Langsam bröckelt die Deutungshoheit.

Manchmal hab´ ich schon überlegt, warum mich irgendwelche Kommentare in den Leitmedien so nerven. Früher gab es zwar auch Kommentare, wo ich zwar nicht gleicher Meinung war, aber die konnte man so stehen lassen und man musste sich nicht in die Polstersessel krallen, damit man nicht gleich die Fernbedienung Richtung Mattscheibe schleudert. Liest man Kommentare bei den Alternativen zum Mainstream, dann ist man zum Schluss eigentlich immer schlauer als zuvor, obwohl sich viele gerade mit dem gleichen Thema beschäftigen. Eigentlich wollte ich etwas über die Fake-Plakate an einer Grünen-Geschäftsstelle schreiben, auf denen es hieß Tod dem weißen, deutschen Mann bzw. Nazis bekämpfen mit allen Mitteln, doch genau an den alternativen Beiträgen zu den Leitmedien ist mir, der Unterschied aufgefallen. Alle Artikel fallen zwar weitgehend unter Meinung, bei den Konsensmedien bekommt man aber am Ende immer die links-grüne Einheitsmeinung. Nun müsste es auf der Gegenseite eigentlich die rechte (rechtspopulistische) Einheitsmeinung geben. Beim obigen Fall sind die Grünen einem widerlichen rechten Angriff ausgesetzt, der durch die Verbindung

Identitäre Bewegung (=Urheber)/ rechtsradikal/ Sellner/ Attentat von Christchurch/ Verbindung zu AfD/ AfD Verbindung zu Putin/ Verschwörungstheorie, die Weißen auszurotten(Umvolkung)/ Beieinflussung der Wähler = Gefahr für die Demokratie

belegt wird. Nun würde man als Gegenstück erwarten, dass man jetzt die ID in Schutz nimmt, weil sie ja gewaltlos ist, man die Verbindung zu Russland herunterspielt, weil der SPIEGEL sich ja für keine Lüge zu schade ist, Umvolkung mitnichten eine Verschwörungstheorie ist, weil man dazu passende Aussagen von hochrangigen Politikern findet und satirische Aktionen nicht nur den Linken erlaubt sein dürfen. Das wäre dann ebenfalls die immer selbe Platte. Das wäre für „Rechte“ reine Selbstbestätigung, für diejenigen, denen es darum geht, einen klareren Blick auf die Welt zu bekommen jedoch mit der Zeit ermüdend und nicht Wert nochmal das zu lesen, was man ohnehin schon weiß.

An den Plakaten ist mir etwas aufgefallen, worüber ich schon mal im Zusammenhang von Fake-New bzw. Satire mit Politikeraussagen oder politischen Entscheidungen aufgefallen ist. Nämlich, dass die Realität inzwischen so irre ist, dass sie von Satire oder abwegigen Fake-News nicht mehr zu unterscheiden ist. Wahlplakate sind ja inzwischen so inhaltsleer und auswechselbar, dass man sie keiner Partei mehr selbstredend zuordnen könnte, von DIE LINKE bis CSU alles das Gleiche. Irgendwann kamen dann Floskeln, die zwar emotional ansprechen, inhaltlich aber völliger Schwachsinn sind. Die GRÜNEN plakatierten in Berlin: Klima ist nicht alles, aber ohne Klima ist alles nichts. Dass ohne die Mittelwerte des Wetters über 30 Jahre plötzlich alles nichts sein soll, das kann man wirklich nicht mehr logisch erklären.

Nun haben die Plakate die Eigenschaften, dass der Normalbürger eigentlich nicht mehr sicher sagen konnte, ob die nun wirklich von den GRÜNEN stammen oder nur ein Fake waren. Das fällt aber auf die Partei zurück, denn das ist nur möglich, wenn Grünen-Politiker durchweg diese Leier spielen. Warum sollten sie das nicht gleich als Wahlwerbung platzieren? Dass sich die GRÜNEN jetzt darüber so erregen, ist deshalb völlig unverständlich. Vielleicht ist man nur deshalb so erregt, weil man ja Volkspartei werden will und so einfach mit den einzelnen Aussagen von Grünen-Politiker das ganze Spektrum abdecken will, sich aber nicht auf die Umvolkungspartei festnageln lassen will.

Es soll hier aber um etwas Anderes gehen. Sicher gibt der Artikel auf siencefiles auch eine Meinung wieder, doch er richtet seinen Blick genau auf den nahtlosen Übergang von Satire und Realität bei diesen Wahlplakaten. Wichtig ist nicht die Meinungsmache, sondern, dass man beschreibt, was ist. Und zwar etwas in Worte fasst und beschreibt, was bei vielen erst in einer Art Bauchgefühl hängengeblieben ist. So war früher auch der normale Journalismus. Einfach beschreiben, was ist, und zu dem Gefühl, das jemand über eine Sache hat, die ursächlichen Fakten bringen.

Bei außenpolitischen Themen sind die Nachrichten der ÖR-Medien und die Kommentare dazu nur mehr Regierungsverlautbarungen wie wir das alles zu verstehen haben und wer die Guten sind. Immer gern im Zusammenhang mit EU, Trump, Putin usw. Dabei genügt hier nicht einmal die Beschreibung, egal wie erschöpfend sie ist, denn man kann zwar verschiedenste Aspekte bringen, aber wie man sie gewichten muss, um ein realistisches Bild zu bekommen, ist schwer zu sagen. Ich habe Unmengen zum Syrienkrieg gelesen, doch ich habe keine Ahnung wie man die einzelnen Kriegsbeteiligten gewichten muss, dass der Krieg zu diesem Ende gekommen ist. Die USA werden kaum vor der militärischen Macht der Russen eingeknickt sein.

Eine gute und vor allem unverzerrte Beschreibung und Darstellung der Realität, hilft einem wenigstens dabei, die Darstellungen auszusortieren, die in keinem Fall zutreffen. Begann eine Meldung „die Weißhelme“ oder „die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, dann wusste man einfach, dass das reine NATO-Propaganda war; also völlig überflüssig sich das anzuhören.

Die Kommentare in den Leitmedien nerven inzwischen aus dem Grund so dermaßen, weil man schon so viel verzerren, verfälschen und verschweigen muss, dass der gebotene Kommentar überhaupt noch Sinn macht. Wer nur an der Oberfläche der Statistiken oder Studien kratzt, auf die sie sich beziehen, der weiß, dass deren Gelaber völliger Bullshit ist; reine PR und Verarsche.

Die Leitmedien blenden immer aus, dass sie selbst in den Gang der Dinge eingreifen und zwar so massiv, dass Politiker aufsteigen oder fallen gelassen werden, je nachdem wie sie entscheiden. Man gibt sich aber immer die reine Weste des objektiven und neutralen Berichterstatters. Ich denke, dass alternative journalistische Portale auch deshalb immer beliebter werden, weil sie Medien als Teil des Spiels um die

Macht sehen, auch sich selbst. Martin Sellner von der IB spricht das ja explizit an. Man nimmt es einem Journalisten weniger übel, wenn er aus seiner politischen Haltung und seiner Meinung zu bestimmten Dingen keinen Hehl macht, solange er wahrheitsgemäß berichtet, auch, wenn er die Teile ausspart, die allgemein durch die Leitmedien bekannt sind. Der Ausdruck „alternative Fakten“ wird nicht umsonst von den Leitmedien abwertend gebraucht und mit Fake-News gleichgesetzt. Man will verhindern, dass die Menschen erfahren, dass sie selbst nie den kompletten Sachverhalt abbilden. Das verlangte auch keiner. Wenn jedoch schon das Fundament nur aus Lug und Trug besteht, dann brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie selbst und ihre Berichterstattung Gegenstand der meisten Artikel auf den alternativen Portalen sind, direkt, aber auch indirekt.

Ich denke, dass freie Journalisten heute nicht mehr nur an einem Ereignis tiefergehend recherchieren sollen, sondern auch immer reflektieren, wie die Leitmedien dieses darstellen und was der Normalbürger überhaupt wissen kann. Wer unverblümt beschreibt, was ist, wird schnell in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gedrängt, weil es für den Normalbürger einfach zu unglaublich klingt. Den großen Plot im Auge zu haben ist zwar wichtig, aber damit erreicht man die wenigsten Bürger. Im Kleinen beschreiben, was die Leitmedien nicht berichten und mit dem verbinden, was der Normalbürger weiß, kann die Eintrittskarte sein, dass die Widersprüche zwischen der Berichterstattung der Leitmedien und der Realität irgendwann so groß werden, dass man sich auch für den größeren Plot interessiert, und dann ist deren Deutungshoheit dahin. Spätestens da wird es für das politische Establishment und die ÖR-Medien gefährlich; so einer kehrt nicht zurück in ihren Schoß.

Dass die Bürger erfahren, dass sich die GRÜNEN darüber erregen, dass man öffentlich macht, was sie ohnehin vertreten, könnte für den einen oder anderen ein Augenöffner sein und man sich kurze Zeit später auch in den Polstersessel krallt, um nicht mit einem gezielten Wurf Richtung Claus Kleber dem nervigen Gesülze ein für alle Mal ein Ende zu machen.

2 Gedanken zu “Langsam bröckelt die Deutungshoheit.

  1. Wahrheit, Intelligenz, selber Denken, Vernunft, Durchblick und Neutralität sind in den Leitmedien schon lange „out“. Es geht nur noch darum, Meinungsmache zu betreiben und Empörungs-Emotionen zu schüren. Dann wird gesagt, dass dies der Leser so will.
    Alles was nicht stromlinienförmig Links-Grün ist, wird schon im Vornherein zurechtgebogen. Ausserdem schreiben alle Medien einander ab. Deshalb dieser Einheitsbrei, der einfach unerträglich ist.

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