Frauenstreik mit Sternchen.

Huch! Der Tag der Entscheidung rückt näher: Frauenstreik am 8. März 2019! Kaum ein Geschäft oder Restaurant kann öffnen, Grundschulen und Kitas dürften geschlossen bleiben, Krankenhäuser auf Notbetrieb umstellen. Zum Glück gibt es einen ausführlichen Bericht darüber, wie weit man in der Planungsphase ist, welche auf Frauen*streik-Treffen vorangetrieben wird. Frauen*streik? *? Nochmal Glück gehabt. Da kann man sich entspannt zurücklehnen, denn wenn Frauen* streiken und nicht die Frauen, dann dürfte das ohnehin kaum einer mitbekommen, wenn die nicht arbeiten. Den Bericht über die Planungstreffen hätten sie besser geheim gehalten, denn die Zustände erfüllen wirklich alle Klischees von Frauen und Zwischengeschlechtern, ins besondere aller Sternchenfrauen.

Die erste Euphorie, weil man nicht mit so einem Ansturm gerechnet hatte, legte sich jedoch recht schnell, aber nicht, weil man beim ersten Treffen nach einigem Nachdenken feststellte, dass (nur) 50 Leute doch nicht überwältigend sind, sondern es hatte andere Gründe:

Schnell zeichneten sich unterschiedlich dominante Persönlichkeiten und Anliegen ab. Organisationsform, Abstimmungsprozesse, Diskussionsformate, all dies konnte/sollte/musste neu entwickelt werden. Schon hier begannen die ersten Herausforderungen, da wenig wirklich festgelegt wurde, bei folgenden Treffen neue Leute dazu kamen und Entscheidungen von Treffen zu Treffen vertagt wurden.

Soll heißen, dass sie sich schon am ersten Abend in die Haare gekriegt haben, weil die ganzen Kampflesben und Hard-Core-Feministinnen schon winzige Nuancen innerhalb ihrer Ideologie zum Anlass nahmen über die Sitzordnung (=Organisationsform) zu streiten. Das artete dann in ein Hauen und Stechen um Sonderwünsche zwischen den „dominanten Persönlichkeiten“ aus. Den Grund, warum da am Ende wenig festgelegt wurde, kann man hier herauslesen:

Wie gelingt es, nicht hierarchisch zu sein und trotzdem arbeitstaugliche Entscheidungen zu treffen? (…)

Weil keine von den Weibern es der anderen gönnt, wenigstens vorübergehend die Wortführerschaft zu übernehmen, um alles in einigermaßen geordnete Bahnen zu lenken, herrscht lieber dauernder Stillstand. Da zählen eigene Befindlichkeiten mehr als die Sache, an der die angeblich alle arbeiten. Dabei scheinen viele der Teilnehmerinnen anzunehmen, dass man ihnen für ihr Gelaber auch noch eine Wohlfühlumgebung nach ihren Vorstellungen schafft:

Immer wieder konfrontieren wir uns mit Ansprüchen, die der einen oder anderen besonders wichtig sind.

Ach. Die haben dabei nicht nur „Wünsche“, sondern sogar „Ansprüche“. Eigenes Klo*?Frühstück ans Bett?

Im Umgang mit diesen unterscheidet sich die Dynamik von Frauen*streik maßgeblich von vielen anderen Bündnissen. Denn wer hier fordert, wird schnell feststellen, dass sich nicht viel ändern wird, wenn man sich nicht selbst dafür einbringt.

Ja, echt blöd, im Vorfeld hatte man doch entschieden,

(…) Männer sollten zur Unterstützung durch Infrastruktur und Reproduktionsarbeit willkommen sein, eine Soliküche, natürlich vegan und teils containert, Kinderbetreuung, Schlafplatzbörse…

und dann sind leider nur zwei von denen erschienen, um jeder ihren Anspruch auf die persönliche Wohlfühlecke zu erfüllen.

In anderen Bündnissen, in denen ich arbeite, hat sich eine Art Serviceleistungsanspruch entwickelt, der je nach Bündnis sehr problematisch ist.

Ja, das war echt problematisch mit diesem Serviceleistungsanspruch, denn so hat mit der Zeit auch der wohlmeinenste Mann die Flucht ergriffen, wenn man ihn zum Sklaven erniedrigt, den Weibern ihren grünen Tee hinterherzutragen. Die Folgen waren fast zu erwarten:

Das Arbeitspensum war (zwar), meiner Meinung nach, nicht gut verteilt, sodass einige Aktivistinnen deutlich über ihre Grenzen gegangen sind (…)

Weil es fast nur Häuptlinge* gab und kaum Indianerinnen, nahmen sich die meisten wahrscheinlich zu wichtig und empfanden das unter ihrer würde; oder sie waren schlichtweg zu faul.

Hier ist die Einstellung vieler Frauen*streikorganisatorinnen durchaus drastischer, denn alles an Diskussionen und Forderungen muss auch von jemanden umgesetzt werden, und wenn sich dafür niemand findet, dann wird es halt nicht gemacht.

Ja, die ganze Gender- und Feministenfraktion kann eben nix anderes als labern, fordern und Ansprüche stellen, Arbeiten kommt bei denen erst gar nicht vor. Die Autorin will effizient arbeiten und will deshalb dagegen vorgehen:

Die Veränderung von Arbeits- bzw. Ausnutzungsverhältnissen und Geschlechterhierarchien, wäre grob bestimmt mein Ziel,…

Ja, echt scheiße, wenn man nicht nur Feministinnen unterschiedlichster ideologischer Ausrichtung einlädt, die sich untereinander schon aufs Blut bekriegen, sondern auch noch mit der Hierarchie unter den anderen 50 geladenen Geschlechter kämpfen muss, wo sich jedes für die Krone der Schöpfung hält. Der Autorin muss man es echt hoch anrechnen, dass sie noch ein Beispiel bringt wie aussichtslos dieser Kampf ist. Das könnte auf anderen Portalen glatt als Satire oder Hate-Speech durchgehen:

Nachdem wir den Aufruf abgestimmt hatten ging es um den Namen: Heißen wir jetzt Frauen*streik oder Frauen und Queers*- Streik, feministischer Streik….? Die Diskussion wurde zunehmend angespannt. Eine kleine Gruppe von Menschen, die sich als Gender-Queer (oder trans* aber in einem nicht-binärem Verständnis, welches unter Trans*-aktivist_innen noch umstritten ist) identifizieren, bestanden auf eine Bezeichnung, in der „Queer“ dezidiert benannt wird. Dagegen kam Protest von Aktivistinnen, die sich vor allem in migrantischen und antirassistischen Kontexten bewegen, denn in diesen sehr wichtigen, Räumen wäre ein Projekt mit „queer“ im Namen schwer zu vermitteln. Die Diskussion wurde schnell emotional aufgeladen und zur Abstimmung blockierten sich die beiden Lager gegenseitig, sodass wir letztendlich zu keinem Entschluss kamen. Ergo: offiziell gibt es nicht den einen Namen, unter dem alle ihre Aktionen führen.

Mit dieser Abstimmung war es aber nicht beendet, sondern das queere Lager bekam das Mikro und äußerte sehr vorwurfsvoll, dass sie diese „Unsichtbarmachung“ immer in feministischen Kontexten erfahren würden und ihre Arbeit am Aufruf nicht gewürdigt würde. Allerdings war der Aufruf weitestgehend bereits in Berlin (auch von Vertreterinnen des anderen Lagers) vorbereitet worden und bereits das „Sternchen“ im „Frauen*streik“ war ein Kompromiss gewesen.

An dieser Stelle wurde sich dann quer durch den Hörsaal angeschrien, was mich besonders in dieser steilen Architektur des Raumes an Nordkurve im Fußballstadion erinnerte.(…)

Ja, die Weiber würden heute noch in der Höhle hocken, weil man noch immer darüber diskutiert, bzw. sich anschreit, wer den Müll raustragen muss, zum Glück haben aber die Männer in der Zwischenzeit dafür gesorgt, dass sie jetzt in einem wohltemperierten Hörsaal mit elektrischem Licht weiterstreiten können, die meisten Männer sogar den Müll raustragen, sodass sie jetzt stattdessen über ihr neues Geschlecht diskutieren können. Die können froh sein, dass nicht noch eine mit dem Geschlecht Eichhörnchen dabei war.

Dass der Frauen*streik nichts mit nicht arbeiten zu tun haben kann, sondern mit dem angeblichen Patriarchat und allgemeiner Frauenunterdrückung, steckt ja wie gesagt schon im Sternchen, doch in der Art, wie die Organisation und die Treffen selbst ablaufen, zeigt sich, dass ausgerechnet sie selbst Frauenarbeit und die traditionelle Selbstorganisation gemischter Teams trotz deren Effektivität geringschätzen. Dort übernehmen Männer fast immer alles mit Logistik, Technik und körperlicher Kraft, Frauen Einkaufen, Essen und Deko und keiner findet das geschlechterungerecht. Reine Männergruppen specken dann eben bei Deko und Catering ab, indem es nur einen fertigen Leberkäse vom Metzger und Kartoffelsalat aus dem Eimer gibt. Da stellt sich die Fragen nach Wünschen und Ansprüchen erst gar nicht ein. Reine Frauenteams müssen ein Gräuel sein für die Frauen, die sich für keine Arbeit zu schade sind und nur solche Vorschläge machen, bei deren Umsetzung sie sich selbst aktiv beteiligen. Ganz zu schweigen davon, wenn sie mit den typisch weiblichen Empfindlichkeiten nichts anfangen können (wie zum Glück meine Frau). Solche werden von den anderen schamlos ausgenutzt und die sehen das mit der Zeit als Selbstverständlichkeit an, dass die anderen das über sich ergehen lassen. Teams mit dem ganzen Geschlechterdurcheinander außer Männer gehen darüber hinaus wie oben gezeigt gleich in den Selbstzerstörungsmodus über, was auch die Autorin und Mitstreiterin beklagt.

Ob sich hier raus tatsächlich noch eine „Frauen*streik- Bewegung“ in Deutschland entwickelt, kann ebenfalls erst im Nachhinein festgestellt werden.

Ich würde sagen, allein auf den unzähligen Treffen habt Ihr das Motto „Streik“ voll umgesetzt, denn bisher hätten alle bei gleichem Ergebnis auch zu Hause bleiben und bis Mittag ausschlafen können.

7 Gedanken zu “Frauenstreik mit Sternchen.

  1. „arbeitstaugliche Entscheidungen“ muhahaha
    Die Beteiligten haben ganz konsequent bei der Planung mit dem Streik schon angefangen. Streik heisst doch, dass nicht gearbeitet wird. Fuer den Sternchenstreik muessen die ihre Lebensgewohnheiten auch nicht umstellen. Die muessen sich nur gendertypisch (nicht zu verwechseln mit geschlechtertypisch) verhalten, d.h. nichts arbeiten, dumm rumlabern und sich ueber alles beklagen. In diesem Sinne war der Sternchenstreik doch von Beginn an ein voller Erfolg.

    Von mir aus koennen die ihr ganzes Leben lang streiken, was sie ja auch tun. Ich wuerde allerdings viel davon halten, wenn die sich ihre Streikgelder vorher selbst erarbeiten, anstatt dem Steuerzahler oder Ehemann auf der Tasche zu liegen 😛

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  2. „Denn wir scheinen gerade in linken Projekten dazu zu tendieren, diese weitere Zeit einfach weiter zu verbraten. Left-activist-Burnout ist keine Seltenheit[…]“ 😂😂 so ein Burn—Out vom Streikvorbereiten den kennen wir auch. Und was ist eigentlich „Reproduktionsarbeit“? Lesben beim Wechseln der Batterien für den Vibrator helfen?

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