Links hochdosiert auch für Linke eine Provokation.

Mir ist es schon einige Male passiert, dass ich wie jeden Tag unzählige Berichte im In-und Ausland gesichtet habe und es irgendwie auf der Hand lag, wohin die Entwicklung laufen müsste oder was sich aus den Berichten so als Grundannahme herausdestillieren ließe und mir schon einen neuen Artikel zurecht legte. Meist deutete sich schon etwas an, doch es brauchte noch die eine Meldung als „Zünder“. Irgendwie scheint es auch bei anderen Schreibern diesen Effekt zu geben, denn oft las ich am gleichen Tag noch auf einer anderen Seite genau über das Thema, das ich mir zurechtgelegt hatte. Da freut es mich dann, wenn ich dann doch mal etwas früher dran bin.

In einem früheren Artikel schrieb ich über die Folgen von Zensurgesetzen

Die Memes „Fachkraft“, „Bereicherung“, „die demokratischen Parteien“, „weltoffen und bunt“ wurden ja von den Blockparteien und deren willfährigen Medien schon derart penetrant verbreitet, dass man mit ihnen schon das glatte Gegenteil beschreiben kann. Wäre ja zu blöd, wenn mit noch mehr Zensur diese Begriffe einen richtigen Hype erleben würden.

Es ging darüber, dass man die propagierten Memes und Ziele, die der Mainstream verbreitet, aktiv penetrant unter die Leute bringt. Witziger weise reagieren die „ehrlichen“ Demonstranten dann genau so, als würde man als Gegendemonstrant auf die Straße gehen. Also statt dem Slogan „Flüchtlinge bereichern unser Leben“ dann „Wir brauchen keine Sozialschmarotzer“.  Nun hat sich die IB unter eine Puls-of-Europe-Demo gemischt und die Ziele der EU entsprechend gehypt. Nach der Überschrift dachte ich erst, sie wären mit EU-Hammer-und-Sichel-Shirts dort gewesen, doch ganz im Gegenteil. Sie trugen blaue Plakate mit den gelben Sternen mit den Slogans:

Alle Macht nach Brüssel!

Nationalstaaten überwinden!

Heute Europa, morgen die ganze Welt!

Der letzte ist wohl etwas zu dick aufgetragen, doch, wenn mit Hilfe der Unterstützung der Zivilgesellschaft in Form von Pulse of Europe erst mal die Vereinigten Staaten von Europa verwirklicht sind, dann wird man dieses Erfolgsmodell sicher in den Rest der Welt exportieren wollen. Vielleicht hat sich noch das Innerste der IB-Mitglieder gesträubt, mit Regenbogenschals mitzulaufen, doch das hätte dem ganzen sicher noch den letzten Kick gegeben. Ein paar Frauen hätten auch nicht geschadet. Vorher aber nicht vergessen die akkurat geflochtenen Zöpfe zu öffnen, denn schon darin sehen die Experten die braune Gesinnung aufblitzen.

Die Reaktion der Puls-of-Europe-Marschierer war jedoch ohnehin wie zu erwarten. Man versuchte die Mitglieder aus der Demo zu drängen, doch es zeigt sich auch, dass man mit einzelnen ins Gespräch kommen kann. Leider kein Ton im Video. Im Großen zeigt sich aber die Heuchlerei linker Gesinnung, denn nur die Guten sind berechtigt mit den linken Ideen zu werben und auch nur in der vorgeschriebenen Dosis und Wortwahl. Man darf Deutschland hassen und auch die Briten für ihren Brexit, man darf aber nur mit „Deutschland verrecke!“ auf die Straße gehen und nicht mit „Großbritannien verrecke!“ Man darf mit „Europäische Integration vollenden!“ auf die Straße gehen aber nicht mit „Nationalstaaten überwinden!“, obwohl ja beides das Gleiche bedeutet und schon gar nicht im selbstgestrickten, erdbraunen oder wehrmachtsgrauen Pullover.

Die Konsensparteien propagieren innerhalb ihrer Ideologien Dinge, die sich immer am Rande des für jeden erkennbaren Irrsinns entlang hangeln, das, was aber am Ende des Weges liegt, dafür darf man aber nicht öffentlich werben, ohne als Nazi zu gelten.

Man darf für den gleichzeitigen Kohle- und Atomausstieg werben, aber nicht mit dem Plakat „Strom abstellen!“, obwohl das Ergebnis ja am Ende das Gleiche ist. Ob „Dieselfahrer enteignen!“ noch politisch korrekt wäre, weiß ich nicht, sicher eher als „Flugreisen verbieten!“. Bei der Demo für alle und der antifa-feministischen Gegendemo gäbe es sicher auch Möglichkeiten die alten Slogans der Grünen aus den Achtzigern zu recyclen. Zum Beispiel „Sex mit Kindern entkriminalisieren!“ Vielleicht vorher einen Volker Beck fragen, ob so eine Ausrichtung dem Weg der Grünen zur Volkspartei entgegenstehen könnte. Wenn man bedenkt, dass in den feministischen Zirkeln an den Unis die Frauen wirklich glauben, sie würden für alle normalen Frauen sprechen, glauben sie vielleicht auch, es sind inzwischen auch innerhalb der Mehrheit alle Schranken der Perversität gefallen. So würde man mit dem obigen Slogan auch mehr von den gewünschten männlichen Erzieher in die Kitas und Kindergärten kriegen.

Die Parolen der breiten, guten Bündnisse sind so moralisierend bei gleichzeitiger Inhaltsleere, dass jeder den Zorn der ANTIFA zu spüren bekommen dürfte, wenn er sich mit deren eigenen konkreten Forderungen untermischt. Wie wäre es mit einem Plakat mit Nissen, Nahles, Högl und Barley und der Forderung, noch mehr Frauen in die SPD zu bringen? Die von den Linken propagierte Gleichheit aller Menschen (hier Frauen) verbietet es, die Erfolglosigkeit der SPD nicht nur auf deren Gelaber zu schieben, sondern auch darauf, dass deren Anziehungskraft dem einer offenen Dose Ravioli nach vier Wochen entspricht. Man könnte behaupten, obiges Plakat ziele auf deren Kompetenz, die inneren Werte und deren Frausein an sich. Das glaubt der SPDler insgeheim nicht mal selbst. Gerade deshalb dürfte die Erregung die gleiche sein, wie bei einem FCK-SPD-Shirt.

Bei den bildungsfreien Klimajünger muss man noch etwas warten, bis die psychisch ein wenig gefestigt sind. Wer sich hier mit folgendem Plakat sehen lässt,

Klima2

der könnte womöglich einen kollektiven Selbstmord auslösen; menschlich eine Tragödie, volkswirtschaftlich kaum der Rede wert. Liest man den folgenden Artikel, dann treten die Klimagläubigen gerade in eine Verzichtsphase ein, um bei dem unumkehrbaren Wandel des Klimas wenigstens ein gutes Gewissen zu haben: Vegane Ernährung, Verzicht auf Autofahren, Computerspiele und Handy. Bei so einem Selbstläufer, wo auch der größte Irrsinn noch auf offene Ohren stößt, findet sich sicher auch welche, die sich zum gemeinsamen Luftanhalten treffen würden. Schweres Terrain für Provokateure.

Es bleibt die Feststellung, dass das Ende der Frames, die unser Leben bestimmen sollen, nicht unerwartet kommen wird. Die realen Auswirkungen der bunten Gesellschaft, der Energiewende, des EU-Friedensprojekt und des Klimawandels sind entweder ins Gegenteil verkehrt oder zu marginal, dass man nicht warten muss bis endgültig die Luft ausgeht. Früher oder später werden die, die sich von der ersten Euphorie bzw. Begeisterung anstecken haben lassen, ihre Energie nicht mehr in global-ideologische Träume stecken, sondern erst mal die eigenen Kreise ordnen. Ein Blick auf den Gehaltszettel und dann auf die Stromrechnung; lieber wieder ein Schafkopfen bei Weißwürsten unter Gleichgesinnten, anstatt Kulturaushandeln bei orientalischem Essen. Maibaumaufstellen statt Moscheebesuch und den Diesel im Winter wieder in der Einfahrt warmlaufen lassen. Umso schöner, wenn der Nachbar mit seiner verbitterten Miene hinter dem Fenster steht. Drauf geschissen. Man kann echt von den Linken lernen. Wenn Argumente nicht fruchten, sei es, weil man keine hat oder wie jetzt keine hören will, dann sind Lächerlichmachen und ihnen einen Spiegel vorhalten der erste Schritt den Gegner zu demoralisieren. Pulse of Europe hat schon einen ersten Vorgeschmack bekommen.

Bild:  Wendell321 bearbeitet

 

 

4 Gedanken zu “Links hochdosiert auch für Linke eine Provokation.

  1. Genau so ist es. Paradoxe Intervention nennt man das. Man muss diese Irren mit Irresein noch übertreffen. Wenigstens verbal. Ich denke so bringt man den irren Heissluftballon schneller zum Platzen. (Und ist auch kein rechter Nazi mehr, weil eben irre…..

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