Die Mitte-Studie. Müll und was die Medien daraus machen.

Welchen Feiertag gibt es seit 2006 nur alle zwei Jahre? Der Tag an den die neue Mitte-Studie veröffentlicht wird und man uns vor der braunen Gefahr warnt, damit jeder erkennt, dass Rechtextremismusexperten zu den wichtigsten Fachkräften in Deutschland gehören. Die Machart ist ja bezüglich der wissenschaftlichen Methoden, die man für die Studie anwendet, ein running gag und die Ergebnisse entsprechen immer den Erwartungen der roten Aufraggeber und ist hier schon ausreichend thematisiert. Wer das weiß, kann sich im Fernsehsessel zurücklehnen und schau´n, was unsere Medien daraus machen. Immer mehr, immer schlimmer, immer gewalttätiger und eine besorgte Miene der Moderatoren, waren bisher die Zutaten, doch irgendwie hatte ich diesmal das Gefühl, dass es ein wenig hakt, obwohl man natürlich propagandistisch wieder in die Vollen ging. Dummerweise hat die Anzahl der Personen mit rechtsextremen Einstellungen deutlich abgenommen, was die ntv-Tussi an einer Schautafel zeigte. Dann folgte ein Bildbericht. Erst ein paar Bilder von einer Demo vom III Weg, dann ein paar Stiernacken, PEGIDA und dann ein paar Bilder von der AfD. Viele haben Aufnahme in der AfD gefunden, hieß es sinngemäß aus dem Off. Irgendwie ein wenig unlogisch, wenn die Zahl der Rechtsextremen deutlich abgenommen hat, dieser Bodensatz seit Jahrzehnten als 2%-Bodensatz immer in etwa gleicher Stärke auf die Straße geht und gleichzeitig viele bei der AfD untergekommen sein sollen. Das ist womöglich der eine, den die ÖR-Kameras immer bei der AfD-Wahlparty am Wahlabend gezeigt haben. So ein Typ mit hochrasierten Haaren über den Ohren. Hab´ ich aber schon länger nicht mehr gesehen. Vielleicht hat die Partei dem einen gesagt, er könnte der Partei am meisten nutzen, wenn er zu Hause bleibt, und ihm noch einen Kasten Weißbier für den einsamen Abend spendiert. Und, weil den Studienmachern wohl aufgefallen ist, dass man es den AfD-Politikern nicht recht ansieht, als wären sie direkt von der Stiernackenfraktion in die Partei übergewechselt, haben sie einen Kunstgriff gewählt:

„Wer rechtsextrem ist, wendet sich heute aber von der CDU und SPD ab“

Gott sei bei uns! Vor allem, weil die Einstiegsdroge schon bei den Aussagen liegen soll, man halte das Land für überfremdet und es kämen viele nur deswegen zu uns, um Sozialleistungen abzugreifen. Wenn es Grundschulen gibt mit fast 100% Migrantenanteil und bei der Rundumversorgung gar kein Anreiz mehr besteht, selbst zu arbeiten, dann muss man nicht unbedingt rechtsextrem werden, wenn der SPD-Stammwähler sieht, dass seine Partei das auch noch voll bereichernd findet, und sie deshalb verlässt. Da schauen die meisten beim Wahlabend auch nicht auf den AfD-Balken, sondern, ob die SPD-Verräterpartei endlich unter die 5% fällt.

Dann kam der Spruch in Anlehnung an die Vorankündigung zur Studie.

Solche Meinungen können mit einer höheren Gewaltbilligung und -bereitschaft und damit einer Verrohung der Gesellschaft einhergehen,…

Dazu drei Sekunden Hoyerswerda und drei Sekunden eine Szene von einer Chemnitzdemo mit Polizistenauflauf mit der Behauptung, die Polizei tue zu wenig dagegen. Da wurde also alles in einen Topf gerührt, was nicht links ist, mit der Vermutung verbunden, dass das zu Gewalt führen könne, und es mit Bildern garniert, die 30 Jahre alt sind. Da muss schon große Verzweiflung herrschen, wenn die Studie nicht das gewünschte, dramatische Ergebnis liefert. Das war nur ein affektiver Wischer mit passenden Bildern und gequirlter Scheiße als Text, in der Hoffnung, es finden sich noch ein paar Grenzdebile, die so getriggert werden, dass bald die ersten brauen Fackelzüge in den Straßen erscheinen müssten.

An einer Stelle hat die ANIFA-nahe SPD nicht so genau hingeschaut, denn die Medien hätten es ohnehin nicht genauer hinterfragt. Von den befragten bevorzugen 3,3% eine rechtsautoritäre Diktatur. Weiter heißt es, dass

Rund 40 Prozent der Deutschen zeigen Merkmale eines autoritären Typus.

Und etwa gleich viele würden sich einer autoritären Führung unterordnen. Komisch, dass es bei den Rechten nur 3,3% sind, die diese Art der Staatsform unterstützen würden. Wenn man sieht wie links-grün eine Greta oder Habeck als Heilige verehren, dann kommen die Freunde der Diktatur anscheinend aus einem ganz anderen Lager, nur ist es hier für die vermeintlich gute Sache.

Dann schwenkt man bei ntv wieder auf die Schautafel und klärt uns auf, dass vor allem Rechtspopulisten Verschwörungstheorien anhängen. Als Beispiel bringen sie, dass Leute glauben, eine geheime Gruppe steuere die Politik. Ja, das ist Verschwörungstheorie, denn diejenigen, die hier steuern, treten ja ganz offen auf. Angefangen von der Atlantikbrücke, dem nichtgewählte EU-Politbüro bis zu all den NGOs, Stiftungen und Vereinen als die vermeintliche Zivilgesellschaft, die als steueralimentierte Ableger der Parteien, den gewünschten Druck erzeugen, damit sie scheinbar genötigt sind, deren Forderungen umzusetzen, was sie aber ohnehin vorhaben, aber andernfalls schwer zu vermitteln wäre.

Als weiteres Beispiel bringen sie, dass es Absprachen zwischen Politik und Medien gibt. Alles Verschwörung. Zum einen sind über drei Viertel der Journalisten ohnehin links-grün gedreht oder sind selbst bei der Atlantikbrücke, zum anderen macht ja auch die Mafia keine Absprachen. Die kommen bei der neuen Kundschaft (hier bei einem neuen Chefredakteur) vorbei und überbringen Glückwünsche und sagen, dass man sicher sei, dass man in Zukunft ein gutes Verhältnis haben würde. Ich sehe das nicht als Absprache. Warum sollte man absprechen müssen, wo man doch inzwischen auf Gedeih und Verderb voneinander abhängig ist und jeder für sich selbst schon weiß, bei welcher unpassenden Äußerung das schnelle Karriereende folgt.

Die Studie heiß ja diesmal Die verlorene Mitte. Wenn jedoch an manchen Stellen mehr als die Hälfte der befragten Äußerungen machen, die man gerne als rechtsextrem bezeichnen würde (oder sogar tut), dann fragt man sich, wer hier wen verloren hat.

Auf ARD durfte noch ein Experte ran, der dem Zuseher erklärte, warum es so viele Rechtspopulisten gibt. Er meinte, dass man 2015 einfach nicht richtig kommuniziert und erklärt hätte und die Rechtpopulisten mit Parolen dort hineingestoßen wären. Parolen? Ich kann mich erinnern, dass sogar die „Parolen“ von PEGIDA zum großen Teil plötzlich zu den Forderungen des CDU-Innenministers Strobl geworden sind. Ich hab´ dem damals eine Mail geschrieben, warum ich ihn eigentlich wählen soll, wo er doch all die, die die gleichen Forderungen schon eher gestellt hatten, als Nazis bezeichnet hatte. Ja, ich denke auch, dass das eine tolle Idee gewesen wäre, wenn uns Merkel damals noch genauer erklärt hätten, warum sie Hundertausende einfach ohne Kontrolle über die Grenze gelassen haben. Dann hätten wie frühzeitig erfahren, dass sie uns nur unschöne Bilder ersparen wollte. Ach, Angela! Das ist doch wirklich nicht nötig gewesen. Wir hätten uns genauso gefreut, wenn Du uns ein wenig vom UN-Resettlement-Programm erzählt hättest, dann hätten wir alle verstanden, dass es gar keinen Kontrollverlust gab, sondern, dass es nur dazu diente, dass es der ganzen Welt ebenso gut geht wie uns. Umso gutherziger, dass man auch niemanden zwingt, wie wir dafür zu arbeiten.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Dödel von ntv und ARD das inzwischen auch nicht mehr so recht glauben, dass unser Land bis über die Mitte der Gesellschaft von Rechtsextremen unterwandert sei. Zu Zeiten der Willkommensklatscherei klang das irgendwie überzeugender. Die weiblicher Labertasche, die da im Studio den Sprechroboter gibt, wird für ihr Gehalt auch nicht unbedingt im öko-befriedeten Rotweinviertel leben. Ich habe mal zwei Praktikantinnen vom BR kennengelernt, die wollten irgendwann auch nicht mehr mit dem Zug nach München anreisen, sondern lieber mit dem Auto, obwohl der BR beim Bahnhof gleich um die Ecke ist. Ja, da bekommt das Wort „Vorbehalte“ gegen irgendwas wie man es bei ntv verwendete gleich die wahre Bedeutung und wird uns nicht als „Vorurteil“ untergeschoben. Denn unter „Vorbehalt“ heißt es

Einschränkung, geltend gemachte Bedenken gegen eine Sache [der man sonst im Ganzen zustimmt]

Das „ja, aber“, das man den Rechten immer unterstellt, um ihre Vorurteile zu relativieren, ist nämlich genau das. Beim betreuten Sommerfest kann man eine Gruppe Araber als Bereicherung empfinden, als Frau um 5 Uhr morgens am Bahnhof eben nicht.

Da hat man also auch dieses Jahr wieder eine Vorankündigung ins Netz gestellt mit der passenden Zusammenfassung, damit die Rechtsextremismusforscher ihren Job behalten und niemand die Studie zerlegen kann, bevor sie in den Medien breitgetreten wurde. Die Medien haben die ganze Studie natürlich auch nicht gelesen, sondern das Ganze mit heißer Luft durch passende Bilder und besorgte Gesichter aufgeblasen. Am Ende glauben die Medienmacher, sie hätten mit diesem pseudowissenschaftlichen Müll den Zuseher wieder so weit gebracht, dass er zumindest bis zur nächsten Studie glaubt, Deutschland werde nächste Woche von einem braunen Mob überrannt.

Das ist wie bei Till Schweigers Film Honig im Kopf. Da hat man auch schon bei der Vorankündigung vom Megaerfolg gefaselt und der Film hat dann trotzdem gnadenlos gefloppt. Till glaubt auch, dass es bei Teil VIII besser wird.

 

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