Öffentlich-rechtliche Jammerlappen.

Man kann ja die Kiste nicht mehr einschalten, weil auf jedem Programm irgendwas kommt, wo vor Rechten und Rechtspopulismus gewarnt wird und diese möglicherweise die Europawahl beeinflussen. Nun bin ich über zwei Artikel auf tagesschau.de gestolpert (hier und hier), dass Rechte und Rechtspopulisten die Deutungshoheit im Netz erlangen könnten und der echte seriöse Journalismus bedroht sei. Müssen natürlich irgendwelche gesteuerte Netzwerke sein, die damit die Demokratie aushebeln wollen. Grundlage beider Artikel ist eine Untersuchung der Social-Media-Analysefirma Alto in Zusammenarbeit mit Reportern von NDR und WDR und SPIEGEL-online und einer beginnt damit:

Portale, die zum Teil gezielt Falschmeldungen verbreiten, erzielen in den sozialen Netzwerken häufig eine größere Reichweite als Nachrichtenseiten. Dahinter steckt eine Strategie. Ist der klassische Journalismus in Gefahr?

Ja, da muss man natürlich gleich eine Strategie vermuten, wenn die allermeisten politischen Blogs von weißen Männern betrieben werden, die ja potentiell rechts sind. In einer Zeit, wo nicht mal mehr Germanistikstudenten die deutsche Rechtschreibung beherrschen und einen Satzbau auf dem Niveau von Schülerzeitungen haben, muss man nicht gleich an ein Netzwerk denken, wenn deren Texte darin eher ein gehobenes Niveau haben. Schließlich hat früher dazu ein Hauptschulabschluss gereicht. Aber wahrscheinlich meinen sie den Inhalt.

Die Untersucher meinen allen Ernstes, dass Artikel in alternativen Nachrichtenportalen nur dazu geschrieben werden, um hohe Klickzahlen und eine hohe Verbreitung zu erreichen und deshalb reißerische Überschriften und Falschmeldungen verwenden. Dass es an ihrer eigenen miesen Qualität liegen könnte, darauf kommen sie nicht. In den ÖR-Medien hieß es gestern, dass die „rechten Netzwerke“ die Themen im Netz bestimmen würden und das wäre ein Problem. Die müssen echt unter einer Wahrnehmungstrübung leiden, wenn sie meinen, diese „rechtspopulistischen“ Scheiber und Blogs müssten den Lesern ihre Artikel buchstäblich aufdrängen. Ich habe mir deshalb heute mal bewusst die Nachrichten auf B5 angehört. Da war bei den Hauptnachrichten unter anderem dabei, dass es eine neue Regelung für Psychotherapeuten gibt, die Vertreter der EU über europäische Werte diskutieren und der rote Teppich für Harry und Maghan 100m lang ist. Mal im Ernst. Das ist ja so schon völlig irrelevanter Bullshit, warum sollte jemand zu diesen Themen noch seinen eigenen Senf auf einem Blog dazugeben?

Das heißt nicht, dass die Leitmedien keine relevanten Themen hätten, doch die müssen angeblich seriös recherchiert werden und sind für den Laien zu komplex.

(…)Relevanz entstehe aus seiner Sicht „über die Metaebene, die Einordnung, die Vertiefung oder die Recherche“.

Und

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte im Interview mit NDR und WDR: „Es ist für Populisten immer einfacher, sich im Netz zu bewegen, wir haben dort sehr viel Schwarz-Weiß-Diskussion, ein reines Dafür oder Dagegen – gerade in dieser Zugespitztheit sehen wir, dass die AfD profitiert“

Hilfe! Man braucht sich nur mal deren Recherche und Vertiefung zum Brexit anzusehen, zu Fridays-for-Future oder zu den angeblichen Russlandverbindungen von Trump. Man kann ja noch hinnehmen, dass man beim ersten Mal nur das Gröbste bringt, doch zu den wiederkehrenden Themen ist ihnen nicht mehr eingefallen als das Wort Brexitchaos, toll, soundso viele Schüler geraten in Panik und Trump unter Druck. Ich kann mich nicht erinnern, dort jemals die Hintergründe oder eine neutral kommentierte Gegenmeinung gehört zu haben. Nach einer Woche Fridays-for-Future wusste man aus den alternativen Medien schon Thunbergs kompletten familiären Hintergrund, wer an den Hype verdient und wer den ganzen Blödsinn erfunden und gesponsert hat, während die Leitmedien noch „Stimmungsberichte“ brachten.

Man hat beim Brexit die Zuseher nie aufgeklärt, dass das britische Parlament eine andre Arbeitsweise hat, andere Sitten und der Abgeordnete auf ganz andere Weise vom Wähler abhängig ist. So hat man ihm nur immer ein Durcheinandergebrülle im Parlament gezeigt und so kommentiert, als säßen hier lauter unfähige Vollhonks zusammen und die Brexit-Befürworter wären lauter populistische Irregeleitete. Wenn man die Gründe für den Austritt aus deren Sicht auch noch weglässt, dann entsteht automatisch dieses falsche Bild.

Mehr Schwarz-Weiß-Malerei geht eigentlich gar nicht und als Steigerung noch weggelassen, wenn mal ein Schatten auf die Guten fällt oder die angeblichen Populisten doch was zuwege bringen. Man will sich auch nicht von den alternativen Medien die Themen setzen oder sich vor ihnen hertreiben lassen. Kann man verstehen. Zu gerne hätten sie über den Migrationspakt nicht berichtet oder über die Vorgänge zu Silvester damals in Köln.

Der größte Witz ist es, Seiten wie „Journalistenwatch“ oder „Tichys Einblick“ Falschmeldungen vorzuwerfen, um Klickzahlen zu erhöhen. Wenn man bedenkt, welchen frei-phantasierten Schwachsinn der Spiegel zum Klimawandel gebracht hat oder das heute-journal über die Weißhelme, dann dürften das die letzten sein, die mit dem Finger auf andere zeigen dürfen.

In den Berichten heißt es, dass die „rechtspopulisten“ Seiten wesentlich häufiger geteilt werden als zum Beispiel die „Süddeutsche Zeitung“. Vor einiger Zeit hieß es darüber hinaus, dass politische Blogs von weißen, rechtspopulistischen Männern beherrscht würden und Frauen und Mainstream-Blogs das Nachsehen hätten.

Vielleicht gibt es so wenig linke Blogs und Seiten, weil es mit Arbeit verbunden ist. Ich bin schon auf mehr tote Blogs gestoßen, als welche, die dann auch mehrmals wöchentlich bedient werden. Die Vorzeige-Kolumnisten der Leitmedien, wie zum Beispiel Margarete Stokowski, sind ja mit Bezahlung nicht mal fähig, mehr als einen Text in der Woche zu schreiben und gleichzeitig einen, von dem irgendjemand schlauer wäre als zuvor.

Die Leitmedien meinen, es bestünde die Gefahr, dass sich die Menschen von ihnen abwenden. Dem zwangsfinanzierten ÖR-Fernsehen könnte es ja egal sein, doch es hat einen anderen Grund:

Den demokratischen Parteien droht vor der Europawahl der Diskurs im Netz zu entgleiten. Regelmäßig schafft es eine verhältnismäßig kleine Gruppe rechter Nutzer, eigene Themen in den Mittelpunkt der Debatte zu stellen.

Ja, blöd, wenn die Bürger eben ganz andere Themen wichtig finden, als Eure belanglose, vorverdaute Scheiße. Ihr würdet gerne die Themen setzen und gleich noch verordnen wie wir über diese zu denken haben. Die alternativen Internetseiten konnte man bisher einfach nicht durch Diffamierungen, Anzeigen und Geschäftsschädigung in die Knie zwingen. Weil die AfD auch im Internet gut präsent ist, damit die Bürger nicht ausschließlich das Bashing der Leitmedien anhören müssen, wollen nun auch die großen Parteien präsent sein.

Sie schaffen es aber kaum, Akzente in der politischen Debatte zu setzen – obwohl sie, wie etwa die SPD, ihre digitale Wahlkampfstrategie ausgebaut und mehr Mitarbeiter eingestellt haben.

Ja, SPD. Wer von einem anderen Planeten sendet, der kann nicht erwarten, dass der Bürger das für seine eigene Welt relevant findet. Wer die bisherigen SPD-Kampagnen gesehen hat, der muss fast annehmen, die Macher werden von Russland finanziert. Es gibt wohl keine Partei, bei denen es für die gesetzten Themen gar keine Wählergruppe gibt, die davon angesprochen sein könnte, außer die, die ohnehin von den SPD-Stiftungen, SPD-Medien oder der SPD selbst ausgehalten werden. Sie werden dennoch viele Klickzahlen bekommen, denn nun muss man sich deren schwachsinnigen Ergüsse nicht mehr umständlich im Netz oder auf dem Bundestagsserver zusammensuchen. Danke, SPD! Das dürfte die einzige Partei sein, die durch mehr Präsenz sogar noch Stimmeneinbußen hinnehmen wird müssen. Wenn sie erst mal die Stammwähler wieder erreichen, die bisher immer noch geglaubt haben, in der SPD wehte noch der Geist von Helmut Schmidt, dann dürften die jetzt schon verloren sein und nicht erst, wenn sie wegsterben.

Eigentlich hätten sie selbst darauf kommen müssen. Nichts hat dem ganzen links-grünen Ablegern in Stiftungen und Vereinen und den Machern genehmer Studien mehr geschadet als, dass alternative Portale sich die Mühe machten, möglichst vielen Leuten bekannt zu machen, wo sie ihre Kohle herhaben, welcher Blödsinn als Wissenschaft verkauft wird und welche Verbindungen zur ehemaligen SED und zu linksradikalen Bündnissen bestehen. Manchmal reichte es allein zu zitieren, was sie so von sich geben. Letzteres will die SPD jetzt gleich selbst übernehmen.

Nachdem Framing, Diffamieren, Verschweigen und Mundtotmachen nicht die erhoffte Wirkung zeigten, winselt man, dass man die Deutungshoheit verliert und die Bürger nicht mehr die Parteien wählen, die man für sie vorgesehen hat. Deshalb bringen die Zwangsmedien ja nun permanent Lobeshymnen auf die EU und Warnungen in Dauerschleife vor den Rechtpopulisten. Auch in diesen beiden Berichten kommt man nicht ohne das diffamierende Vokabular aus: rechts, rechtsradikal, populistisch, fragwürdig oder tendenziös,

Wenn die Leitmedien und die EU solche Erfolgsmodelle sind, warum haben sie dann solche Angst, dass noch welche zur anderen Seite überlaufen könnten? Schon belastend, wenn die, die weg sind, auch ganz sicher nicht wiederkommen werden. Und auch, dass man den journalistischen Nachwuchs nach Gesinnung rekrutiert und nicht nach Können, denn die dürften bei dem und dem und dem Artikel der alternativen Medien an ihre Grenzen stoßen und müssen dagegen blind übernehmen, was man ihnen als gewünschte Expertenmeinung zur Verkündigung unterschiebt. Die einzige Kompetenz, die sie noch brauchen, ist die Einfügen-Taste zu bedienen, um die ganzen dpa-Meldungen in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Schön, dass der NDR, der WDR und SPIEGEL-online gleich selber recherchiert haben wie sie ticken. Da braucht es dann keine Fake-News aus der rechtspopulistischen Filterblase mehr, die behaupten, die Leitmedien merken gar nicht welchen Bullshit sie für relevante, gut recherchierte Nachrichten halten und, dass sie die Schuld an ihrem Niedergang bei rechtpopulistischen und rechtextremen Netzwerken vermuten. Hätte ich so auch nicht geglaubt aber schließlich haben sie es selbst herausgefunden.

 

 

11 Gedanken zu “Öffentlich-rechtliche Jammerlappen.

  1. Man merkt auch erst beim Bloggen, wie krass die eigentlich sind. Übersetz ich Meldungen fliegt erst einmal einen Haufen Meinungsmache raus und der Rest ist nur noch zwei Paragrafen lang. Und dann ist es so, dass man sich das Für und Wider einer Sache überlegt. So einseitig wie die formuliert man eigentlich nie.

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    1. Das Video trifft es genau. Ich hab je geschrieben, dass die Leitmedien meinen, man müsste die Leute mit Fake-News und reißerischen Überschriften zu den alternativen Medien hinnötigen. Dabei meinen sie gleichzeitig, nur, weil sie das Monopol haben, bilden sie die Meinung der Mehrheit ab. Wie der im Video sagt: Die bringen nicht einen anderen Standpunkt, sondern die bringen völligen Blödsinn und die, die nachkommen, sind die von den Unis Indoktrinierten. Ohne Zwangsgebühren wäre der aufgeblähte Haufen bei uns längst pleite.

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  2. Hintergrund für den Sturm im Wasserglas ist wohl die Tagung der Blogger in Berlin. David Berger und die AfD haben 80 Medienschaffende geladen. Milo wird eine Rede halten. Steve Bannon hat ne Videobotschaft eingesprochen.

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  3. Staatspropaganda funktioniert nicht mehr, um eine grosse Menge Jubelperser auf die Strasse zu bringen. Es geht aber mit Freibier und kostenlosen Konzerten von Bands wie „stinkende Fischgraete“, Auftritten der neuen Jesusine, oder direkter Bezahlung inkl. freiem Bustransfer der Agitatoren mit Topflappen vor dem Gesicht.

    ARD+ZDF sind nichts mehr wert, wenn’s keiner guckt, obwohl jeder dafuer zahlen muss. Und selbst kostenlose Welt, Zeit, usw. Abos, bei denen man sogar noch etwas geschenkt kriegt will keiner mehr. Bleibt nur noch, andere abwerten und jammern, damit man selbst nicht so bloed dasteht. Woher kenn wir das nur? Feminismus, Linke, Gruene, Edeka, Gilette ….. hoppla…..

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    1. Seite nicht mehr da. Es sind mehr als die Milliarden, da die ganzen NGOs und angeblichen Experten ja auch Steuergelder in den Arsch geblasen bekommen.

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