Soros-Jünger vergleicht Ungarn mit Ungeziefer.

Auf focus bin ich zufällig über einen Link auf den Artikel Die Verwandlung Osteuropas von Ivan Krastev auf IPG gestoßen. Internationale Politik und Gesellschaft ist eine Organisation, deren Autoren auch eng mit Soros kooperier(t)en. Allein an den Artikeln auf dieser Seite sieht man ausschließlich welche, die die EU-Politik bzw. die der neomarxistischen Globalisten in allen Belangen hochleben lässt. Über Kratstev heißt es:

Ivan Krastev is a member of the Open Society Global Board.

Der Untertitel seines Machwerks lautet, Die Übernahme eines fremden Modells muss zwangsläufig in nationalen Ressentiments enden. Das war wir jetzt neu, obwohl ich selbst Geschichte studiert habe. Schon der Anfang ist eine reine Unverschämtheit gegenüber den osteuropäischen Ländern und erinnert eher an das Bild vom slawischen Untermenschen der 30-iger Jahre.

In Franz Kafkas Erzählung Die Verwandlung erwacht der Protagonist Gregor Samsa eines Morgens „aus unruhigen Träumen“ und findet „sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“. Natürlich ist Samsas Familie schockiert und weiß nicht, was sie mit dem hässlichen Viech, zu dem er geworden ist, anstellen soll.

Die Europäer kennen dieses Gefühl. Sie mussten 2018 anerkennen, dass sich Ungarn und Polen von vielversprechenden Modellen freiheitlicher Demokratie in illiberale, verschwörungsgläubige Mehrheitsregime verwandelt haben. Und das übrige Europa muss nun entscheiden, was es mit diesen unvertrauten Kreaturen, die in seinem Haus wohnen, machen soll.

Ja, die Europäer kennen das Gefühl, dass sich Menschen durch die staatliche Propaganda plötzlich zu Ungeziefer verwandeln. Ich dachte, wir hätten diese Zeit endlich überwunden und auch, dass sich ein Regime dazu aufschwingt, wer zu Europa gehören darf und wer nicht. Da hat der Autor natürlich darüber nachgedacht, warum die gegen die EU revoltieren und „fremdenfeindlich“ geworden wären. Seine erste Vermutung ist, dass die liberalen Eliten zu selbstzufrieden geworden wären und zu stark von der Fähigkeit der EU-Institutionen überzeugt waren, populistische Emporkömmlinge in die Schranken zu verweisen. „Liberale Eliten“ ist ja selbst schon ein Widerspruch in sich, denn politische Eliten versuchen immer die Freiheit der Völker einzuschränken und sie gegeneinander auszuspielen, um dann als Retter aufzutreten. Die haben dem dummen Volk nicht die Demokratie geschenkt, sondern es hat sie sich erkämpft, was besonders für die osteuropäischen Länder gilt. Wir Deutschen glauben immer, die anderen europäischen Länder würden die Vorgaben der EU so rigoros und sogar oft noch strenger auslegen wie wir, weil man davon ausgeht, dass dort ebensolche gutmütigen Schlafschafe leben. Dann schreibt er:

Das Leben des Imitators wird zunehmend von Gefühlen der Unzulänglichkeit, Minderwertigkeit, Abhängigkeit und des Verlusts der eigenen Identität beherrscht.

Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass einer der Tschechen, die ich kennengelernt habe, irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe gegenüber der EU und seinem Vorzeigeschüler Deutschland hätte, das war vielleicht in den Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhanges so. Trotzdem haben die Tschechen ihre Freiheit sofort genutzt und an jeder Straße standen Leute, die Beeren, getrocknete Pilze oder Obst anboten, um an Westgeld zu kommen. Der Autor meint, sie konnten sich nicht schnell genug darauf einstellen, die 20000 Regelungen zu übernehmen, die für den EU-Beitritt notwendig waren. Man hat jetzt nicht unbedingt gehört, dass sie sich über die wirtschaftlichen Regelungen beschwert hätten, sondern es geht um den ganzen neomarxistischen Krimskrams wie Gender oder die vermeintlichen Vorzüge der mulikulturellen Gesellschaft und die Auflösung der Nationalstaaten. Weiter heißt es

Eine glaubwürdige Kopie eines idealisierten Modells zu erschaffen und mit Leben zu füllen, erfordert die nie endende Kritik der eigenen Identität bis zu diesem Punkt – wenn nicht gar ein Gefühl der Verachtung für diese Identität.

Die Länder des Warschauer Paktes haben ihr kommunistisches System nicht selbst gewählt und es dürfte nur für die Hardliner identitätsstiftend gewesen sein. Das „idealisierte Modell“ der EU setzt ja das Verschwinden der Nationalstaaten voraus und die Deutschen machen es vor, dass dies nur mit Hilfe der Verachtung der eigenen deutschen Identität möglich ist. Bei uns sehen sie an den Zuständen in den Großstädten, dass das nicht unbedingt ein Gewinn sein muss. Er meint

, wenn ein komplettes Land sich derart von sich selbst abwendet, wird ein kräftezehrendes Gefühl, dass ständig über einen geurteilt wird, allgegenwärtig. Schließlich ist die Realisierung eines Ideals per definitionem unmöglich.

„Wir schaffen das!“ deshalb wird auch nicht ständig über uns geurteilt, außer wenn man über unsere Autoindustrie wegen Grenzwerte lästert, als würden wir noch Trabbis produzieren, während die anderen einfach keine solch leistungsstarken Autos bauen oder erst gar keine eigene Autoindustrie besitzen. Wenn ich heute in andere europäische Länder fahre, dann spüre ich keine Minderwertigkeit gegenüber den Deutschen, sondern eher Verachtung, günstigstenfalls Mitleid, wenn sie sehen wie arrogant und rechthaberisch sich unsere Regierung aufführt. Die EU ist nur ihr verlängerter Arm. Was sich Deutschland ausdenkt, das wird in der Kommission beschlossen.

Es überrascht also nicht, dass die Arrangements im Gefolge des Jahres 1989 schwärende Ressentiments hervorriefen (…) Gegenrevolutionen bildet eine radikale Ablehnung des Zwangs zur Imitation des freiheitlich-demokratischen Westens.

Es ist wohl ein Witz, die EU von 1989 mit der von 2019 zu vergleichen. Es gab wirklich so etwas wie Meinungsfreiheit, und keine solche, wie schon vorher im Ostblock, wo man seine Meinung durchaus offen sagen konnte, man aber mit den Konsequenzen leben musste. Zusätzlich durfte es vor 30 Jahren noch allein Männlein und Weiblein geben, es gab so was wie Grenzen und man berief sich bei den Grundlagen der EU noch auf das christliche Abendland. Im Lissabon-Vertrag hat man das dann weggelassen, wohl, weil man davon ausging, dass man das den zukünftigen Bewohnern nicht mehr verklickern kann, wenn die halbe Welt aus Afrika und dem arabischen Raum hier wohnt und ihre traditionellen Grundlagen gleich mitbringen. Natürlich sind viele qualifizierte Osteuropäer nach Westen gegangen, man kann aber nicht behaupten, dass sie zum Beispiel für Deutschland eine Last gewesen wären, wenn ich an die Tschechen denke, die bei uns in grenznähe arbeiten. Der Autor tut aber so, als würde Länder wie Ungarn in gleicher Weise davon profitieren, wenn zu ihnen zufällig Leute aus Syrien, Afghanistan oder Nigeria kommen, wenn er schreibt:

Die Kombination aus Bevölkerungsalterung, niedrigen Geburtenraten und Massenauswanderung hat überall in der Region eine demografische Panik ausgelöst, die sich paradoxerweise als Furcht vor afrikanischen und nahöstlichen Flüchtlingen ausdrückt (von denen letztlich kaum einer tatsächlich in Mitteleuropa endet).

Das ist in keiner Weise paradox, denn die Ungarn sehen ja an Großbritannien oder Deutschland, dass es einfach einen Unterschied macht, ob man „die Menschen“ egal von woher einwandern lässt oder um die wirbt, die ein Land wirklich braucht. Am besten ist natürlich eigener Nachwuchs, weshalb die ungarische Regierung Familien besonders fördern will.

Dies bringt uns zurück zur psychologischen Dimension der Verwandlung Mitteleuropas. Wer in einem Land lebt, in dem es die Mehrzahl der jungen Leute nicht abwarten kann, auszuwandern, fühlt sich zwangsläufig als Verlierer, egal, wie gut es ihm geht.

Wer fühlt sich als Verlierer? Die Regierung, die, die auswandern oder die, die zurückbleiben. Die Kultur verschwindet ja nicht zwangsläufig, wenn die Bevölkerung schrumpft. Wenn man die eigene Identität hochhält und mit ihr wirbt, dann werden auch Menschen kommen die sich gerne den nationalen Gepflogenheiten anpassen und in die Lücke stoßen. Solange das auch in Deutschland der Fall war, haben sich Ausländer gerne integriert, damit etwas davon abfällt. Seit wir unsere deutsche Kultur verleugnen, uns für jeden archaischen Käse verbiegen und unsere einzige Identität darin besteht, unsere Dauerschuld für den Kolonialismus und Auschwitz zu bekennen, braucht man sich nicht wundern, wenn die jetzigen Einwanderer unsere Kultur verachten und lieber ihre eigene behalten. Krastevs Resümee lautet:

Doch während den Mitteleuropäern ihre Bereitschaft zur Imitation abhanden gekommen ist, ist ihnen zugleich bewusst, dass ein Auseinanderbrechen der EU eine Tragödie epischen Ausmaßes für ihre Länder darstellen würde. Eine Vertiefung der Kluft zwischen Ost und West würde die Entvölkerung nicht rückgängig machen, aber Mitteleuropas wirtschaftliche Aussichten gefährden. Infolgedessen ist die Region hin- und hergerissen zwischen ihrem Zögern, die Rolle eines Thronprätendenten zu übernehmen, und der Furcht, dass ihre eigene Hinwendung zum Populismus einen Zusammenbruch der EU auslösen könnte. So oder so haben sich Mitteleuropas „unruhige Träume“ zu einer dauerhaften Realität entwickelt.

Da könnte er sogar recht haben, dass das Auseinanderbrechen der EU eine Katastrophe epischen Ausmaßes für Länder wie Ungarn wäre. Und zwar nicht, weil ihnen dann etwas fehlen würde, sondern, weil die EUdSSR mit aller Macht versuchen wird, abtrünnige Länder möglichst brutal abzustrafen. Die Franzosen wissen ja wie es geht, denn sie haben das Gleiche bei den Kolonien angewandt, die sich von Frankreich losgesagt haben, um ein abschreckendes Beispiel für die anderen abzugeben.    Bei den Briten soll am Ende ja auch herauskommen, dass Großbritannien ein möglichst hoher Schaden entsteht, damit sich keine Nachahmer finden. Es geht nicht um das Wohl der Bürger, sondern darum das marode, neosozialistische System gegenüber den nationalen Alleingängen als alternativlos darzustellen. In Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei sind sowjetische Panzer aufgefahren, heute genügt es, ein Land wirtschaftlich zu knebeln und zu gängeln. Spätestens, wenn sich die EU dazu entschließt, Sanktionen gegen Polen, Ungarn oder Tschechien zu verhängen, werden auch viele Westeuropäer die totalitäre Kratze dieses EU-Konstrukts erkennen.

Dass nun ein Krastev diese Länder jetzt schon mit „Ungeziefer“ und „Kreaturen“ gleichsetzt, dient nur dazu, sich durch diese Propaganda den Rückhalt der Bevölkerung der übrigen EU-Staaten zu holen. Man stellen sich vor, jemand hätte gesagt, die EU müsse sich mit den Einwanderern jetzt mit „Ungeziefer“ und „Kreaturen“ aus kulturfremden Regionen auseinandersetzen. Grenzenlose Bestürzung bei unseren Politikern, Lichterketten und sämtliche breiten Bündnisse wären auf die Straße gegangen.

Es ist einfach nur noch widerlich, wenn der focus einem solchen „journalistischen Ungeziefer“ wie    noch eine Plattform gibt, seine Hetze gegen europäische Völker zu verbreiten.