… und erlöse uns von der SPD.

Man überlegt sich ja häufig, ob der Sinkflug der SPD unter 5% enden könnte, dazu müssten grob weniger als 3% der Wahlberechtigten zu denen gehören, die irgendeinen bezahlten Posten bei einer der von der SPD geförderten Vereine, Stiftungen oder Parteigremien ergattert hat oder bei einer der von dieser Partei okkupierten Zeitungen. Inzwischen kann man nämlich nicht mehr davon ausgehen, dass noch alle Parteimitglieder auch wirklich nach rotem Parteibuch wählen. Die SPD dürfte die einzige Partei neben den Kleinstparteien sein, wo alle Wähler auch irgendwie Funktionsträger sind oder zum versprengten Haufen der Unbelehrbaren gehören, die selbst nicht zum traditionellen Wählerklientel gehören. Nun ist das natürlich nur eine Vermutung, doch Retweets auf einen Böhmermann-Tweet sind doch sehr aufschlussreich. Er schreibt nämlich

Haben die tausenden neuen Mitglieder, die mit dem „Schulz-Effekt“ in die SPD eingetreten sind, inzwischen lang genug „Plakate geklebt“, um allmählich ein wahrnehmbarer Faktor in der Partei zu werden?

Nun schreibt Bento hier in der Überschrift:

Jan Böhmermann will sich über den SPD-Nachwuchs lustig machen – doch es geht nach hinten los.

Und bietet als Beweis drei Retweets an. Zumindest bei denen stimmt meine Vermutung. Bei Bento wird eine Tatiana genannt, die meint

Ich bin jetzt Spitzenkandidatin für mein(en) Stadtteil.

Dahinter steckt eine Tatiana Herda Munios, ist Umwelt- und Energiemanagerin und wirbt mit dem Slogan Wir brauchen mehr globale Empathie. Dazu hat sie den Klimamasterplan für Mainz und berichtet über ihre Ziele und wie sie dabei vorgehen will:

In Mainz sollen bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 95% und der Energieverbrauch um 50% gesenkt werden. Als Vergleich dient das Jahr 1990. Dafür sei die Transformation des gesamten Lebensstils jedes einzelnen notwendig, sagt Tatiana und lächelt dabei, als sei das ein Klacks. Aber wie macht man das, wie nimmt man eine ganze Stadt mit auf den Weg zur Klimaneutralität?

BLOSS KEINE ALLEINGÄNG

Der Schlüssel, so sagt Tatiana, liege darin, den Menschen zuzuhören und sie miteinzubeziehen. Die Privatleute, die Unternehmen, Verbände, NGOs, Bildungseinrichtungen, Verwaltung, Kirche und Politik.

Ja, Mädel. Solche wie Du sind für den Niedergang der SPD verantwortlich. Sie will sich zwar nett mit allen unterhalten, besonders mit denen die irgendwie von Staatsknete leben, doch irgendwie hat sie vergessen, dass sie das vielleicht ihren potentiellen Wählern verklickern sollte, welchen Vorteil die davon haben sollten. Der traditionelle Malocher denkt nämlich beim leeren Öltank oder dem Stromverbrauch nicht an den Klimawandel und geht nicht davon aus, dass eine südländische, weibliche Klimatusse, die noch auf dem Weg zur vollständigen sprachlichen Integration ist, der Ausweg aus seiner finanziellen Misere sein könnte.

Ein weiterer ist ein Leon (Sellnberger) von den Nürnberger Jusos, der auf Bento wahnsinnig engagiert klingt, doch auf seinem Profil mit seinen Aktivitäten und Gruppen findet sich genau….nichts. Ich weiß nicht, ob die Mutter, die neben ihrem Mann noch bei Lidl putzen geht um die drei gemeinsamen Wunschkinder durchzubringen, die Abtreibung bis unmittelbar vor Geburt vorgezogen hätte, wenn der entsprechende Juso-Vorschlag schon Gesetz gewesen wäre.

Dann ist da noch @Rike85, eine Juristin, der ihr eigenes Pferd (oder mehrere) besonders am Herzen zu liegen scheint, denn sie twittert und schreibt intensiv in Foren darüber. Sie ist eine Islamversteherin, pro-Einwanderung und Gegen-rechts-Kämpferin. Die Antwort auf Böhmermann scheint dazu ihr erster politischer Tweet gewesen zu sein. Ja, Rita, kaum eine könnte ferner sein von seiner eigentlichen Wählerklientel, denn dein Leben dreht sich um Dein eigenes Fortkommen, die Sorge um die fernsten und Deine Hobbys, deckt sich aber darin voll mit allen anderen professionellen SPDlern.

Dann ist da noch @interauralgap, potentieller Seenotretter und eine Marion Sollbach, Leiterin für Nachhaltigkeit mit den Hobbys Hebräisch lernen, Sport machen und schauen, Ausstellungen, Karneval, Neues lernen. Ja, echt voll am Leben der vormaligen SPD-Wähler. Vor allem, wenn sie twittert:

Im Vorstand der SPD Frauen in Köln sind die Hälfte der Frauen erst in den vergangenen zwei Jahren eingetreten. Aber bis zum Parteivorstand in Berlin dauert es wohl noch

Um deren Durchmarsch zu verhindern, müsste man eigentlich doppelt bei der SPD austreten dürfen.

Da hätte Bento doch noch ein paar andere Retweets bringen können. Zum Beispiel Lilly Blauszun:

Jan was soll ich sagen SPD ist geil Verkrustete Strukturen nich

Ja, was soll ich sagen. Außer verkrusteter Strukturen fällt mir eigentlich zur SPD nichts ein. Aber vielleicht ist ja Lilly ja eher unpolitisch und Rot ist ihre Lieblingsfarbe. So wie auch Kathrin

Nicht wieder austreten muss erst mal reichen.

Finde ich auch, wenn man eher der phlegmatische Typ ist und die Erwartungen ohnehin tiefer hängt. Da war Bienenflüsterer Moritz schon weiter

Zehner gegen GroKo! Natürlich schon lang wieder raus. Austrittserklärung hängt eingerahmt im Wohnzimmer!

Was Mirco Wilhelm zu der Vermutung verleitete

Sind die inzwischen nicht alle wieder ausgetreten?

oder Folgenix zu

Bezeichnet Schulz-Effekt nicht das Zuschwellen der Augen, nachdem man Schläge ins Gesicht bekommen hat?

Bei Böhmermanns 2,5 Millionen Follower dürften dann mit 69 Retweets in der Diskussion sämtliche SPD-Wähler vertreten sein; der Einfachheit halber, habe ich die mehrfach Tweetenden jetzt nicht herausgerechnet, schließlich haben sich auch so nur 0,0028% der Follower daran beteiligt. Wenn man bedenkt, dass der CO2-Gehalt der Luft bei 0,004% liegt, dann sieht man erst wie gering die Konzentration ist, wenn man sie mit der Anzahl der SPD-Anhänger vergleicht, die auf Böhmermanns Tweet geantwortet haben. Und da sind sogar noch die mitgerechnet, die schon wieder ausgetreten sind.

Ja, Bento. Der Schuss ist echt nach hinten losgegangen, denn hier wird endlich ganz deutlich, dass sich für die SPD nur Leute interessieren, die entweder von linker Politik leben oder nicht von ihr betroffen sind. Zumindest sind die erwähnten Anhänger so ehrlich, dass sie zeigen, dass die SPD genau so weitermachen will wie bisher. Womöglich wurden die Retweets aber auch von einem Jahre alten Algorithmus automatisch erstellt und die Digital-Fachfrauen mit Gender-Informatik-Qualifikation waren noch nicht in der Lage das zu ändern. Vielleicht strebt man deshalb in der SPD mit dem Kohle- und Atomausstieg die Brachiallösung dieses Problems an; wenn erst mal der Strom weg ist, dann kann auch keiner mehr twittern. Wenn man noch bedenkt, was Stegner oder Chebli so twittern, könnte das nur zu ihrem Vorteil sein.

 

 

 

 

 

 

 

6 Gedanken zu “… und erlöse uns von der SPD.

  1. Die Aussicht auf einen größeren und längeren Stromausfall macht mich auch ziemlich Hoffnungsfroh.
    Ich sehne Ihn fast förmlich herbei.
    Ich habe nämlich festgestellt, dass doch bei einigen Menschen die Hirntätigkeit relativ zügig wieder einsetzt, wenn die elektronischen „Hypnose Medien“ mal ausfallen.
    Da fällt mir immer ein Erlebnis ein, vor etlichen Jahren schon.
    Als ich meine erste Wohnung in der Nähe von Stuttgart bezogen hatte.
    In einer anonymen Wohnanlage.
    Nachbarn sah man nur selten mal im Hausflur.
    Draußen gab es eine schöne Parkanlage, die immer leer war, auch im Sommer, als würde dort Niemand wohnen.
    Eines Abends ist dann mal in der kompletten Anlage das Kabelfernsehen ausgefallen.
    Da hat es keine 10 Minuten gedauert und plötzlich war der Innenplatz im Park voll mit Menschen, die raus kamen und plötzlich miteinander geredet haben.
    es ging zwar um das blöde Kabelfernsehen, zeigt aber, wie schnell Menschen Ihre „Höhle“ verlassen und miteinander reden, wenn der „Beschäftigungsapparat“ ausfällt.
    Irgendwann würden die dann auch bestimmt was sinnvolleres reden oder sich Strategien einfallen lassen, wie man jetzt ohne Strom klarkommt.
    Ja so ein Stromausfall hat durchaus sehr positives Potential.
    Ich habe auf jeden Fall keine Angst davor.

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    1. Ist jetzt freie Beraterin: https://sez.de/veranstaltungen/event/9649/
      Sucht Knete. Smart City, dort gibt es die nächste Staatsknete fürs Papier voll schreiben. Falls dem Bund nicht das Geld ausgeht. https://www.oip.netze-neu-nutzen.de/ideas/show/1409
      https://media.ccc.de/v/bub2018-173-mit_digitalen_miniinfluencern_klimaschutz_und_klimawandel_neu_framen
      Ist übrigens mal wieder interessant wo überall Förderknete ausgegeben wird.
      Und frei nach Danisch: wo landen all die protegierten Frauen die durch das MINT—Studium durchgepumpt wurden? Genau da.

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      1. „Freie Beraterin“? Wer kann eigentlich frei jemanden in einer Sache beraten, die nur staatlich alimentierte Hohlköpfe nachfragen? Die ist so frei, wie die Amadeo-Stiftung; wer würde denen selbstverdientes Geld hinterherschmeißen? Die Frau hat nur den Fördertopf gewechselt.

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