Druck ablassen, solange es noch erlaubt ist.

In letzten Jahren wurden die unwissenden Bürger ja fortwährend geistig nachgerüstet, was in der Öffentlichkeit nicht mehr sagbar- oder zeigbar sein soll. Wörter, die früher selbstverständlich zum gängigen deutschen Wortschatz gehörten, gelten heute als Hass, Hetze und Nazivolabular. Leitfäden für Journalisten geben vor, was dazuzählt und zwar nicht durch Verbot, sondern indem man einfach neue polit-korrekte Wörter kreiert und dann zuerst anprangert und später bestürzt reagiert, wenn sich Politiker, Medienmacher oder am Ende der Normalbürger sich nicht daran halten. Mit der Zeit bekommt dann jeder das Gefühl, dass der Gebrauch dieser Kunstwörter schon immer gang und gäbe gewesen wären und nur irgendwelche „Rechtspopulisten“ versuchten durch ihre Wortwahl die Grenze des Sagbaren zu verschieben. Wo früher Asylant, Neger, Zigeuner, ausmerzen oder Moslem den Nachrichtenansagern locker über die Lippen kam, betritt man heute schon fast ein Minenfeld, wenn man sich nur in die Nähe von „unreinen“ Begriffen wagt. Das musste jetzt auch der JU-Vorsitzende Tilman Kuban feststellen, er hatte nämlich das Wort „Gleichschaltung“ verwendet, um zu beschreiben, dass die CDU unter Merkel eine Ein-Meinungs-Partei geworden ist, die im Grunde nur nachgebetet hat, was die große Führerin von oben vorgegeben hat. Da fühlte sich Julia Klöckner sofort genötigt, ihn zurechtzuweisen:

Gleichschaltung? Nein. In einer Volkspartei gibt es viele Meinungen. Auf Parteitagen wird abgestimmt, die Mehrheit entscheidet. Gleichschaltung gibt es in Systemen, in denen wir als Demokraten zum Glück nicht leben.

Im Grunde sind schon Wörter anrüchig wie Nation, Heimat oder Patriotismus und kann allein schon so verhindern, dass über so ein Thema überhaupt diskutiert werden darf. Dazu werden Bürger im Nachhinein noch zu Nazis und Rassisten, auch wenn sich Jahrzehnte niemand an einzelnen Wörtern oder Wortspielen gestört hat. Mohrenkopf, Zigeunerschnitzel oder Schwarzer Mann spielen sind heute ein „No-go“. Auch gilt jede Kritik an dem feministischen Sonderzeichenscrabble sofort als pauschal frauenfeindlich, was ihnen die Möglichkeit die elegante Verwendung des generischen Maskulinums aus unserer Sprache zu verbannen, immer darauf bedacht, dass Frauen ja nicht an der falschen Stelle mitgemeint sind wie bei Mörderinnen und Mörder oder Steuerhinterzieher und Steuerhinterzieherinnen.

Das gleiche gilt bei der Verwendung von angeblich sexistischen Bildern oder Anspielungen in der Werbung. Leichtathletinnen in ihrer Wettkampfkleidung oder Bedienungen im Dirndl mit Ausschnitt sind inzwischen Tabu, dagegen dürfen weiße Männer in der Werbung grundsätzlich als Vollhonks dargestellt werden. Den letzten Fall dürfte jeder mitbekommen haben, als das Verkehrsministerium eine Werbung für die Verwendung eines Fahrradhelmes schaltete und darauf eine leicht bekleidete Schönheit zu sehen war. Zwei halbnackte Schwule, die sich die Eier kraulen hätte sicher weniger Aufsehen erregt. Ein Plakat wie vom Wiener Life Ball 2014, mit einer nackten Vollbusigen mit Penis, das damals in ganz Wien hing, dürfte im Zeichen der Toleranz deswegen auch heute keine Probleme machen.

Beinahe jeder ist so zivilisiert, dass er selber weiß, wo und zu welchem Anlass bestimmte Worte oder Bilder einfach nicht passen und kann die Grenzen auch ohne Nannys bestimmen. Kein Wunder, dass sich denen irgendwann die Faust in der Hosentasche ballt, wenn er es mit solchen moralischen I-Tüpfelscheißern zu tun bekommt, die meinen, sie müssten sich jetzt sprachpolizeilich überall einmischen und Vorgaben machen.

An dem allen sieht man auf beiden Seiten, dass die Deutsche einfach humorlose, dünnheutige Spießer sind, weil sie jedem Böswilligkeit unterstellen, wenn er sich nicht polit-korrekt verhält oder sich darüber lustig macht. Dies gilt auch, wenn man sich abfällig und belustigt über vermeintlich ernste Anlässe auslässt. Wenn Merkel im Stile „Deutsch für Ausländer“ versucht, uns die Welt zu erklären, genauso wie wenn ein Steinmeier Bundeskanzler spielt mit seinen Aneinanderreihungen von inhaltsleeren Worthülsen, dann reichen die Vorwürfe von Herabwürdigung bis rechtsradikaler Angriff.

Nichts bringt die Bürger mehr auf die Palme, als wenn sich qualifikationslose, vermeintliche Eliten aufspielen, sie müssten das Volk erziehen wie kleine Kinder und ihnen die Welt in Leichter Sprache erklären. Wenn man sich trotzdem mal Luft macht, dann artet das in Beleidigungen, echten Hassmails und Zerstörung aus. Dabei reagieren Linke weit empfindlicher, wenn man sie selbst oder ihre Anliegen lächerlich macht. Die Deutschen haben das Problem, dass sie einfach wenig kreativ sind bzw. es keine Kultur gibt, wo man sich mit Humor und Satire ein Ventil verschafft. Früher hat man sogar in den ÖR-Medien erkannt, dass das notwendig sei. Heute finden sich dort nur noch systemtreue Bespaßer, die die polit-korrekte Wortwahl verinnerlicht haben, außer es geht gegen Trump, Putin, Ungarn, AfD und so weiter. Da fallen dann alle Grenzen. Den Bürger bleibt es verwehrt mit gleicher Münze zurückzuzahlen.

Man kann sich echt ein Beispiel an den USA nehmen, denn als sich nun herausgestellt hat, dass man eben keine Verbindung zwischen Trump und Russland feststellen konnte, obwohl man uns das zwei Jahre lang als Tatsache verkauft hat, sind nun die Demokraten und die ÖR-Medien natürlich vollkommen traumatisiert und es hat nur Stunden gedauert bis das Netz voll war mit Mems, die sich darüber lustig machten. Trump-Anhänger fordern gar nicht, dass sie und Trump rehabilitiert werden, der Frust, der sich durch das Bashing aufgestaut hat ist schnell vergessen und es entlädt sich eine Welle der Schadenfreude. Nichts schlimmer für Linke, wenn sich öffentlich lächerlich gemacht werden und so hat auch Twitter schnell reagiert und ein Meme gesperrt, wo eine Frau das Lachen nicht mehr halten kann, als die Moderatorin Rachel Maddow Tränen in den Augen hatte, als sie verkündete, dass nun gegen Trump nicht mehr ermittelt werde. Die erreichte schon damals Berühmtheit (ab 0:12 min, leider nur kleiner Ausschnitt)) als sie den Sieg Trumps bei der US-Wahl verkünden musste. (Für Meme obigen Link runtersrawlen Jack Posobius)

Mit Bierernst wird der Wahlkampf zur Europawahl geführt und die EU-Kritiker versteigen sich darin Hintergründe und Defizite der EU auszuleuchten. Das gibt zwar vielen die Genugtuung richtig zu liegen aber es gibt kein Ventil um sich über die dauernde ÖR-Propaganda Luft zu machen. Eigentlich müsste es dauernd humorvolle Querschüsse mit Sowjetfahnen oder Bildern kommunistischer Volkskammern geben, weil ja auch Martin Schulz weiß, dass die EU eine undemokratische, totalitaristische Konstruktion ist. Jeder weiß es ja und die Eliten sind in einer so machtvollen Position, dass sie das locker hinnehmen könnten. Doch da wird schlimmstenfalls gleich ermittelt, dass es sich um Rechtsextreme oder Verfassungsfeinde handeln könnte. Das gleiche gilt, wenn man sich über Feministen, Gender oder den Islam lustig macht. Da ist es sogar von oben verordnet, dagegen vorzugehen, schließlich ist das islamophob und anti-feministisch. Kein Wunder, wenn der Druck im Kochtopf pausenlos steigt, wenn Witz und Satire schon die berufliche Existenz kosten können.

Da wir hier ohnehin keine Kultur haben, so könnte es uns leicht passieren wie bei der Sprache wie ich es oben beschrieben habe. Solange es nicht wenigstens ein paar gibt, die sich nicht davon beeindrucken lassen, wird es irgendwann selbstverständlich sein, dass auch Witze und Satire zu den falschen Themen verschwinden, aber da kann man sich gleich beides schenken, denn sie leben ja davon politisch inkorrekt zu sein. Zur Freude von Systemlingen wie Welke, wenn es nicht mal für ihre dünnen Witzchen Konkurrenz gibt. Doch wie bei der Sprache wird es auch hier schwerlich bis unnöglich ein Zurück geben, um gute, politisch inkorrekte Satire neu zu etablieren. Solange man wenigstens noch am Grat entlang wandern kann, sollte man sich die Freiheit nehmen. Ich fange am besten gleich damit an mit der Erregung über die Fahrradhelmkampagne des Verkehrsministeriums.

Moslem 6

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