Denkumenta: Der Sprung in der Schüssel als Veranstaltung.

Ich frage mich wie es möglich ist, dass es die dritte Welle des Feminismus geschafft hat, dass man in gut 20 Jahren zwar angeblich immer mit Fragestellungen und Prozessen beschäftigt hat, aber nie etwas hervorgebracht hat, was über bloße Behauptungen hinausgeht. Dabei musste man nicht mal Gegenbeweise anbringen, weil alles schon allein immer an der Realität scheiterte oder das Gelaber meist schon so selbstwidersprüchlich war, dass es aussichtslos war, dagegen irgendwelche sinnvolle Argumente zu bringen.

Nun bin ich über eine Veranstaltung gestolpert, wo ich mir dachte, da könnte man mal erfahren, wo die eigentlich alle hinwollen oder, ob es überhaupt sowas wie ein Konzept gibt:

Vom 16.-19. August 2019 findet wieder – ausgehend von den Begriffen des ABC des guten Lebens – eine internationale feministische Konferenz, die Denkumenta 2, statt. Thema ist: Über_setzen: Gutes Leben für die ganze Welt.

Gutes Leben für die ganze Welt? Kann man nur hoffen, dass nicht bis zur Umsetzung kommen, denn, wenn es dann so harmonisch zugeht wie hier, dann dürfte es einem 3.Weltkrieg gleichkommen, wenn das in größerem Rahmen stattfindet. Folgt man ein wenig den Links, dann trifft man auf folgende Aussage:

Wir sehen zwei Notwendigkeiten: Zum einen sollen Menschen, die für das Zusammenleben ersichtlich notwendige Leistungen erbringen, ein eigenständiges Einkommen erhalten, das gutes Leben ermöglicht. Zum anderen soll jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, selbst wenn sie nicht fähig oder willens sind, etwas zu leisten, das für andere als sinnvoll erkennbar ist, in Würde leben können. Zumindest in (post)modernen Dienstleistungsgesellschaften ist es möglich, beide Forderungen zu erfüllen. Was fehlt, ist nicht das Geld, denn an Geld besteht kein Mangel und als von Menschen gemachtes Instrument kann Geld jederzeit menschenfreundlich organisiert werden. Was fehlt, sind auch nicht die natürlichen und sozialen Ressourcen, denn sie reichen erwiesenermaßen aus, um sechs Milliarden ErdenbewohnerInnen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Nun hat man ja trotz aller Utopie eine grobe Erwartung, wie so eine Konferenz so aussehen müsste. Irgendwelche Ökonomen und Statistiker, die erst mal die Möglichkeiten abklopfen, doch, wenn man das Programm liest, hat man das Gefühl, dass das Programm für einen anderen Planeten gelten muss.

Ge(h)dankenwanderung zur „anspruchsvollen Genügsamkeit

Soziokratie – über_setzte politische Praxis

Die weibliche Würde in uns allen. Warum wir die Göttin/weibliche Gottesbilder im postpatriarchalen Durcheinander als Brücke/Geburtskanal in das gute Leben brauchen

Schattenspiel

Geschieht natürlich in einem angemessenen Umfeld. Bei einer Konferenz von Chemikern erwartet man ein Labor mit neuen Analysegeräten, bei Sportwissenschaftlern vielleicht hochwertige Sportanlagen und Messeinrichtungen für die Biomechanik und hier:

Hier ein erster Einblick ins derzeit noch wachsende Programm. Weitere Beiträge sind herzlich willkommen, auch und besonders in den Bereichen Bewegung, Handarbeit, Basteln, Kunst und Kultur.

Das Haus bietet hier räumlich reichlich Möglichkeiten. Neben unterschiedlichen Seminarräumen gibt es auch ein Werkatelier, einen Spielraum (mit u.a. Möglichkeit zum Tischtennis und Tischfußball spielen, schöne Ausstellungsflächen, sowie einen wunderbaren Freiraum mit Sportplatz, Spielwiese, Fitness-Parcours, Wassertrete, einem Tipi und dem Wasserhaus, der angrenzende Wald bietet sich für Spaziergänge an.

Gut, Philosophen, für die sie sich halten, reichte früher eine Schreibmaschine und ein Aschenbecher. Heute soll der geistige Durchbruch im Wellnessbereich geschehen. Kann sich natürlich jeder ohne Vorwissen anmelden, sogar ohne jegliche Ahnung wie man ein Problem rein logisch angehen müsste. Letzteres steht aber ganz unauffällig im Text und zeigt, dass darauf auch die Arbeitsweise der „Dozenten“ beruht:

Wir stellen fest, dass ein echter Austausch zwischen Menschen oft durch eine starre Haltung und „sicheres“ Wissen verhindert wird. Das wollen wir hier und heute nicht. Sondern wir fragen, was ist jetzt in diesem Moment präsent in und zwischen uns? Was bedeutet es, von uns und unserem Eigenen auszugehen: unseren Gedanken, Bedürfnissen und Sehnsüchten? Was könnte das Lebendige zwischen uns drei Frauen sein? Wir wollen nicht wissen, wie man etwas macht oder etwas zu sein hat.

Man trifft sich auf Augenhöhe auf den niedrigstmöglichen Niveau, wo man auch gesichertes Wissen über Bord wirft, um sich mit anderen auszutauschen zu können. Und, weil dann natürlich nichts Handfestes übrigbleibt, müssen dann die persönlichen Befindlichkeiten herhalten. Man will auch gar nichts hinzulernen, wie man was macht. Heißt hier durch das kursive man, dass man es vor allem nicht so machen will wie Männer das bisher angegangen sind. Ist aber nicht so, dass da nichts dabei herauskommen würde, allerdings ist das Ergebnis dementsprechend. Es wird in einem Link auf Das ABC des guten Lebens als Grundlage hingewiesen und erwartet als Unbedarfter, dass man da die feministische Version von Jordan Petersons 12 Rules for Llive bekommt. Und man bekommt sie, nur dürften sie wenig Ähnlichkeit miteinander haben. Die Frauen sehen das Patriarchat in den von Männern in die Wissenschaften eingeführten Begriffe fortgeführt, deshalb muss erst mal die ganze Begrifflichkeit überwunden werden, damit die ganze Welt selig wird. Statt sich am Anfang irgendwelche Banalfeststellungen aus den Fingern zu saugen, hätten sie besser mal was von Nelson Goodman oder Ludwig Wittgenstein gelesen. Dann hätten sie schon auf den entsprechenden Erkenntnissen darüber aufbauen können und nicht folgendes fabriziert:

Die neun Frauen, die dieses Buch zusammen geschrieben haben, sind schon seit vielen Jahren mit der postpatriarchalen Arbeit am Symbolischen unterwegs, als einzelne und gemeinsam, in immer wieder neuen Projekten. Wir haben uns bis heute nicht als Verein organisiert, treffen uns aber immer wieder in wechselnden Zusammensetzungen zu gemeinsamen Wochenenden, Tagungen oder Aktionen. (…)

…und ein Zwischenergebnis

Auf unserem gemeinsamen Weg hat sich inzwischen eine Begrifflichkeit entwickelt, die der Anfang für eine neue Ordnung sein könnte. Dieses gemeinsame Vokabular wollen wir in diesem Buch zur Diskussion stellen. Je länger wir miteinander die Welt besprechen und gestalten, desto deutlicher zeigt sich nämlich, welche Wörter wir nicht mehr brauchen, welche an den Rand und welche ins Zentrum rücken. Es sind auch schon neue Wörter entstanden, zum Beispiel „Geburtlichkeit“, „Wirtinschaft“, „Scheißologie“ oder „intervitales Gespräch“. Manchmal löst eine neue Kombination vertrauter Wörter ein Benennungsproblem, zum Beispiel wenn wir von „politischer Liebe“ oder „Freiheit in Bezogenheit“ sprechen. In immer neuen Anläufen haben wir also die symbolische Ordnung Schritt für Schritt schon so auf- und neu eingeräumt, dass sie auf die Wirklichkeiten, in denen wir uns vorfinden, besser passt.

Wir haben dieses Zwischenergebnis der postpatriarchalen Neubenennungsarbeit in die Form des Alphabets gefasst. (…)

Jeder Satiriker muss vor Ehrfurcht niederknien, so einen Blödsinn als Grundlage für ein gutes Leben zu erfinden. Sowas wie der letzte Satz dient bei Satirikern meist dazu, auch den letzten wachzurütteln, der das Stück bis dahin für bare Münze genommen hat. Doch die meinen das wirklich ernst! Wenn sich genügend Hohlköpfe finden, die glauben, sie würden in einer Wohlfühlumgebung in einer Art konspirativen Treffen unter Denk-Anleitung endlich die ultimative Eingebung bekommen 6 Milliarden Menschen glücklich zu machen, und dafür jeweils bis 324.-€ bezahlen, dann dürfte dem guten Leben der Veranstalter nichts im Wege stehen. Man kann ihnen zu diesem Geschäftsmodell nur gratulieren, schließlich würde ich selbst auch nicht damit aufhören, wenn ich jedes Stück Bauschotter als Heilstein verkaufen könnte.

Wenn man bedenkt, dass es für diese überflüssigen Esoteriker unzählige Lehrstühle gibt, die jährlich hunderte Abgänger mit dem gleichen Schatten ausspucken, dann wüsste ich nicht mal, auf was man die umschulen könnte, ohne dass sie nachher Schaden anrichten. Bisher dachte ich immer diese akademischen Feministinnen leiden nur etwas an einer Wahrnehmungstrübung und haben Defizite in der Logik oder in der Fähigkeit Korrelation und Kausalität auseinander zu halten. Dabei sind sie vielleicht nur die Opfer einer Prinzessinnenerziehung: Jeder Bullshit und jede Minderleistung bleibt unwidersprochen und wird dagegen zum originellen Geniestreich gehypt, was bei den Betroffenen leicht zum Größenwahn führt bzw. zu Furien werden, wenn man ihnen widerspricht. Kein Wunder, dass die dann in spirituellen Zirkeln diskutieren müssen und sich ausschließlich mit ihrem eigenen Innenleben beschäftigen, weil sie mit normalen Leuten gar nicht mehr in Kontakt treten können. Können aber gleichzeitig genau sagen, was 6 Milliarden Menschen für ein gutes Leben brauchen. Wenn man bedenkt, dass man für diese Hirnerweichung ohne zusätzliche Drogen nur 20 Jahre brauchte, dann möcht ich gar nicht wissen, welches Ziel sie sich nach 40 Jahren setzen.

Ein Glück, dass die meisten von denen nicht vorhaben sich fortzupflanzen oder sich gar zu vermehren, wie eine durchschnittliche Nigerianerin. In diesem Fall müsste man glatt für jede muslimische Invasion dankbar sein.

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Beinahe jeder Link führt bei denen zu Artikeln, wo es den Sprung in der Schüssel auch als Text gibt. Den zum Beispiel: http://www.bzw-weiterdenken.de/2014/04/gemeinsam-denken-wagen/

 

 

6 Gedanken zu “Denkumenta: Der Sprung in der Schüssel als Veranstaltung.

  1. Esoterik ist jetzt Politik und die Gretel wird Papst.

    […]wenn ich jedes Stück Bauschotter als Heilstein verkaufen könnte[…]
    Gar keine schlechte Geschaeftsidee. YouTube Video drehen, wie man die heiligen Steine mit linksdrehendem Wasser reinigt und wie einer mit Zaubergewand und spitzem Hut sie mit heiligen Worten bespricht (Kommentare abschalten). 50 Euronen pro Stein in der Jute-Tuete ueber Amazon/Ebay.

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  2. Ja, es ist alles etwas „Matsch“. Tatsache ist, dass es eben nur mit Männern und Frauen gemeinsam eine positive Entwicklung geben kann. Und ja, die Rollen müssen neu ausgehandelt werden. Energetisch gesehen, ist Weiblichkeit ohne männliche Struktur völlig ausufernder „Matsch“, ohne Sinn und Zweck. Und rein männlicher Fortschritt ohne Einbezug des Weiblichen verkommt zu einer Maschine, wo nur noch abstrakte Theorie, Hierarchie, Krieg, Struktur und Durchsetzung des Stärksten gilt. Beides ist zutiefst krank und krankmachend. Gott wird sich bei der Erschaffung von 2 Geschlechtern schon etwas gedacht haben. Leider hat der Mensch hineingepfuscht und alles auf’s Äußerste pervertiert. Es geht nur gemeinsam, oder gar nicht mehr. („Fleisch“ allein, oder „Skelett“ allein, ergeben eben keinen funktionierenden Körper. )

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