Die Zukunft ist schon da.

Den Artikel  Die hermetische Energiewende auf Tichys Einblicke musste ich wirklich zweimal lesen. Im Dezember tagte der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Landesplanung des Parlaments (NRW) zur Anhörung von Sachverständigen, die zum Antrag “Chancen der Digitalisierung für die Energiewende nutzen. Es waren Fraktionsvertreter und Sachverständige der Energiewirtschaft anwesend. Laut des Artikels wurden nur Worthülsen ausgetauscht. Als sich ein Abgeordneter einmischte, dass es bei der Umsetzung der Vorschläge gravierende technische Probleme geben würde und dies auch begründete, wurde das einfach ignoriert. Die(se) technisch korrekte Aussage wurde von keinem anderen Experten bestätigt. Vielmehr wurden in Negierung der physikalischen Realität unmögliche Wunschvorstellungen als machbare Ziele beschrieben.

Bis auf eine Minderheit der Abgeordneten und einen einzigen Sachverständigen waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Gesetze der Physik zu ignorieren seien und ein utopisches Programm erfüllt werden muss, das nicht realisierbar ist; mit anderen Worten: sie huldigten einer quasireligiösen Vorstellung von der Energiewende. Erstaunlich war dabei die hermetische Geisteshaltung der Wortführer der Energiewende und der ihnen eng verbundenen Lobbyisten, die rationalen Argumenten nicht zugänglich waren und für solche nur offen gezeigte Verachtung übrig hatten.

Jetzt kann man die Lobbyisten noch verstehen, denn sie greifen nur die staatlich verordnete Zwangsabgabe und die Subventionen ab und müssen sich wenig darum kümmern, was mit dem zu viel produzierten Strom passiert bzw. was passiert, wenn nicht geliefert werden kann. Schließlich ist es nicht die Schuld der Betreiber, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Die Lösung diesen Wahn zu beenden sieht der Autor in einer lang anhaltenden Wirtschaftskrise oder einem Blackout. Nun mag das vielleicht etwas Sand im Getriebe produzieren, doch solange sich über 80% der Abgeordneten einig ist, dass die Energiewende umgesetzt werden muss, wird man in dieser Richtung weitermachen. Das gilt auch für alle planwirtschaftlichen Einmischungen in das Bildungssystem, die Wirtschaft und den Verkehr, die der Wunschvorstellung entspringen, die Welt besser zu machen. Kann eine Industrienation überhaupt längerfristig überleben, wenn dieser Irrsinn anhält?

Man kann es in den einzelnen Sparten auseinanderdividieren. Das Bildungssystem ist darauf ausgerichtet jedem die gleiche Chance zu geben, indem man das Niveau so absenkt, dass möglichst viele das Abitur erreichen und studieren. Das hat aber nachweislich kaum Einfluss darauf, wie viele Hochqualifizierte daraus hervorgehen. Gute Schüler machen auch in einem schlechten Bildungssystem trotzdem ihren Weg und sie werden ihren Lebensplan so ausrichten, dass sie damit auch zu Wohlstand kommen. Solche sind schlau genug, ein Studium zu wählen, der auch einem entsprechenden Einkommen führt. Der Überschuss der Abiturienten wandert in die Geisteswissenschaften, der Anteil in den Naturwissenschaften steigt dabei kaum. Der Mangel entsteht vorübergehend vor allem bei Facharbeitern und im Handwerk, doch ich denke, dass die Flut an Akademikern irgendwann nicht mehr von staatlichen, halbstaatlichen oder kirchlichen absorbiert werden kann. Auf längere Sicht wird man eben vom Arbeitsamt nur noch Umschulungen anbieten in Berufen, wo ein Mangel besteht.

Die Konzerne können mit den Einmischungen des Staates gut leben, denn dort wäscht eine Hand die andere. Man kann mit jeder Vorschrift eine Pseudonachfrage erzeugen, man denke nur an Bauvorschriften zur Dämmung, Feinstaubfilter für Holzöfen oder Reifenventile, die den Druck automatisch überprüfen. Wenn durch Regulierungen und Vorschriften die Produktionskosten steigen, dann kann man leicht die Gewerkschaften unter Druck setzen, wenn es um höhere Lohnabschlüsse geht. Gleichzeitig kann man sich Konkurrenz vom Hals schaffen, wie es bei den Metzgereien der Fall war, weil sich nur die Großschlachtereien die Umsetzung der Vorschriften leisten konnten. Im Grunde macht die Industrie den religiösen Wahn mit, weil es im Moment zu ihrem Vorteil ist. Viele Güter müssen im Grunde durch staatlichen Zwang abgenommen werden. Wenn der Strom nur noch dort produziert werden soll, wo er verbraucht wird, dann kann es der Wirtschaft egal sein, ob das funktioniert. Jeder wird genötigt oder geködert, sich Solaranlagen aufs Dach zu schrauben. Wenn das alles ein großes Desaster wird, umso besser. Dann fragt auch keiner mehr, ob das Panel die garantierte Leistung oder Lebensdauer wirklich hat. Ist die Nachfrage irgendwann nicht mehr vorhanden, dann gibt es ja Sozialpläne für die Mitarbeiter und die Profiteure sind längst weiter gezogen.

Die Vorgänge in den eingeschneiten Gebieten zeigen, wie es gesellschaftlich weitergeht, wenn man die Realität zu Gunsten pseudoreligiöser Überzeugungen ignoriert.

Es gibt in der Politik viele Anzeichen einer Auseinanderentwicklung von Stadt und Land. Sie spiegelt sich in der Mediensicht auf die Schneelage wieder. Vor allem die jungen und jüngsten urbanen Generationen sind von einer merkwürdig gespaltenen Sicht geprägt, die sie ja nur von ihren Eltern und Lehrern haben können.(…) In den Bergen haben Einrichtungen, über die urbane Grüne und Gleichgesinnte im besten Fall lächeln, denen sie im schlechtesten Fall politisch irgendwas mit „rechts“, wenn nicht schlimmer unterstellen würden, nicht die geringsten Nachwuchssorgen: Schützenkompanien, Freiwillige Feuerwehr, Bergrettung, Rotes Kreuz, Alpenverein und so weiter. Sie knüpfen ein dichtes soziales Netz von Bürgergesellschaft (nicht Zivilgesellschaft, dazu demnächst ein eigener Beitrag), das im Falle der Not von jetzt auf gleich hilft – uneigennützig und selbstverständlich.

Die Umsetzung der sozialistischen Visionen wird die Stadt viel stärker treffen als das Land, sei es bei Strom-. Wasser-, oder Lebensmittelmangel. Arbeitslosigkeit, Pflegebedürftigkeit oder Armut können in ländlichen Gebieten viel besser abgefedert werden. Während man auf dem Land leicht einen Handwerker bzw. jemanden mit gleichwertigen Kenntnissen organisieren kann oder auch Werkzeuge und andere Dinge des täglichen Lebens, wird an anderen Orten Korruption und Bestechlichkeit blühen. Die ganzen Umwelt-und Hygienevorgaben werden sich nicht mehr kontrollieren lassen. Was hätte ein Kaminkehrer oder einer vom Ordnungsamt schon als Gegenleistung anzubieten, außer ein Auge zuzudrücken?

Ein Bündnis von Parteien, die einen Einheitsblock mit gleichen Zielen bildet, ist nichts anderes als eine Einheitspartei. So ein System spült einfach die schärfsten Ideologen nach oben, wie man es im oben beschriebenen Ausschuss sieht. Es ist also kein Wunder, dass dort völlig realitätsferne Hohlköpfe mit skrupellosen Abgreifern am System zusammensitzen. In einer funktionierenden Demokratie war es möglich, dass die SPD mit ihrer überbordenden staatlichen Wohlfahrt in den 70-igern am Ende abgelöst wurde. Heute ist es praktisch egal, wen man wählt, man kann weder die Energiewende, noch die Verzerrung des Marktes durch staatliche Eingriffe stoppen. Wir werden in einer Übergangsphase einer Wiederkehr von Phänomenen sehen, wie wir sie aus sozialistischen Ländern kennen, noch angereichert durch die Probleme der ungesteuerten Migration.

Danach stehen meiner Meinung nach zwei Wege offen: Entweder man schafft es mit totalitären Maßnahmen, das System am Laufen zu halten: man muss bedenken, dass die Möglichkeiten dazu heute viel ausgeklügelter und umfangreicher sind. Vielleicht verkauft man uns ja die Mangelwirtschaft als Schuldtilgung für den 2. Weltkrieg oder als Preis für die Weltenrettung und unterwerfen uns freiwillig.

Oder es geht in eine andere Richtung. Der andere Weg zeichnet sich in Frankreich mit den Gelbwesten schon ab. In Deutschland haben wir inzwischen einen anderen Menschenschlag, sodass die religiös-linke bis auf die ANTIFA relativ wehrlos ist und sich nicht auf Polizei und Bundeswehr verlassen kann. Der hohe Anteil Kulturfremder dürfte einen entscheidenden Einfluss darauf haben, was passiert, wenn die sozialistischen Visionen scheitern werden.

Bei den Vorgängen in dem beschriebenen Ausschuss kann man davon ausgehen, dass eine Veränderung von oben nicht zu erwarten ist. Wenn Minderqualifizierte mit Hang zur Esoterik über unsere Zukunft entscheiden und nicht mal mehr für Gesetze der Physik auf Mittelschulniveau zugänglich sind, dann befinden wir uns in etwa hier. Die Zukunft ist eigentlich schon da.

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