Linker Stuhlkreis macht Satire.

Ein Video, das von der Künstlergruppe Peng ins Netz gestellt wurde, wurde auf Betreiben Horst Seehofers und des Innenministeriums von YouTube gelöscht. Das Video ist eine Art Werbeclip für eine angebliche Aktion alle aus dem Mittelmeer aus Seenot Geretteten bis Ende 2019 freiwillig in Deutschland aufzunehmen, in einer Machart wie sie vor Wahlen von allen Parteien von der Stange produziert wird. Während des ganzen Filmes ist rechts oben das offizielle Logo des Innenministeriums eingeblendet und die am Ende eingeblendete Internetadresse seebrücke.org gibt es wirklich. Von deren Seite gelangt man über einem Link im Text auf eine Fake-Seite, die sich wieder mit dem offiziellen Logo als seriöse Seite des Innenministeriums ausgibt. Als ich einen Bericht über Seebrücke geschrieben habe, bin ich ebenfalls auf diese Seite hereingefallen. Den betreffenden Teil habe ich später gelöscht.

Nun verteidigt man das Video mit folgenden Worten: (Zum Ansehen des Videos an das Ende des Artikels gehen)

Das Video ist relativ leicht als politische Satire identifizierbar. Seehofer fordert seit seinem Amtsantritt, die Richtlinien für die Aufnahme von Geflüchteten zu verschärfen.

Zu bestimmten Zeiten wären Merkelvideos mit dem Titel „Wir steigen aus der Atomkraft aus“, „Kein weiteres Rettungspaket für Griechenland“ und „Multikulti ist eine Bereicherung“ dann ebenfalls als Satire durchgegangen. Umso schlimmer, dass dann alles später doch noch Realität wurde. In diesem Zusammenhang muss man wirklich fragen, warum das Video über Seebrücke nicht von AfD-nahen Kreisen eingestellt wurde, denn auch ohne das AfD-Logo am Ende hätte es jeder als Satire über den Dauerumfaller Horst Seehofer wahrgenommen. Nur, wenn sich die Urheber am Ende geoutet hätten, hätte die obige Satire auch durchgeschlagen können. Die Begründung, dass man damit die neuen Richtlinien bei der Aufnahme von Flüchtlingen aufs Korn nimmt und so als Satire erkennbar sein müsste, ist einfach nicht überzeugend. Ein Bürger, der weiß, dass das Ministerium Teil der Regierung ist, auf den Koalitionspartner SPD Rücksicht nehmen muss und Merkel als Kanzlerin und Einwanderungsfreundin die Richtlinien der Politik bestimmt, kann guten Gewissens von einem echten Video des Innenministeriums ausgehen. Vor allem, wenn sich die Urheber nicht outen, die Organisation Seebrücke dieses angegebene Ziel wirklich verfolgt und man sogar nochmals auf eine gefakte, „seriöse“ Seite des Innenministeriums weiterleitet wird, muss der Betrachter in jeder Hinsicht davon ausgehen, dass es sich um ein echtes Video handelt. Wäre ich damals nicht zufällig darüber gestolpert, dass die Internetseite des Innenministeriums gefakt ist, dann würde ich heute noch davon ausgehen, dass auch deren Inhalt zutrifft. Schließlich kommen Flüchtlinge ja inzwischen wirklich mit organisierten Flügen an. In meinen Augen sind deshalb, sowohl das Video, als auch der Inhalt der Internetseite beispielhaft Fake-News. Immer wieder hört man, dass man Fake- News frühzeitig löschen müsste, damit sich die Inhalte nicht im Netz verbreiten. Da reicht es eben nicht, dass man zusätzlich einen Hinweis ins Netz stellt. Wären die Grünen schon in der Regierung und hätten das Innenministerium ist es nach meiner Definition keine Fake-News. So ein Video würde den Grünen in keiner Weise schaden, denn es reiht sich nahtlos ein in ähnlich irre Forderungen der Grünen, die darin gipfeln, den Migrationspakt gleich in deutsche Gesetze gießen zu wollen. Die grünen Anhänger werden damit nicht von der Partei weggetrieben, es entsteht niemanden ein Schaden. Anders, wenn man es dem CSU-geführten Innenministerium anhängt. Dieses Video, wenn es nicht als Satire gekennzeichnet ist, richtet für diese Partei wirklich Schaden an, weil es CSU-Anhänger, die jetzt schon nicht mit der Migrationspolitik übereinstimmen und Seehofer als Umfaller kennengelernt haben, zum Beispiel zur AfD überwechseln könnten. Man hätte das leicht umgehen können, wenn man die Satire, die nicht sofort als Satire erkennbar ist, am Ende satirisch auf die Spitze treibt, zum Beispiel mit einer Aussage Seehofers, er habe angeordnet den Airbus A380 deshalb weiter produzieren. Spätestens da wären den meisten Zweifel gekommen.

Doch die Macher und diejenigen, die sich jetzt über die Löschung aufregen, verfahren so wie man es auf Faschingsveranstaltungen im Moment häufig sieht. Man stelle sich vor, dass sich eine Politgröße in Hinterdupfing das ganze Jahr dafür einsetzte, dass man die Welt retten könnte, dass man möglichst viele Flüchtlinge in den Ort holt, wo es womöglich nicht mal einen Laden gibt oder ein Wirtshaus. Die Satire, dass Seehofer demnächst die Flüchtlinge direkt mit dem Flugzeug einfliegen wird, würde jeder über alle Parteigrenzen hinweg als Anspielung auf diesen kommunalen Weltenretter wahrnehmen. Die Linken meinen, das ganze Land wäre ein weitgehend in ihrem Sinne gleichgeschalteter Haufen, sodass das, was sie in ihrem inneren Zirkeln ausbrüten, sofort jeder verstehen müsste.

Dabei ist es immer die gleiche linke Masche. Man diffamiert einen Gegner und, wenn man Gegenwind bekommt, dann behauptet man schnell, das wäre nur Satire gewesen, um sich auf die Kunstfreiheit zu berufen. Dennis Yüzel durfte die Deutschen deshalb im Nachhinein auch ungestraft „Köterrasse“ nennen, schließlich war sein Fäkalartikel plötzlich nur noch Satire. Dabei gibt ja die Sprecherin der Grünen Jugend, Ricarda Lang, durch die Blume zu, dass man Seehofer nur an den Karren fahren wollte, wenn sie sagt:

„Seit die Bayernwahl vorbei ist, ist die öffentliche Wahrnehmung für Seehofer nicht mehr so groß. Aber dass der Innenminister nach wie vor eine krasse Gefahr für die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ist, zeigt sich zum Beispiel in der Kriminalisierung von zivilen Seenotrettern oder in seinem Vorgehen gegen das Satire-Video der Seebrücke. Wenn wir über den autoritären Umbau in Europa sprechen, dürfen wir nicht nur nach Polen oder Ungarn schauen, sondern müssen uns auch damit beschäftigen, dass unser Innenminister die Rechtsstaatlichkeit immer wieder mit Füßen tritt.“ 

Eine Satire erklären geht anders. Der autoritäre Umbau in Europa hat ja schon damit begonnen, dass man Leute aus arabischen und afrikanischen Ländern nach Europa umsiedelt, ohne die Bürger zu fragen, ob sie das wollen. Die Links-grünen maßen sich immer wieder an, zu bestimmen, was in ihren Augen Recht ist und vor allem, wer sich darauf berufen darf. Das damalige Zitat,

„Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen.“

das man Renate Künast in den Mund gelegt hat, wird heute noch als schlimmes Bespiel für Fake News gemeldet. Bei dem würde ich aber eher an Satire denken, als bei den Auswürfen von PENG. Links-grün hat weder Humor, noch können sie über sich selbst lachen und, wenn sie lustig sein wollen, dann ist es nur das immer gleiche Bashing gegen alles, was nicht auf ihre Ideologie eingenordet ist. Das ist dann wie Oliver Welke für Arme. Ja, man kann sogar dessen Niveau noch unterschreiten.

Es gibt Leute, die politisch eher links stehen und trotzdem gute Satire machen wie Gehardt Polt oder die Biermösl Blosn, denn sie nehmen die Welt trotzdem noch so wahr wie sie ist. Linke und Grüne, die sich als Satiriker versuchen, sind jedoch so verbissen ihren erzieherischen Auftrag wahrzunehmen, dass es nur noch drei Kategorien von „Witzigkeit“ gibt: Anti-Populismus, Anti-Trump und Anti-AfD. Die haben ihr Handwerk mit dem „Nürnberger Trichter“ gelernt, denn der geht davon aus, dass man auch dem „Dümmsten“ alles beibringen kann.

Im Gunde hat sich Satire für ein größeres Publikum bei uns ohnehin erledigt. Im Bereich Gender, Energiewende oder Migration geschehen heute Dinge oder werden Aussagen getätigt, dass nachfolgender Irrsinn den jeweils gegenwärtigen immer noch toppen kann. So hätte das Innenministerium das Video auch ruhig im Netz lassen können, der Inhalt wird ohnehin Realität werden und das, was darauf folgt, wird es wiederum an Irrsinn übertreffen.

 

 

 

4 Gedanken zu “Linker Stuhlkreis macht Satire.

  1. Was soll ich dazu sagen. Habe heute eine Antwort des BMIs erhalten auf eine Anfrage die ich an dieses gestellt hatte bzgl. Personen die aus humanitären Gründen aufgenommen wurden, ohne den Asylprozess durchlaufen zu haben. Ich hatte ausdrücklich nach der jeweiligen Zahl pro Jahr gefragt. BMI: haben wir keine Statistik zu. Bestandszahlen kennen Sie ja aus dem AZR. What? Das Innenministerium weiß nicht wieviele Personen es aufgenommen hat aus humanitären Gründen (nicht Asylprozess). Das sind wohlbemerkt Personen die eingeflogen werden. Kosten sind angeblich auch nicht entstanden. Unglaubwürdig, da für das Resettlement ja auch Kosten entstanden sind.
    Mich kann also nichts mehr erschüttern.

    Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.