Weil, 1000-mal ist nix passiert.

Mit dem Ende des kalten Krieges propagierte man das Ende der Geschichte, doch überall in der Welt rieben sich dennoch weiter gegensätzliche Interessen und Entwicklungen, die einer Lösung bedurften und auch kontrovers diskutiert wurden. Der Irakkrieg oder die Agenda 2010 brachte noch viel Protest auf die Straße und es gab konstruktiven Streit um den richtigen Weg. Im Rückblick war es die Gründung von PEGIDA das letzte Mal, wo Medien und Politik unvorbereitet getroffen wurden, weil plötzlich reale Probleme an eine breite Öffentlich gelangten. Ausgangspunkt war ein Protest „gegen eine Solidaritätskundgebung vom 10. Oktober in der Dresdner Innenstadt für die in Deutschland verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)“, nachdem man die Probleme verschiedener Ethnien und des Islam nach Deutschland importiert hatte. Schnell versuchte man die Bewegung hysterisch als fremdenfeindlich und rechtextrem hinzustellen, so dass eigentlich nie zur Sprache kam, welche Forderungen PEGIDA stellte und auch nicht, ob es wirklich ethnische Konflikte durch Einwanderer oder mit dem Islam in Deutsch gibt. Auch, wenn es so aussieht, als hätte Merkels Grenzöffnung die Politik und die Medien in gleicher Weise unvorbereitet getroffen, so teile ich das nicht. Man hatte kein Problem, die Kritiker der unbegrenzten Einwanderung gleich in einen Topf mit den „Fremdenfeinden und Rechtsextremisten“ von PEGIDA zu verbraten. Weltoffen, tolerant und bunt wurde so penetrant wiederholt und Einwanderung als durchweg positiv dargestellt, dass es irgendwann in beinahe alle Köpfe gesickert ist. Dies gilt als unwidersprochene Grundlage jeder Diskussion oft sogar im privaten Bereich. Die Migrationskrise war kein Naturereignis, sondern durch die Politik ausgelöst, und trotzdem nimmt man es inzwischen so unabwendbar schicksalhaft hin, als wäre es eine. Die realen Probleme, die sich daraus ergeben, spielen kaum mehr eine Rolle in der Politik, denn während sich jeder Politiker oder Journalist zu einem Statement oder einen Tweet genötigt sieht, wenn sich drei Hanseln zusammenstellen und Merkel kritisieren und von der Wiederkehr des 3. Reiches faseln, bleiben Ereignisse wie heute im Ankerzentrum in Amberg, wo ein riesiges Polizeiaufgebot notwendig war, Brandschäden von 100000.-€ verursacht und Polizist mit Pflastersteinen beworfen wurden, völlig unkommentiert.

Es zermürbt mich. Es werden Pseudowichtigkeiten und Pseudoprobleme aufgeblasen und diskutiert, eigentlich nur mehr kommentiert, weil der richtige Weg ohnehin feststeht, und in Dauerschleife präsentiert wird. Man diskutiert über Dieselfahrverbote und gefährliches Stickoxid, obwohl hier nur ein Problem inszeniert wurde. Klimawandel und Energiewende. Wären es „reale“ Probleme, dann müsste man wenigstens darüber diskutieren, ob man nicht besser fährt, wenn man das Geld in Verminderung der Folgen steckt, anstatt eine völlige Abkehr von fossilen Brennstoffen zu beschreiten. Da wir keinerlei Verminderung beim CO2 erreichen, sollte man zumindest über Atomkraft nachdenken oder über den Ausbau und die Subvention eines guten öffentlichen Nah- und Fernverkehr nachdenken, als die Gegend mit subventionierten Windrädern vollzuspargeln. Versorgung und Netzsicherheit spielen überhaupt keine Rolle mehr. Irrglaube und politische Unfähigkeit schaffen erst die Probleme, mit denen wir uns heute beschäftigen sollen. In dem Fahrwasser konnte man weitere Probleme inszenieren, wo die Verursacher gleich die passende, alternativlose Lösung anbieten. Sei es die vermeintliche Unterdrückung der Frau, die man nur durch Frauenquote, leistungslose Teilhabe und die Abkehr vom traditionellen Familienbild beseitigen kann. Oder die Schuldenkrise, die durch politische Entscheidungen erst entstehen konnte, weil der Euro eine Fehlkonstruktion ist und man mit Nullzins ein reales Wachstum mit gesunden Unternehmen vorgaukelt. Dort, wo nichts hilft, da werden täglich die Schuldigen genannt: Trump und Rechtspopulisten. Es werden uns Wahlen und innerparteilicher Twist und Stühlerücken als relevant für das Schicksal des Landes verkauft, obwohl sich bei Verschiebungen in dem 87%-Parteienblock höchstens die Verkünder ändern und nicht die Politik für unser Land. Dabei sind die Ressortchefs inzwischen so inkompetent und farblos, dass es niemanden mehr erregen würde, würde man Verteidigungsministerin von der Leyen durch Giffey ersetzen. Es würde nicht mehr auffallen, säße Nahles ab Morgen bei den Grünen und Habeck bei der CDU.

Es zermürbt mich. In einer echten Demokratie mit widerstreitenden Meinungen in den Medien und der Politik, könnte man sich als Blogger in einen Streit einklinken, Hintergründe recherchieren und Position beziehen. Doch da ist nix mehr. Talkshows sind pseudo-kontroverse Inszenierungen, Kommentare in den Mainstreammedien sind wie Meinungen und Haltungen vom vorgegebenen Abreißblock, von dem sich auch Magazine, Dokus und sogar die Predigt im Fernsehgottesdient bedienen.

Es zermürbt mich, über den nächsten links-grünen Irrsinn zu schreibe: Genderklos, Abreibung bis kurz vor der Geburt, Grundeinkommen ohne Pflicht zur Arbeit. Muezzinrufe über den Weihnachtsmarkt oder die Forderung den Krampus abzuschaffen, sind inzwischen so vorhersehbar, dass einen nichts mehr schockt, höchstens, dass manche Dinge so bescheuert sind, dass sie immer wieder jenseits der eigenen Vorstellung liegen.

Sie wissen, dass sie uns zermürben. Wer Klimaerwärmung unwidersprochen zu Klimawandel und dann zu Klimakatastrophe machen kann, der kann auch el Gore wieder auferstehen lassen, obwohl er mit seinen Prognosen in „Eine unbequeme Wahrheit“ brachial danebenlag. Egal. Seht wie`s geht! Wir ignorieren Euch einfach oder machen Euch lächerlich. Wer zu penetrant widerspricht, den diffamieren oder kriminalisieren wir und machen ihn mundtot. Für die kleinen reichen NetztDG und Facebooksperre.

Warum sich dann die Arbeit machen oder geht auf eine Demo? Frankreich macht es vor. 1000-mal ist nichts passiert, doch der 1001 Irrsinn, der 1001 Einzelfall oder die 1001 Entscheidung gegen das eigene Volk kann das Fass zum Überlaufen bringen, so dass sich die Wut Bahn bricht. Deshalb muss jeder Irrsinn, jeder Einzelfall und jede einzelne politische Entscheidung ins Netz und zu den Leuten oder auf die Straße, damit der Druck auch steigen kann. Wenn der Deckel vom Topf fliegt haben wir alles richtig gemacht. Wenn nicht, dann war es zumindest einen Versuch wert.

Nein, ich bin noch nicht zermürbt.

9 Gedanken zu “Weil, 1000-mal ist nix passiert.

  1. Frankreich als Vorbild… schön wärs.
    Allein: es wird (so) nicht klappen. Frankreich und seine Franzosen haben uns nämlich eines voraus; sie (lies: die Mehrzahl von ihnen) verachten ihr Land nicht, sie lieben es. Bei uns ist es eher umgekehrt. Deutschland ist den Deutschen peinlich. Schau doch einfach beim nächsten „Länderspiel“ während der Hymne in die Gesichter der Umstehenden bzw. Umsitzenden (sofern Du Dich nicht in Deiner „Peergroup“ befindest). Das beste, was Du da sehen wirst, ist Teilnahmslosigkeit. Weit überwiegend verkrampftes Ignorieren oder offene Ablehnung. Da steht keiner auf, da singt keiner mit. Da entspannen sich die Pobacken erst wieder bei der „Gegnerhymne“.

    Nö. Die Deutschen kriegste nicht in Mehrzahl auf die Straßen. Zumindest nicht für Deutschland. Die merken bei sowas gar nicht, dass sie sich selber abschaffen oder finden es sogar noch toll. Kulturell und Sozial total dufte, wenn aus einem ehemals stabilen und wirtschaftlich, kulturell, wissenschaftlich und (ja, auch) militärisch geachteten Staat ein Shit-Hole-Country wird, in dem einem die graubraune Einheitsbrühe bis zur Oberlippe steht.

    Nee. Entweder es klappt auf dem parlamentarischen Weg oder es klappt gar nicht.

    Sorry, ich will niemanden entmutigen, aber ich selber bin mittlerweile so ausgebrannt, dass ich nicht einmal mehr diskutieren kann. Ich habs einfach satt, in immer die gleichen leeren Augen zu blicken und gegen immer die gleichen leeren und hohlen Sprechblasen anzuargumentieren. Es kommt nichts an. Liegt aber vielleicht an mir. Kann ja auch sein.

    Trotzdem will ich hoffen. Was anderes bleibt ja nicht, damit aus dem Zorn nicht Wut und schließlich Hass wird. Und Hass ist Sache der Neuen Linken, nicht der Patrioten.

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    1. Ich gönne mir den Hass. Solange man keine unnötige Gewalt damit auslöst, kann man auch dazu stehen. Warum verlangt man auch noch die Entwürdigung, dass man so tun muss, als würde man die Leute, die einen dauernd mit Absicht bis aufs Blut reizen, auch noch mogen?

      Ich bin auch ausgebrannt.
      Die ZEIT hat sogar einen Jubelartikel dazu.
      https://www.zeit.de/kultur/2018-12/cdu-friedrich-merz-helmut-kohl-partei-konservatismus-sinnkrise-parteivorsitz

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      1. Wem ich zürne, der hat allenfalls in den selteneren Fällen den (falschen) Eindruck, dass ich ihn mag 🙂

        „Hass“ ist für mich die verzerrte Fratze (sofern unter der vollkommen überflüssigen Halstuchmaskerade erkennbar) von linken SA-Trupps, die regelmäßig Gewalt gegen politische Gegner anwenden.

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  2. […]Kommentare in den Mainstreammedien sind wie Meinungen und Haltungen vom vorgegebenen Abreißblock[…]
    Das sind eben die Zombies (oder NPC), die nicht mehr in der Lage sind einen eigenen Gedanken zu fassen. Das wird auch nix mehr. Es ist Untergang des roemischen Reiches V2.0, und das ging damals auch nicht ueber Nacht, sondern dauerte Jahrhunderte. Es hilft nur noch Gewalt, wie man in Frankreich sieht, und selbst das wird schnell „befriedet“, wenn jeder 100EUR mehr im Monat kriegt.

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      1. Doch. Viele der ehemaligen Provinzen haben sich abgespalten und ihr eigenes Ding gemacht. Anfangs konnte der Zentralstaat noch Legionaere losschicken, um die Provinz wieder zu unterdruecken. Irgendwann wurde es dann finanziell mau und die Gegenwehr der Provinzen war nicht mehr ueberwindbar.

        Es ist so ein humanistisch idealistischer Irrtum, dass Gewalt nichts bewirkt. Jeder Antifant weiss das, jeder Moslem auch, nur die Gutmenschen in ihrer Phantasiewelt verschleiern das vor sich selbst.

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