen und glauben, sie würden ihrem Kind etwas Gutes tun, wenn sie es genderneutral erziehen, haben die Schweinesülze nicht im Magen sondern im Hirn. In diesem Artikel meint eine Mutter, dass männliche und weibliche Säuglinge im Grunde das gleiche Gehirn hätten und sie ihr Kind genderneutral erzieht, dass es später selber entscheiden kann, welches Geschlecht es sein will. Die glaubt echt, dass das dann eine freie Entscheidung sein würde. Da muss ihr entgangen sein, dass eben erst mit der Ausschüttung von Testosteron bzw. Östrogen die Architektur des männlichen bzw. weiblichen Gehirns bestimmt wird. Wenn sich das Kind dann später „entscheidet“, da könnte er im Nachhinein ziemlich sauer sein oder einen an der Waffel bekommen, wenn der Junge merkt, dass ihn die Mama immer im rosa Kleidchen zum Kindergeburtstag geschickt hat und es davon noch ganz viele süße Bilder gibt.

Und diese Selbstwidersprüchlichkeit geht auch bei anderen Themen den ganzen Tag so dahin. Da wird uns gesagt, dass GRÜNEN die tolle Idee haben, dass man den Fachkräftemangel damit behebt, wenn man halb Afrika nachqualifiziert und fünf Minuten später bringt dann das 3.Programm, dass man in Frankfurt händeringend Leute sucht, um sie zum Müllwerker auszubilden, aber nur etwa einer von zehn von denen überhaupt das Hirn hat, wenigstens diesen Job zu machen. Vor der Glotze muss inzwischen ein Volk von Volldoofis sitzen, dass es aus dem ganzen gesendeten Müll überhaupt noch ein stimmiges Weltbild ableiten kann. Da muss man darauf hoffen, dass die Realität möglichst bald brachial zuschlägt und die aufgeweichten Hirne feststellen, dass Logik der wesentliche Teil des Denkens ist und eben nicht Gefühl und Meinung.

 

4 Gedanken zu “Irren-TV

  1. :-))))) Mir ist es inzwischen ergangen, wie damals mit dem DDR-Fernsehen. Ich habe kein Ostprogramm mehr geguckt, weil es so genervt hatte. Jetzt war der Anlass die Umstellung des terrestrischen Fernsehens auf DVB-T2. Seitdem gucke ich gar nicht mehr TV. Es gibt irgendeine kritische Masse an Gelüge, die man auch in Mischung mit anderen Sachen nicht mehr erträgt.

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