Linkes Salongeschwätz.

Auf Belltower, den Wühlmäuse gegen alles nicht linke, ist ein Artikel erschienen, wo man schon anhand der Vita der Autoren erkennt, was einen erwartet:

Tom David Uhlig ist Mitarbeiter der Bildungsstätte Anne Frank und Mitherausgeber der „Freien Assoziation. Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie“.

Volker Koehnen ist Diplom-Politologe und Systemischer Berater (SG). Er arbeitet zu sozialphilosophischen, gesellschaftskritischen und psychoanalytischen Themen.

Wer Lust hat der kann sich den ganzen Artikel mit dem Titel Antisemitismus von links. Die verkürzte Neoliberalismuskritik der Nachdenkseite (hier) antun, doch, wenn jemand Habermas als Beleg zitiert, dann weiß man ohnehin, dass die Gedankengänge auf marxistischer Esoterik beruhen. So kann man getrost an einer beliebigen Stelle einsteigen, um zu sehen, wie Ideologie den Blick auf die Realität vernebelt:

(…) Anstelle einer Kritik der Verhältnisse tritt dann der Rückzug auf Beziehungsformen, die vermeintlich noch nicht oder weniger von der kapitalistischen Vergesellschaftung befleckt sind: die Nestwärme der homogenisierten Gemeinschaft, des Volks oder der ökonomistisch verkürzten Klasse. Ein diesbezüglich besonders aufschlussreicher Text von Jens Berger, in dem die genannten antiintellektualistischen und arbeitsfetischistischen verschmelzen, fordert denn auch: „Salonlinke, in die Produktion!“. Der Text stellt kritische Wissenschaftler*innen dem einfachen Volk, dem fleißigen Arbeiter entgegen und träumt kaum verhohlen von Arbeitslagern, in denen diese Intellektuelle endlich produktiv zu sein haben.

Ja, Tom und Volker. Eigentlich hättet ihr schreiben müssen, dass Berger in der Lage ist, ein funktionierendes System zu beschreiben, in dem „kritische Wissenschaftler*innen“ wie ihr trotz Sternchen völlig überflüssig sind. Hier rotten sich auch keine Antiintellektuellen und Arbeitsfetischisten in einer homogenen Gemeinschaft an irgendeinem Ort zusammen, sondern die sind mitten unter Euch. Die sorgen nämlich dafür, dass man sogar Leute durchfüttern kann, die weder produktiv sind, noch irgendwas zur intellektuellen oder musischen Erbauung beitragen und ohne ein Heer an Arbeitern, die erst für ihren behalglichen „Lebensraum“ sorgen, nicht auskommen, weil es ihnen an jeglichen Fähigkeiten fehlt, irgendwas allein auf die Reihe zu bekommen. Der Gegenstand ihrer Arbeit ist nämlich

 die kritische Analyse der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, das heißt: die Aufdeckung ihrer Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen und die Entlarvung ihrer Ideologien, mit dem Ziel einer vernünftigen Gesellschaft mündiger Menschen. (hier)

Marx, Adorno, Habermas, Horkheimer und die ganzen Koryphäen sind die, die sie sich zum Vorbild nehmen. Vor etwa 30 Jahren hatten wir in Deutschland noch eine vernünftige Gesellschaft mit mündigen Bürgern, wenn man es mit heute vergleicht. Nun haben sich linke Intellektuelle wie Tom und Volker wieder dazu aufgeschwungen, uns dadurch glücklich zu machen, dass wir jegliche Hierarchie in der Gesellschaft auflösen, weil wir andernfalls nicht glücklich werden. Wir sollen so mündig und vernünftig werden, diese zu überwinden und dazu natürlich auch das kapitalistische Gewinnstreben jedes einzelnen. Wer in dieser pseudo-intellekeullen Blase sitzt, dem wird nicht aufgefallen sein, dass sich die Weltwirtschaft durch Regulierungen, Subventionen, Verzerrung und Manipulation des Kreditmarktes, Lenkung riesiger Bevölkerungsgruppen, Schaffung von Pseudonachfragen (z.B. Energiewende), der Aufblähung des Verwaltungsapparates mit Nutzlosstellen und durch Sprachpolizei und gleichgeschaltete Leitmedien ohnehin gerade in ein neomarxistisches Shithole verwandelt. Eine homogene Gesellschaft zumindest im Kleinen zu erhalten, ist die einzige Möglichkeit, sich noch einige Zeit dagegen zu wehren, weil man da nicht alles jeden Tag (mit Gewalt) neu aushandeln muss, damit der Laden wenigstens einigermaßen weiterläuft.

(…)In einem solchen Partikularismus befangen, bekämpft diese Denkform die liberal-rechtsstaatliche Auffassung von der prinzipiellen und globalen Gleichheit aller Menschen und lehnt daher jede praktische Konsequenz, die aus diesem menschenrechtlichen Universalismus zwingend folgt, ab, wie zum Beispiel die Forderung nach einem globalen Recht auf Bewegungsfreiheit oder die sozialen Kämpfe um rechtliche Gleichstellung diskriminierter- oder Minderheitengruppen.

Hier ist ihnen der Gaul endgültig durchgegangen. Tom und Volker haben heute sicher eine Flasche Sekt geköpft, als Merkel den Migrationspakt mitunterschrieben hat. „Prinzipielle, globale Gleichheit aller Menschen“. Nimmt man „Tiere“ noch dazu, dann ist man schnell beim Titelblatt des Leuchtturms der Zeugen Jehova. In diesen paradiesischen Zuständen kann man natürlich allen Menschen alle Rechte zugestehen und sie beliebig wandern lassen und sie einander auch alle gleichstellen. Doch schon, wenn man über das „Prinzipielle“ hinausgeht, zeigt sich, dass durch die Vermischung unterschiedlicher Kulturen allein nur mehr das Recht des Stärkeren zählt, man sich einen Kehricht um Diskriminierung und Gleichstellung schert und alles in einem großen Hauen und Stechen endet. Und diese Dödel glauben, dass sie zwischen Schreibtisch und Kaffeemaschine mal schnell ein universales Programm entwerfen können, um alle zu mündigen und vernünftigen Menschen zu erziehen, wo sich alle lieb haben. Ein freier Markt funktioniert nur, wenn man den ganzen esoterischen, religiösen und ideologischen Krempel entsorgt und den Menschen die Freiheit gibt für sich selbst zu sorgen. Dieses Bild vom Menschen ist der Gegenentwurf zu diesen Salon-Schwätzern, die den links-grünen Polit-Hohlkörpern die Munition liefern, um uns Gendergesabbel und Multikulti als einzig Seligmachendes in einer Welt mit Vegan und Windrädchen aufs Auge zu drücken. Vorgesetzt zum obigen Zitat heißt es:

Das wird beispielsweise von Wagenknecht als „Wohlfühlpolitik“ oder als zweitrangige „Identitätspolitik“ diskriminiert. Es beschleicht der Verdacht, dass hier „Neoliberalismus“ nicht als spezifische Form kapitalistischer Vergesellschaftung begriffen wird, sondern dass mit ihm zugleich der ganze Liberalismus geschichtlich entsorgt werden soll und mit ihm diejenigen, die immer noch als Bild seiner Verkörperung herhalten müssen: Jüdinnen und Juden.

Belltower wäre nicht Belltower, wenn man dann die Kritik am Neoliberalismus nicht gleich als Kritik an Juden verkaufen würde. Die Geschichte hat es ergeben, dass unter den Neoliberalisten zufällig auch überproportional viele Juden sind. Und? Von mir aus ist es die Gruppe, die an den großen Kürbis glaubt, das ist wohl das letzte woran ich es festmachen würde, wenn man zum Beispiel die kriminellen Machenschaften eines Georges Soros beurteilen will. Die Aushöhlung nationaler Souveränität, um eine leicht manövrierbare Menschenmasse zu kneten, die unorganisiert und leicht auszubeuten ist, ist so oder so ein Verbrechen. Jude oder großer Kürbis. Nicht von Belang. Die Implementierung eines Kulturmarxismus ist nur eine flankierende Maßnahme dazu, die Ideologen wie Tom und Volker auf ihre Posten gehievt und Plattformen wie Belltower geschaffen hat, wo sie Sums wie diesen verbreiten können.

Man muss notwendiger für die Hand werben die einen füttert, um nicht auf der Straße zu sitzen. Somit haben Tom und Volker alles richtig gemacht.

2 Gedanken zu “Linkes Salongeschwätz.

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