Nikolaus Fest: Wie man aus Hassmails die Luft raus lässt.

Hatespeech, Hassmails und Hetze und dazu immer die besorgten Gesichter über zunehmende Verrohung und hassende rechte Trolle im Netz. Da ziehen sich dann Leute von Blogs, Facebook und Kommentarspalten zurück, weil sie nicht damit fertig werden. Lustig wird es, wenn dann moralische Wichtigtuer oberlehrerhaft sich auf die Suche nach den Gründen machen und über Umwege am Ende immer bei geistig Abgehängte von rechts landen. Frauen sind da wesentlich sensibler, wenn es um „Hassmails“ an sie persönlich geht. Eine Göring-Eckert liest sie exklusiv mir verbitterter Miene auf YouTube vor

Keiner hat sie gewählt und mit Aufgaben, die nicht zum Wohle des Volkes sind beauftragt. Ich kann nur raten das Land zu verlassen, den schon bald stehen wir vor ihnen.

Letzteres kann man ignorieren, denn das Gesocks, das hier droht, sind oft nur Versager, die zu Hause im Feinripp mit Bierflasche vom Umsturz träumen und wenig mobil sind. Ersteres stimmt allerdings haargenau. Auch eine Renate Künast lässt sich davon beeindrucken, wenn man ihre Partei „die größten Nazis“ nennt oder „Dreckspartei“. Da muss ich eine Lanze für Thomas Strobel von der CDU brechen, der permanent alles, was nicht merkeltreu denkt als Nazis bezeichnet hat und am Ende die gleichen Forderungen wie PEGIDA und AfD aufgestellt hat. Als ich ihm schrieb, dass das voll heuchlerisch wäre und ich eher einen Sack Zement in den Bundestag wählen würde als solch eine Partei und das dann auch sachlich begründet habe, wurde ich nicht etwa angezeigt, sondern ich bekam eine ausführliche Antwort von seinem Büro, ohne dass man sich über meine Wortwahl beschwerte. Wer schon mental in die Knie geht, wenn die eigene Partei beleidigt wird, der sollte nicht in die Politik gehen. Natürlich waren bei Künast und Göring-Eckert auch derbe Beleidigungen dabei und, dass sie das natürlich „aushalten“, sagt Kathrin, im Gegensatz zu „Helferinnen und Helfer“ oder „Künstlerinnen und Künstler“, die sich nicht wehren können. Dabei zieht die Kathrin ein Gesicht, als müsste sie bei jeder Mail zusätzlich eine Wurzelbehandlung ertragen, alles dabei in schwarz-weiß. Damit sich „die Menschen“ wieder besser fühlen, sind die Grünen natürlich für die Bereinigung von allem, was sie selbst für Hassbotschaft halten. Wer sich öffentlich im Netz präsentiert, der will dafür auch oft nur den Zuspruch, um sich dann vielleicht besser zu fühlen, der sollte aber dann auch nicht psychisch labil sein, wenn er seine eigene Meinung dort offensiv vertritt. Die wirre, moralinsaure Politik der GRÜNEN fordert dabei geradezu dazu auf, diesem inkompetenten, selbstgerechten Haufen mal die Meinung zu sagen. Die Gesellschaft ist nicht roher geworden, es hat sich mit dem Internet nur die Möglichkeit ergeben, den vermeintlichen Lichtgestalten aus Politik, Kunst oder Journalismus, mal persönlich zu geigen, was man von ihnen hält. Dabei könnte es zur Selbsterkenntnis beitragen, wie bei einer Anja Reschke, wenn es dort heißt „du proschwarz-islamische…linksextremistische…“, wenn man nicht wie sie nur auf die Schimpfwörter schaut. Obwohl ja immer die links-grünen Vertreter winseln, dass sie von Rechten „Hassmails“ bekommen, hört man von AfD-Anhängern nichts. Die dürften noch mehr bekommen, wenn man bedenkt, dass man es bei denen nicht dabei belässt, sondern gleich noch deren Häuserwände beschmiert oder das Auto abfackelt. Da wirkt das Gewinsel und die Bestürzung auf der gutmenschlichen Seite doch etwas überzogen.

Nun hat Nikolaus Fest von der AfD ein nettes Video ins Netz gestellt, wo er ein kleines Potbourie von Liebesbotschaften liefern, die ihn dieses Jahr erreichten. Witzig und souverän zählt er sie thematisch geordnet auf. Als Gossenhauer nennt er

Arschloch, Drecksack, Armleuchter, Idiot, Dummkopf, Blödmann, Eierkopf

und beschwert sich, dass ihnen nichts Originelleres eingefallen ist. Deshalb muss das Tierreich herhalten:

Ratte, Schwein, Hund, fette Kröte und Esel.

Esel fand er sogar ganz süß.

Schwuchtel, Schwanzlutscher, Hinterlader…. wirke ich wirklich so schwul-efiminiert?

Er fragt, ob solche sexistischen, homophoben Äußerungen überhaupt zu den Linken passten. Er vermutet Muslime dahinter, die mehr von Sex reden als einen haben, wie er meint. Dann das politische Verrohungsvokabular:

Faschist, Rassist, Nazi, Antisemit aber gleichzeitig Judenfreund… Wie geht das zusammen?

Mit Judenfreund könnte er leben, meint er, denn das stimme. Fäkalfraktion war dann:

Pisser, Schwanzgesicht, Kackhaufen und Pissnelke mit „ä“.

Dieses Jahr waren jedoch „Hurensohn“ und „Islamhasser“ nicht dabei, was für ihn ein Ansporn wäre, sein Profil im nächsten Jahr wieder ein wenig zu schärfen, denn womöglich sei er zu weich geworden. Zum gleichen Resümee kommt auch Göring-Eckert in ihrem Video, doch während Kathrin die Beleidigungen mit Verbitterung hinnimmt, wirkt Fest eher amüsiert. Vor einiger Zeit hat sich ja Rayk Anders auf die Suche nach vermeintlich rechten Trollen gemacht, um herauszufinden, warum sie so viel „Hass“ verbreiten. Er sollte sich sein eigenes Video mal genauer ansehen. Es ist gar nicht notwendig das zentral zu organisieren, weil es nur angeblich um reines Beleidigen geht, sondern um etwas anderes. Martin Sellner begründet diese Mails selbst in seinem Video:

Haten und Trollen sind normale Manöver im Infokrieg.

Sellner wird auch nicht heulen, wenn er persönliche Beleidigungen bekommt, und das anzeigen schon gar nicht. Nikolaus Fest ist das beste Beispiel wie man damit umgeht. Er weiß, dass er in einer Partei ist, die von den Medien als fremdenfeindlich, rassistisch und rechtextrem dargestellt wird, man macht sie permanent lächerlich und stellt ihre Vertreter als Hohlköpfe dar, die eine Gefahr für die Demokratie wären. Fest wäre ja naiv, wenn er glaubte, er würde dann überwiegend sachliche und zustimmende Mails bekommen. In den Medien wird totgeschwiegen, dass vor allem in den Ausschüssen nach Worten auch des politischen Gegners hochkompetente Leute sitzen. Damit und auch mit Hassmails kann man solche Leute kaum beeindrucken, denn schließlich kann man Berufsausbildungen oder Abschlüsse in harten Fächern vorweisen und kann sich eine eigene Meinung leisten, weil man sie auch sachlich begründen kann. Das Ganze geht ja nicht weg, wenn man sozial ausgegrenzt oder totgeschwiegen wird. Solche Leute leben nicht davon, dass man sie permanent als Vorbilder für Moral und Gutsein hinstellt, deshalb tut sich auch die meisten Grünen und Linken so schwer mit Hassmails. Die können nix und habe irgendwelche wertlosen Laberabschlüsse, wo man permanent in kognitive Dissonanzen kommt, sobald man sich mal einer sachlichen Kritik in einer Mail stellen muss. Wenn Frau Göring-Eckert aus den Federn kommt, stecken in jedem Backblech an diesem Morgen schon mehr Fähigkeiten und Nutzen, als in ihrem ganzen Politikerleben. Deshalb gibt es ja auch für Politiker Bundesverdienstkreuze und für Künstler und Journalisten diverse Preise, um sie als moralisch wertvoll auszuzeichnen, weil sie in der Sache selbst oft einfach Nullen sind. Oder man bietet ihnen wenigstens eine Plattform, damit sie nicht verhungern. Da verbreiten sie dann freiwillig die linke Agiprop.

Ein Rayk Anders ist das beste Beispiel dafür, worin der Unterschied besteht zwischen Fest und ihm zusammen mit seinem Suchteam nach Hassmails. Während Fest und Sellner ihren Kritikern auf Augenhöhe begegnen, weil sie davon ausgehen, dass es zum Geschäft gehört, dass sie für ihr öffentliches Auftreten und ihre vertretene Meinung auch Beleidigungen einstecken müssen, behandeln Rayk Anders die sogenannten „Hater“ oberlehrerhaft wie geistig Behinderte oder Fehlgleitete, die man mit Reden auf den richtigen Weg bringen müsste. Deshalb wirkt sein Video dermaßen arrogant und selbstgerecht. Dass die linke Seite Beleidigungen mit „Pack“, „Dreck“ oder „Nazi“ erst hoffähig gemacht hat und dann solche abartigen Reden wie die von Kahrs damit erst möglich wurden, vergessen sie natürlich dabei.

Man muss sich ja nicht an solchen „Hassmails“ beteiligen, ich selbst finde sie ja eher dümmlich. Deshalb lösche ich ja Kommentare, die beleidigend und ad hominem gegenüber Foristen sind. Ich kann damit leben, dass mich dafür jemand vor einigen Tagen als „armes Würstchen“ bezeichnete. Ich nehme es da wie Hadmut Danish: „Mein Blog, meine Meinung – Dein Blog, Deine Meinung“ bzw. „Mein Blog, meine Regeln – Dein Blog, Deine Regeln.“ Meist sind das aber eh Leute, die zwar immer alles besser wissen, selbst aber nie in der Lage sind, einen zusammenhängenden Text zu schreiben und ins Netz zu stellen.

Bis heute dachte ich wirklich, es gäbe nur noch psychisch labile Schneeflöckchen und Weicheier auf der einen Seite und keifende Sprachpolizisten und Moralapostel auf der anderen. Nikolaus Fest zeigt, dass man als exponierte Person Hassmails auch anders begegnen kann. Souverän und amüsiert und erkennen, was Hassmails wirklich sind: Dümmliches Gesülze, das man nicht allzu ernst nehmen sollte.

 

 

 

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