Wann hat eine Meldung einen Wert?

Es gibt vorwiegend eher rechte Internetseiten, die häufig über Straftaten von Migranten berichten und meinen diese würden von den Leitmedien vorsätzlich verschwiegen. Dabei sind sie meist ohnehin den Regionalzeitungen entnommen. Stellen sie sich ihre Regionalzeitung vor und man würde dort nur über die gravierensten Straftaten aus dieser Menge im überregionalen Teil berichten. Die Leute würden schlichtweg Panik bekommen, obwohl die meisten in ihrer näheren Umgebung so gut wie nie davon betroffen sind. Geht es um die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, dann ist das mengenmäßig gar nicht notwendig. Aus meiner Erfahrung findet sich zum Beispiel im Bayerwald Boten fast täglich eine Negativmeldung über die AfD, meist vierte Seite linke Spalte zweite Meldung; wo man naturgemäß als erstes hinsieht. Die Negativmeldung über Trump (früher Putin) findet sich im internationalen Teil auf den ersten beiden Seiten. Dazu kommt zu jedem Wetterereignis auf der Welt irgendwo grundsätzlich ein Halbsatz zum Klimawandel. Ebenso häufig noch was über „Rechtsextreme“. Das reicht eigentlich, um die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung zu verbiegen. Diese Art der Meinungsmache war so lange kein Problem, solange es eine ausgewogene Medienlandschaft gab. Da konnten linke Zeitschriften Kuba hochleben lassen, während andere das Bild sozialistischer Mangelwirtschaft zeichneten. Das Gesamtbild ergab sich, wenn man mehrere Seiten gehört hatte. Geht man hypothetisch davon aus, dass eine Zeitung völlig neutral berichten wollte, welche Meldung sollte dann veröffentlicht werden? Im Jahr gibt es in Deutschland etwa 400 Morde, also im Schnitt gut einer am Tag. Macht es Sinn über jeden überregional zu berichten? Oder über eine bestimmte Anzahl der Verkehrstoten von rund zehn täglich? Über wie viele von den jährlich etwa 1000 Tornados in den USA sollte man berichten? Wie sieht es mit Überschwemmungen nach dem Monsun aus, die jährlich wiederkehren?

Heute werden in beinahe allen auflagenstärkeren Zeitungen und Magazinen und auf allen Fernsehkanäle die Meldungen entlang einer bestimmten vorgegebenen Agenda ausgewählt, bzw. ihnen der passende Spin verliehen. Wenn es aber wie oben genannt eine Zeitung gäbe, die sich von jeder vorgegebenen Agenda losgesagt hat, nach welchen Kriterien sollte sie auswählen?

Man muss nur in der Geschichte zurückgehen, um zu erkennen, warum „Neuigkeiten“ aus der eigenen Umgebung bis hin zu solchen aus weiter entfernten Gebieten so wichtig waren, vor allem, weil es kaum Möglichkeiten gab, sich vor Ort zu informieren. Die Römer schickten immer Boten in ihre Provinzen bzw. diese nach Rom zurück und zwar nicht wegen Belanglosigkeiten, sondern um zu melden, ob es dort „Veränderungen“ gab. Danach konnten Kaiser und Heerführer ihre Politik ausrichten aber auch Geschäftsleute ihren Handel. Für den gewöhnlichen Bürger waren Neuigkeiten wichtig, ob sich irgendwo eine Tierseuche oder Krankheit ausgebreitet hat, neue technische Erfindungen gab oder irgendwelche Strauchdiebe oder Kämpferhorden auf dem Weg waren. Veränderungen zum Ist-Zustand in positiver oder negativer Richtung waren wichtig, um sein Leben darauf auszurichten, also am Ende auch zu überleben. Springt man in die Gegenwart und wieder zu der Frage, ob Straftaten von Migranten gemeldet werden sollen oder nicht, dann muss man nur überprüfen, ob es eine Veränderung zum vormaligen Ist-Zustand vor 2015 gab. Laut Statistik liegt die Zahl der Vergewaltigungen und sexueller Nötigungen 2017 bei 13,7 pro 100000 Einwohner, das sind 5 mehr als 2015, also eine Steigerung um über 50%. Bei Tötungsdelikten haben sich die Art der Delikte, die Art der Opfer, Tatwerkzeuge und die Tatorte deutlich verändert. Allein um alle diese Veränderung innerhalb des Bereiches „Straftaten“ abzudecken, wäre es nötig, solche Dinge viel häufiger zu melden, schließlich will ich mein Leben darauf einstellen. Zu meiner Studienzeit konnte man auch als Frau in der Stadt problemlos durch die dunkelsten Gassen nach Hause gehen, heute hat sich sogar ohne eine angemessene Berichterstattung im wahrsten Sinne des Wortes herumgesprochen, dass das keine so gute Idee mehr ist. Wenn die Medien dagegen einen Kulturrelativismus betreiben und alle Kulturen als gleichartig und gleichwertig propagieren, entsteht eine kognitive Dissonanz. Man geht gegen Fremdenfeindlichkeit auf die Demo, geht aber keinesfalls mehr zu Fuß von der Party nach Hause, sondern nimmt sich ein Taxi. Wer die wahren Zustände verschweigt bzw. jemand sie nicht wahrhaben will, dann kann es sein, dass man mit dem Leben bezahlt. In diesem Video werden die zwei norwegischen Frauen behandelt, die genau aus diesem Grund in Marokko enthauptet wurden, und noch einige andere tödliche Fälle, wo sich Leute in die gefährlichsten Gebiete der Erde wagten, um dort die Welt zu umarmen, weil sie der Berichterstattung vertraut haben.

Die Neuigkeit, die man am eigenen Leib erfährt oder aus seinem nächsten Umfeld, hat auf Dauer mehr Gewicht, als wenn man in die Zeitung schaut, was in der eigenen Stadt los ist. Deshalb können diejenigen, die gerade von vielen Schneefällen betroffen sind, über die Katastrophen-Berichterstattung nur lachen. Die frühere „Neuigkeit“, dass man vom Schnee auch eingeschlossen werden kann, hat dazu geführt, dass man effektive Winterdienste geschaffen hat und einen „Katastrophenfall“, um es im seltenen aber wiederkehrenden Fall besser zu managen. Man könnte ja alle Gerätschaften und Hilfskräfte dauernd vorhalten, um auch wirklich immer bereit zu sein, doch das ist völlig ineffektiv. Nur aus diesem Grund können die Medien „Katastrophenfälle“ aufblasen. Die Energiewende wird aus demselben Fall scheitern, weil die Neuigkeit vor Ort einfach mehr Gewicht hat. Wenn das Haus der Großeltern, die fast noch zu Beginn der Industrialisierung auf die Welt gekommen sind, am Ostseestrand steht und es kein Daran-Denken gibt, dass es in den nächsten 200 Jahren wegen steigendem Meeresspiegel im Meer versinkt, dann wird man sich keine Windkraftanlage in den Garten stellen. Vor allem, wenn sich herumgesprochen hat, dass man mit dem Ertrag aus dem gelieferten Strom nicht mal die Kredite dafür abbezahlen kann. Von den negativen Auswirkungen durch Infraschall oder auf das Ökosystem will ich gar nicht reden.

Verändert sich etwas vom Ist-Zustand oder den vorhergehenden Erwartungen weg, dann sollte es gemeldet werden, um sich darauf einzustellen. Vergleicht man diese Forderung an eine gute Berichterstattung mit der in unseren Leitmedien, dann merkt man erst wie sie die Realität verzerren und entstellen. Es werden uns „Veränderungen“ dargeboten, die in keiner Weise der Wirklichkeit entsprechen. Man denke nur an den „Klimawandel“, wo jedes beliebige Wetterphänomen als Beweis herhalten muss. Man zieht immer wiederkehrende Ereignisse heran, deren Häufigkeit seit Jahrzehnten gleichbleibt, bei Hurrikane und Tornados sogar abnimmt, um uns eine globale Veränderung vorzugaukeln. Auf die Veränderungen, die es wirklich gibt, nämlich, dass sich im Bayerischen Wald der Winter um drei bis vier Wochen nach hinten geschoben hat, hat man reagiert. Vor Weihnachten werden keine Skiwettkämpfe mehr angesetzt, dafür werden die Loipengeräte nicht mehr Anfang März eingemottet wie noch vor 30 Jahren. Es hat sich eben lokal herumgesprochen, obwohl man diese Veränderung nicht groß in den Medien gebracht hat. Die sind nicht vor der Glotze gehockt und haben gewartet, bis sie es von denen bestätigt bekommen haben.

Es hilft nichts, wenn die Leitmedien meinen, dass laut Statistik die Anzahl der Morde nicht zugenommen hat bzw. gegenüber 2000 sogar abgenommen hat, denn durch die demographische Veränderung haben eben Morde aus Rache und Eifersucht abgenommen, weil diese eher jüngere Leute begehen. Wer Veränderungen am eigenen Leib nicht spürt und auch niemanden kennt, bzw. von den propagierten Veränderungen nicht konkret betroffen ist, der verlässt sich eben auf die Berichterstattung und handelt danach. Städtisches Rotweinviertel und beim Staat angestellt muss wirklich alles glauben. Wenn die die wirklichen Veränderungen, von denen in den Medien kaum die Rede ist, bei denen ankommen, dann sind sie gar nicht mehr in der Lage, ihr Leben darauf einzustellen. Einem Stromausfall oder dem Umstand, dass unsere Neubürger irgendwann auch deren Wohnorte heimsuchen, werden sie völlig wehr- und hilflos gegenüberstehen. Vor allem auch mental. Sie im Kopf auf Veränderungen einzustellen ist mindestens so wichtig wie Vorsorge dafür zu treffen. Die Menschen haben Jahrhunderte gebraucht, um zu erkennen, dass Dürren oder Überschwemmungen eben keine Strafe Gottes ist, der man hilflos ausgeliefert ist, sondern man hat eben irgendwann Vorsorge für diese wiederkehrende Veränderung des Wetters getroffen. Die Dürre letzten Sommer war für die Landwirtschaft auch kein Ausnahmeereignis, das eine große Veränderung ankündigt. Die Getreidebauern sind so gut aufgestellt, dass es nicht mal zu einem Anstieg der Getreidepreise gekommen ist, weil sie grundsätzlich über das Maß produzieren und nach vorher schon ausgehandelten Preisen den Überschuss ins Ausland als Tierfutter verkaufen. Man kann das nur deshalb als Bedrohung durch den Klimawandel verkaufen, weil man das einfach unterschlägt. Die Obstbauern sind auch nicht wie der Ochs vorm Berg vor ihren Bäumen gestanden, als im Frühjahr 2017 Frost drohte, sondern wussten, dass das immer mal wiederkehrt und haben sich vorher schon darauf eingestellt, sie mit Wasser abzuspritzen.

Vor der medialen Propaganda gibt es kaum ein Entkommen, doch am Ende gewinnt immer die Realität und es braucht nicht viel, um Veränderungen zu sehen und richtig darauf zu reagieren: Vertraue auf deine eigene Wahrnehmung, dein Umfeld, deine eigenen Erfahrungen und dein Wissen. Ordne Deine Kreise heißt es so schön bei Dushan Wegner. Anders wählen, Politiker anschreiben und sich anderweitig informieren ist wichtig, doch sein Leben und seine Psyche auf die wahrgenommenen Veränderungen einzustellen ist ebenso wichtig. Manche bieten ihren Kindern an, dass sie sie jederzeit auch nachts anrufen können, sie irgendwo abzuholen. Manche schaffen sich einen Vorrat an Lebensmitteln und Bargeld an oder machen sich Gedanken über einen Plan B, wenn der sichere Arbeitsplatz bei BMW oder der eigene Wohnort in Zukunft doch nicht so sicher sein sollte. Und das alles mit Gleichmut und Gelassenheit und vielleicht auch mit innerer Stärke:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

 

3 Gedanken zu “Wann hat eine Meldung einen Wert?

  1. Du hast recht mit den demographischen Veränderungen und der Mordrate. Was interessiert mich, dass die Mordrate fällt, wenn ich weiß, dass in der Alterskohorte der jüngeren Generationen sie massiv steigt? Interessiert mich die Zukunft ist mir die „Sicherheit durch Vergreisung“ nicht genug.

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