Die wöchentliche Agitprop zum Sonntag.

Vor einigen Tagen kam eine Meldung, dass die christlichen Kirchen in Deutschland bis 2060 weiter viele Mitglieder verlieren werden. Die letzten Jahre haben sie sich ja immer gewunden, an was es liegen könnte, dass immer weniger in die Kirche gehen bzw. gleich austreten, jetzt sagen sie einfach, dass die eben wegsterben.

„Wir stellen uns auf Veränderungen ein“

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm

Natürlich gibt es dann weniger Kirchensteuereinnahmen, aber sie können ja dann dem VdK fusionieren und ihre Asylindustrie und ihre Milliarden mit einbringen. So ein schlagkräftiger Verein hat dann sicher genug Lobbyisten und Druckmittel, damit man ausreichend staatliche Gelder generieren kann. Am Wochenende bin ich nach Jahren wieder mal auf das Wort zum Sonntag gestoßen. Diese vierminütige Fernsehpredigt gibt es seit 1954 im Ersten und wird abwechselnd von evangelischen und katholischen Priestern bzw. Pfarrern gesprochen. Das Thema war diesmal Obdachlosigkeit in San Francisco. Ja, das war genau das, wo ich für den kommenden Sonntag christlichen Zuspruch brauchte und, wenn ich durch die Mediathek klicke und ein paar Predigten auch nur anspiele, dann findet man auch CO2-Anstieg, Klimawandel, Rassismus, Hetze, Missbrauch, Tempolimit und zu viel Flugreisen. Beim sonntäglichen Fernsehgottesdienst werden dann diese Begriffe auch noch gefeiert wie auf einem GRÜNEN-Parteitag und, wenn man dann auf den Kirchentag geht, dann kommen noch Gender und Probleme der LBTQ-Community dazu.

Als Kind wurde ich immer dazu verdammt mit meiner Großmutter in die Kirche zu gehen und vorwiegend ging es in den Predigten immer um Schuld, Schuld, Schuld und da hilft auch die ganze „Frohbotschaft“ nichts. Und im Gegensatz zu damals wird uns gleich noch die persönliche Schuldigkeit an den Zuständen in der ganzen Welt aufgeladen. Früher fragte man „Wie kann Gott das zulassen“, heute wissen wir, dass es ausschließlich die Christen in der westlichen Welt sind, durch Kolonisierung, zu viel Ressourcenverbrauch, Egoismus und natürlich CO2-Ausstoß. GEZ-Gebühr zu dem gebotenen Programm ist wie Kirchensteuer zu den Predigten. Gäbe es die Zwangsgebühr nicht, hätten die Sender das gleiche Problem wie die Kirchen.

Man muss einfach immer wieder aus dem Antichristen von Nietzsche zitieren, dann wird klar, warum die Kirchen von dem Buch nicht begeistert sind und zeigt auch, was schiefläuft. Nach Nietzsche hat Jesus die Menschen von dem ganzen religiösen Regelwerk befreit, das es zu befolgen galt, um gottgefällig zu leben bzw. das ewige Leben zu erlangen. Sobald eine Institution daraus geworden war, saßen oben immer die ganzen selbsterklärten Heiligen, die den Schäfchen bis heute sagen, wie sie zu leben hätten. Und die mussten dumm und schwach gehalten werden, damit von ihnen keine Gefahr ausging und ihr Leid (=Ausbeutung) klaglos hinnahmen.

Nimmt man die Genesis und das Leben und die Worte Jesu, dann ist klar, warum die Ursprungsidee für die Kirchen so gefährlich ist, bzw. ignoriert wird. Beim Sündenfall erkennen Adam und Eva Gut und Böse und bekommen sozusagen das Gewissen. Für mich ist die Erbschuld nicht der Sündenfall selbst, sondern, dass der Mensch zwar die Freiheit erlangt, er aber in einer Welt lebt, in der er oft in Situationen kommt, wo er eben nicht eindeutig „gut“ handeln kann. Egal, was er tut, er macht sich in irgendeiner Art schuldig, was heute das Problem zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik bezeichnet. Durch die Taufe ist diese Schuld aufgehoben und es heißt, man komme nur durch Jesus Christus zum Ewigen Leben. Er hat den Menschen befreit und das reicht eigentlich als Kernaussage. Das Vertrauen auf Jesus, das Richtige zu tun, ohne, dass es in der Welt als das erscheinen muss.

Das bloße Abarbeiten religiöser Vorschriften zur Gottgefälligkeit hatten die Kirchen eigentlich hinter sich gelassen, doch heute kehrt dieser Humbug mit ganzer Macht zurück. Es ist sogar so, dass man nun auch rückwirkend die Christen und die christlichen Vorväter für ihr geführtes Leben in die Pfanne haut und wir Ablass leisten sollen.

Schön zu sehen in dieser Predigt von Christian Rommert. Sein Sohn kommt zu ihm zu einem Gespräch, in dem der folgende Aussage macht:

Die meisten Probleme werden wir wegen eurer Entscheidungen haben.

Und der Fernsehpfarrer stimmt natürlich voll zu. Das kann aber auch nur einer, dessen Leben anscheinend sinnfrei verlaufen ist. Da sitzt eine Generation vor dem Fernseher, die die Nachkriegszeit noch erlebt hat und muss sich so einen Stuss anhören. Schon im Kleinen ist das eine Unverschämtheit, denn wie viele haben selbst Entbehrungen hingenommen, dass die Kinder satt werden und auch der wirklich Nächste nicht verhungert. Im Großen gedacht ist das ein Affront gegen alles, was in den letzten 70 Jahren in Deutschland und der Welt geleistet wurde, um das Leben der Menschen zu verbessern. Dieser Bengel sollte mal täglich im Regen zu Fuß zur Schule gehen, ohne Gorotex-Schuhe und Wolfskin-Jacke, wenn er nicht schon vorher an eine der damals nicht behandelbaren Kinderkrankheiten eingegangen ist.

Die meisten Probleme werden wir wegen eurer Entscheidungen haben. Was muss sich ein Arzt, Chemiker oder Ingenieur in Ruhestand denken, der so eine Predigt hört? Wofür so einer sich Nächte um die Ohren geschlagen hat, vielleicht persönliche Risiken eingegangen ist, wird heute hingenommen, als wäre das alles so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Impfungen, Heilungsverfahren, Funktionskleidung, Mobilität, Zuchtverfahren, Sicherheit, Bequemlichkeit und Zeitersparnis durch unzählige Innovationen und Erfindungen, für die sich Leute ihr Leben lang den Arsch aufgerissen haben, damit die Menschen nicht nur hier ein besseres Leben haben und dann lässt sich der Fernsehpfarrer so einen Satz von seinem Balg um die Ohren hauen und gibt ihn gleich an die Zuseher weiter. Der ganze Schuldkult wird wieder von all denen unter die Leute gebracht, die ihr ganzes Leben nichts Anderes produzieren wie hohles Gewäsch und heute ganze Generationen durch den Dreck ziehen, weil sie noch nicht das Auto erfunden haben, das mit Wasser fährt und keine Energie aus Luft und nicht jeden Erdenbürger ein Einfamilienhaus hingestellt haben mit zusätzlich kostenloser Versorgung mit bio-erzeugten Lebensmittel.

Plötzlich ist der Ablasshandel wieder modern. Früher haben sich die Kirchen (womöglich nur aus Eigennutz, aber egal) dafür eingesetzt, das christlich geprägte Abendland zu verteidigen. Heute ist es dem Papst, den Bischöfen und Kirchenvertretern völlig egal, wenn Christen in aller Welt wie Hühner abgeschlachtet werden und sogar noch die Entwicklung aktiv vorantreiben, dass uns im eigenen Land das gleiche Schicksal droht. Wer heute persönlich christliche Werte vertritt, gilt heute in deren Augen als rechts, wenn nicht rechtsextrem. Das Wort zum Sonntag fügt sich nahtlos ein in die derzeitigen Wahlwerbespots. Den, den ich heute von der MLPD gehört habe kommt ihm noch am nächsten. Schön vor 40 Jahren zeigten sich die Kirchen als grüne Vorfeldorganisation heute sind sie von ihnen nicht mehr zu unterscheiden.

Im November 1979 war es ebenfalls Zink, der die Umweltzerstörung beklagte und so angeblich der Partei der Grünen den Einzug in den Landtag Baden-Württemberg ermöglichte.

Das ist die Verehrung von Greta Thunfisch als Prophetin und Heilige fast zwangsläufig. In der Zeit zwischen dunklem Mittelalter und grün-marxistischem Mittelalter hatten die Kirchen nur einzelne Köpfe, die eine Frohbotschaft verkündeten und auch an den Mut zur Tat appellierten, wenn es um die Verteidigung des christlichen Erbes ging. Und zwar nicht im Sinne der Amtskirche, sondern im Sinne des einzelnen Christenmenschen. Die Zeit der Aufklärung hat etwas länger angedauert.

Viele Christen haben den großen Kirchen zumindest innerlich gekündigt oder sind ausgetreten, weil sie die Anbiederung an den Islam, den Neo-Marxismus und eine Öko-Religion nicht mitmachen wollen, doch das wollen diese linken Socken wie Marx und Betford-Strohm nicht wahrhaben. Die Christen sind nicht weg, sie sind jetzt nur woanders.

Nein, ich glaube nicht an einen gefährlichen, menschengemachten Klimawandel, glaube nicht, dass der Sozialismus die Probleme der Welt löst und nicht an 50 Geschlechter. Ich glaube an die Frohbotschaft und der weltliche Teil davon wäre, wenn sich diese pseudochristlichen Hohlköpfe in den Amtskirchen möglichst bald vom Acker machen.

 

4 Gedanken zu “Die wöchentliche Agitprop zum Sonntag.

  1. […]Die meisten Probleme werden wir wegen eurer Entscheidungen haben.[…]
    Die passende Antwort waere:
    OK, dann machen wir diese Entscheidungen ab sofort rueckgaengig. Dein Schlepptop, Smartphone und deine Playstation stehen heute abend auf Ebay zum Verkauf. Klamotten suchst du dir ab morgen bei der Altkleidersammlung. Der Thermostat in deinem Zimmer wird auf maximal 18 Grad C fixiert. Und zur Schule/Uni kannst du doch bestimmt auch laufen. Ist das in deinem Sinne?

    Liken

  2. Leider: die christlichen Kirchen insbesondere in Deutschland sind – wenigstens mittlerweile – keine religiösen Glaubensgemeinschaften, sondern vor allem ein groß angelegtes Geschäftsmodell.

    Die können es sich mit ihren verschiedenen Organisationen, die staatliche Gelder abgreifen u.a. für „Umwelt“ (was in deren Sinn in keinster Weise Natur bedeutet!), „Teilhabe“ (in deren Sinn einfach nur Sozialismus / Kommunismus), „Gleichberechtigung“ (was in deren Sinn nichts anderes heißt als Spaltung und Molekularisierung der Gesellschaft) und „Flüchtende“ (was zu 95 Prozent nichts anderes sind als die nach Europa strömende Invasionsarmee des Islams, witzigerweise neben dem Sozialismus / Kommunismus der größte Schlächter der Christenheit), eben leisten, auf ihre eigene Kundschaft zu sch…

    Würde man (und das befürworte ich auch als aus Gründen ausgetretener, aber nach wie vor gläubiger Katholik) die Säkularisierung der Gesellschaft konsequent durchführen, Staat und Kirche finanziell, organisatorisch und politisch strikt trennen und die Förderung von NGOs einstellen, die nicht wenigstens nachweisen können, dass ihre Arbeit allen (!) tatsächlich (!) zugute kommt (!) [Beispiel: Bahnhofsmission, Obdachlosenhilfe, ehrenamtliche Hospize], dann könnte man die freiwerdenden Gelder sinnvoll nutzen oder vielleicht sogar dem zurückgeben, der sie erwirtschaftet hat und dem dafür ständig ins Gesicht gespuckt wird.

    Und die Kirchen hätten dann – da auf Spenden angewiesen – auch plötzlich wieder Grund, sich um die eigenen Schäfchen zu kümmern. Da wäre dann jeder getötete Christ plötzlich wieder etwas wert. Im wahrsten Sinne.

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