Heiße Luft bringt SPD zum Steigen.

Die SPD befindet sich im Aufwind; und es gibt 51 Geschlechter. Als ich las, dass die SPD um 2%-Punkte angestiegen sei, dachte ich zuerst, so blöd könne man gar nicht sein, dass jemand die noch auf dem Weg unter 5% aufhalten wollte. Wahlumfragen werden ja von den meisten für bare Münze genommen und darauf kommt es eigentlich an. Die SPD hat ja einen weiteren Linksschwenk gemacht, der eigentlich ein Gasgeben in Richtung „demokratischer Sozialismus“ ist.

Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung für Geringverdiener, die mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse einbezahlt haben.

den gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro auf 12 Euro zu erhöhen.

eine längeren Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I von bis zu drei statt maximal zwei Jahren aus.

Laut Umfrage finden das zwischen 67% und 82% gut. Wer möchte schon jemanden ein besseres Leben vorenthalten, wo doch die meisten inzwischen davon ausgehen, dass es selbstverständlich ist, dass der Staat für einen sorgt, wenn er dazu nicht in der Lage ist. Von den wirklich Bedürftigen haben sich die Ansprüche auf alle ausgeweitet, die irgendwie Probleme haben überhaupt zu arbeiten oder es nicht zumutbar finden, wenn es die Work-live-balance stört. Zumindest müssen fast 40% der Bevölkerung das so sehen, denn den

 Vorschlag, die meisten Sanktionen bei Hartz IV unter anderem für junge Arbeitslose abzuschaffen, halten die meisten Befragten (62 Prozent) jedoch für die falsche Strategie.

Hier sind doch eher die Zustimmungswerte bemerkenswert. Die SPD muss gut unterrichtet sein, dass es genügend Leute gibt, die sogar diesen bescheuerten Vorschlag noch gut finden, denn vor 30 Jahren hätte man gefragt, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Ja, die SPD hat recht. Sie verleugnet die frühere Politik von Gerhardt Schröder, weil sich ja auch die Gesellschaft geändert hat, nämlich weitgehend zu einem unmündigen Haufen, wo gar nicht mehr der Zusammenhang zwischen Arbeit und Lebensunterhalt hergestellt werden kann, vom Zusammenhang zwischen staatlichen bzw. Sozialversicherungseinnahmen und Ausgaben ganz zu schweigen. Wer einen Nanny-Staat fördert, der braucht sich über das Ergebnis nicht wundern. Es könnte aber einen wesentlich oberflächlicheren Grund haben, warum die Politik der SPD plötzlich Zustimmung erfährt. Man denke nur an den Zusammenhang SPD, Umfrageliefernat z.B ein Güllner SPD und eine links unterwanderte Medienlandschaft. Da liegt es allein an der Fragestellung, denn die kann man locker so gestalten, dass man für ausufernde Wohltaten wirklich auch Zustimmung bekommt. Der Mindestlohn darf aber nur in der Höhe vorgeschlagen werden, dass er noch unter dem liegt, was einer mit nachgefragtem beruflichen Abschluss auch so verdient, denn die wären zurecht sauer, wenn jemand ohne Lehrjahre und Abschluss das gleiche verdient. Reine Psychologie. Die Grundrente nach 35 Jahren ohne Bedürftigkeitsprüfung sollte man sich auch ansehen. Wer mit 16 aus der Hauptschule kommt, hat theoretisch 51 Jahre Zeit, die zusammenzubringen und dabei werden auch während eines weiterführenden Studiums die Jahre angerechnet. Da kann einer mit dem entsprechenden finanziellen Hintergrund bei den Eltern so zur freien Entfaltung ein wenig dahinarbeiten, weil er ohnehin erbt und bekommt noch die Grundrente obendrauf. Oder eine lässt sich von wechselnden Partnern aushalten, geht zwischen den Partnern ein wenig arbeiten oder ein bisschen Teilzeit während der Beziehung. Mein Schwiegervater musste mit 13 Jahren in einer Glashütte zu arbeiten anfangen, wurde Glasmacher, nie arbeitslos und zahlte 47 Jahre in die Rentenversicherung ein und bekommt heute gut 1100.-€ Rente. Es geht der SPD nicht darum, dass jemand am Ende des Arbeitslebens von seiner Rente leben kann, sondern, dass die Partei als staatlicher Wohltäter auftreten kann. In unserem Nannystaat fällt das auf fruchtbaren Boden. Oder doch nicht? Ich kann mich an eine Talkshow erinnern, da bekam in dem Fall der Grüne Habeck für sein sanktionsloses HartzIV, auch für junge Leute, die einfach nicht arbeiten wollen, durchaus Contra. Glaubt keiner, dass der angebliche Zuwachs bei der SPD genau von deren traditionellen Wählerschicht kommt. Kein Verbots- und Regulierungskrimskrams, der nicht von der SPD mitgetragen wurde und dann in Form von horrenden Strompreisen, Dieselfahrverboten und ausufernder Leiharbeit genau auf die durchschlägt, die gerne von eigener ehrlicher Arbeit ihren Unterhalt bestreiten möchten. So vergesslich kann kein ehemaliger SPD-Wähler sein. Der Zuwachs bei der SPD ist wegen der oben genannten Verquickung nur ein Medienhype durch den linksdurchseuchten Mainstream. Die linken Medienfuzzis glauben doch selbst nicht, dass eine ehemalige Dauerstudentin, die das Wort Arbeit höchstens vom Scrabble kennt, plötzlich die Lösung für den Arbeiter in prekären Verhältnissen sein soll. Die SPD ist ja maßgeblich genau für diese Zustände verantwortlich. Die Zustimmung für die SPD-Vorschläge und der Anstieg in der Umfrage waren bei den Medienmachern schon vorher gebonkt. Sozialismus ist gut und, seht her, auch eine große Mehrheit der Deutschen findet Vorschläge gut, die uns dort hinbringen. Die hätten sich fragen sollen, warum eine riesige Mehrheit die SPD-Vorschläge toll findet, nicht mal ein Viertel von denen aber daran denkt, deshalb die SPD zu wählen. Und jetzt ist es eine Meldung wert, dass von gut 1000 Befragten sich 20 mehr gefunden haben, die jetzt die SPD wählen würden, als bei der letzten Umfrage. Da musste sie nicht mal die Relotius-Karte ziehen, denn diesen Anstieg hätte auch die letzte Umfrage hergegeben, denn

Bei 1.000 Befragten liegt der statistische Unsicherheitsbereich (Fehlertoleranz) bei ca. 3 % (das heißt, mit 95 %-iger Wahrscheinlichkeit liegt der wahre Wert in einem Intervall von +/− 3 % um dem angegeben Umfragewert. Der Unsicherheitsbereich kann auch durch statistische Tricks nicht mehr verkleinert werden (sondern nur durch mehr Befragte). Umfragewerte sollten daher nicht überinterpretiert werden.

Und trotzdem kann die Nahles hingehen, dass die SPD jetzt so tolle Politik macht, weil die Umfragewerte steigen, und man auch wieder an einen SPD-Kanzler denken könne. Letzteres kommt sicher noch. Wahrscheinlich wollte man sich den restlichen Prozentpunkt des Unsicherheitsbereiches für die nächste Umfrage aufheben, damit die Medien ein „SPD permanent im Aufwind“ vermelden können. Der Zirkelschluss, der die öffentliche Meinung manipulieren soll, ist immer der gleiche:

SPD macht gute Politik, sagt die SPD, SPD-affine Umfrageinstitute vermelden Zustimmung und steigende Umfragewerte, SPD-Medien vermelden, dass die SPD im Aufwind ist, weil sie so gute Vorschläge macht, SPD sagt, wir machen gute Politik.

Wohl dem, der beinahe sämtliche gängigen Tageszeitungen und den Staatsfunk infiltriert hat, der muss nicht zitternd auf die nächste Umfrage und den journalistischen Widerhall warten

Bei der SPD scheint das allein aber nicht mehr zu reichen, einen Umschwung herbeizuführen, denn Wahlergebnisse und Umfragen sollen doch einigermaßen deckungsgleich sein. Bleibt noch der Rettungsanker, dass Wahlen erst bei der Auszählung gewonnen werden. Spätestens wenn irgendwann ein Fernsehteam in ihren Ort kommen sollte und sie nach dem letzten SPD-Wähler fragt, wird auch dem letzten Gutgläubigen auffallen, dass Umfragen und Medienhype nur Schall und Rauch sind.

 

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