Das Kreuz mit der Kunst.

Gute Kunst war abgesehen von diktatorischen Zeiten immer Opposition und Spiegel der Gegenwart. Dabei muss man wissen, dass nicht die Frage „Was ist Kunst“ eine Rolle spielt, sondern „Wann ist Kunst“. Malewitsch´“Schwarzes Quadrat“ war stimmiger Endpunkt der Moderne in der Malerei vor 100 Jahren. Im Grunde konkurrieren alle einfarbigen Farbflächen mit der für die damalige Zeit passenden und stimmigen Interpretation der (Kunst-) Geschichte und bleiben nur äußerliches Plagiat. So muss man auch die Ausstellung „Medium Religion“ in Karlsruhe sehen, wobei der Spiegel der Gegenwart das ist, was nicht gezeigt wird. In der WELT heißt es:

Dieses enge Verhältnis religiöser Gemeinschaften zur medialen Aufbereitung von Bekenntnissen und also zu den Medien aller Epochen hat das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe jetzt zum Thema seiner Ausstellung „Medium Religion“ gemacht. Der Ansatz ist intellektuell anregend und reizvoll.

Alle Religionen werden „behandelt; Christentum, Judentum, Buddhismus, Islam und andere. Eigentlich hätte allein der Umstand, dass es für die Ausstellung keinen Polizeischutz notwendig ist, genügt, dass der Islam nicht in der gleichen Weise künstlerisch „gewürdigt“ wird wie die anderen Religionen. Gezeigt wird für den Islam

TV-Botschaften Osama Bin Ladens, Videobänder mit den Abschiedsreden religiös inspirierten Selbstmordterroristen…

Würden auch Moslems solche Ausstellungen besuchen, dann hätte sie dort sicher ein Event organisieren können, um nochmals im gehobenen Rahmen ihren Idolen zu huldigen. Deshalb blieb es bei der üblichen Platte, christliche Symbole im Namen der Kunst zu verunglimpfen:

Von Maurizio Cattelans von einem Meteoriten erschlagenen Papst über Damien Hirsts „Wounds of Christ“ und „Sacred Heart“ bis zu Chris Ofilis Madonna mit Elefantendung, sorgt das dann regelmäßig für Skandal. (..) Der Russe Alexander Kosolapov zum Beispiel kombiniert ein verkitschtes Jesus-Porträt mit dem Signet der Hamburger-Braterei McDonald’s und der Abendmahl-Zeile „This is my body“ oder auf einem zweiten Bild mit dem Schriftzug von Coca-Cola und der Zeile „This is my blood“.

Der Österreicher Michael Schuster wiederum klebt auf Eichenholzkruzifixe nicht die Gestalt des gemarterten Gottessohns, sondern eine Aluminiumdose mit Sprühklebstoff und der Aufschrift „No more nails“

Gegen Andres Serranos „Piss Christ“ von 1987, ein Kruzifix in Urin, ist die Madonna in Elefantendung fast ein Rückschritt. Juden bekommen auch ihr Fett weg:

Die in Tel Aviv lebende Nira Pereg etwa hat mit ihrer Videokamera orthodoxe Juden beobachtet, die zu Beginn des Sabbats die Straßen ihres Wohnviertels mit Metallgittern gegen den Autoverkehr absperren. Mit welcher Geschäftigkeit da allwöchentlich versucht wird, den sonst üblichen Austausch mit der un- oder andersgläubigen Umwelt zu unterbinden, ist ein ebenso vielsagendes wie eindrucksvolles Schauspiel.

Ohne den Zaun hätte sie wohl ein Video drehen können mit der obligatorischen Islam-Schlachtschüssel eines Selbstmordattentäters, wenn es dadurch zum „Austausch mit der un- oder andersgläubigen Umwelt“ gekommen wäre.

Die Ausstellung ist nur billiges Plagiat, christliche Symbole und deren Lebenswelt im Namen der Kunst lächerlich zu machen, was sicher wegbreitend in der Zeit war, wo die Menschen in fast neurotischer Art noch die Strafen Gottes und der Kirche für ihre Verfehlungen erwarteten. Die Kunst war mit Wegbreiter, die Menschen frei zu machen, so wie es Jesus Christus eigentlich vorhatte. Einfach mal Der Antichrist von Nitzsche lesen. Heutzutage ist diese Art der Kunst billiger Klamauk, Plagiat, und der Versuch kostenlos Mut zu beweisen. Nimmt man nur die in der WELT beschriebenen Kunstwerke, dann ist allein etwas Anderes erhellend: Welche Religion lässt sich bis zu welchem Grad gefahrlos lächerlich machen.

Wer neben der Madonna im Elefantendung eine Bild von Mohammed, wie er sein Lieblingskamel vögelt, erwartet, muss da natürlich enttäuscht werden. Es mag einen Gläubigen Christen beschämen, wenn sein Glaube so durch den Dreck gezogen wird, doch vielleicht ist gerade diese Art der Darstellung eine Möglichkeit, dass sich der kirchenpolitische Abschaum der Amtskirchen von den wirklich Gläubigen trennt, denn welche Macht das Kreuz an sich im öffentlichen Raum ausübt, sieht man an den ganzen Politikern und Medienmachern, wenn sie zum Beispiel eine in meinen Augen für das noch überwiegend katholische völlig nachvollziehbare Aktion als Rechtsextreme bezeichnen. Ein Gipfelkreuz wurde in der Nacht von Unbekannten gefällt und Mitglieder der Identitären Bewegung trugen daraufhin ein Ersatzkreuz an diese Stelle und stellten es auf. Sie begründeten es mit den Worten: „Wir fordern Respekt für unsere christlichen Werte und bayerischen Traditionen! Vor 50 Jahren wäre der ortsansässige Pfarrer noch mitgegangen und hätte es höchstselbst gesegnet. Heute dagegen stellen die Autoren des verlinkten Zeitungsartikels die Frage, ob Kreuze auf Berggipfeln überhaupt etwas zu suchen hätten. Und die Kirchen schweigen. Wenn man beim Programm zur Einladung zum Katholikentag ohne das Wort „Christus“ auskommt, dann erwartet man eigentlich nichts Anderes. Wenn man diese Aussage dazunimmt

 Die Polizei vermutet eine Art Protestaktion gegen religiöse Symbole.

dann wird diese Aktion eher zur Kunst, als jedes Exponat der obigen Ausstellung. Egal ob es nur Vandalismus war oder gezielter Hass auf das Christentum, der sich unverhohlen auch in Vandalismus äußert, dann ist das Aufstellen des Kreuzes durch die Identitären zusammen mit der Reaktion der Politik bzw. Nicht-Reaktion der Kirchen genau das was Kunst sein soll: Opposition und Spiegel der Veränderungen in der Gesellschaft, die nur wenige schon wahrnehmen.

Dass man bei Bautzen für jedes der Opfer durch Migranten ein Holzkreuz aufgestellt hat, empfindet der Bürgermeister des Ortes als „nur noch ekelerregend und widerlich“. Ein Gedenkkreuz für einen Toten wird vor allem da aufgestellt, wo der Hintergedanke ist: „Dieser Mensch hätte nicht sterben müssen.“ Man denke nur an ein Kreuz an der Landstraße, wo jemand schuldlos durch einen betrunkenen Autofahrer getötet wurde. Hetze gegen den Unfallfahrer? Hetze gegen Autofahrer allgemein? Auf diese Idee käme wohl hier keiner. Bei uns wird auf einer Beerdigung meist während der eigentlichen Bestattung ein Holzkreuz aufgerichtet(!) mit dem Hintergedanken: Dein Leben war nicht umsonst. Du bist nicht vergessen. Und wir stellen dieses Zeichen auf, weil wir wissen, dass Du gerettet bist. Dass es jenseits von Hetze auch noch einen anderen Grund geben könnte ein Kreuz aufzustellen, kommt dem linksgedrehten SPD-Fuzzi natürlich nicht in den Sinn.

Man kann über das Kreuz noch so viel Lächerlichkeiten auskübeln, ihm noch so viel links-bunte Ideologie anhängen, der Kern seiner Bedeutung will einfach nicht weggehen: Die Furchtlosigkeit für seinen Glauben einzustehen. In Bautzen ermittelt der Staatsschutz, die Identitären müssen sich für ihre Aktion als rechtsextrem bezeichnen lassen. Was könnte mehr als ein Zeichen sein? Das kann nur Ansporn sein, dort ein Kreuz um den Hals zu tragen, wo es nicht mehr erwünscht ist.

Nun finden die obige Ausstellung Nicht-Christen vielleicht in keiner Weise anstößig. In Anbetracht der flachen Qualität der obigen Ausstellung, muss auch der atheistische Kunstverständige erkennen, was eigentlich zwangsläufig folgen müsste, wenn er an das Schwarze Quadrat denkt:

Ein Bild von der Vernissage dieser Ausstellung, wo die Künstler, Politiker und Vertreter der Kirchen selbstverliebt mit dem Sektglas in der Hand vor der Madonna im Elefantendung Smaltalk halten. Dann könnte auch Kunst mal wieder zum Augenöffner werden.

 

 

4 Gedanken zu “Das Kreuz mit der Kunst.

  1. Haredim, die die Gasse am Sabbat zumachen seien „vielsagend“. Komisch, ich finde Grüne, die überall Verkehrsschickanen und Blumentöpfe auf die Straßen stellen, damit die Leute gebremst und genervt werden, auch vielsagend.

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