Hölle und Fegefeuer in Kattowitz.

Der UN-Generalsekretär Gutierrez hat die Klima-Wortfamilie nochmals erweitert. An Anfang war die Klimaerwärmung, dann der Klimawandel, dann Klimakatastrophe, dann Klimaerhitzung. Nun glänzt er mit der Wortschöpfung Klimachaos, sicher der Vorgänger des zukünftigen Klimaunterganges. Wie vor über 500 Jahren, wo man Hölle und Fegefeuer in immer grausameren Farben zeichnete, um die Menschen zum Ablass zu bewegen, um sich selbst zu retten. Die Berichterstattung über den vermeintlichen Klimawandel hat inzwischen eine neue Stufe gezündet, um den Klimagipfel in Kattowitz angemessen mit Bedrohungsszenarien zu flankieren. Jetzt war der Beweis für Hölle und Fegefeuer ja schwer zu erbringen, heute dürfte es beim Klimawandel etwas leichter sein, doch wie damals, als man ganze Kirchenschiffe von den Leiden am jüngsten Tag vollpinselte erschöpft sich der „Beweis“ wieder nur in dramatischen Bildern.

Heute im Morgenmagazin war wieder so ein Jungspund, der die Worte sehr, sehr mild vor der Wetterkarte nicht oft genug wiederholen kann. Nun ist mir so neben bei den ganzen Sommer aufgefallen, dass es nie so warm wurde wie angekündigt und erinnere mich, dass man mal meldete, dass der Bodensee 24°C hätte. Ich bin ja selten am Mittelmeer, aber das schien mir doch zu hoch gegriffen, also googelte ich den momentanen Wert sofort selbst: 21°C. Schon etwas realistischer. Deshalb habe ich am Samstag mal die Höchst- und Tiefsttemperaturen aufgeschrieben: bis 15° am Oberrhein und 4° im Zittauer Gebirge. Gestern kontrollierte ich alle größeren Städte grob entlang der Rheinlinie: Höchsttemperatur 12°. Der Ort Zittau spuckte gleich 1°C aus. Das gleiche heute. 16°C im Westen angekündigt, 13° war der höchste von mir gefundene Wert. Tiefster Höchstwert mit 12° im Südosten angekündigt. Passau mittags 10°. Im Frühsommer hat man täglich Werte über 30°C im Südosten angekündigt. Nach dieser frühsommerlichen „Hitzewelle“ stellte ich fest, dass Freiburg bis dahin mit 30,5° nur einmal über diesem Wert war. Die meisten Leute freuen sich immer, wenn es bei ihnen nicht gar so heiß ist und gehen davon aus, dass das dann eben woanders ist, da kommt keiner auf die Idee mal zu schauen, wo die Höchsttemperatur wirklich erreicht wurde. Das ist sicher nicht repräsentativ, aber vielleicht ein Ansporn für jeden, es mal selber von einen Tag auf den anderen zu kontrollieren. Die Klimaziel würden locker erreicht, würde man bei allen Vorhersagen 2°c abziehen, um den realistischen Wert zu zeigen.

Nun ist mir aber noch etwas anderes aufgefallen. Warum blendet man statt der nichtssagenden dramatischen Bilder nicht mal die CO2-Anstieg gemeinsam mit den Werten einer beliebigen Deutschen Stadt ein, und zwar nicht ab 1960, sondern seit Beginn der Aufzeichnungen? Wann haben Sie zum letzten Mal eine Graphik über die dramatisch abschmelzenden Polkappen gesehen? (hier runterscrawlen)

Die Realität: Heute weist die Arktis das dritthöchste Meereis-Volumen seit 16 Jahren auf.

Was ist eigentlich aus dem Meeresspiegelanstieg geworden? Zwar gibt es genügend „Fallbesispiele“, wo das „steigende“ Meerwasser ins Grundwasser drückt und Inseln im Meer versinken. Dass es in einem Fall an der zu starken Grundwasserentnahme liegt und im zweiten Fall um das Abtragen durch Meeresströmungen, die dann die Insel an anderer Stelle wachsen lässt, wird wohlweislich unterschlagen. Immer wieder sehen wir Bilder von den „Wetterextremen“ Starkregen und Wirbelstürmen. Sieht man die Trends Niederschlägen, Waldbränden, stärke von Hurrikans und Tornados an, dann stellt man fest, dass kein Trend zu erkennen ist.

Aber zumindest den steigenden Anstieg der Durchschnittstemperaturen könnte man doch zeigen. Gibt es hier. Die Durchschnittstemperatur ist in den letzten 20 Jahren um 0,1° gestiegen. Nun ist aber in Freiburg eine Abkühlung um 1,5° festzustellen, liegt aber daran, dass man damals die Station ins unbebaute Umland gebracht hat. Sieht man wie stark die Bebauung in den letzten 20 Jahren zugenommen hat und wie viele Stationen inzwischen durch den Wärmeinseleffekt beeinflusst sind, dann muss man bei der überproportionalen Steigerung am Flughafen   annehmen, dass es unveränderte Gebiete mit Stationen gibt, an denen sich keine Temperaturänderung ergibt. Es ist eine Banalerkenntnis, dass es dort wärmer ist, wo die Sonne scheint. Da dürfte doch die abnehmende Luftverschmutzung sicher dazu beigetragen haben, dass es heute eine stärkere Sonneneinstrahlung gibt und seltener Inversionswetterlagen mit Smog. Auch längere Großwetterlagen haben sicher einen größeren Einfluss auf die Durchschnittstemperatur als ominöses Treibhausgas: (hier wie obige Daten)

Unsere Untersuchungen zu wärmeinselarmen Wetterstationen in Deutschland sind noch nicht abgeschlossen, zeigen aber schon zwei Tendenzen. Erstens gibt es besonders viele „erwärmungsträge“ (Trend merklich geringer als im DWD-Mittel) oder gar erwärmungsfreie Orte in Süd- und Südostdeutschland, und zweitens scheinen besonders unbebaute Täler beziehungsweise Flussauen erwärmungsarm zu sein. Für diese zwei Fakten gibt es zwei Erklärungsansätze: Erstens die Anfang der 1990er Jahre begonnene AMO-Warmphase, welche den weiter vom Atlantik entfernten Südosten weniger stark beeinflusste, und zweitens die Häufigkeitszunahme von zirkulationsarmen Großwetterlagen beziehungsweise von solchen mit unbestimmter Anströmrichtung („XX-Lagen“ nach der Objektiven Wetterlagenklassifikation des DWD). Letztere erklärt auch warum die Winter in Deutschland, selbst an fast allen erwärmungsträchtigen Orten, seit 30 Jahren mehr oder weniger deutlich abkühlten; die Sommer sich hingegen merklich erwärmten:

Hieß es nicht um 2000, dass in den deutschen Mittelgebirgen in wenigen Jahren kein Schnee mehr fallen würde? Der letzte Winter im Bayerischen Wald war einer der besten, an die ich mich erinnern kann. Von Ende November bis über Ostern hinaus war Skilauf bei besten Verhältnissen möglich, so dass die Spurgeräte am Wochenende noch fuhren, obwohl die offizielle Saison schon beendet war. Schon die letzten drei Jahre waren überdurchschnittlich gut.

Jeder normal denkende Mensch will doch irgendwann mal eine Statistik sehen, wie weit der „Klimawandel“ schon fortgeschritten ist und ob er zu Lebzeiten noch betroffen ist. Durch Klimagate ist den globalen Daten nicht unbedingt mehr zu glauben. Besser ist es, sich einzelne Stationen, die auch heute noch ohne Bebauung bestehen, anzusehen. Vollmundig gibt es einen Link über den historischen Temperaturverlauf für jede Station, doch wenn man ihn anklickt, dann zeigt man nur die letzten 72 Stunden. Auch Textbeiträge auf Wikipedia sind mit Vorsicht zu genießen, wenn man hier den ganzen Artikel liest.

Bei den Wetterkarten bekommt der Zuseher immer das Gefühl als würde sich die Luft wie unter einer Glocke erhitzen. Letzte Woche konnte man aber sehr schön sehen, dass wir stark von wärmeren Strömungen aus Südosten und den kälteren aus dem Osten abhängig sind und wer die Oberhand gewinnt und nicht. Dazu wurde deutlich, dass schon Mittelgebirge eine starke Barriere bilden, die das Klima vor Ort stärker beeinflussen, als die Erwärmung vor Ort. Man gebe eine beliebige größere Stadt ein oder ein mitteleuropäisches Land und lese das jeweilige Klima. Alle weisen auf den Einfluss der Topographie auf die Temperatur und die Wetterlage hin. Zusammen mit dem Wärmeinseleffekt dürfte es äußerst schwierig sein, überhaupt eine globale Erwärmung oder Abkühlung nachzuweisen, weil die Stationen völlig ungleichmäßig über dem Erdball verteilt sind.

Fakt ist: Ja dramatischer die Bedrohung dargestellt und mit Bildern untermauert wird, desto auffälliger wird es, dass man inzwischen völlig auf Statistiken zurückgreift, um einen Beweis anzutreten. Wie schon gesagt: Keine Statistik über Hurrikanhäufigkeit, über Abschmelzen der Polkappen, über Eisbärpopulation, über Meeresspiegelanstieg (außer „Prognosen“, dass es in 100 Jahren 10m sein würden) oder Temperaturrekorde. Wenn schon „außergewöhnliche“ Waldbrände als Folge des Klimawandels herhalten müssen, dann dürfte die Datenlage für den vermeintlichen Klimawandel aufgrund von menschengemachtem CO2 doch recht dürftig sein. So dürftig wie die Beweise für Hölle und Fegefeuer.

Nachdem der IPCC AR5-Langbericht ehrlich informiert, dass es für (AGW-)klimawandelbedingt zunehmende Bedrohungen keine messbaren Ausweisungen gibt [1] und dies im kürzlich herausgekommenen IPCC-Nachtragsreport SR1.5 ebenfalls zwischen den Zeilen lesbar ist [2],(…) hier

Die Hohenpriester, die gerade in Polen tagen, sind für mich derselbe Kasperlverein wie bei einer Bischofskonferrenz. Allerdings halte ich die Existenz einer Hölle inzwischen für wahrscheinlicher, denn wir könnten sie durch die öko-sozialistische Politik noch zu Lebzeiten erleben.

PS: Wer sich nicht selbst die Mühe machen will, findet auf der Seite Europäisches Institut für Klima und Energie (eike) genügend Daten. Ist natürlich eine „Verschwörungsseite“.

 

 

7 Gedanken zu “Hölle und Fegefeuer in Kattowitz.

  1. Das Problem bei der Linksreligion ist immer, dass man von einem wahren Kern ausgeht, also CO2 Konzentration hat einen Auswirkung auf die Temperatur, und dann alle möglichen anderen Sachen noch mit als absolut wahr verkaufen will. Was aber am gravierensten ist, und dass ist auch mein Punkt, wenn ich über Linke generell lästere, dass die Vordenker, sehr wohl willentlich entscheiden, die Leute anzulügen.

    Also das Klima mag sich aus menschengemachten Gründen erwärmen -ich hab keine Lust mich drum zu kümmern- weil aber nicht alle parieren, entscheidet man sich jetzt einfach, Sachen als Beleg zu verkaufen, die kein Beleg sind. Und das sind bewusste Lügen. Und in all dem Müll, muss man als Konservativer ja schon fast die Gegenmeinung einnehmen, obwohl die auch falsch sein kann (wie gesagt, ich schau es mir nicht an).

    Nur das Doppeldenk dabei ist beachtlich. Ist es kalt, muss man verächtlich sagen, dass Konservative so dumm seien, Wetter mit Klima zu verwechseln. Ist es warm, muss man Konservativen sagen, dass sie nun dumm sind, weil sie Wetter und Klima gerade nicht verwechseln. Das einzig konsistente im linken Weltbild ist, dass andere immer dumm sind. Der Rest ist vollkommen widersprüchlich.

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    1. Ich habe mich in viele Themen ausgiebig eingelesen und auch die Gegenargumnete sind sind von Gewicht, sogar bei der Migration. Da ich von Physik und Chemie schon ein wenig Ahnung habe, muss ich sagen, dass ich beim menschengemachten Klimawandel und noch mehr gefährliches Stickoxid aus Dieselfahrzeuge nichts gefunden habe, was das belegen würde. Beides widerspricht schon bei oberflächlicher Betrachtung der Realität, weshalb es mich so frustriert, dass sich keine Gegenstimmen erheben. Die Klimaforschung könnte wesentlich weiter sein, würde man nicht immer auferlegen, was man finden muss, um weiter Fördergelder zu erhalten. Wie tief muss man schon bildungsmäßig gesunken sein, dass man Feinstaub und Stickoxide als lebensbedrohlich sieht.
      Vor 30 Jahren konnte das in Bayern jeder Abiturient widerlegen, allerdings brach es zwei Jahre nach meinem Jahrgang völlig ab, es war wie eine brachiale Zäsur. Die Einschulungsveranstaltung meines Sohnes ins Gymnasium habe ich nach der Hälfte verlassen. Schon vor mindestens 10 Jahren begann die geplante Verblödung. Man muss wirklich auf ein frühzeitiges brachiales Scheitern alles neo-marxistischer Ideen hoffen, damit sich alle Lügen offenbaren. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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      1. Ja und nein. Es gibt den wunderbaren Klimablog von Judith Curry. Die Frau ist wirklich anerkannt auf dem Gebiet, hat jahrelang einer Universitätsabteilung vorgestanden, und gibt eine differenzierte Abwägung der Faktenlage.

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