DIE ANSTALT am Ende.

Wer erinnert sich noch an DIE ANSTALT. Man muss in der Vergangenheit sprechen, denn seit gestern Abend scheinen sich die Macher selbst verraten zu haben. Man erinnert sich gern an die Folgen, in denen es um die Verquickung der deutschen Medien und Parteien ging, den Waffenhandel oder den Regimechange, der uns im Namen des Friedens verkauft wird, und deren Machart. Normalerweise werden die Hintergründe in einem Zwiegespräch zwischen Maximilian Uthoff (der Wissende) und Claus von Wagner (der Naive) bis auf die Knochen abgenagt. Man lässt den Zuseher mit den Fakten zurück, sich ein eigenes neues Bild der Welt zu machen, ohne selbst am Ende eine Lösung zu bieten oder Partei zu ergreifen. Man hatte auch das Gefühl, dass hier nicht durch bewusstes Weglassen versucht wurde, dem ganzen einen bestimmten Spin zu geben, allein die Fakten zählten. In einem Fall musste sich DIE ANSTALT im Nachhinein erklären und die aufgestellten Behauptungen in der Sendung belegen. Man hat nichts gehört, dass das nicht gelungen sei. Das ZDF hat nichts „richtig gestellt“. Liegt wohl daran, dass man sich die Fakten vom SPIEGEL, der ZEIT, taz, Süddeutsche, BMU oder Welthungerhilfe besorgt hat.

Mit der gestrigen Sendung über Klimawandel und Energiewende hat man nun diesen Pfad verlassen und sich unter die Systembespaßer eingereiht. Schon nach wenigen Sekunden war klar, wie das Thema geframed war, denn alles spielte auf der Brücke einer Titanic, die natürlich am Ende durch den Klimawandel und das Versagen der Politik mächtig in Schieflage kommt. Als Abdelkarim eine Soloeinlage brachte, glaubte ich noch an einen Einzelfall, denn für seine Witze mussten Trump, die AfD und Putin herhalten. Originalität sieht anders aus. DIE ANSTALT schaffte es bisher immer, dass man einfach einen neuen und tieferen Blick auf die Dinge erhielt und gut unterhalten war. Was bleibt diesmal hängen?

Die Titanic will Kurs auf Paris nehmen (Klimaprotokoll) mit Scheuer als Steuermann (von Wagner)und verfehlt das Ziel trotz der Anstrengung noch weiter, als die meisten glauben oder befürchten, und die Anstrengungen der Regierung sind vor allem eine zusätzliche Subvention der Kohle- und Ölindustrie. RWE wird für jede abgeschaltete 1 GW Leistung mit 1,5 Milliarden Euro entschädigt. Zurecht, schließlich pochte die Regierung bisher auf eine flächendeckende Versorgungssicherheit und mischte sich nicht in das Wie ein. Ganze Regionen werden mit Milliarden für die verlorengehenden Arbeitsplätze entschädigt, obwohl es durch die normale Verrentung nicht 18000, sondern nur 6000 sind. Da wird ins Feld geführt, dass in der Sparte der alternativen Energien in den letzten Jahren 80000 verloren gegangen seien. Hier wird suggeriert, als hätte die Regierung durch ihre zu wenig ambitionierten Maßnahmen im Ausbau von Sonne und Wind die Arbeitslosigkeit getrieben. Dabei waren es gerade die Markteingriffe, die dafür sorgten, dass diese entstanden und gleichzeitig nach einiger Zeit wieder verschwanden, weil sie für keine Konkurrenz sorgten, indem sie sich nach einer Anschubfinanzierung nicht auf dem freien Markt behaupten mussten. Die Subventionen sorgten dafür, dass man nicht kostengünstigere und effizientere Anlagen entwickeln und sich nicht auf nach günstigen Standorten umsehen musste. Schließlich war und ist es egal, wie viel und wie günstig real Strom geliefert wird, denn durch die EEG-Umlage bekommt man ohnehin einen garantierten Preis. Durch die Subventionen war man vor allem bei Solarpanelen auch kaum einem Preis- oder Innovationsdruck ausgesetzt um auf dem Markt zu bestehen. Erst als die Chinesen begannen deutlich günstiger zu liefern, reichte nicht mal mehr die staatliche Stütze.

Man weist in der Sendung zwar darauf hin, dass die bisherigen Maßnahmen so gut wie keine Wirkung zeigen auf die CO2-Konzentration, aber anstatt die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, dass Deutschland dafür auch noch hunderte von Milliarden verbrät, wird noch mehr vom Gleichen gefordert. Scheuer verweist an mehreren Stellen auf die Innovationskraft der Menschen und der Wissenschaftler, sein Gegenpart in Form eines Richters, verweist aber darauf, dass alles noch am Anfang der Planung stehe und die Maßnahmen wie Chemtrails, CO2-Speicherung oder Sonnenlicht reflektierende Panele im Weltall durch Flugzeuge und Raketen wiederum CO2 produzieren. Skurril wird es, als Scheuer vorschlug, man könne ja Bäume zusätzlich pflanzen, um das CO2 aus der Atmosphäre zu bekommen, am Ende bei der Zersetzung wiederum CO2 freisetzen. Spätestens hier wird man schon aus reiner Logik darauf gestoßen, dass der CO2-Anstieg der Erwärmung nicht vorausgeht, sondern nachläuft. Schließlich stammen Kohle und Erdöl aus Pflanzenresten bzw. Algen, die das CO2 aufnehmen. Es sollte uns vielmehr beunruhigen, dass das für die Pflanzen lebensnotwendige CO2 in anorganischen Verbindungen dauerhaft gebunden wird. Zum Glück gibt die Erwärmung der Meere das gelöste CO2 zu einem Teil wieder frei.

Ich fand es schon befremdlich, dass man unterschwellig die Systemfrage stellte, denn als es darum ging, welche Maßnahmen man denn ergreifen könnte, um die Titanic vor dem Sinken zu bewahren, meinte der Richter, man könne ja mit den Vorschlägen, die bei fridays-for-future gemacht werden, anfangen: Kostenloser Nahverkehr, sofortiger Kohleausstieg, Umstieg aufs Fahrrad oder Inlandflüge verbieten. Der Staat soll sich in den freien Markt nicht nur mehr einmischen, sondern ihn in Bereichen zum Erliegen bringen, um die Welt zu retten. Keine Frage danach, wer das finanziert oder was die Folgen für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Wertschöpfung bedeuten. Ökologischer Sozialismus als Lösung.

Als man sich mit der Kohlekommission beschäftigte, beschwerte sich der Richter, dass diese im geheimen tagte und nicht von den Wählern bestimmt wurde (vom Parlament?). Das ist völlig verquer. Die diversen Mitglieder kämen, wenn man sie wählte, aus den gleichen Bereichen wie BUND, Greenpeace usw. Schließlich war die Zusammensetzung ohnehin so, dass man sich darauf verlassen konnte, dass es eine Befürwortung für den Kohleausstieg gibt. Die Abgeordneten wären zum gleichen Ergebnis gekommen. So aber können sie sich reinwaschen, weil sie sich ja auf den Rat vermeintlicher Experten verlassen haben, die in Wirklichkeit keinen einzigen in ihren Reihen hatten, der sich mit Stromnetz, Kraftwerkstechnik oder Versorgungssicherheit auskennt. Fast ausschließlich offene oder verkappte Umweltaktivisten und Weltenretter. DIE ANSTALT hat in 50 Minuten Sendezeit nicht einmal angesprochen, dass mit den radikalen Maßnahmen, die man während der Sendung unterschwellig oder offen einfordert, unsere Stromversorgung nicht nur nicht mehr gesichert, sondern praktisch nicht mehr vorhanden wäre. Es wird die ganze Zeit so getan, als stünden Steckdose und Stromerzeugung in keinerlei Zusammenhang.

Wo Satire erhellen und aufdecken soll, ging es stattdessen den ganzen Abend nur um verschleiern und verzerren. Dabei hätte es durchaus Möglichkeiten gegeben, bestimmte Dinge auszuleuchten. Zum Beispiel, wenn man bei der Fridays-for-future-Demo mit Hammer-und-Sichel-Fahne marschiert oder die Teilnehmer selbst keinerlei Wissen zu Klima, CO2 und Stromversorgung mitbringen. Man hätte auch die PR hinter Greta ausleuchten können. Beides hätte ja das Anliegen selbst ja nicht diskreditiert, aber man hätte gesehen, dass das eben keine Graswurzelbewegung ist und auch eine vermeintlich guten Sache Abgreifer und Trittbrettfahrer auf den Plan ruft.

Diese Sendung war reine PR für mehr Energiewende und der Versuch für noch mehr Hysterie zu sorgen, sind die Lacher erst mal verklungen. Sie genau in der ANSTALT zu platzieren, war ein guter Schachzug und ich gehe nicht davon aus, dass die Macher bei ihren Recherchen nicht auf die vielen Ungereimtheiten und politischen Interessen hinter dem Klimawandel und der Energiewende gestoßen wären. Die ANSTALT galt auch für die großen Zweifler bisher als seriös und nicht stromlinienförmig im Mainstream. So wird es nun noch schwieriger, den menschengemachten Klimawandel als den größten Betrug in der Menschheitsgeschichte vor aller Leute zu entlarven, denn, wenn schon die Mitwirkenden bei der ANSTALT in die Hysterie einstimmen…

Der Öko-Sozialismus und die notwendige mediale Gleichschaltung dringen wirklich in jede Ritze. Schade, dass dabei auch DIE ANSTALT daran glauben musste.

 

 

4 Gedanken zu “DIE ANSTALT am Ende.

  1. Das muss ewig her sein, als Du zuletzt die Anstalt gesehen hast, die ist schon lange komplett auf Linie. Uthoff, Priol, Welke, Nuhr – alles eine Soße.

    (Wobei Nuhr gerade etwas zurückrudert, als hätte er neue Anweisungen. Mal sehen, worauf das hinausläuft).

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  2. Muss wirklich ewig her sein, dass ich bewusst irgendeine Sendung, Film, Nachrichten usw, von Anfang bis Ende gehen habe. Muss das WM-Endspiel 2014 gewesen sein.

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