Juden in Deutschland: Blind für ihre wahren Feinde.

Wenn man in Deutschland eine bestimmte Meinung zu einem Thema hat, dann fragt keiner, ob sie aufgrund von Fakten entstanden ist, ist sie die „falsche“, dann gilt man als irregeleitet, ist Fake-News aufgesessen, ist zu dämlich, um die „Komplexität des Themas“ zu erkennen oder schlichtweg schlecht informiert. Eigentlich müsste es „falsch“ informiert heißen. Nun habe ich in der Jüdischen Rundschau einen Artikel gelesen mit dem Titel „Sitzen Juden wieder auf gepackten Koffern?“. Nun ist dieser nicht kurz nach Hoyerswerder erschienen oder Anfang der Zweitausender, sondern ist vom 22. Januar. Nun hatte ich im Hinterkopf, dass französische Juden das Land verlassen, weil sie sich wegen der vielen Muslime nicht mehr sicher fühlen. So war auch meine Erwartung an diesen Artikel, denn vor Kurzem las ich, dass gefühlt die Übergriffe auf Juden entgegen der offiziellen Statistik mehrheitlich von Muslimen ausgeht. Liegt wohl daran, die Statistiken in Deutschland sind leider nicht so zuverlässig wie zum Beispiel in Frankreich oder England. Doch man wird enttäuscht:

Der rasant steigende Antisemitismus, die zunehmende politische Instabilität, der Aufstieg einer neuen deutschnationalen Rechten sowie die gewaltsame Bedrohung vonseiten linker, rechter und islamistischer Extremisten sorgen für trübe Stimmung.

Das ist wie für Deutschland zu melden, dass Menschen durch Salmonellen, Hundebisse, Kobrabisse und Wölfe Schaden nehmen. Jeder normale Mensch wird für sich eine „Risikoabschätzung“ vornehmen und nicht alles in einen Teig verrühren. Ich weiß jetzt nicht, ob die Autoren mit Instabilität und linken Extremismus meinen, dass sich die deutsche Regierung bei UN-Resolutionen meist gegen Israel positioniert oder bei deutschen Gerichten bei gegenseitiger Volksverhetzung nur der Jude verurteilt wird. Übergriffe durch islamische Extremisten habe ich nicht gefunden, wohl, weil einfache Beleidigungen und Übergriffe auf Juden oft von traumatisierten moslemischen Jugendlichen ausgehen. Das fällt unter pubertäre Unvernunft und nicht unter Extremismus. Bei rechtem Extremismus gehe ich mal naiv davon aus, dass er seit Jahren nicht zugenommen hat. Wenn alle unaufgeklärten Straftaten in dieser Richtung den Rechten zugeordnet werden, nachweisbare Taten medial aber nie verheimlicht werden, bei PEGIDA Israelfahnen geschwenkt werden können und zwar nicht bei der Gegendemo, und sich die AfD eindeutig auf die Seite Israels positioniert und es sogar eine Gruppe „Juden in der AfD“ gibt, ist das mal meine Meinung. Im Gegensatz zu Feministinnen, die sich vom Patriarchat unterdrückt fühlen, habe ich bisher keine normale Frau kennengelernt, die sich von Männern allgemein unterdrückt fühlt. Man darf eben keine Feministin fragen. Nachdem ich keinen vom Zentralrat der Juden persönlich kenne, sondern nur deren Meinung, aber auch keinem Juden jemals wissentlich gegenübergestanden bin, wie finde ich dann heraus, ob der Zentralrat richtigliegt, wenn er die Hauptbedrohung von rechts sieht und deshalb die Juden in Deutschland auf gepackten Koffern sitzen? Nachdem ich Kulturmoslems kenne, wo sich im Umgang gar nicht die Frage nach ihrem Glauben stellt, dann sucht man eben nach „Kulturjuden“. Schon der obige Artikel gibt einen Wink. Eigentlich geht es darum, dass jemand behauptet, dass deutsch-jüdische Kultur nicht mehr sichtbar würde wie in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts. Die Autorin widerspricht und zählt verschiedene Kulturschaffende mit Namen auf. Ich kenne allerdings beim besten Willen keinen. Vielleicht liegt es ja daran, dass viele Kulturjuden bei ihrer Arbeit ihren jüdischen Glauben nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen. Dehnt man den Begriff Kulturjuden so aus wie bei den Christen, dann dürfte es genügend geben, die auf die Meinung des Zentralrates keinen Pfifferling geben, schließlich liest auch bei uns kaum ein Christ die Schriften des katholischen Ordinariats, welche „Haltung“ ich haben muss. Kulturjuden müssen nicht zwangsläufig im Feuilleton auftauchen. Wenn es in Frankreich so viele Übergriffe auf Juden gibt, dass in den letzten 5 Jahren schon 27000 das Land verlassen haben und im böse rechts-nationalen Ungarn nicht mal ein Übergriff auf Juden bekannt ist, dann muss man sich über das obige Zitat doch schon sehr wundern. Trotz der Entscheidung Merkels Tausende Judenfeinde unkontrolliert ins Land zu lassen, halten sich die deutsche Regierung und die offizielle Vertretung der Juden immer noch innigst die Stange und sehen beide den Antisemitismus von rechts als die größte Bedrohung. Natürlich auch Leute wie Friedmann. Witzig, wenn Hedryk M. Broder als Jude genau für die Plattform schreibt, die die Verurteilung eines Juden wegen Volksverhetzung gegenüber Moslems, die ihn vorher beleidigt haben, als einzige öffentlich machte. Renate Knobloch hetzte heute im Bayerischen Landtag in einer Weise gegen die AfD, dass es sogar einem Nichtanhänger dieser Partei peinlich hätte sein muss. Doch sie bekam Standing Ovations von den anderen Parteien. Das ist wie wenn die Feministinnen gegen die toxischen weißen Männer, als Quell allen Übels hetzen und die linke Politik das noch unterstützt, während sie die Unterdrückung, Vergewaltigung und Ermordung von Frauen in islamischen Ländern als kulturelle Eigenart feiern, von der auch deutsche Frauen gerne bereichert werden sollen.

Meinungen gehen ja schnell in Verschwörungstheorien über. Vielleicht liegt es ja hier daran, dass man das Leben der Juden, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, so schlecht „kommuniziert“. Putin meinte in einer Rede, dass 80% der Führungsriege der Sowjetunion bei ihrer Gründung Juden waren. Kann mich nicht erinnern, dass die normalen Russen davon erfahren hätten. Kann mich auch nicht erinnern, dass Macron, Juncker oder Merkel die Bedrohung der Juden durch die ungesteuerte moslemische Einwanderung irgendwie thematisiert hätten. Der Zentralrat der Juden aber auch nicht. Ein Soros auch nicht; der unterstützt diese auch noch. Ich bin ja immer gänzlich überfordert, wie Zionisten, orthodoxe Juden, Israelis und Kulturjuden dazu stehen, vor allem, wenn orthodoxe Juden die israelische Fahne verbrennen. Wenn ich aber sehe, was ich sehe, dann besteht das Sprachrohr der Juden in Deutschland aus kommunistischen Internationalisten, denen das Schicksal der normalen Juden, die ihren Glauben wie die meisten Christen behandeln, herzlich egal ist. Die jüdische Elite bildet mit unserer Regierung eine Art Win-win-Situation: Die deutschen EU-Internationalisten haben den politischen Einfluss, die jüdische Seite das internationale Netzwerk und das Geld, die treibenden NGOs finanziell zu pushen. Anscheinend will das die Mehrheit der Juden in Deutschland so, habe außer Broder noch keinen gehört, der wenigstens indirekt den Finger in die Wunde legt. 1973 als Israel im Jom-Kippur-Krieg angegriffen wurde, verweigerte Willi Brandt (SPD) amerikanische Nachschublieferungen über Deutschland an die Israelis. Vor einiger Zeit verweigerte Netanjahu ein Treffen mit Sigmar Gabriel (SPD), nachdem er sich vorher mit israelkritischen Menschenrechtsgruppen in den palästinensischen Gebieten getroffen hatte. Linke Gruppen und der BDS riefen auf einer Demonstration in Berlin zum Boykott israelischer Waren auf und erst nach einem Gespräch mit dem Zentralrat mit Bürgermeister Müller (SPD), strich er eine weitere Unterstützung für den BDS. Man wundert sich, dass man ihn unter der Hand darauf hinwies, dass er von der Simon-Wiesenthal-Stiftung auf die Liste der Antisemiten gesetzt werden könnte. Jeder andere nicht linke Politiker wäre ohne Vorwarnung vom Zentralrat und von unseren Medien gekreuzigt worden und hätte sein Amt verloren.

Mit der Entfernung zum Krieg dürfte es immer schwieriger werden, dass Deutsche eine historische Pflicht zur besonderen Trauer oder Bestürzung empfinden, wenn Juden in Deutschland zum Opfer werden. Der Zentralrat sollte auf Dauer froh sein, wenn es überhaupt noch jemanden interessiert. Genau die, die Ross und Reiter benennen, wenn Moslems die Täter sind oder Heiko Maas bei der UN gegen Israel stimmt, werden dann in die islamophobe und rechte Ecke gestellt. Dann muss ich sagen: Ab jetzt nicht mehr mein Problem.

Meine Meinung. Vielleicht nur schlecht informiert. Ich hoffe, dass ich mir mit dieser nicht einen Schiefern* einziehe, wenn ich an den inzwischen eingeschränkten Meinungskorridor durch die rechten Hetzer denke.

*bairisch; kleiner Holzspan

28 Gedanken zu “Juden in Deutschland: Blind für ihre wahren Feinde.

    1. Da ist das Henne-Ei-Problem: Labert ARD nur nach, was die Knobloch behauptet oder die Knobloch, was ARD behauptet. Nachdem sich ja alle gut kennen und die Politik ja fleißig in den Fernsehräten vertreten ist, meine ich, dass man den sagbaren Rahmen (=gewünschten Rahmen) schon vorher gemeinsam abgesteckt hat.

      Liken

  1. Wenn 27.000 Juden Frankreich verlassen haben und wohl auch einige tausend Deutschland, laege es doch an denen, die Organisationen, welche angeblich in deren Namen sprechen, massiv zu kritisieren. Dass sie das nicht tun, ist fuer mich kaum nachvollziehbar.

    Liken

      1. Es geht nicht um privates oder halboeffentliches herumnoergeln auf diversen Blogs. Die Diskrepanz zwischen den prominenten Verlautbarungen „offizieller“ Juden (Holocaust durch Rechte, zwo, drei, vier) und der in die Tat umgesetzten Reaktion (Auswandern) tausender Juden aus Angst vor Moslems, nicht vor „Rechten“, ist frappierend.

        Gefällt 1 Person

      2. Na wenn die „halböffentlichen“ Radiomoderatoren, Autoren, Pfofessoren (e.g. Gad Saad) usw. nicht zählen, stimmt natürlich, dass die ADL und der Zentralrat in der Tat die ADL und den Zentralrat nicht kristisieren. Verengt man es auf Deutschland fehlt es schon schier an der Masse an Stimmen, die für oder gegen das ein oder andere öffentlich sprechen können.

        Liken

  2. Ich muss leider sagen, dass ich noch nie „Kulturmoslems“ getroffen habe. Immer nur entweder das eine oder das andere…

    Gefällt 2 Personen

  3. Ihnen scheint entgangen zu sein, dass in jüngerer Geschichte die Rechten 6 Mio. Juden systematisch ermordet haben. Es waren nicht die Muslime.

    Liken

  4. Nach der Shoah Vertrauen zu – wie auch immer gearteten – rechten Gruppierungen zu generieren, ist unmöglich, zumal sich die Denke der Rechten in keinster Weise verändert hat. Xenophobie, Vorurteile und Ressentiments werden geschürt. Man arbeitet mit der Angst. Im Augenblick hat man Moslems als gemeinsamen Feind ausgemacht. Aber es wird die Zeit kommen, da werden die Rechten auch wieder Juden und alle die sie für Fremde halten bluten lassen.

    Liken

    1. Man sollte schon unterscheiden zwischen Judentum und Zionisten. Sind 2 verschiedene Sachen. Und ja, viele Rechte und Linke sind gegen Israel und den Zionismus. Das heisst aber noch lange nicht, dass sie den Islam; und vor allem die Islamisten bevorzugen. Ausserdem hat sich das Christentum in der Vergangenheit und Gegenwart auch immer wieder als „bigott“ und gar gewalttätig und Krieg befürwortend, oder wegschauend herausgestellt. Eine gemeinsame Spiritualität ohne Politik könnte möglich sein. Religion im Zusammenschluss mit Politik keinesfalls.

      Liken

  5. Wenn Politiker der AfD die „jüdisch-christlichen Wurzeln“ der Deutschen bemühen, möchte ich herzhaft kotzen, denn dieses Konstrukt dient lediglich der Abgrenzung vom Islam. Lasst euch nicht täuschen. Die Rechten hierzulande hassen Moslems ebenso wie Juden – nach wie vor!

    Liken

  6. Natürlich gehört der Islam zu Deutschland! Hierzulande leben heute über 4 Mio. Moslems.

    Zum Vergleich: 1933 lebten lediglich knapp 503 000 Juden im Deutschen Reich. Und leider gab es etliche „Christen“, die der Meinung waren, Juden gehören nicht ins Land. Ich weiss, Goldmann – du möchtest gern dazugehören. Aber die Rechten werden dich nie als einen der Ihren akzeptieren. Bestenfalls werden sie dich eine zeitlang für ihre Sache ausnutzen und dann fallen lassen.

    Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber!

    Liken

  7. Ach, Rosenblumenthalowitsch, hast du deinen Namen auch aus kommerziellen Gründen geändert?

    ( frei nach: R. Goscinny/A. Uderzo: „Asterix und Obelix. DIE ODYSSEE.“ Stuttgart 1982)

    Liken

  8. ALLE, ALLE, die sich irgendwie auf Gott berufen um „Höher“, „Speziell“ oder von Gott „Auserwählt“ und „Bevorzugt“ zu sein vorgeben, werden irgendwann bekämpft. Ist das Programm des 3-Jährigen, der seinen Geschwistern erzählt, Mamma und Papa liebe nur IHN. Mal schauen was dann passiert. Und ja, einige dysfunktionale Eltern spielen mit dem. (Teile und Herrsche) Dysfunktionale Politik und Religionen auch.

    Liken

  9. yvonne52, du faselst wirres Zeug!

    Es war noch nie die Stärke der Rechten zu differenzieren. Den Nazis war es völlig egal, ob sie es mit einem Zionisten, einem orthodoxen oder assimilierten Juden zu tun hatten. Es reichte, wenn irgendwo in den Papieren eine jüdische Großmutter zu finden war. Alles in einen Topf werfen, das ist auch heute noch die Stärke der rechten Schwachköpfe!

    Name ist Schall und Rauch. Nur weil sich einer Goldmann nennt, ist er noch lange kein Jude. Und nur weil eine Partei das Wort sozialistisch oder Alternative im Namen trägt, bedeutet das Null Komma gar nichts.

    Liken

    1. Das wird lustig. Ein Verschwoerungstheoretiker wirft anderen vor, Verschwoerungstheoretiker zu sein. Sollte ich mir heute noch Popkorn kaufen? 😛

      Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.