Der Irrsinn kennt keine Grenzen.

Manchmal hat man das Gefühl, dass sich jede Woche jemand findet, der eine neue Stufe des Irrsinns zündet. Meist liegt es daran, dass man die Welt nicht mehr objektiv aus der Sicht von Wissen und Erkenntnis betrachtet, sondern nur noch Gefühl, Meinung und Moral zählen. Es war eine Errungenschaft der Aufklärung, dass man göttliche Mächte aus dem Erkenntnisprozess verbannte und den Menschen in den Mittelpunkt stellte. Das schließt nicht aus, dass es eine diesseitige und eine jenseitige Welt gibt und sie nicht nebeneinander existieren könnten. Der Glaube an einen größeren Gott hatte uns bisher davor bewahrt, dass wir zum Beispiel so größenwahnsinnig werden, wir könnten in unserer Allmacht das Klima retten und für jeden das Paradies auf Erden schaffen. Wenn man dabei wissenschaftlich vorgehen würde, wäre es ja noch verständlich, doch inzwischen ist es ein Kampf „Gut gegen Böse“. Richtig ist, was moralisch „gut“ ist. Fast logisch, dass man sich dann wieder auf den Weg zu den Naturreligionen macht, über die es heißt:

Solche Objekte der Anbetung wurden personifiziert oder beseelt, indem ihnen eine menschenähnliche Seele, ein innewohnender Geist,

Dabei ging es um Tiere und Pflanzen, die für das Überleben des Menschen besonders wichtig waren. Die Tierrechtsorganisation PETA ist nun auf diesen Zug aufgesprungen;

Hunderttausende Kühe, Schweine und Hühner werden jeden Tag in amerikanischen Fabrikbetrieben geschlachtet (eine „moralische Empörung“, von der man annehmen könnte, dass sie mehr von PETAs Messaging-Budget in Anspruch nehmen würde), (…) – stattdessen widmete er seine neueste PR-Kampagne der Bekämpfung des „Speziesismus“. Das ist richtig: PETA versucht, Menschen davon abzuhalten, „rassistisch“ gegen Hühner zu sein.

Wie soll man nun „rassistisch“ gegenüber einem Huhn sein? PETA meint, dass man „Speziesismus“  ablehnen müsste. Der

bezeichnet die moralische Diskriminierung von Geschöpfen ausschließlich aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Dies schließt ein, dass das Leben oder das Leid eines Lebewesens nicht oder weniger stark berücksichtigt wird, weil es nicht einer bestimmten Spezies, wie etwa der Spezies des anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens), angehört.

Nun ist man in der westlichen Welt wenigstens soweit, dass man versucht, Tiere möglichst artgerecht zu halten und ihnen mögliches Leid zu ersparen. Die konsequente Ablehnung des Speziesismus führt direkt in den Veganismus. Nun könnte man meinen, dass es PETA, um die artgerechte Behandlung geht, doch weit gefehlt. Sie möchten, dass wir auch auf dem Wege tierfreundlicher werden, indem wir keine Sprichwörter oder Redewendungen mehr verwenden, die Tiere diskriminieren. Als eine Möglichkeit bieten sie an nicht mehr kill two birds with one stone, sondern, feed two birds with one scone. Im Deutschen in etwa statt „Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ nun „Zwei Fliegen mit einem Brösel füttern.“ In einer wörtlichen Übersetzung soll

Es gibt mehr als einen Weg eine Katze zu häuten zu Es gibt mehr als einen Weg eine Fledermaus zu beruhigen werden.

Am Ende heißt es dann wohl, dass Hühner traumatisiert würden und weniger Eier legen, wenn sie zufällig mithören, wenn sie vom Bauern weiterhin sprachlich diskriminiert werden. Doch es ist sogar noch eine Steigerung möglich. In diesem Video von Millie Weaver geht es darüber, dass sich Linke darüber aufregen, dass durch einen Gemüse-Cartoon Rassismus, Homophobie und White Priviledge verbreitet wird. Eigentlich ist es nur ein Cartoon mit verschiedenem Obst- und Gemüsesorten mit Gesicht und Kleidung, die auf lustige Weise den Kindern eine gesunde Ernährung beibringen soll oder den Inhalt der Bibel. Die Kritiker haben aber erkannt, dass sich manches Gemüse mit ihrer Meinung oder mit ihrem Aussehen über anderes Gemüse hebt, was ein Beispiel für Rassismus sei. Nun hat Obst und Gemüse eben verschiedene Farben und Formen, durch die sie sich unterscheiden und keine Tomate erhebt sich über eine Gurke dadurch, dass sie eine andere Meinung hat. Begründet wird das mit der Definition des Speziesismus durch Singer:

Rassismus und Sexismus sind nach Singer Verstöße gegen das Gleichheitsprinzip, weil Rassisten und Sexisten die Interessen bestimmter Menschen einfach deshalb weniger ernst nehmen, weil diese zu einer anderen Rasse oder zum anderen Geschlecht gehören. In Analogie zu Rassismus und Sexismus spricht Singer von Speziesismus[8] – wenn Lebewesen nicht aufgrund ihrer Rassen- oder Geschlechtszugehörigkeit diskriminiert werden, sondern aufgrund ihrer Artzugehörigkeit, also aufgrund der biologischen Spezies, der sie angehören.

Nun haben die Kritiker aber das Problem, dass es kein gewöhnliches weißes Gemüse gibt, dem man den Rassismus anhängen kann, so dass sie eine fette Orange auf einem Sofa dafür auserkoren haben. Vielleicht haben auch nur die Macher des Cartoons wohlweislich darauf verzichtet, eine weiße Paprikaschote auflaufen zu lassen. Millie Weaver weist darauf hin, dass ja jetzt noch die ganzen Feministen und Gendergestörten fehlen, die in der Form der Gurke ein Symbol für den vorherrschenden Phallozentrismus sehen und so der untere Teil der Gurke verpixelt werden müsste (Video bei 4:27).

Linke sehen immer dort eine Krise, wo vorher nicht mal ein Problem war. Es ist wirklich nicht mehr nötig Cannabis oder andere Rauschmittel zu legalisieren, wenn man deren irren Gedankengänge schon im nüchternen Zustand sieht. Es reicht eine weitere Woche zu warten. Dann werden Wattestäbchen zum Phallussymbol und Briefkästen, die von einem Mann mit einem Brief penetriert werden, zum Symbol für die sexuelle Gewalt gegen Frauen. Irgendwann ist die Klapse außerhalb der Anstalt.

4 Gedanken zu “Der Irrsinn kennt keine Grenzen.

  1. Wuerde es mehr oder weniger Kuehe, Schweine, Huehner, etc. auf dieser Welt geben, wenn wir diese nicht zuechten, schlachten und essen wuerden? Wuerden wir sie nur in freier Wildbahn jagen, gaebe es weniger davon, bis zur Ausrottung. Da wir sie zuechten, tragen wir aber zum Arterhalt bei.

    Die Deppen von Peta scheinen auch zu denken, dass Pflanzen keine Lebewesen sind. Saeugetiere, Voegel und Soja sind gleichermassen Lebewesen.

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