Die ARD steigert den Wahnsinn.

Jeder, dessen eigene Festplatte einigermaßen sauber programmiert ist, der würde, wenn mal etwas nicht richtig funktioniert, Maßnahmen ergreifen um das zu beheben. Wenn die Maßnahme scheitern, ändert man eben die Strategie. Soweit zur Theorie. Nun hat man in den Medien und in der Politik schon mehrere Jahre das Problem, dass man einen zunehmenden Ansehensverlust erleidet, inzwischen ist teilweise offene Ablehnung daraus geworden. Beide meinen, dass sie tolle, qualitativ hochwertige Arbeit abliefern und der Bürger einfach zu blöd wäre, das zu erkennen und zu honorieren. Man müsste den Bürgern ihre Entscheidungen und die Art der Berichterstattung nur transparenter machen und besser erklären, sagte man zumindest vor einiger Zeit. Nun haben sich die ÖR-Medien beraten lassen und die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab weiß es nun besser.

Wie kann es denn sein, dass wir so viele gute Argumente für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben und eigentlich immer häufiger erleben, dass sie gar nicht gehört werden? Da gibt es aus sprachwissenschaftlicher Sicht den Hinweis, dass hat damit zu tun, in welchen Kontext ihr das einkleidet. Wenn man versucht, ein positives Argument anzubringen, indem man zunächst sagt, was wir alles nicht sind – „Lügenpresse“, „Staatsfunk“, was auch immer – dann funktioniert das eben nicht. Wir wollen die Mitarbeitenden stärker befähigen, mit Sprache umzugehen.

Und sie meint, mit öffentlich-rechtlich lassen sich die Leute nicht fangen, auch nicht mit privat, deshalb meint sie, dass Gemeinwohlfernsehen ein viel besserer Name wäre. Warum nicht gleich „Kümmererfernsehen“, da könnte die Redaktion von Aktion Sorgenkind (heute politisch korrekt Aktion Mensch) gleich das ganze Programm machen, denn ein Kai Gniffke glaubt auch, dass alle die seine bescheuerten Narrative nicht glauben, geistig behindert sein müssen.

Die ARD-Tusse stellt sogar fest, dass der Inhalt auch eine Rolle spielt

Das Thema Framing ist in den USA ganz normal, bei uns hat es eher eine negative Konnotation. Es meint aber nur, sich über die Wirkmacht von Sprache bewusst zu werden. Selbstverständlich ersetzt Framing nicht die inhaltlichen Argumente. Es geht nur darum, unsere Inhalte und Fakten in den richtigen Kontext zu stellen und unsere Haltung transparent und offenbar zu machen.

Aha. Der „richtige“ Kontext. So wie die 19 Punkte von PEGIDA dann natürlich rechtsextremistisch und fremdenfeindlich sind, gehören sie, nachdem sie weitgehend von dem CDU-Innenminister Baden-Württembergs Thomas Strobl übernommen wurden zur Realpolitik in der Migrationssteuerung. Das macht ihr doch schon die ganze Zeit. Es ist nichts transparenter und offensichtlicher als Eure neomarxistische , links-grün Haltung. Kein Nachrichtensprecher schafft es mehr das Wort Trump oder AfD auszusprechen, ohne dass sich unbewusst deren Visage verzieht, als käme ihm gerade das letzte Sushi hoch. Keine Wettertante, die es schafft, eine Temperatur von über 12° Grad vom Blatt abzulesen, ohne dass der ganze Ballast der folgenden Klimakatastrophe im gehauchten „sehr, sehr mild“ hängen würde und im Hintergrund die Wetterkarte so rot glühte, als würde man in den Schlund eines Vulkans schau´n. Nein, ihr geht uns mit dem Zeigen Eurer richtigen Haltung schon dermaßen auf den Sack, dass ich genügend Leute kenne, die die Nachrichten schon ohne Ton verfolgen und nur noch die Schlagzeilen ablesen, weil sie dieses selbstgerechte moralisierende Gelaber nicht mehr ertragen können. Kein Wunder, dass so ein „Manual“ von einem SED-Gewächs wie der MDR-Intendantin Karola Wille in Auftrag gegeben wurde. Dann kommt die ARD-Obere mit den Worten Schutzzölle, Strafzölle und einfach Zölle und erklärt, dass es ganz wichtig sei zu wissen, dass man damit eine Botschaft mittransportiert. Ich weiß, bei Trump heißt es Strafzölle, bei der EU Schutzzölle und bei neutralen Ländern einfach Zölle. Und das lernt man in der Journalismusausbildung. Das hat sogar der kapiert, der die Nachrichten nur zufällig mal in einer Fußball-Halbzeitpause mitbekommt und schon mit drei Halbe Bier angestochen ist. Nachdem die neuen Fachkräfte meist auch als Müllwerker versagen, könnten sie zumindest zum Journalisten taugen. Wenn man die nächste Frage in dem Interview liest, braucht es wohl nicht mal mehr Deutschkenntnisse:

Bei der Public Value Kampagne der ARD wurde der Claim verändert von “Wir sind eins” zu “Wir sind deins”. Das klingt fast eins zu eins wie ein Formulierungsvorschlag aus dem Manual, wo es heißt “Wir sind ihr.”

Ich hatte gestern als Marietta Slomka einen Bericht über Trump anmoderierte, meine Frau gefragt, ob die jetzt in leichter Sprache moderieren. Die ganzen moralinsauren Betonungen mit diesen bedeutungsschweren Pause eines Klaus Kleber, da könnte ich schon kotzen. Jede Kunststimme aus dem Navi klingt natürlicher als dieser Haltungssound. Bei jeder Meldung, die man meint uns vorverdauen zu müssen, folgt dann der „Experte“ aus irgendeiner linksradikalen Stiftung oder aus den frauengequoteten Nutzloswissenschaften und danach liefert der/die/das Reporter_In**en noch die passenden Bilder von vor Ort. Die Langversion ist heute-journal, gefolgt von Oberhetzer Welke mit der heuteshow bevor ein gendergerechter Tatort, wo Rechtsradikale einen schwulen, einbeinigen Juden umbringen und der Fall nur durch die Hilfe einer afghanischen Raketentechnikeins mit C3-Sprachzertifikat geklärt werden kann, das Haltungsbild des ÖR-Fernsehens abrundet. Nachdem man nun sogar gendergerechte Pornos fördert, ist man vor dem ganzen Haltungstralala nicht mal mehr im Schmuddelfernsehen nach MItternacht sicher.

Wenn man mit den eingesetzten Mitteln, eine gute Propaganda zu liefern gescheitert ist, dann lässt man sich nicht von Scrabble-Experten aus den Sprachwissenschaften beraten, die dann zur Lösung eine noch höhere Dosis an Haltungsfernsehen empfehlen. Da hat die Ablösung der Stechschritt-Moderatorin im nordkoreanischen Fernsehen durch eine wesentlich jüngere wohl mehr zur Steigerung der Seriosität beigetragen, als es die Vorschläge aus dem „Manual“ jemals können.

Das ist wie Kohlekommission fürs Fernsehen. So wie Blenderbegriffe wie Power to Gas oder Off-Grid-Maßnahmen keine Grundlast in der Stromversorgung sicherstellen, so werden die Zwangsgebührenseher nicht wegen ein bisschen Worthülsenscrabble an die Bildschirme zurückkehren. Nehmt einfach das Geld und schaltet Euren Laden ab, da wäre allen geholfen oder sendet einfach die alten Derrick- und Columbofolgen und für die Kinder Dick und Doof.

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Ihr hättet die engagierten Wortakrobaten mal fragen können, wie man es nennt, wenn man mehr vom Gleichen tut und sogar ein noch besseres Ergebnis erwartet.

 

 

 

9 Gedanken zu “Die ARD steigert den Wahnsinn.

  1. Stimmt! Und es wird immer schlimmer. Und man weiss es und schaut trotzdem und regt sich wieder tierisch auf. Warum nur? Abstellen den Kasten und Zeitung abbestellen. Ausser: Man regt sich gerne auf, weil dies ein Adrenalin-rush gibt, in diesen lahmen, absurden und traurigen Zeiten.

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  2. In der DDR lernte der Journalist: Man muss alles vonm Lassenstandpunkt aus sehen.
    Und der Bürger vorm Fernseher sagte „Schnitz!“. Kennt ihr nicht? – Wenn montags die Ansage kam: „… sehen Sie jetzt den Schwarzen Kanal, eine Sendung von und mit …“, dann sprang man vom Sessel auf und genau bei „Schnitz“ musste der Fernseher aus sein.
    Und sagte man unter Kollegen „Schnitzler“, folgte die Scherzfrage, „Woher weißt Du, wie der heißt?“.
    Bei uns war die Umstellung auf DVB-T2 der Anlass, „Schnitz“ zu machen 😉

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