Wahr ist, was die Mehrheit hat.

Ich habe ja schon häufig überlegt wie lange man jemanden Propaganda aussetzen, nudgen und moralisch nötigen muss, bis ihm alles nicht nur in Fleisch und Blut übergegangen ist, sondern sogar noch selber aktiv wird, andere zu beeinflussen. Inzwischen sind es nur noch drei Tage. Drei Tage vor Silvester fing man an mit dem „tödlichen“ Feinstaub durch Feuerwerkskörper. Nicht mehr die besondere Choreographie eines geplanten Feuerwerks war eine Meldung wert, sondern wie viel Feinstaub dabei frei wird. Auch der Vergleich mit der Jahresdosis von Dieselfahrzeugen durfte nicht fehlen. Nachdem wir, meine Frau und ich, uns die privaten Silvesterknallereien im Freien angesehen haben, trafen wir eine Bekannte mit ihrer jüngeren Schwester, beide um die zwanzig. Da dauerte es keine zwei Minuten, da meinten sie, dass sie die organisierten Feuerwerke ganz toll finden, die private Knallerei müsste aber wegen des Feinstaubs aber nicht sein. Überhaupt sei das schon ein wenig seltsamer Brauch. Ich meinte, dass es ja nett wäre, wenn sich der Staat nicht, um alles kümmert, weil das sei ja jedem sein Bier, ob er sein Geld verschießt oder nicht. Weil ich weiß, dass das zwei Veganer sind, habe ich es mir verkniffen zu sagen, dass es ja auch Blödsinn wäre, wenn ich jemanden vorschreibe, ob er Fleisch essen darf oder nicht. Schließlich ist meine Frau mit denen schon aneinandergeraten, denn sie sind nicht nur gegen die Massentierhaltung, weil die so grausam ist, sondern auch voll auf Gender und Miltikulti. Weil meine Frau daraufhin sagte, dass man dann nicht von oben verordnen kann, dass man in Schulkantinen nur Halal-Fleisch anbietet, wo die Tiere bei lebendigem Leib der Kopf abgesäbelt wird. Die, die kein Haram-Fleisch wollen, sollen es eben bleiben lassen. Deren Gegenargument war dann: Was sollen die armen(!) Kinder denn dann essen?

Vorgestern war ich bei einem Installateur mit eigenem Betrieb, für einen Termin. Wir unterhielten uns ein wenig und er kam auch auf die private Ballerei mit dem Feinstaub. Die organisierten Feuerwerke wären aber in Ordnung. Da ersparte ich mir zu sagen, dass man als Selbstständiger je schön blöd wäre Steuern noch zu zahlen, wenn  damit von denen für alle zwangsweise ein Feuerwerk finanziert wird, auch wenn man wie er selber gar keinen Wert darauf legt.

Ich bin generell gegen die Reglementierung bei sehr fetten oder süßen Lebensmittel oder Fleisch, gegen Dieselfahrverbote und auch gegen den ganzen Klimarettungs-Krimskrams. Man kann nun argumentieren, dass die Gesundheit aller ein hohes Gut sei, das geschützt werden müsse, sowohl bei Menschen, als auch bei Tieren, und die oben beschriebenen Personen genau damit ihre Sichtweise begründen. Doch das kann niemals der Hauptgrund sein. Es darf mich erst mal nichts angehen wieviel jemand von was isst und was er mit seiner Gesundheit anstellt. Er wird dauernd darüber aufgeklärt und kann nun frei und mündig darüber entscheiden, was er tut. Es steht mir nicht zu, mich in dessen Freiheit einzumischen. Und es steht keinem zu aus weltanschaulichen oder religiösen Gründen, irgendwelche Sonderrechte einzufordern, die dann wieder dem Tierschutz widersprechen.

Jetzt waren die alle auf dem Gymnasium und haben zum alles über CO2 gelernt, Reaktionsgleichungen gelernt, Photosynthese, kennen Dinge wie Energiebilanz und Wirkungsgrad und vieles mehr. Obwohl ich beim Beginn der CO2-Hystherie mich nirgends informiert habe, erinnerte ich mich als erstes an die Versuche zur Photosynthese, dass zum Beispiel die CO2-Kapazität bei Pflanzen bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Alleine, dass man immer ein Problem bekommt mit der Grundlast bei Windkraftwerken und man bei Solar und Biogas mal an die Energiebilanz denken sollte, sind so banal, dass man sich fragt, was lernt man eigentlich heute noch an einem Gymnasium und was bleibt eigentlich hängen.

Man könnte sich jetzt den Kopf martern, ob es am Schulsystem liegt, dass auch die elementarsten Dinge nicht mehr im Kopf präsent sind, aber ich denke, die Begründung ist viel einfacher:

In „Bird Box – Schließe deine Augen“ versucht Sandra Bullock in einer postapokalyptischen Welt zu überstehen. In dem Netflix-Film wurde die Erde von Wesen überfallen, die alleine durch ihren Anblick Menschen dazu veranlassen, Selbstmord zu begehen. Die Lösung für diejenigen, die überleben wollen, sind Augenbinden.

Seit seinem Erscheinen auf Netflix im Dezember begeistert „Bird Box – Schließe deine Augen“ zahlreiche Zuschauer. Nun dient der Horrorstreifen sogar als Inspiration für eine Challenge: die sogenannte Bird Box Challenge.

Animiert von diesem Film probieren das plötzlich tausende Leute auch aus und verbinden sich die Augen und versuchen so ihren Alltag zu managen. Da sind Vollprofis wie eine Mutter dabei, die mit ihren Kindern an der Hand (alle drei mit Augenbinden) durch eine Tür rennt und das etwa zweijährige direkt gegen die Wand. Jeder, der das einfach aus Interesse früher schon mal versucht hat, der überlegt sich vorher, wo es Probleme geben könnte. Viele rennen aber einfach dagegen einfach darauf los, als müsse das jetzt einfach so funktionieren, weil die im Film das auch so macht. Wie eine übergeordnete Autorität, der man eher glaubt, als jeder eigenen Erfahrung oder den Naturgesetzen. Die kommen mit verbundenen Augen in einen Laden und rennen dann gegen Ständer und stolpern über Kisten mit Waren. Weil irgendeine Heldin im Film das vormacht, funktioniert die Verschaltung im Hirn nicht mehr, dass Augenverbinden gleichbedeutend ist mit blind und Blinde deshalb einen Blindenstock haben. Während der eine Teil der Challange das eher aus Spaß macht und wo hingehen, wo´s ungefährlich ist, rennen die anderen wie in einer Art Herdentrieb rum, als müsse das problemlos funktionieren, weil die Bullock im Video so rumrennt und all die anderen auch. Da stolpert ein Kind gegen ein Hindernis und plärrt und die Mutter tastet sich dann mit verbundenen Augen zu dem Kind. Wie blöd ist das denn. Wenn es ernster ist, sagt sie dann der Polizei, sie hätte nicht zum Telefon gefunden und konnte deshalb keinen Notarzt rufen.

So müssen auch die Hirne der am Anfang genannten Personen verschaltet sein. Eine Autorität sagt, dass jetzt etwas einfach so sein müsse und man jetzt unbedingt diese oder jenes machen müsse, dann wird das von denen widergekäut und man macht sich gleich an die Umsetzung. Man verzichtet auf Fleisch, um das Klima zu retten, stellt sich Windräder in den Garten mit der Annahme, dass genau dieses an 365 Tagen, 24 Stunden lang in Volllast Strom liefert und glaubt, dass man durch den Verzicht auf das eigene Feuerwerk 1,63 Feinstaubtote einsparen könnte.

Der letzte Gag war das Absenken der CO2 Grenzwerte auf ein Niveau, dass ein Auto nur mehr 2,72 Liter verbraucht. Wenn man bedenkt, dass manche noch weiter runter wollen, dann kann im Geiste gar kein Zusammenhang mehr bestehen, dass der Treibstoff ja das Auto bewegen muss und beim Verbrennen CO2 entsteht. Für die sind das so eine Art „autoaffine“ Erscheinungen wie die Farbe oder das Material der Sitzbezüge, die man beliebig verändern oder auch weglassen kann und, weil die „Experten“ sagen, man müsse das wegen der Klimarettung ändern und wäre furchtbar gut für die Menschheit und dann funktioniert das auch, machen ja auch alle mit. Das ist das wichtigste. Angeblich 97% der Wissenschaftler sagen, dass wir schuld am Klimawandel sind. Wir sind die Mehrheit und wir haben recht und, weil wir recht haben, können wir es auch retten. Und ich gehöre dazu! Das reicht, um alle Energiebilanzen und physikalischen Gesetze außer Kraft zu setzen.

Seit mehr als 20 Jahren hat man die jungen Leute mit Fake-Tatsachen bombardiert: 50 Geschlechtern, Klimawandel durch CO2 oder, dass Völkervermischung endlich zu einem Paradies auf Erden führe, wo sich alle liebhaben. Man hat wissenschaftliche Gegenargumente als unmoralisch diskreditiert und mit der Begründung zurückgewiesen, dass die „Gläubigen“ in der Mehrheit wären und somit recht hätten. Wer von Geburt an nur lernt, wie die Welt vermeintlich ist und nur gut und böse unterscheiden kann aber nie erfahren hat wie sie funktioniert, bei dem ist die Prägung irgendwann soweit abgeschlossen, dass es außerhalb dieses Weltbildes außer dem bedrohlich Bösen, gegen das man kämpfen muss, nix mehr gibt.

Und, weil die links-bunte Sekte so tolerant ist, versucht sie es zuerst mit Freiwilligkeit, dass man sich anschließt. Da aber nicht alle glauben wollen, müssen irgendwann Gesetze, Verbote und Strafen her, um auch den Rest zu bekehren.

Früher sagte man, wir bräuchten die EU und den Euro für den Wohlstand. Seit das nicht mehr so hinhaut sagt man, wir bräuchten sie für den Frieden und, weil sich jetzt alle untereinander nicht mehr leiden können und alle Schulden bis zum Hals haben, ist jetzt die Hauptaufgabe der EU, dass wir die Probleme der Welt nur gemeinsam lösen können. Die haben also auf allen genannten Gebieten versagt und suchen sich jetzt eine noch größere Aufgabe. Zum Glück haben wir ja jetzt genügend junge Leute, die wissen, dass das funktioniert, weil die Mehrheit es so will. Im Unterschied zu früher sind sie aber dafür, dass man das jetzt mit Verboten und Strafen durchsetzt, dann funktioniert es bestimmt. Ganz bestimmt.

PS: Leider kann ich nur über ein geliehenes Handy absenden. Die fehlenden Links einfach über entsprechende Suche selbst finden. Zitat ist auf web.de, der Rest auf Youtube.

 

5 Gedanken zu “Wahr ist, was die Mehrheit hat.

  1. Oh Gott, du machst dir nen Kopf um SCHULEN, wenn die Leute sich die Augen schon zubinden, um gegen Wände zu donnern? Das hat eher was mit Irrsinn zu tun. Früher hätte jemand rapide gesagt, „Zieh das DIng ab!“ Heute gibt es keinen Diskurs, da kann man in der Schule auch nichts mehr machen. Absurd.

    Bei der EU ist es so:
    – Früher: Wohlstand
    – Dann: Frieden
    – Heute: Schicksalsgemeinschaft.
    Ja „Schicksalsgemeinschaft“. Hat was von „Wenn das deutsche Volk nicht heldenrrrrreich sieget, muss es äben stärrrben und mit mirrrrr unterrrrgääähn.“

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    1. Heute gibt es keinen Diskurs…?
      Heute gibt es sogar bei „Blinde Kuh“ einen Diskurs. Sämtliche Laberwissenschaftler und Psychologen diskutieren darüber, ob das Kind mehr durch ein Verbot der Augenbinde traumatisiert wird oder wenn das Kind mit Augenbinde eine Schnellstraße überquert. Gibt´s sicher Fördergelder.

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      1. Es gibt keinen Diskurs. Laberwissenschaftler diskutieren nicht, sie verkünden. Und jetzt schick deine Tochter mit Augenbinde über die Straße! Aber flott, dallidalli, bevor es durch das lange Tragen der Binde noch traumatisiert wird!

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  2. „Angeblich 97% der Wissenschaftler sagen, dass wir schuld am Klimawandel sind.“ Aber als Einstein seine Spezielle Relativitäts veröffentlichte waren 100% der Wissenschaftler dagegen. Spätestens 1945 keiner mehr.

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