Bildung am Abgrund.

Es dürfte eigentlich den Lehrern viel früher aufgefallen sein als dem Normalbürger, dass zwar die Schüler mit höheren Abschlüssen immer mehr werden, die Leistungen bei Schulleistungstests immer schlechter. Da ist nicht mal eingerechnet, dass man diese über die Jahre nach unten angepasst hat, damit die Ergebnisse nicht gar so desaströs ausfallen. Das, was unsere Gesellschaft trägt, sind die, die trotz dieses Schulsystems noch in der Lage sind, überdurchschnittliche Fähigkeiten in den harten Fächern wie Mathematik, Physik oder Chemie zu entwickeln und später mit Ausdauer und Beharrlichkeit nach technischen Lösungen suchen. Dabei legen schon viele Grundschulen die Grundlage, dass viel später nicht mal einen eigenen Haushalt führen können, geschweige, sich jenseits der 25 selbst zu ernähren.

(…)von der ergebnis- zur erlebnisorientierten Schule; von der lernenden und einübenden Schule zur spielerischen Schule; von der benotenden Schule zur Schule ohne Noten …

Der neuste Schrei sind dann Schulen, wo es nur mehr Lernbegleiter gibt und die Schüler nach freier Auswahl Arbeitsblätter selbstständig abarbeiten. Das nennt sich dann Individualisierung. Nicht der Lehrer holt den Schüler ab, wo er steht, sondern der Schüler entscheidet gleich selbst, wo er steht. Und da der Schüler ohne engagierte Eltern im Hintergrund, niemals erfahren würde, dass das, was er lernt über den bloßen Unterrichtsbetrieb und den vorgegebenen Rahmen hinausreicht, ist es nicht verwunderlich, dass manche am Ende der Schulzeit dem Größenwahn der Allwissenheit erliegen.

Vergessen wird dabei, dass eine nur noch auf das Kindsein ausgerichtete Schule dem Kind die Zukunft raubt, weil es dieses Kind in einer ewigen Kind-Gegenwart einkerkert. (hier)

Schüler, die das links-progressive Bildungssystem erst ab der Grundschule erleben durften, werden dann eben Ewigpubertierende, die sich dann zu Weltenrettern aufschwingen können, weil sie CO2 nicht von einem Telefonanbieter unterscheiden können oder Gase für grundsätzlich „böse“ halten.

Ich habe ja schon öfter die Bildungsziele in verschiedenen Bundesländern angelesen. Da geht es um Lösungskompetenz, Teamfähigkeit und Problembewusstsein. Wenn man sich die Unterrichtsinhalte ansieht, dann kann kein Kind allein damit diese Kompetenzen erwerben. Mit Problembewusstsein ist ja nicht gemeint, dass man zu gegebener Zeit im Team gemeinsam in Panik gerät. Dieses macht doch nur Sinn, wenn man so viel Wissen und Fertigkeiten angehäuft hat, dass man das Problem eindeutig bestimmen kann und auch erkennt, welche Probleme sich aus der angestrebten Lösung wiederum ergeben könnten. Team ist dann mehr als nur etwas schneller abzuarbeiten, sondern, dass man alle Spezialisten zusammenführt, deren Fachgebiet von einem Problem berührt sind, damit man erst nicht aus der praktischen Erfahrung erkennen muss, wo der Fehler liegt. Die Lösungskompetenz dazu ergibt sich erst daraus, wenn man so viel Wissen hat, dass man überhaupt alternative Lösungen benennen kann. Ich meine nicht die Kohlekommission, wo das Hauptproblem aller allein darin lag, noch möglichst lange Steuergelder abzugreifen.

Es ist heute im Gymnasien verpönt, einfach nur ganz nüchtern Atomtheorie und Atomspaltung zu lernen, die Funktionsweise von Kraftwerken, Vererbungslehre oder organische Chemie. Alles wird sofort auf die moralische Ebene gezogen, weil der Sinn von Unterricht für Pädagogen ja bedeutet, dass man als Erwachsener in der Lage sein sollte tägliche Lebenssituationen zu bewältigen. So hieß es zumindest schon vor 50 Jahren. Damals meinte man damit wirkliche (z.B. technische) Probleme. Heute meint man damit, man müsse mit seinem Wissen im Diskurs bestehen und da ist der ganze moralische Humbug wesentlich effektiver als irgendein Fachwissen.

In den links-grünen Kaderschmieden ist das Erlernen von Hebelgesetze, Exponentialfunktionen, Steigungstangenten oder statistischen Größen völlig überflüssig. Wie sollte man diesen Krempel verwenden, um andere moralisch unter Druck zu setzen oder für eine bessere Welt zu sorgen. Kein Wunder, dass inzwischen auch Akademiker den Bullshit glauben, den man uns fast wöchentlich als Studien um die Ohren haut. Da schreiben Leute, die Korrelation und Kausalität nicht auseinanderhalten können und es wird trotzdem geglaubt. In einer Zeit, wo sich bei einer Anstrengung sofort ein Ergebnis einstellen soll oder eine Belohnung, da hat man keine Zeit, sich Grundlagen anzueignen, einer Sache wirklich auf den Grund zu gehen. Es genügt, für sein Halbwissen oder Halbkönnen gehypt zu werden; wenn das Ergebnis all zu dürftig ist, dann lobt man wenigstens die richtige Haltung, damit sich derjenige gut fühlen kann. Und das hat sich auch in den Schulen breitgemacht, damit ja kein Schüler traumatisiert, demotiviert oder gar gelangweilt wird.

Ich habe damals auch nicht verstanden, wofür ich die Photosynthese, Berechnungen von Energiebilanzen, Klimazonen oder Algebra und Kurvendiskussionen so ausführlich lernen und wissen sollte. Hab vieles jahrelang nicht gebraucht. Heute weiß ich warum und warum ein links-grüne Bildungspolitik am liebsten völlig auf dieses Wissen verzichten würde. Es ist „gesellschaftlich“ nicht relevant. Im Grunde ist dieses Wissen eine Gefahr für ihr Geschäftsmodell der Betüdelung und Bemutterung und Bedrohungsszenarien zu kreieren, um die Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu nötigen und gleichzeitig noch als großer Retter aufzutreten. Zu meiner Gymnasialzeit hätte man Leute, die vom menschengemachten Klimawandel, tödlichen Stickoxiden und von der Möglichkeit unseren Strombedarf allein aus Wind und Sonne zu decken, einfach ausgelacht. Kein Wunder, dass heute die meisten Kritiker aus der Generation 50+ kommen. Die haben nämlich das entsprechende Wissen parat, um aus dem Stand Gegenargumente zu bringen und müssen sich das nicht aus den politisch korrekt gelisteten Googlevorschlägen zusammensuchen. Heute bestehen die meisten Seminararbeiten womöglich schon aus einem Potpourrie der auf den ersten zwei Seiten gelisteten Suchergebnissen zum Thema und einer Hand voll Wikipedia.

Der Sohn eines Bekannten hat gerade ein betreutes Jahresprojekt mit dem Thema „Eine Kunstausstellung organisieren“. Als ich fragte, wer der (die) Künstler ist (sind), meinte er, sie würden auch die Bilder oder Objekte dazu machen. Dabei ist jedes für sich nichts, was man so aus dem Ärmel schüttelt. Er konnte mir nicht mal das Thema genau nennen, dass man irgendwie konzeptionell behandeln würde. Man malt irgendwas und stellt es irgendwie aus, so dass es nach Kunst und Kunstausstellung aussieht. Vor 30 Jahren hätten Schüler von sich aus gefragt oder sich geeinigt, was die Intention, das Thema und das Ziel sein sollten. Und am Ende wird das bei der Vernissage veredelt, weil der Bürgermeister eingeladen wird und lobt, wie toll das alles sei. Und, weil die Leute ebenso ahnungslos sind, finden sie das dann auch ganz toll, weil der Bürgermeister Ahnung haben muss, weil er sonst nicht Bürgermeister wäre.

Deshalb weiß auch eine Professorin, wie man „das Klima rettet“, weil sie als Professorin alles wissen muss, auch wenn sie vorher über mittelalterliche Lyrik der inneren Mongolei promoviert hat. Lassen wir erst mal die ganzen 50+ler in Rente gehen oder sterben, dann wird das Niveau weitgehend überall so sein, wie ich es gestern beschrieben habe.

In spätestens 20 Jahren haben die Ökomarxisten ihr Ziel erreicht: Alle gleich arm und gleich verblödet und huldigen dann einer bis dahin 36-jährigen Schnepfe, damit wir ob dieses Umstandes gemeinsam mit ihr in Panik und Hysterie verfallen, sie möge uns vor dem Sprung in den Abgrund noch die Lösung verkünden.

 

 

3 Gedanken zu “Bildung am Abgrund.

  1. Das Gefährlich ist doch, dass alle nur noch in der Gegenwart leben, aber behaupten, für die Zukunft die Welt, die Menschheit und das Klima zu retten. Das allein ist schon eine Dissonanz und zum Lachen. Reiner Intellekt ohne Gefühl geht nicht, es macht aus Menschen Maschinen. Gefühl ohne Intellekt oder Denken geht aber eben genau so wenig.Es macht aus Menschen infantilen Matsch und „Schneeflöckchen“, wo jeder nur auf den eigenen Nabel und seine (verletzten) Gefühle schaut. Eine intelligente Balance wäre das Richtige. Da würde die Politik und die Bildung aber eben ganz anders aussehen. Ich verstehe zudem nicht, warum es immer von einem Extrem ins andere gehen muss, wenn die Mitte doch von Anfang an vorzuziehen wäre. Sowohl als auch; nicht entweder-/oder.

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