All-Kompetenz und Größenwahn.

Horden an Wirtschaflern, Politologen und Politiker streiten immerwährend um die „richtige“ Einmischung in den Markt. Dabei könnte alles so einfach sein:
Gewinn treibt die Zivilisation voran. Wenn ein Produzent einen Gegenstand herstellt oder eine Dienstleistung zu niedrigeren Kosten Kunden erbringen kann als der Kunde und der Kunde über die Mittel und die Freiheit zum Kauf verfügt, ist der Unterschied zwischen dem, was jenseits der Kosten des Produzenten bezahlt wird, der Gewinn. Dieser Gewinn ist der Anreiz des Herstellers, zu produzieren, und dieser wiederum finanziert den Verbrauch, die Ersparnisse und die Investitionen des Herstellers, wodurch die Gewinne anderer Hersteller erzeugt werden. Gewinn ist die notwendige Voraussetzung für Konsum, Einsparungen, Investitionen und damit für den Fortschritt. Viele von uns profitieren jeden Tag. Wir bieten Dienstleistungen an und stellen Waren bereit, die uns selbst zu einem Preis unterstützen, der niedriger ist, als wir bezahlt haben. Wir sind profitabel und setzen auf ehrliche Produktion und einen friedlichen, freiwilligen Austausch. Die einzigen Alternativen zu gewinnbringender Kompetenz bestehen darin, durch Erbschaft oder Wohltätigkeit oder Kriminalität – Diebstahl durch Betrug oder Gewalt – von der Profitabilität einer anderen Person zu leben. (Original in Englisch)

Die Menschen sind wegen der Aussicht auf Gewinn immer erfindungsreicher geworden die eigenen Kosten zu senken, indem man Maschinen einsetzte, die Fertigung ökonomisierte und entsprechend Geld in Marketing und Vertrieb setzte. Schließlich belebte hier Konkurrenz das Geschäft. Von diesem Gewinn würde jeder Unternehmer gerne freiwillig einen Teil an den Staat abgeben, wenn dieser für Sicherheit nach innen und außen sorgte, denn die Kosten dafür wären für den einzelnen immens. In Failed States muss man sich eine eigene Leibgarde oder Miliz halten, sofern man das Geld dazu hat.

Nun wird schon die Hälfte unseres „Gewinns“ vom Staat als Steuern abgegriffen und unser Staat hat sich weitgehend von seiner Kernaufgabe entfernt und versucht mit diversen Einmischungen unser Leben vermeintlich besser zu machen. All diese Einmischungen geschehen zum Wohle unserer Gesundheit, zum Wohle unserer Ernährung, zum Wohle unseres Zusammenlebens oder gleich zum Wohle der Menschheit und der nachfolgenden Generationen. Man hat einen riesigen Apparat aufgebaut, der denen, die auf dem Markt keinerlei Kompetenz anbieten können, für die jemand freiwillig bezahlen würde, die Illusion gibt, dass das, was sie ihre Kompetenz nennen, wirklich nachgefragt würde. Der ganze Quark an Frauenforschung, Extremismusforschung und esoterischen Nischen in den Geisteswissenschaften lebt davon, dass man vermeintlich irgendwelche Werte an sich erzeugt oder die Menschen auf eine höhere moralische Ebene hieven wollte.

Die Deutschen müssen im Vergleich zu anderen Ländern ganz schön produktiv sein, denn wo sonst kann man derart viele staatliche Stellen einrichten bzw. staatlich fördern, deren einziger Nutzen ist, sich selbst zu erhalten. Vielleicht liegt es an der üppigen Bezahlung aus Steuergeldern (= Raub des Gewinns der Produktiven) oder, dass man sich gegenseitig überall hofiert, dass sie irgendwann zu dem Größenwahn neigten, sie wären allkompetent. Sie schreiben sich gegenseitig Studien und halten sich ein Staatsfernsehen, welche ihnen das dann belegen. Dabei leben sie nicht davon, dass dafür eine Nachfrage bestünde; alles ist staatliche Wohlfahrt oder Zwangsgebühr. Sicher ärgerte man sich schon Jahre darüber, dass hier der geraubte „Gewinn“ sinnlos verprasst wird, doch es gibt noch eine Steigerung zum Schmarotzertum. Man verbietet einfach, dass man eine Ware zum besten Preis anbieten darf. Deutschland hat mit die saubersten Kohlekraftwerke, wir sollen aber teuren und unsicheren Strom aus Solar und Windkraft kaufen und die Ingenieure und Bergleute, die einen echten Gewinn erwirtschaftet haben, sollen nach dem Kohleausstieg ebenfalls von dem leben, was andere erwirtschaften. Ich habe gestern in einem Interview gehört, dass man als Ersatz für den Bergbau ein Kompetenzzentrum für Energie und Elektromobilität errichten will mit eigener Teststrecke. Über die Verlagerung von Behörden in die betroffenen Regionen braucht man gar nicht zu reden. Man hat durch den Raub von Gewinnen anderer dafür gesorgt, dass der ganze Energiemarkt verzerrt wurde; durch Subventionen, Vorschriften und Verbote. Wer studiert heute noch Kraftwerkstechnik für Kernenergie? Siemens war im Bereich Energie immer führend und hat nicht erst jetzt Absatzprobleme bei Großturbinen. Dürfen die in den „Kompetenzzentren“ ergebnisoffen forschen oder ist da schon politisch vorgegeben, was man forschen darf und wie das Ergebnis aussehen soll? Man darf in der Elektromobilität forschen. Wodurch werden die Mitarbeiter angetrieben, effektivere Elektromotoren oder Batterien herzustellen? Erfolgsprämie?

Wie wird wohl die Zusammensetzung einer solchen Forschungsbehörde aussehen? Zuerst mal ist eine Frauenquote vorgegeben, dazu ein paar Aufpasserinnen für die Geschlechtergerechtigkeit, ein paar Verwaltungshampelmänner mit Parteibuch zum Verkünden von Erfolgsmeldungen und als Sesselwärmer in den Talkshows. Das ist schon die Hälfte der Belegschaft. Dann noch ein paar linientreue Häuptlinge mit abgebrochenem MIT-Studium, die den Korridor der Forschung vorgeben und die Statistiken frisieren. Ist das Zentrum noch an eine Uni angegliedert, dann kann man noch die wirklich kompetenten Doktoranden als billige Hiwis ausnutzen und abgreifen, was patentwürdig ist. Der Hausmeister ist dann der ehemalige Werkstechniker aus einem Kohlekraftwerk.

Das ist sozialistische Planwirtschaft in Reinform, denn in solchen Belegschaften spielt die Kompetenz in der Sache kaum mehr eine Rolle, sondern weitgehend Quote, Parteibuch und Seilschaften, die wiederum auf Korruption, Betrug und kriminelle Machenschaften beruht. Wohin führt dann das Verschwinden echter Wertschöpfung? Es ist doch so, dass sich heute nur noch gut bezahlte Leute aus dem Staatsdienst mit sicherem und hohem Einkommen ein Haus oder großes Auto leisten können. Dass es kein Aufruhr gibt, liegt daran, dass Lebensmittel durch Subventionen (= geraubter Gewinn) eigentlich spottbillig sind. Ein voller Magen geht nicht auf die Straße.

Man könnte fast meinen, dass der Staat Geld heimlich im Keller druckt und es über die nutzlosen Staatsbediensteten in den Konsum schleust. Das könnte doch immer so weiterlaufen, doch ich denke es hakt an einer Stelle. Die verfehlte Bildungspolitik mit teilweise 50% Abiturquote sorgt dafür, dass der nicht studierfähige Teil in den Staatsdienst strebt, die Zahl der akademisch Kompetenten trotzdem kaum ansteigt und so dem Mittelbau die Leute entzogen werden. Es gibt heute schon einen Mangel an kompetenten Leuten im Handwerk oder im Pflegebereich, aber auch bei der Polizei. Aufgrund des Mangels wird man irgendwann auch entsprechend mehr dafür bezahlen (müssen). Kein Wunder, dass man die Leute laut Plan in gut kontrollierbare Megastädte nötigen will. Wohnungen mit einfacher Ausstattung und Installation, die auch der inkompetenteste beherrschen kann, wenn jedes Teil so genormt ist, dass man zum Austausch nicht mal mehr ein Werkzeug braucht oder es gleich durch den selben Billigschrott ersetzt. Innenstädte autofrei. Die Kosten selbst zu kochen bzw. frische Lebensmittel zu besorgen wird dazu führen, dass man zum Essen nur vor die Haustür gehen muss, denn an jeder Ecke gibt es den gehobenen Schnellimbiss. Vegetarisch, rustikal, asiatisch, halal, alles genormt und alle freuen sich über die große Auswahl. Hirngespinnst? Mitnichten. Fahren sie mit der Bahn durch Deutschland und an jedem großen Bahnhof finden sie das gleiche Essen von den gleichen Ketten mit dem gleichen Angebot.

Das alles ist eigentlich mit der großen Transformation gemeint. Individuelle Bedürfnisse werden zur Schonung von Ressourcen verpönt sein und zurückgefahren. Weitgefächerte Kompetenzen sind nicht mehr nötig, weshalb auch Bildung und Ausbildung nicht mehr den Stellenwert haben wird. Es heißt, dass die guten Schüler auch in einem schlechten Bildungssystem am Ende Höchstleistungen erbringen. Und wie jedes geplante sozialistische Gesellschaftssystem wird es später aus dem gleichen Grund untergehen wie alle anderen davor. Es wird jenseits des Angebots eine individuelle Nachfrage bestehen bleiben, mit dem sich auf der Angebotsseite Gewinn erzielen lässt und auf der Nachfrageseite Korruption, Betrug und Kriminalität steigen werden.

Alles, was unsere Regierung als pseudo-produktive Einrichtungen im Kleinen installiert, krankt daran, dass es keinen Ansporn zur Innovation gibt, dass man höhere Gewinne generiert, weil das Einkommen so oder so gleich bleibt und Posten nicht eine Sache von Kompetenz, sondern Parteibuch und Haltung sind.

Kohle- und Atomausstieg beruhen auf völliger ideologischer Verblendung und Inkompetenz. Es ist wohl die erste moderne Zivilisation, die bei ihren politischen Entscheidungen sämtliche Naturgesetzlichkeiten und Erfahrungen früherer Generationen nicht nur in diesem Bereich über Bord wirft. Beruhigend ist, dass die Realität am Ende immer gegen Ideologie siegt und auch die „Kosten“ für die Regierungen und Eliten so groß werden, dass man von der Umsetzung absehen wird. Die Gelbwesten sind ein erstes Zeichen. Sozialismus, der auf Freiwilligkeit beruhen soll, der muss zur Durchsetzung seiner Ziele am Ende trotzdem immer auf Gewalt setzen, so auch in Frankreich. Keine Propaganda oder Indoktrination kann am Ende die Realität des einzelnen ersetzen. Der gewöhnliche Bürger lässt sich viel abverlangen, doch wenn es ums Auto geht und den Strom geht, dann ist das eine riesige Gruppe, in der alle politischen Einstellungen vertreten sind. Da könnte ein geballter Widerstand erwachsen.

Gut, dass die Macrons und Merkels und ihre Zuträger inkompetent genug sind, das nicht zu erkennen. – Gerade im Videotext gelesen, dass nun die „Roten Schals“ als Gegenbewegung gegen die Gelbwesten auf die Straße gehen. Organisator ist einer, der Macrons Bewegung En Marche nahestehtDie könnten ja noch blöder sein.

13 Gedanken zu “All-Kompetenz und Größenwahn.

  1. En Marche mit roten Schals. Man lernt immer was neues. Bei ZEIT wird derweil der „mutige“ pro-EU-Protest gefeiert, der angeblich neue Stars gefunden habe.

    Und Merkel will statt des Antisemitismus lieber gleich Hass an und für sich mit „null Toleranz“ bekämpfen.
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-01/grossbritannien-brexit-frauen-rechtsextremisten-drohungen

    Derweil steigen die Kinder kulturrevolutionär in die Bütt und verlangen „alle Kerzen aus gegen CO2“, ob man jetzt streichelt oder nicht, die Linken kriegen wieder alles.
    Me könnte ja no blöder sei.

    Liken

  2. Na ja, es ist Gewinn und/oder Bequemlichkeit. Heute scheint die Bequemlichkeit im Vordergrund zu stehen, obwohl so viel total sinnbefreite Arbeit geleistet wird, wie kaum zuvor. Als die Menschen noch weitgehend Selbstversorger waren, wurde Jeder und Jede, selbst Kinder gebraucht. Und heute? Fast alles sinnentleerte Arbeit, „nur“ zur Gewinnmaximierung von Andern. Eigene Gewinnmaximierung funktioniert nur bis zu einer gewissen Höhe. Nachher wird sie obsolet, ausser man gehört zu den Multimilliardären, welche einfach nie genug kriegen können, warum auch immer. Wäre auch mal eine Frage wert, zu fragen WARUM. Geht es nur um Macht oder was ist sonst noch der Antrieb?

    Gefällt 1 Person

    1. Ich denke mittlerweile auch, dass viele den Unterschied zwischen Arbeit und Beschäftigung nicht kennen. Arbeit schafft etwas, was andere möchten. Wer für subventionierten Quatsch „arbeitet“ mag sich beschäftigen. Er liegt aber anderen auch auf der Tasche. Ähnlich bei Quatschbürokratie, beim Bund im derzeitigen Zustand usw. Wir können uns das aber kaum eingestehen. Akif Pirincci hat es knall hart runtergebrochen. Die Leute, die alle anderen durchschleifen, sind ein Bruchteil der Gesellschaft.

      Gefällt 1 Person

    2. Man kann sich auch mal mit Minimalismus (in Deutsch auch unter Frugalismus bekannt) beschaeftigen. Das bedeutet nicht Fensterkitt zu fressen, sondern, sich nur das zu kaufen was man wirklich braucht. Auch das ist individuell unterschiedlich. Dann stellt man schnell fest, dass man gar nicht so arg viel arbeiten muss, um ein gutes Leben fuehren zu koennen. Die Freizeit ist z.B. im Kleingarten sinnvoller investiert, als in einem Job, der mit >50% Abgaben belastet ist.

      Gefällt 1 Person

  3. Goldstein, du verbringst so viel Zeit am PC, dass du wohl kaum zu Jenen gehörst, die nützliche und produktive Arbeit leisten. Eher liegst du der Gesellschaft auf der Tasche. Glücklicherweise wird dein Geschreibsel nicht staatlich subventioniert, und das frustriert dich. Heul’ doch!

    Liken

    1. Große Worte für ein Kind mit graugefärbten Haaren…

      Nebenbei bezweifele ich, dass es für Herrn Goldstein irgendwie erstrebenswert wäre, „vom Staat subventioniert“ zu werden.

      Diese (Ihre) Vermutung ließ aber recht tief in Ihre Seele blicken. Danke dafür 😉

      Liken

  4. Ja, klar kann man den eigenen Konsum drastisch einschränken. Wohnungsmieten, Versicherungen, Krankenkasse, Gez und die lieben Steuern fressen trotzdem einen grossen Teil weg. Meine eigenen sinnlosen Ausgaben wären (noch) Zigaretten und Bücher. Auch etwas hirnlos, ich weiss. Es ist gerade ein Buch herausgekommen, das heisst „bullshit-jobs“ und befasst sich mit genau diesen Leerlauf-Beschäftigungen, die viel kosten, nichts bewirken, ausser noch mehr Aufwand und Leerlauf zu generieren. Soll auf die Länge schwer depressiv machen.

    Liken

  5. Ich glaube auch das wird noch schlimmer wie in der DDR plus Soilent green für alle.
    Aber irgendwann ist die Show vorbei und dann werden die Laternenmasten knapp.

    Liken

  6. In der westerwälder Gemeinde Hachenburg wurde zum Holocaustgedenktag Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ gezeigt. Die Kinoinhaberin lud AfD-Mitglieder zu einem Gratisbesuch ein. Diese empfanden das als Affront. Verstehe ich nicht, wo sie doch – nach eigener Aussage – große Freunde Israels und der Juden sind. Auch wenn sie es nicht hören wollen, es gilt nach wie vor: Rechte waren und sind Nazis!

    Liken

  7. ausser man gehört zu den Multimilliardären, welche einfach nie genug kriegen können, warum auch immer. Wäre auch mal eine Frage wert, zu fragen WARUM. Geht es nur um Macht
    Ich denke, Multimillionäre sind sehr gebunden, an ihr Geschäft, an ihre „Anlagen“. Mit einem Teil ihres Vermögens versuchen sie, zu „gestalten“. In unterschiedlicher Weise, ob mittels Geschäften oder mittels Medien-PR-NGOs (wie Soros). Manche sind wahrscheinlich auch gar nicht „gestaltungsaffin“ und wollen nur ihr Geschäft, an das sie glauben, behalten. Durch die Größe ihres Geschäfts gestalten sie aber, ob sie wollen oder nicht.

    Liken

    1. So wie Sie es sagen, führt es zu der Frage, ob das System selbsterzeugend ist oder gesteuert. und Sie geben eigentlich die Antwort: Durch die Größe ihres Geschäfts gestalten sie aber, ob sie wollen oder nicht. Mit Milliarden persönlich „Gutes“ tun zu wollen, ist dann eben keine private Angelegenheit mehr.

      Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.