Holzöfen: Feinde des Sozialismus.

Es war nur eine Frage der Zeit bis der erste Experte aus seinem Loch kriecht und den Holzofen als klimaschädlich entdeckt. Und nicht nur das, er ist auch noch eine Gift- und Feinstaubschleuder. Wenn sich Leute am Reißbrett die alternativlose, bessere Welt ausdenken, wird es gefährlich. Auf der Achse des Guten durfte jetzt ein Fritz Vahernholt seiner Hysterie freien Lauf lassen und zeigt sich verwundert, dass die Politik in dieser Richtung noch nicht reagiert hat. Er unterstellt gleichzeitig, dass die meisten Holzöfen ohnehin nur zur Deko zusätzlich zur Heizung verwendet werden; hat er wohl schnell die momentanen Verkaufszahlen gegoogelt. Auch was Holzwirtschaft im Bereich Brennholz angeht, scheint er eher gefährliches Halbwissen zu besitzen. Für solche Leute besteht die Bevölkerung aus Statistiken aus denen er herausliest, dass die Bevölkerung aus Leuten besteht, die vorsätzliche oder aus Dummheit Klimaschädlinge sind und die auf den Weg der immerhippen, progressiven SUV-Fahrer mit Fußbodenheizung, Solarpanel und CO2-Bilanzrechner am Handgelenk gebracht werden müssen.

Holz hat eine vergleichbar geringe Energiedichte und erzeugt pro kW Wärme zunächst deutlich mehr CO2, als dies fossile Brennstoffe tun. Für dutzende Jahre erhöht sich also der CO2-Ausstoß ohne Not. Ehe gerodete Wälder so nachwachsen, dass sie ihrer Rolle als CO2-Senke (Bäume binden CO2 aus der Luft) im Kohlenstoffkreislauf umfänglich gerecht werden können, vergehen 40 bis 80 Jahre. Anders ausgedrückt: Bei einem 60-jährigen Baum, der gefällt und verbrannt wir, dauert es erneut 60 Jahre bis die Menge freigesetzten CO2 vom nachgepflanzten Baum wieder aufgenommen worden ist. Holzverbrennung ist also nicht klimaneutral, der CO2-Gehalt wird in den nächsten Jahrzehnten mehr erhöht als durch die Verbrennung von Braun- oder Steinkohle.

Gerodeter Wälder müssen erst nachwachsen. Ja, der Waldbauer „rodet“ seinen Wald für Brennholz. Was haben wir gelacht. Ich kann da jetzt mit eigenem Wald und Holzöfen mal mitreden. Im Bayerischen Wald dürfte der größte Teil des bewirtschafteten Waldes Privatwald sein und war früher immer ein Teil, der neben der Landwirtschaft bestand. Bei uns gibt es fast ausschließlich Plenterwälder, wo entnommen wird, was gerade gebraucht wird. Heute ist man ja verpflichtet auch das Schadholz aus dem Wald zu bringen, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen. Das meiste Bauholz ist eigentlich auch Käferholz bzw. sind gesunde Bäume aus dem Umgriff. Wo kommt dann das Brennholz her? Wächst ein Wald natürlich, dann stehen die jungen Bäume am Anfang eng. Mit der Zeit setzt sich der stärkste durch und verdrängt die anderen, die Mangels Licht und Wasser dann eingehen- und vermodern und CO2 freisetzen. Genau diese Bäume werden entnommen, sowie Bäume die durch Wind und Wetter verletzt sind oder der Gipfel abgebrochen ist. Schädlinge werden von diesen angelockt, befallen, sterben ab und- setzen CO2 frei. Beim Brennholz wird beim Verbrennen CO2 frei, dass ohnehin frei wird; und nicht erst in 80 Jahren auf einen Schlag, sondern dieser modert dann jahrelang ebenfalls dahin.

Dazu kommt, dass die Menschen seit Jahrtausenden Holz als Wärmelieferant verbrannt haben und dieses „zusätzliche“ CO2 zu keinem Anstieg führte. Da Pflanzen eine viel höhere CO2-Kapazität haben als die momentane Konzentration hergibt, wird das Pflanzenwachstum angeregt und die Konzentration pendelt sich dann auf einem höheren Niveau ein. Auch bei der jählichen Entnahme kommt es zu einem setigen Prozess. Eigentlich logisch, obwohl das nicht der einzige Grund ist. Dem Herrn scheint entgangen zu sein, dass sich dazu noch die Waldfläche in Deutschland in den letzten Jahren stetig erhöht hat. Als von zusätzlichem CO2 kann nun wirklich nicht die Rede sein.

Was ich aber viel wichtiger finde, ist, dass dieser Mensch eine völlig verqueere Vorstellung hat, wie und von wem Holzöfen, so genannte Einzelfeuerstellen, genutzt werden. Manche haben den Sozialismus echt in den Genen und scheren alle über einen Kamm. Niemand hat einen Holzofen nur zum Spaß als einzige Wärmequelle, sondern es handelt sich häufig um Holzherde und die sind echt praktisch und sparsam. Im Rotweinviertel steigt keiner aus dem Bett, wenn es vielleicht nur 12°C in der Wohnung hat, die Heizung regelt deshalb immer automatisch nach. Mit Holzofen ist diese Temperatur nichts Ungewöhnliches. Billigen Wohnraum gibt´s eben selten mit Fußbodenheizung und für wirklich arme Leute, denen man vielleicht am Ende den Strom abstellt, ist so ein Ofen etwas, was dann immer noch ein würdiges Leben ermöglicht. Aber diese Gruppe wird mit denen in einen Topf geworfen, die ihn wirklich nur zur Deko haben, allerdings alle heiligen Zeiten oder nur für ein paar Stunden nutzen.

Man heizt am Morgen den Holzherd an, damit es warm wird, und stellt schon mal Wasser in Töpfen auf, damit man sich den Strom spart, dass Nudelwasser oder das für Kartoffeln von Null weg auf dem E-Herd zum Kochen zu bringen; im Winter schürt man besser ein, da kocht es ohnehin. Selbstgeschlachtetes Huhn gibt es bei uns aus der Holzofenröhre. Dann heize ich einen Stock höher an. Dort ist eine Stange, wo ich feuchte Wäsche aufhängen kann. Nein, die Wohnung wird nicht schimmlig, zumindest die letzten 30 Jahre nicht, seit ich das tue. Ich glaube nicht, dass dieser Fritz  mitgerechnet hat, dass man damit Strom bzw. fossile Brennstoffe für Trockner, Herd und Warmwasser einspart.

Ich habe schon öfter ältere Leute gesehen, die holen sich Obstkisten und Pallettenreste zum Heizen. Sie haben es warm, können kochen und haben warmes Wasser zum Putzen, Abwaschen und zur Morgentoilette. Kälte ist mindestens so schlimm wie Hunger. Wer Rentner lieber von Ökostrom abhängig machen will und gleichzeitig in der Kälte sitzen lassen möchte, nur um das Weltklima zu retten, der ist für mich der echte Menschenfeind. Man macht es in der Salamitaktik, wie bei der Abschaffung des Autos. Immer strengere Grenzwerte, die den Bürger zu immer höheren Ausgaben zwingen, um noch fahren zu dürfen, um am Ende doch noch den Verbrennungsmotor abzuschaffen. Beim Holzofen fing man damit an, dass man Gebühren verlangt, dass der Kaminkehrer die Feuchtigkeit des Brennholzes überprüfen muss, als wäre die Menschheit Jahrhunderte lang auf der Brennsuppe dahergeschwommen, damit ihr ein studierter Cappuccino-Trinker die Werte sagt, wann sein Holz auch richtig brennt.  Jetzt kommen Feinstaubfilter, Grenzwerten die keiner einhalten kann, wenn er nicht aufrüstet, und am Ende wird er dann verboten, wenn man nichts mehr rausquetschen kann.

Darüber hinaus geschieht die notwendige Durchforstung meist in Handarbeit mit Kettensäge und Bulldog. Da braucht es bei uns im Jahr etwa 30 Liter Treibstoff für die Säge und etwa 50 Liter für das Fahrzeug, um das Brennholz für fast zwei Winter zu bekommen. Gut, dass man für das zusätzlich ausgeatmete CO2 noch nicht besteuert wird.

Es geht nicht um Feinstaub und CO2 oder nachhaltigen und gerechten Wohnraum für alle, sondern darum, jeden Bürger abhängig zu machen. Der größte Feind des Sozialismus- diesmal des grünen- ist der Hausbesitzer, mit eigenem Wald, eigenem Grund, Holzofen und Brunnen vor dem Haus. Ich bin gerne der größte Feind des Sozialismus.

 

2 Gedanken zu “Holzöfen: Feinde des Sozialismus.

    1. Die Roten Khmer waren kein kommunistischer Betriebsunfall. Die Roten sind alle so wenn sie an die Macht kommen und so wie es aussieht wollen die Deutschen das so. Viel Glück, ich bin dann mal weg.

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