Viehmarkt und Partnerwahl.

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Sendung Liebe Sünde, die von Dolly Buster moderiert wurde, habe ich zur Unterhaltung manchmal mit meiner Frau angesehen. Auch wenn es uns damals schon schräg vorkam, dass manche Leute den ganzen Tag an Sex denke, so setzte man in der Sendung irgendwie stillschweigend voraus, dass sich Männlein und Weiblein finden und sie dann einen Spaß machen mit Sexspielzeug, Lack und Leder und Swingerclub. Damals dachte ich, mit so einer Sendung wäre in etwa das Ende der Fahnenstange erreicht und irgendwie hätte ich mir aber denken können, dass es niveaumäßig noch wesentlich tiefer gehen kann, wenn es heute ganz normal ist, dass es inzwischen zwei Schwule im gewöhnlichen Tatort treiben und die Themen von Dolly Buster im Kinderkanal angekommen sind. Eher vermutete man, dass es wieder in die andere Richtung geht, wenn Frauen bei einer anzüglichen Bemerkung schon traumatisiert sind und zur Polizei rennen und man uns moslemische Verschleierung als Befreiung der Frau präsentiert und versucht, den Gesichtsschleier in die westliche Mode zu pressen.

Nun bin ich gestern zufällig auf die Sendung naked attraction/dating hautnah auf RTL gekommen und da hat man dann das Gefühl, dass der niveaumäßige Sinkflug demnächst in einem Aufschlag enden muss.

Da waren in einem Halbkreis sechs Stück von einer Art Vitrine mit Milchglas aufgestellt, in denen jeweils ein nackter Mann, im zweiten Durchgang dann jeweils eine Frau erkennbar waren. Die Moderatorin führte dann eine Bewerberin (beide angezogen) in den Halbkreis. Die sah zwar nicht aus wie ein Modell, sah aber ganz sympathisch aus. Nach ein bisschen Gelaber ging aber nicht die Scheibe nicht von oben her auf, sondern von unten bis auf Höhe des Nabels. Da präsentierten die Männer also ihre Beine und Schwänze. Die Bewerberin meinte, dass das schon ganz toll aussehe, sie aber besonders auf haarige Kerle stehe, denn Haare an den Beinen, Brust und Rücken wären so männlich und Sixpack würde auch nicht schaden. So einen Mann, wo man sich dran kuscheln kann.  Ach was. Sagen uns die meinungsführenden Frauen nicht seit Jahren, dass der neue Männertyp ein ausschließlich labernder Verständnistyp mit weiblichen Zügen und Jutetäschchen sein müsste, der sich von der selbstbewussten Frau täglich sagen lassen muss, wo der Hammer hängt? Da siegt mal wieder Biologie gegen Ideologie. Dann mussten die sich umdrehen, damit sie auch das Hinterteil prüfen kann. Nachdem die Moderatorin vorher schon meinte,

Lass uns mal über den Penisumfang reden.

fragte die Bewerberin , ob sie den Hintern auch anfassen und mal „in den Popo kneifen dürfte“, nachdem sie vorher einen Penis als „kompakt überschaubar“ bezeichnete.  Man kam sich jetzt eher vor wie auf einem orientalischen Basar, wo die vermeintlichen Käufer die Eier des Ziegenbocks testen. Einer musste jetzt in der ersten Runde ausscheiden. Wenn eine Frau jetzt schon aussortiert, dann wundert es mich nicht, wenn die Tochter zu ihrem neuen Auto zum 18.Geburtstag rennt und in der Einfahrt schon weinend kehrt macht, weil es nicht die gewünschte Farbe hat.

Nun wurden die Männer ganz gezeigt. Jetzt ging es noch um Stimme und Augen und nach drei weiteren Ausscheidern stand, zog sich dann auch die Bewerberin aus und nun stand man zu viert zusammen, zwei nackte Männer und dazu die zwei Frauen (die Moderatorin hatte noch was an). Die diskutierten so, als würden sie hier den neuen Thermomix auswählen. Am Ende ging dann die Bewerberin Hand in Hand mit ihrer ersten Wahl von Dannen, Kamera auf die Ärsche gezoomt.

In der zweiten Runde tauschten dann Männer und Frauen die Plätze. Der Bewerber war nun wirklich der Albtraum, wäre ich eine Frau. Ein hagerer Student, bräunlicher, langer Vollbart und Brille, so der Typ linker Intellektueller. Der kam sogar als er später nackt auftrat, in einer Art Stechschritt herein. Vier der sechs Frauen hatten Kurzhaarschnitt, eine sogar an der Seite abrasiert, und unzählige Tatoos und Piecings und einem Blick als würden sie zum Lachen in den Keller gehen. Eine hatte blonde, lange Haare, so der Typ, dass sich da sicher einer findet und eine Typ Philippinin mit einem echt sympathischen Lächeln. Die beiden Letztgenannten hatten zumindest eine weibliche Figur. Die Prozedur ging dann wie in der ersten Runde. Die genannte Blonde fiel als erste raus. Bis auf die Philippinin hatte man jetzt das Gefühl, dass sich die anderen Frauen wie eine Ware in Weihnachtsdeko anboten, wo man am Ende enttäuscht ist, dass das Geschenk doch nicht das Erwartete ist. Schließlich schauten die alle so gequält lächelnd. Der Typ wählte aber dann trotzdem eine von denen aus.

Wir leben wirklich in einem völlig schizophrenen Land. Da ist es als völlig akzeptabel hingenommen, wenn junge Männer und verschleierte Frauen zur Zwangsheirat verdammt sind, ohne sich vorher mal gesehen zu haben, während man es als ebenso normal hinnimmt, dass man den Partner schamlos prüft wie auf dem Viehmarkt und auswählt wie aus dem Quellekatalog. Und dazu gesellen sich dann die Frauenbewegten, die was von der Unterdrückung der Frau labern, sich vollrasierte, verständnisvolle Weicheier wünschen, die auch mal in den Schoß des Weibes heulen, und jeden weißen, echten Mann grundsätzlich für einen Widerling halten, so dass man sich besser an das gleiche Geschlecht hält. Jede Beziehung, die man mit dem Ziel eingeht eine Familie zu gründen, ist ohnehin suspekt. Körperliche Mängel oder Unzulänglichkeiten, über die man aus Liebe einfach hinwegsieht, sind ein No-go, an dem Therapeuten und Chirurgen ein Schweinegeld verdienen und was vor allem von Frauen gepuscht wird, während man uns immer was von der bösen Fleischeslust ausschließlich der Männer erzählt, die nicht auf die inneren Werte schauen. Für die Frauen darf es aber allein eine große Brieftasche sein, von der sie verführt wird. Und das alles wird uns parallel verklickert, als gäbe es zwischen all dem keinen Widerspruch. Kinder und Heranwachsende, die nicht in einer intakten Familie aufwachsen, sondern in einer gleichgeschlechtlich Regenbogen-Durcheinanderfamilie mit Partnertausch, die müssen zwangsläufig einen an der Waffel bekommen.

Wie nett und auch anrührend melancholisch wirkt dagegen die erste Liebe zwischen Tom Saywer und Becky oder in den Erzählungen von Hermann Hesse. Die ideologiedurchtränkten Medien haben uns in wenigen Jahren zu fleischfressenden Zombies gemacht, wenn es um die Partnerwahl geht. Der Kauf des neuen i-Phones dürfte da bei vielen schon mehr Erotik haben als die Partnerwahl, nachdem uns diese Sendung vormacht, dass man alle „Bauteile“ des Partners auch prüfen sollte, bevor man sich bindet. Das gleiche dürfte für die Männer und Frauen gelten, bei denen die Partnerwahl darin besteht, dass ein verschlossener Wäschesack zugeteilt wird, um mit der Nachzucht zu beginnen.

Ich bin sicher, dass die Zeit kommt, wo diese degenerierten und bindungsunfähigen Gestalten mit großen Augen vor der Glotze sitzen, wenn Leute gezeigt werden, die heute etwa im Alter unserer Großeltern sind, und erzählen wie sie sich kennengelernt haben. Sie werden sehnsüchtig hoffen, eine solche Zeit möge wiederkommen.

5 Gedanken zu “Viehmarkt und Partnerwahl.

  1. Das ist alles wie in Brave New World. Das sind keine Widersprüche. Das ganze Gendergelaber kommt daher, dass die Leute zu wenig ficken. Da kann man jetzt so Andeutungsporno ausstrahlen, aber Niqab und am Computerarbeitsplatz wegschrumpelnde Genitalien sind die Realität. Die Eier der Frauen werden eingefroren. Noch quängelt man über Gen-Babies, aber die werden bald zum ideal (was ich ok finde).

    Ich glaube nicht, dass das so schnell besser wird oder dass wir am unteren Ende angekommen sind. Wir erleben eine Wende zur „Die Phase“ (Behavioral Think). Es wird zu einer weiteren Verschwulung kommen. Ich glaube auch, das der Anteil echter Schwuler an der Bevölkerung minimal ist. Die Breite ist wohl in der Kindheit und Jugend verformt worden oder nicht richtig geformt worden.

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  2. Wie fanden wie das früher spießig, wenn im Ortsblatt zur Goldhochzeit stand „haben sich auf der Kirmes in … kennengelernt“. Kirmes = für bayrischen Wald „Kirchweih“. O tempora, o mores!

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