EDEKA und der Spot aus der Parallelwelt.

Ich habe mir gedacht, ich warte noch ab wie die seriösen Medien auf den Shitstorm gegen den neuen EDAKA-Spot reagieren. Beim Handelsblatt heißt es:

Der in schwarz-weiß gehaltene Werbespot zeigt Väter in Alltagssituationen mit ihren Kindern: Die Väter hören nicht zu, werfen zum Beispiel einem Kind einen Ball ins Gesicht, so dass es weinen muss und können keinen Mixer bedienen.

Eine Kinderstimme aus dem Off lobt die Vorzüge eines Elternteils. Erst in den letzten Sekunden des Spots kommt die Mutter ins Bild, mit der Zeile: „Danke Mama, dass Du nicht Papa bist.“

Erst auf den zweiten Blick ist mir aufgefallen, dass hier die Stimme aus dem OFF nicht ganz unwichtig ist, weil sich erst am Ende des Spots auflöst, dass es sich hier um ein „Gespräch“ mit der Mutter handelt. Andernfalls muss es als eine ironische Beschreibung von dem genommen werden, was zu sehen ist. So etwas mag vielleicht bei kleinen Fauxpas witzig sein, wenn aber in dieser Weise wie hier Dreck über die Leistung von Vätern auskippt wird, dann hab´ ich mir auch gedacht: Wie abartig ist denn das! Da kann ich verstehen, dass das manche in den falschen Hals bekommen haben und das liegt nicht an den Kritikern, sondern an der ganzen neomarxistischen Indoktrination in den Medien. Denn die übliche Dummheit dieser linken Heinis besteht darin- wie man auch bei Kevin Kühnert wieder sieht-, dass sie glauben, sie könnten ihr neomarxistisches Paradies der Gesellschaft einfach überstülpen und all die positiven Dinge und die Grundansichten in der Gesellschaft würden zusätzlich auch noch erhalten bleiben. Die meinen, die Leute würden einfach auch im Geiste einfach so hin und her wechseln, je nachdem wie es passt: Frauen können alles gleich gut wie Männer, wir haben 50 Geschlechter, brauchen aber eine Frauenquote.

Und hier in dem Spott ist es das Gleiche. Hätte man so einen Spot vor 50 Jahren gemacht, dann wäre der ganz anders wahrgenommen worden, denn Frauen waren fast nur Hausfrau, hielten sich von Männerberufen fern und konnten allein wegen der „rollengerechten“ Art der Schulausbildung schon keine Ahnung von technischen Dingen haben. Wie hätte man da diesen Spot aufgenommen? Zumindest wäre es dann ein netter Witz gewesen, denn die Bedeutung wäre gewesen: Danke Mama, dass Du nicht wie Papa bist und Dich von Dingen fernhältst, von denen Du keine Ahnung hast.

Nun vermittelt man aber seit Jahren in der Werbung ein Bild, in dem die Frauen immer als überkompetent in allen Bereichen rüberkommen. Sie können alles besser, was Männer können, und, was Frauen können, ohnehin. So sieht es immer so aus, als wäre der Mann überall der Trottel und wird gleichzeitig noch von der Frau gepflegt, die ihm das Schnupfenspray ans Bett bringt und die Hirnnahrung von der Apotheke. Mit dem Versuch auf den weißen Mann und sein Rollenbild einzuhacken, hat ja schon Gillette Schiffbruch erlitten, vor allem, weil das auch vielen Frauen sauer aufgestoßen ist. Das Rollenbild ist nämlich entgegen der Vorstellung der linken Medienmacher fest verankert und über dieses darf man auch Witze machen, wenn man beide gleichzeitig durch den Kakao zieht. Man sehe sich die Hornbach-Werbung an. Ein verschwitzter, bärtiger Hüne macht Gartenarbeit, sein verschwitztes T-Shirt wird eingeschweißt und kann es in einer grauen Stadt aus dem Automaten lassen. Eine zierliche Asiatin nimmt sich eines, reißt es auf und riecht betört daran: So riecht der Frühling. Manche fanden das auch rassistisch und frauenverachtend, dabei finden die meisten den Spot gut, denn er funktioniert auch mit den umgekehrten Vorzeichen. Zum Beispiel, wenn andersherum junge Frauen am Strand leichtbekleidet Volleyball spielen und ihre T-Shirts verschicken. Am anderen Ende bekommt es der Mitarbeiter auf einer grauen Bohrinsel: So riecht der Urlaub.

Die Agenturen, in denen meist irgendwelche hippe, linke Progressive sitzen, die meinen sie könnten einfach nach Gutdünken hin- und her wechseln und die Kunden fressen und kapieren das schon, weil sie es sich wahlweise so einbilden. Man macht Werbung für zarte Haut und Pflegemittel mit Frauen in der Wohlfühlumgebung und eben nicht mit einer Stahlarbeiterin, die schnell die Handschuhe auszieht, um sich eine Schrundensalbe aufzutragen. Da ist man in einem anderen Fall schon mal falsch gelegen. Mit Thomapyrin Kopfschmerztabletten wurde mit immer gestressten Kommissarinnen und Mangerinnen geworben. Doch da war die Zielgruppe einfach zu klein, denn die Frauen bekommen eben eher Kopfweh vom Geschrei in der Kita.

Was die Beeinflussung durch Medien und Politik bewirkt hat, ist eine Sensibilität, was vom Mainstream als sagbar und nicht sagbar gilt. Wo die Leute früher locker hinweggesehen haben, fällt ihnen sofort auf, wenn mit unterschiedlichem Maß gemessen wird. Im Kommentarbereich unter dem EDEKA-Video bringt es einer auf den Punkt. Sinngemäß meint er, was wohl los gewesen wäre, hätte man hier nicht einen weißen Mann genommen, sondern einen mit afrikanischen oder arabischen Aussehen. Der Laden würde wohl morgen schon vor Gericht gezerrt und könnte zusperren.

Die Auftraggeber und die Macher müssen wirklich einen Knick in der Wahrnehmung haben, dass sie das durchgelassen haben, schließlich sehen sie ja an den Verkaufszahlen bestimmter Produkte, dass die Rollenbilder eben noch weitgehend erhalten geblieben sind. Die meinten, sie könnten jetzt schnell die andere Schiene fahren und die Kunden machen diesen Sprung einfach so mit, nur, weil es sich die linken Macher so einbilden.

Darum scheitert auch der ganze Integrationskrempel. Einer Kultur, für die Bildung nicht wichtig ist, sondern die Anzahl der Frauen und Kinder, und die es für Schwäche hält, Konflikte ohne Gewalt zu lösen, ändert man eben nicht durch Stuhlkreis und gutes Zureden. Bloß, weil man sich das in seinen Träumen so ausmalt, funktioniert das trotzdem nicht.

Nun könnte man meinen, die EDEKA-Führung wäre zurückgerudert, doch da heißt es:

„Mit unserem Online Film ,Wir sagen Danke‘ wollten wir Väter keinesfalls schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art und Weise allen Müttern anlässlich des Muttertags Danke sagen.“

Das kommt mir vor, wie die ganzen unbegabten Kunststudenten an die Unis gedrängt sind, die glaubten, sie könnten ohne klassische ästhetische und handwerkliche Ausbildung bestehen. Als sie dann unansehnlichen Müll produzierten, wo das nicht zu erkennen war, was sie überhaupt meinen, hat man die Kommentarkunst erfunden. Schwulstige, hochgestochene Texte, die dem Betrachter suggerieren soll, es wäre schon so richtig, der Betrachter hätte nur nicht die Kenntnisse und die künstlerische Erleuchtung. Heute kann alles als Kunst gelten, wenn irgendein Möchtegern seinen Senf dazu gibt. Darum müssen Schwachmaten wie Böhmermann und Welke auch immer im Nachhinein erklären, dass es sich um Satire und nicht um Hetze handelt. Der Zuschauer ist aber nicht so blöd, dass er das nicht auseinanderhalten kann. Er findet die Machwerke nur dann gut, wenn die Hetze die in seinen Augen Richtigen trifft.

Das Niveau scheint in den Agenturen schon ähnlich zu sein. Der Spot kommt nicht mehr zum Kunden, sondern die Masse wird bei den Werbemachern im Geiste nach Gutdünken hinmodelliert, dass sie zum Spot passt. In der Chefetage frisst man das dann auch, weil normale Menschen bekommt man im Rotweinviertel nicht mit, denn die Männer kommen heim, wenn die Ehefrau längst mit der Frauenrolle durch ist und die Haushälterin die Wohnung gemacht hat. Die Küche ist auch nur zum Vorzeigen, weil das Suschi für beide mit dem Bringdienst kommt.

Und ihre Fähigkeiten in Sachen Satire haben die Macher wohl von der wochenshow und extra3. Die meinen, wenn die Leute im Studio lachen und klatschen, dann wäre das ein Zeichen guter Satire, so wie sie glauben, wenn eine Werbung jung und bunt ist und moderne Rollenbilder bedient, dann wäre sie allein schon deshalb gut. Wahrscheinlich lässt auch die SPD bei Matt&Jung arbeiten. Ob sich in dem EU-Spot zur EU-Wahl der traditionelle Wähler angesprochen fühlt, wenn eine der ersten Leute im Spot schon zwei knutschende Schwule sind, das wage ich zu bezweifeln. Aber der Kunde stimmt mit den Beinen ab bzw. an der Wahlurne. Es ist nicht sicher, wenn sie nach der Ursache suchen, warum sich Leute von der Marke EDEKA abwenden, dass sie diese auch finden. Schließlich liegen die beiden großen Kirchen auch immer grandios daneben, wenn sie darüber nachdenken, warum ihnen die Gläubigen weglaufen.

Update: Auf die Begründung von BENTO wäre ich jetzt nicht gekommen, Da wird dann wohl nächstes Mal ein mehrseitiger Kommenatar zum Spot mitgeliefert, dass auch solche Tiefflieger wie ich den tieferen Sinn verstehen:

Dass sich ein Unternehmen, das “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” als kulturellen Wert auf die Fahnen geschrieben hat, nun Salz in diese Wunde streut, ist zwar geschmacklos. Dennoch hat es damit auch Recht. Denn Kinder, die im System “Papa-ist-immer-auf-Arbeit” aufwachsen, werden auch weiterhin ihren Vater als denjenigen erleben, der häufiger gestresst ist und die Bedürfnisse des Kindes nicht so gut kennt wie die Mutter. 

Jetzt verstehe ich ihn auch.

 

 

 

5 Gedanken zu “EDEKA und der Spot aus der Parallelwelt.

  1. Kopie meines Kommentars bei auschfrei:

    […]Die Aussage „Danke, dass du nicht Papa“ bist, erscheint irgendwie sinnfrei.[…]
    Der Sinn ergibt sich aus der vorausgesetzten Grundhaltung der Bevoelkerung, dass 1. Muetter sowieso fast die ganze „Familienarbeit“ machen, und 2. Muetter immer alles richtig machen, oder zumindest besser als Maenner. Die Werber setzen also voraus, dass jedem schon klar ist, dass die Maenner sich eher selten um die Kinder kuemmern und sich mangels Uebung oft selten daemlich anstellen.

    Das passte auch bis in die 60er/70er meist auf die Realitaet. Inzwischen passt es auch immer oefter, wenn die Haelfte der Kinder in Alleinerziehenden-Haushalten den Vater eh kaum sehen, weil es die Gerichte so erzwingen. Deswegen verstehen die Meisten den Spot.

    Der Werbespot zeigt aber nur die feministische Ideologie, dass eine Familie den Mann nicht braucht, weil er praktisch nutzlos ist. Dass er i.d.R. die ganze Kohle erarbeitet war den Feministen immer eine Nebensache. Der Muttertag soll ja die Mutter ehren, fuer ihre Familienarbeit. Dass das nur noch moeglich erscheint, wenn man die Maenner abwertet, anstatt die Leistung der Muetter herauszuheben, ist sehr typisch in diesen Zeiten.

    Die ganze links-gruen-feministische Politik beruht auf der Abwertung anderer, nicht auf der positiven Darstellung der eigenen Ideen.

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  2. Bentos Begründung ist ja der absolute Kracher. Sorry meine Mutter war nur Hausfrau und trotzdem kannte mein Vater besser meine Bedürfnisse. Ist auch heute noch so.
    Ansonsten hilft es den edeka—Kaufmann zu kontaktieren und klar die Meinung zu kommunizieren und die Läden zu meiden.

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