Der steinige Weg zum bunten Fernsehen.

In allen Bereichen sehen sich Frauen unterrepräsentiert, doch zumindest n den Scheinwelten von Film und Fernsehen werden ihre Wunschvorstellung für eine zukünftige Gesellschaft umgesetzt. Seit einigen Jahren grenzen deshalb manche Filme und Fernsehsendungen an Realsatire. Werbung sowieso. Es geht aber nicht allein um die paritätische Besetzung der wichtigen Rollen, sondern Frau muss sich natürlich positiv von den Männern abheben. Wer sich wirklich noch einen Krimi antut, der stellt fest, dass der männliche Part im Kommissariat oft ein Psychopath ist, dem man nicht von dem gesuchten Täter unterscheiden kann und immer die Frau den entscheidenden Tipp gibt zur Lösung des Falles. Wer die Realität nur aus dem Fernsehen bezieht, der glaubt am Ende, dass die Zustände grundsätzlich so sind, eben nur nicht in seinem eigenen nahen Umfeld. Als Seltenseher ist mir da eine Szene in einem Krimi aufgefallen: Polizist steht am Tresen im Revier und telefoniert. Eine Polizistin steht daneben und labert dazwischen, wo ihr Kollege falsch liegt. Währenddessen laufen nacheinander aus abwechselnder Richtung drei Polizistinnen durchs Bild. Alle Mitte zwanzig, schlank, gleich groß, weiß und mit dem antrainierten Laufstegschritt. Das war einfach zu dämlich. Über Werbung müssen wir da extra gar nicht reden. Ob Polizei, Feuerwehr oder im Bergbau, Frauen spielen in Serien immer auch in der Nebenrolle eine Hauptrolle. Bei der Polizei sind es in Wirklichkeit 20%, wobei die meist im Innendienst sitzen, bei der Feuerwehr 0,86%, im Bergbau 0,6%. Im Fernsehen sind schwul, lesbisch oder trans nur ein Anhängsel, um die Guten noch weiter zu veredeln und, obwohl diese Gruppe nur 2% ausmacht, sind sie trotzdem dauernd präsent. Jetzt meldet sich aber eine Gruppe, die auch gerne Stellplätze in deutschen Filmen und Serien haben möchten: Schauspieler mit Migrationshintergrund. Selam Tadese ist einer von ihnen und meint „Die deutsche Filmlandschaft ist sowas von rassistisch“. Er hat zum Beispiel in „Feuchtgebiete“ mitgespielt.

Der Raum ist düster, obwohl draußen die Sonne scheint. Orientalische Teppiche sind auf dem Boden ausgebreitet, Plastikstühle reihen sich an der Wand. Ein nackter, ernst blickender Mann mit dicht behaarter Brust kniet sich vor einer jungen, ebenso nackten Frau hin. Sie hat sich auf einem Sofa niedergelassen und die Beine gespreizt. Er zieht eine Stirnlampe tiefer ins Gesicht. Die beiden kennen sich von der Arbeit, er heißt Kanell und er hat die Frau zu sich eingeladen, um ihr Vulvahaar zu rasieren.

Wenn die Handlung schon bescheuert ist, dann ist wirklich egal wer das spielt. Doch er beschwert sich eigentlich darüber, dass er als Schwarzer nicht die Rollen bekommt, die er sich vorstellt.

Der nicht-weiße Charakter, wenn er überhaupt auftaucht, ist der Fremdling, Sonderling, der Exot, als Mann oft sexuell übergeladen. Rollenschablonen, die nicht-weißen Schauspieler*innen buchstäblich auf den Leib geschrieben werden

Ja, das ist eben die Realität. Deutschland ist eben nicht Berlin, wo Du herkommst. Der schwarze Landwirt aus dem Oberallgäu wird Zeitlebens im wahren Leben der Exot und Sonderling bleiben, auch wenn er die bäuerlichen Dumpfbacken im Film endlich vom Bioanbau und Aussaat nach Feng-Shui überzeugen kann. Salem hat jahrelang versucht eine typisch deutsche Rolle zu bekommen und erfolgreich zu sein. Ich denke nicht, dass es die Rolle eines nörgelnden Ekel Alfred in der Nebenrolle ist, der mit der Nagelschere den Rasen im Vorgarten schneidet. Ich denke auch nicht, dass Du mit dem schusseligen, überkorrekten Ekki in „Wisberg“ tauschen möchtest, denn für einen Nichtdeutschen wäre so ein Charakter nicht zumutbar. Du beklagst, dass die Vielfalt im deutschen Film noch nicht angekommen sei. Sei froh, denn Deutsche im Film sind immer unzufrieden, humorlos und spießig, da passte Dein fröhliches Temprament laut Interviewer gar nicht dazu. Die problembeladenen Plots des deutschen Films, können schon die Türken, weshalb man mit steigender Tendenz lieber türkisches Fernsehenlieber türkisches Fernsehen schaut, im Moment sind es 55%. Irgendwie wäre es auch bescheuert die Kiezsprache zu veredeln und als Bereicherung zu empfinden und dann jagt der türkische Kommissar die weiße Jugendgang, während er Goethe rezitiert. Wäre seine Kollegin noch eine Lesbe in Stöckelschuhen, dann erkennt sogar die demente Omma, dass sie auf dem Comedy-Kanal gelandet sein muss.

Was ich sehe, sind immer noch diese tradierten, historischen Muster, diese alten Bilder einer vermeintlichen Realität, und was ich nicht sehe, ist das, was ich wirklich in der deutschen Wirklichkeit erlebe.

Du meinst, die Berliner Realität. Sei froh, dass man die Realität nicht eins zu eins im TATORT abbildet, dann wäre nämlich der Mörder von Aische  nicht ein Rechtsradikaler, der von türkischstämmigen Polizisten mit ihrer lesbischen deutschen Chefin gejagt wird, sondern es wäre der Ehrenmord, den der Familienclan in Auftrag gegeben hat, wo die Polizist*Innen mit Jutetäschchen schon klein beigeben, wenn er sagt „Ich weiß, wo Deine Wohnung wohnt!“. Mit dem, was sich inzwischen als „Realität“ in den Nachrichten bietet- sofern man es übetrhaupt berichtet-, damit würde ich nicht unbedingt Werbung machen.

Jetzt bist Du nach Hollywood gegangen, die sind weniger rassistisch. Das hat aber mit dem zu tun, dass es da eben auch mehr Schwarze gibt. In Deutschland hat es aber trotzdem nichts mit Rassismus zu tun. Ich denke, dass man in Neukölln nicht unbedingt GEZ-Gebühren eintreibt, wo da nicht mal der Paketdienst hinfährt. Die Omma Frieda aus Hartmannsreuth, die immer pünktlich zahlt, hat den letzten Neger 1945 gesehen, die würde vielleicht auch nicht mehr zahlen, wenn sie im Tatort sähe, wie Duisburg, Berlin oder Offenbach heute aussehen. Und noch schlimmer, sie würde nicht mehr SPD wählen.

Du beklagst Dich, dass in Deiner Akte steht

Gemischte Herkunft, Orientalisch, Schwarz-Sonstige Gegend, Schwarzafrikaner

In ein paar Jahren, wenn die die grüne Jugendpest im Bundestag sitzt, dann steht da nicht mal mehr Dein Geschlecht. Da sieht dann die Besetzung rein zufällig aus wie der Völkerkunde-Atlas mit LGPT-irgendwas Hintergrund. Da ist es natürlich günstiger, dass sich die Schwarze Filmschaffende in Deutschland(SFD) gegründet hat. Gute Idee. Mal sehen, ob ihr vom Frauenföderprogramm für Berliner Künstler_*Innen noch was abbekommt. Du möchtest auch gerne klassische Stücke auf der Bühne spielen, doch Du bekommst keine Rolle. Ich meine, dass ein schwarzer Wallenstein oder ein arabischer junger Werther, der Liebesgedichte vorliest, in etwa so bescheuert ist, wie Indianer in Karl-May-Filmen mit afrikanischen oder asiatischen Einschlag, wo die Siedler mit Rasterzöpfchen durch die Prärie reiten.

An Beethovens 9. scheitern zum Beispiel schon weiße US-Amerikaner. Da wirkt eben ein schwarzer Gesangssolist wie im Konzert beim G20-Gipfel für die EU-Eliten wie ein Fremdkörper, wenn man dem Deutschen zum ersten Mal auf einem Partiturblatt begegnet.

Man kann Filmpreise und Bambis ja gerne polit-correct vergeben, doch das hat nix damit zu tun, was die Leute sehen wollen, aber zum Glück gibt es ja GEZ und Staatstheater, wo man die Leute nach Quote besetzen kann. In Berlin kann man sogar Theater mit Migranten über Migration sehen. Zum Glück sind diese Theater subventioniert, denn wer sich als Deutscher schon täglich im Fernsehen als kulturloser Abschaum mit Kollektivschuld bezeichnen lassen muss, der zahlt hinterher nicht noch Eintritt, damit man ihm das gleiche erzählt.

Mein Tipp an Selam fürs Fernsehen. Warte 20 Jahre, dann hat sich das Problem der ÖR-Medien ohnehin erledigt, denn das Durchschnittsalter bei den ÖR-Medien beträgt 60%. Dann hast Du die Rolle in einem TATORT-Kunterbunt, wo der einzige Deutsche der rechtsradikale Mörder ist. In der Zwischenzeit kannst Du ja bei Berlin. Tag und Nacht. auf dem Privatsender mitspielen, da ist es vollkommen egal wie Du aussiehst, Hauptsache Du gibst den Vollproll.

Eine Frage bleibt jedoch. Warum versucht man auf der einen Seite Migranten in Polizei, Feuerwehr und Politik reinzudrücken, während eine Schauspielerquote im staatlichen Fernsehen einfacher wäre und weniger Schaden anrichten würde? Es geschieht nicht mit Rücksicht auf die Zuschauer, sondern, weil erst mal die Frauenquote umgesetzt werden muss, dass auch die mindestbegabteste Schauspielerin ein Auskommen hat. Ist das der Fall, dann kann Selam den Part des weißen, männlichen Trottels übernehmen und sich hochdienen. Zum bunten Fernsehen ist es eben ein steiniger Weg, wenn man erst an den Frauen vorbei muss.

 

 

3 Gedanken zu “Der steinige Weg zum bunten Fernsehen.

  1. Na, der probiert es ja jetzt in Hollywood, wo sie nur auf ihn gewartet haben. Der Mann ist auch so sexy, dass er sich gar nicht „Goldberg“ oder so nennen braucht, wie eine ehemalige DDR-Bewohnerin mit Furzkissen al Künstlervorname (whoopie).

    Deutsche Welle Anti-Polen. In Farbe. Uuund bunt.

    Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.