Der Blick zwischen die Zeilen.

Drei Meldungen innerhalb von zwei Tagen und die Reaktionen darauf scheinen nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben, doch in ihrer Verbindung kann man durchaus zwischen den Zeilen lesen. Manfred Weber, CSU-Spitzenkandidat und Anwärter auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten, trifft Greta Thunberg. Der SPIEGEL interviewt eine Aktivistin der Fridays-for-future-Bewegung. Journalisten ohne Grenzen meldet, dass es für Journalisten wegen Einschränkung der Meinungsfreiheit immer schwieriger werde, frei zu berichten. Für denjenigen Bürger, dessen Horizont so weit reicht wie es ihm die Mainstream-Berichterstatter erlauben, dürften das so Wald-und-Wiese-Nachrichten sein; ist vielleicht berichtenswert, muss man aber nicht unbedingt wissen. Der Teil der Bürger, der sich auch jenseits der Leitmedien informiert, der empfindet diese Nachrichten und das Verhalten von Manfred Weber und das des SPIEGELS als Zumutung, dass man sich von einer Halbwüchsigen, Politik und Richtung vorgeben lässt und sich die Deutschen damit brüsten, dass sie auf Rang 13 rangieren in Bezug auf journalistische Freiheit. Da werden sich viele denken, dass man nicht stolz darauf sein sollte, wenn man sich für diese Auszeichnung wie in der DDR die Freiheit wohlweislich nicht nimmt zu berichten, was wirklich ist.

Der Aufreger hinter dem Besuch Gretas bei Manfred Weber ist nämlich, dass er darüber auf seiner Facebook-Seite wie folgt berichtet:

Konnte heute gemeinsam mit Greta Thunberg über die Herausforderungen des Klimawandels sprechen. Ich bin sehr beeindruckt von ihrem Einsatz und ihrer Entschlossenheit. Ich finde stark, wenn sich junge Menschen einbringen. Es geht um ihre Zukunft!

Jeder CSU-Anhänger oder jeder, der ihn bisher noch als bessere Lösung gesehen hat als Schonn-Suffkopf oder irgendeinen verkappten Grün-Marxisten, muss sich denken: Du könntest ja noch blöder sein! Alle, die sich bis dahin möglicherweise noch zwischen CSU und AfD hin und her gerissen fühlten, machen sich dann in den Kommentaren Luft, wenn sie schreiben: (Rechtschreibfehler übernommen)

Wie traurig, diese Anbiederung an den Kindergarten-Ökologismus.

Völlig überzogen, dass auch Weber diesen Hype mitmacht.

Jetzt weiss ich schon, wenn ich garantiert nicht wählen werde.

Wir brauchen keine Greta, desen Eltern eine Firma hat, wo CO2-Zertifikat ausstellt, und uns sagen möchte was wir zu tun haben.

Da scheinen auch die weniger Hellen längst zu wissen, dass hinter Greta, ihrer Friday-for-future-Bewegung und dem ganzen Kilmawandel-Tralala nur ein pseudo-religiöser Kult steht, um ganz anderen Interessen zu dienen: Der gesellschaftlichen Transformation, privater Schmarotzerei und Bereicherei und der Neue-Energien-Lobby, auf deren Welle noch die antikapitalistischen Linksextremisten mitschwimmen. Es kann nicht sein, dass Manfred Weber, das nicht bekannt ist und so leichtfertig die Stimmen der CSU-Wähler aufs Spiel setzt, wo er durch eine klare Gegenposition für die 30%-Partei aus CDU und CSU sogar von den Nichtwählern und AfD-Affinen mehr Stimmen gewinnen könnte als verlieren. Und an dieser Stelle kommt der SPIEGEL ins Spiel. Wie peinlich wäre es gewesen, wenn dieser gleichzeitig im Interview mit einer Aktivistin    hartnäckig gewesen wäre und sie mit dem konfrontiert hätte, was Tichys Einblicke längst recherchiert hat. Nämlich, dass Fridays-for-future mitnichten eine spontane Bewegung ist, sondern von der Plant-for-the-Planet-Foundation gesteuert wird. Da hätte man in einem Aufwasch auch die Aktivitäten von Gretas Eltern beleuchten können, die kräftig an ihr verdienen. Im Zweifel darüber, hätte es Weber einfach lassen können sich mit Greta zu treffen oder es nicht an die große Glocke zu hängen, doch ganz im Gegenteil liefert er diesen peinlichen Facebook-Eintrag dazu. Welcher Politiker setzt so leichtfertig seine Wahl aufs Spiel und vergrault sogar noch vorsätzlich Stammwähler? Kann es sein, dass seine Wahl ohnehin sicher ist, denn, wenn er sich so positioniert, dann werden ihn auch die Grünen im EU-Parlament durchwinken. War es von oben angeordnet, dass er nur so der erste Kandidat für das Amt bleibt? Geschissen auf die Wähler. Ein paar Worte des Bedauerns am Wahlabend und das war`s. Die Gründe, warum sich plötzlich weniger Wähler als erwartet für ihn entschieden haben, werden natürlich ganz wo anders gesucht. Der SPIEGEL treibt so das Spiel der Börsen, auf fallende Kurse zu setzen; in diesem Fall auf fallende Verkaufszahlen. Die ganze Zeit schon warnen Politiker wie wichtig doch die Vielfalt in der „freien“ Presse wäre. Die tun so, als gäbe es nicht genügend freie Medien, die ihren Platz einnehmen könnten, wenn sie von der Bildfläche verschwänden.

Das Ganze ist aber glatt ein Wink an den SPIEGEL und nicht nur an ihn: Ihr könnt schreiben was ihr wollt, ihr könnt verzerren und verheimlichen und reine Propaganda betreiben ohne Rücksicht auf eure Verkaufszahlen, solange ihr unsere Agenda hypt: Klimawandel, Energiewende und die öko-sozialistische Umgestaltung mit der EU an den Schalthebeln. Ihr seid nämlich für unsere liberale Demokratie so wichtig, dass wir euch am Ende mit Steuergeldern durchfüttern werden. Die müssen das mehr als ahnen, dass es so kommen wird, denn sonst würden sie sich nicht so um die Wahrheit um Greta und Fridays-for-future, den Weltklimarat und die Unmöglichkeit der Energiewende ohne Grundlast herumdrücken, dass es fast schon weh tut. Den angeblichen Klimawandel finden nämlich wesentlich weniger Bürger beängstigend als steigende Mieten oder Kriminalität. Kommt auch immer darauf an, wen man fragt. Da gäbe es sogar für den SPIEGEL die Möglichkeit sich auf ehrliche Weise mit guten Journalismus zu konsolidieren. Tut er aber nicht.

Da kommt dann die dritte Meldung ins Spiel. Der „freie“ Journalismus wird auch in Europa immer mehr eingeschränkt. Auf Bayern 5 nannte man bei dieser Meldung Tschechien, Österreich und Chemnitz (!) in einem Atemzug mit der Türkei. Die Gefahr geht natürlich von den Rechtspopulisten aus. Für Österreich hieß es, die „Atmosphäre“ für Journalisten hätte sich in Österreich verändert. Für die Doofies hat man das den ganzen Tag ohne nähere Erläuterung sacken lassen, damit sich die Zuhörer den „richtigen“ Reim darauf machen und Österreich und Tschechien auf den Weg zu türkischen Verhältnissen sehen. Erst gegen Abend ging man dann genauer auf die Türkei ein, natürlich mit Dennis Yüzel als Beispiel. Klar, warum man da den ganzen Tag Venezuela nicht erwähnt hat, wo man Billy Sixt, wäre es nach der Deutschen Regierung und ihren Systemmedien gegangen, jetzt noch im Gefängnis vermodern würde. Im Kampf gegen die Rechtspopulisten, die ja angeblich die Meinungsfreiheit und den freien Journalismus abschaffen wollen, werden die bürgerlichen Schlafschafe auch gerne befürworten, unsere „Qualitätsmedien“ mit Steuergeldern am Leben zu erhalten um unsere beste liberale Demokratie aller Zeiten zu retten.

Eigentlich egal, ob die links-grün durchseuchten Medien ihr ihnen genehme Leute nach oben geschrieben haben und andere nach unten und sich einfach so weit von der Realität entfernt haben, dass sie jetzt bei denen betteln gehen. Oder einfach die gewünschte Berichterstattung von oben nach unten durchgereicht wurde, zum Beispiel, wenn sich Merkel mit Friede Springer getroffen hat, und man ihnen gesagt hat, dass man sie nicht hängen lassen würde.

Es ist ja wirklich alles rational erklärbar, außer das, was Weber zu seinem Treffen auf Facebook geschrieben hat. Wie kann sich ein bayerisches Mannsbild so entwürdigen, dass er sich Ratschläge von einer 16-jährigern PR-Marionette mit einem offensichtlichen Schatten holt und sich sogar noch öffentlich damit brüstet?

Ich kenne keinen Politiker, der sich in den letzten Jahren so entleibt hat wie er und zu einem reinen Verkünder für alle marxistischen EU-Träume geworden ist. Die Strippenzieher im Hintergrund werden sich nicht allein auf sein persönliches Streben nach Macht verlassen haben, denn sie können sich nicht sicher sein, dass er nicht den persönlichen Weg durch die Institutionen angetreten ist, um den gesunden Menschenverstand bis an die Spitze der EU zu tragen.

Seine Wandlung geschah in meinen Augen einfach zu plötzlich, er hat sich mit einem Mal mit Dingen in den Vordergrund gedrängt, wogegen sich vor allem die niederbayerische Mentalität bis in die letzte Haarspitze sträubt. Ich weiß, wovon ich rede.

Egal, was dem vorausgegangen ist, es wird ihm danach jemand auf die Schulter geklopft haben: Manfred! Willkommen im Club!

 

 

 

 

5 Gedanken zu “Der Blick zwischen die Zeilen.

  1. TE hat zuerst rausgefunden? Du scheinst meinen Blog auch nur oberflächlich zu lesen. Die Verbindung zwischen den Gören und Plant—for—the—Planet stand bei mir schon am 09.03.. Nachdem Danisch auf mich verwiesen hat mit entsprechend hohen Zugriffszahlen, haben das auch andere aufgegriffen mit Verweis auf meinem Blog. Einige haben auch stumpf den Artikel übernommen. TE war recht spät dran und hat jetzt alles als eigenständige Recherche ausgegeben. Deren Eigenständig liegt an der Spendenbescheinigung, habe ich damals vielleicht übersehen. Oder es gab dieses FAQ noch nicht.
    https://diehassrede.wordpress.com/2019/03/09/fridayforfuture-impressumswechsel-sarah-hadj-ammar-finkelbein/

    Liken

    1. Ich habe das schon gelesen und auch das bei danish. Es steht ja nicht im Text, dass Tichys Einblicke die ersten waren. Ich hab ihn nur genommen, weil die Seite im SPIEGEL Tichy als Urheber genannt haben.. Es liegt auf der Hand, dass sie nicht hassrede oder danish genommen haben, sondern Tichy, und zwar, weil man da jemanden an den Karren fahren kann, der im ÖR-Fernsehen auftritt und eine hohe Anhängerschaft hat. Wären die Hintergründe nur bei kleinen Blogs geblieben, hätte sich der SPIEGEL gar nicht die Mühe machen müssen etwas „richtig stellen“ zu wollen. Allein darum geht es und soll in keiner Weise Ihre Recherche schmälern.

      Liken

      1. TE suggeriert schon, dass sie die ersten waren. Kommentare die darauf hinweisen werden einfach gelöscht. Ob Tichy das ist oder der Autor weiß ich nicht. Nennt Der Lügel wirklich TE als Blog? Habe ich so nicht gelesen.

        Liken

  2. @diehassrede sagt:
    19. April 2019 um 12:27
    Es ist etwa so wie die Erfindung des Telefons, die laut wikipredia von 13 verschiedenen Leuten reklamiert wird Dass Bell als Erfinder hängengeblieben ist, liegt daran, dass er das Patent hatte und es so ohne Konkurrenz unter die Leute bringen konnte, obwohl er auch von der Arbeit Reiss profitierte.
    Ich finde es natürlich ärgerlich, wenn Tichy entsprechende Kommentare löscht. Doch worum geht es? Möglichst viele Leute sollen den Hintergrund zu Greta und Fridays-for-future erfahren und die Leitmedien zur Reaktion gezwungen werden. Wer kann sagen, wer als erster mit der Recherche begonnen hat? Könnten auch Leute sein, die das veröffentlicht haben und kaum einer hat es erfahren. Das gemeinsame Ziel, diesen Irrsinn zu beenden, sollte für jeden vorrangiges Ziel sein.

    Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.