Der „Embedded Wissenschaftsjournalist“

Ein Artikel in der taz beginnt mit dem Satz:

Der Wissenschaftsjournalismus als Teil des Mediensystems befindet sich seit Jahren in der Krise.

Dieser Umstand wurde schon bei danisch thematisiert und er macht es daran fest, dass man mit diversen Laberstudiengängen und der Infiltrierung der noch einigermaßen brauchbaren Studiengänge mit deren Aktivistinnen, die Uni im Grunde gesprengt hat. Doch es lohnt sich den Artikel in der taz ganz zu lesen, denn schon am Anfang springt der Grund für den Niedergang eigentlich schon ins Auge.

Anlass genug, über gemeinsame Schritte aus der Misere der öffentlichen Vermittlung und kritischen Begleitung von Wissenschaft nachzudenken. Der Königsweg könnte zur Zivilgesellschaft führen.

Ich habe die Bild der Wissenschaft, wo einer der Redakteure im Artikel zu Wort kommt, sogar längere Zeit regelmäßig gekauft, als ich viel mit der Bahn unterwegs war, doch irgendwann merkte ich, dass das ein totales Käseblatt wurde. Meistens kaufte ich dazu noch die ZEIT oder die Süddeutsche und der Witz war, dass egal, welche Zeitschrift oder welches Magazin man aufschlug, es waren immer die gleichen Themen relevant, auch, wenn sie gerade nicht aktuell waren. Die „öffentliche Vermittlung“ beschränkte sich auf einen Pool an Themen, aus den alle Magazine und Zeitschriften ihre Beiträge zusammenschusterten. Hier war die „Einheitsmeinung“ viel offensichtlicher, als bei Tageszeitungen, die notwendigerweise aktuelle Themen behandeln müssen. Der Rest der Themen, die man sogar in der jetzigen Januarausgabe bei Bild der Wissenschaft findet, behandeln irgendwelche Zustände auf dem dritten Jupitermond von links oder irgendwelche Zukunftsvisionen über Raketenantriebe um ferne Planeten zu besiedeln. Wie sollen wir sowas ins All bringen, wenn wir nicht mal mehr fähig sind, einen Flughafen zu bauen, damit wenigstens Flugzeuge in die Luft gehen können. Ich habe jetzt gar nicht erst gesucht, wie viele Themen es zu Klimawandel-Szenarien gibt und welche regenerativen Energien man neben Windmühlen noch erfunden, um uns zu retten.

Laut obigem Zitat wollen sie ja Wissenschaft kritisch begleiten. Womöglich meine sie damit die ANTIFA und irgendwelche feministischen Schreihälse, die Vorträge über Biologie rechtzeitig gewaltsam unterbinden, dass niemand den Humbug über das selbstgewählte oder 42. Geschlecht öffentlich aufliegen lassen kann. Journalisten sind in dieser Richtung meist völlig inkompetent irgendwas kritisch zu begleiten, weil sie mangels Qualifikation ohnehin nur die vorverdauten Stücke von dpa etwas mit einer Google-Recherche aufblasen. Im dpa-Pool dürfte deshalb nicht die Entdeckung des Gens Lin29 zu finden sein, das die Pubertät steuert und die Architektur männlicher und weiblicher Gehirne.

Nun heißt es weiter im Artikel:

Vor allem freie Wissenschaftsjournalisten sind zunehmend dazu gezwungen, zu Aufträgen aus der Wissenschafts-PR zu greifen, um finanziell überleben zu können.

Nun kann ich mich erinnern, dass Wissenschaftler Interesse haben, dass ihre Ergebnisse irgendwo veröffentlicht werden, dieser zuvor begutachtet werden und sich dann einer öffentlichen Debatte stellen. Inzwischen hat man dieses System jedoch teilweise ausgehebelt, weil Ergebnisse, die der Genderideologie zuwiderlaufen oder dem Klimafake, vorher aussortiert, bzw. passende Ergebnisse einfach ohne Beanstandung durchgewunken werden, um keine Probleme zu bekommen. In den USA haben ja zwei gewiefte Hunde diverse völlig blödsinnige Artikel über Gender an verschiedene Zeitschriften versandt und hatten in den meisten Fällen Erfolg damit. Forschung verschlingt natürlich Geld, das man durch die Markteinführung eines Produkts natürlich zurückhaben will. Dass man dann natürlich die Ergebnisse etwas hypt und schönt, um damit PR zu machen, zum Beispiel für Medikamente, versteht sich von selbst. Dem will man als Journalist natürlich entgehen, weshalb sie die Lösung woanders sehen:

In Südhessen ist an der Hochschule Darmstadt das mit 10 Millionen Euro ausgestattete Projekt „S:NE Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung“ auf Ökothemen ausgerichtet. Die ersten inhaltlichen Schwerpunkte sind nachhaltige Städte und Siedlungen sowie nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen. Themen, die in Zeiten des Klimawandels nach mehr Publizität und öffentlichen Diskurs benötigen.

Man wechselt vom Wirtschaftslobbyismus direkt zum Polit-Lobbyismus. Diese Megastädte, wo man dann mit zugeteilter Energie und Nahrung leben darf, um uns vor der Klimakatastrophe zu retten, entsprechen ja genau den Vorstellungen der Globalisten: Abschaffung des Privateigentums, Entvölkerung des ländlichen Raumes und lückenlose Kontrolle. Da machen sie sich gleich zum Sprachrohr der Trilateralen Kommission, die genau den Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ erfunden hat und vorgeschlagen hat:

Städte sollen in „Smart Cities“ umgewandelt werden, wie sich die Welt in eine Utopie ohne Grenzen verwandelt und ländliche Bewohner müssen in Megatädte gezwungen werden.

Ob jemand von den Mainstream-Journalisten den Mumm hat, diese Idee und die Forschung dazu kritisch(!) begleiten würden. Ich denke, dass man mit 10 Millionen Euro Fördergeldern sich am Ende auch kaum hinstellen wird und sagen, dass der Klimawandel- egal ob natürlich oder menschengemacht- gar keine Megastädte fordert und diese in einem sozialistischen Mangel- und Kontrollstaat enden. Und die Journalisten wollen ja wie oben gesagt „öffentlich“ vermitteln und da wäre blöd, wenn am Ende der Forschung was rauskommt, was die Öffentlichkeit ohnehin nicht so genau wissen sollte.

So lud das auf Transformationsforschung spezialisierte Wuppertal Institut für Klima Umwelt Energie im Herbst erstmals einen „Journalist-in-Residence“ ein [den Autor dieses Textes, Anm. d. Red.], um die Entwicklung des „transformativen Journalismus“ zu stärken. ­Weitere Kooperationschancen ergeben sich über die Transitions-Town-Bewegung, die „Zukunftsstädte“, das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement oder eine Neubelebung der „Forschungswende“, die eine andere Forschungspolitik aus Sicht der Umweltverbände artikulierte.

Digitale Plattformen, neue Finanzierungen und erweiterte Kooperationen in die Zivilgesellschaft hinein – das können die Bestandteile für eine neue gemeinsame Entwicklung von Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftskommunikation sein. Und mit ihr ein neues Narrativ für die Wissenschaft.

Journalist-in-Residence bzw. „transformativer Journalismus“. Wer dem Link folgt der liest als ersten Satz:

Die Große Transformation zur Nachhaltigkeit wird ohne Mitwirkung und Akzeptanz der Gesellschaft nicht gelingen.

Ach was. Was dann kommt, klingt dann eher so wie man es von der Kriegsberichterstattung kennt, nämlich, dass die Kontrolle der Medien mindestens so wichtig ist wie die Waffen.

Für mich ist Wuppertal auch ein Reallabor, in dem die Ergebnisse transformativer Forschung in journalistische Produkte und gesellschaftliche Narrative übertragen und vermittelt werden können“, sagt Ronzheimer. „Das ist durch seine Wechselseitigkeit sehr spannend“. Neue Wege sollen auch bei der Einbeziehung der Nutzerseite in Form eines „partizipativen Journalismus“ entwickelt werden.

Sozusagen der Embedded Journalist wie wir ihn seit dem Irakkrieg kennen. Die richtigen Narrative übertragen und vermitteln, so dass es auch in der Bevölkerung genügend Rückhalt für jede Schandtat gibt. „Neubelebung der Forschungswende“ heißt es oben. Will man dann auch so ein System, wo sachliche Kritik als Beleidigung gilt und nicht mehr die wissenschaftlichen Methoden und objektiven Erkenntnisse gelten, sondern, ob die Ergebnisse auch ideologisch korrekt sind?

Man will ja laut taz jetzt ja neue Wege gehen, weil es in den sozialen Medien so viele Fake News gibt, und man will sich jetzt auf die „bildungsfernen“ Schichten konzentrieren. Zu blöd aber auch, wenn man Genderstudies inzwischen eher als Esoterik betrachtet und immer wieder Laien-Klimaforscher in den Archiven kramen, wo deutlich wird, dass die „Wissenschaftler“ im Bereich Klima seit Jahren voll daneben liegen. Kein Wunder, dass man versucht, dem Laien, die Rohdaten vorzuenthalten. Als ich vor Kurzem versuchte Temperaturdaten über 30 Jahre einer einzigen Station zu bekommen, hätte ich natürlich dafür bezahlt. Dass man für einen Satz über 800.-€ verlangt, ist nichts anderes als der Versuch, sie nicht öffentlich zu machen. Da war mir der Mengenrabatt für drei Sätze für unter 1000.-€ eben auch noch zu teuer.

Die Automatisierung der bisher von Menschen überwachten Wetterstationen wie am Hohenpeisenberg ist für mich ein weiterer Schritt die Rohdaten vor der Veröffentlichung zu frisieren. Ich habe ja in einem früheren Post schon darauf hingewiesen, dass der Wetterbericht fast grundsätzlich von drei Grad höheren Temperaturen ausgeht als wie sie dann wirklich eintreten. Nun kann man noch so viel Wissenschaftspropaganda betreiben, aber bei der Umsetzung der dahinterstehenden Ideologie kommen dann eben die Schulphysik, -mathematik, -biologie und -chemie ins Spiel. Energiebilanz, Energiedichte oder Photosynthese bzw. Chromosomen, Hormone und Mitose sind dann Begriffe, die auch der gebildete Laie noch kennt und die nach kurzer Erklärung eingängiger sind, andere zu überzeugen, als das ganze Geschwafel über „Kipppunkte“ und 50 Geschlechter.

Liest man den Artikel in der taz, dann ist den Wissenschaftsjournalisten wirklich nicht mehr zu helfen. Die Polit-Journalisten sind jetzt durch Relotious mit ihrem Haltungsjournalismus endgültig aufgeflogen und haben trotzdem nichts gelernt. Jetzt kommen die von der Wissenschafts-Fraktion und machen den Haltungsjournalismus gleich noch zum Programm. Wie vollverblödet muss man sein, dass man sich von Experten beraten lässt und gleich noch sein neues Berufsbild als Wissenschaftsjournalist veröffentlicht.

Bei uns gibt es dafür ein Sprichwort:

Da hilft der Blinde dem noch blinderen.

3 Gedanken zu “Der „Embedded Wissenschaftsjournalist“

  1. Und dann ist noch das Problem, dass IQ nicht Ideologieresitent macht. Also diese Einrichtung für Nachhaltigblabla wird wie die Klimaforschung erst einmal gute Leute anziehen. Kriegen die aber nur Fördergelder von der Politik, wenn sie genehme Dinge erforschen, dann bekommen wir bald lauter Spielzeug, mit dem man ohne „viel“ Aufwand zur Klimarettung und gegen Müllberge handeln kann.

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